Signale der eigenen Fruchtbarkeit - wie Sie Ihre fruchtbaren Tage erkennen und errechnen

Um die fruchtbaren Tage herauszufinden gibt es Fruchtbarkeitstests. Dabei handelt es sich um verschiedene Methoden, um den Eisprung zu ermitteln. Die Methoden der natürlichen Familienplanung dienen dazu, die fruchtbaren Tage zu bestimmen und durch zeitlich geplanten Geschlechtsverkehr die Möglichkeit einer Schwangerschaft zu erhöhen. Gleichzeitig ermöglichen diese Methoden jedoch auch eine Verhütung ohne chemische und hormonelle Hilfsmittel und sind somit am nebenwirkungsärmsten.

Fruchtbarkeitstests - Unterschiedliche Methoden zur Errechnung der fruchtbaren Tage
Mit der richtigen Methode kann jede Frau ihre fruchtbaren Tage selbst bestimmen
Mit der richtigen Methode kann jede Frau ihre fruchtbaren Tage selbst bestimmen

Die Fähigkeit zur Zeugung nennt man auch Fertilität oder Gebärfähigkeit. Für die Frau beginnt die Gebärfähigkeit in der Pubertät mit dem Einsetzen der Menstruation und sie endet mit den Wechseljahren (Klimakterium).

Frauen können nur an wenigen Tagen im Zyklus schwanger werden. Zur Errechnung eben dieser Tage stehen folgende Methoden zur Auswahl:

  • Temperaturmethode
  • Billings-Methode (Zervixschleim-Test)
  • Symptothermale Methode
  • Ovulationstest
  • Kalendermethode

Bei vielen Frauen kündigt sich der Eisprung durch ein Ziehen im Unterbauch oder ein Spannen der Brüste an. Oft geht auch ein kleiner Schleimpfropf ab.

Das Sekret, welches aus der Scheide fließt, ist glasig und spinnbar, damit bietet der Gebärmutterschleim ein optimales Milieu für die Spermien.

Idealer Zeitpunkt für den Geschlechtsverkehr bei bestehendem Kinderwunsch

Geschlechtsverkehr ein Tag vor dem Eisprung ist vielversprechend, denn die fruchtbaren Tage beginnen schon fünf bis sechs Tage vor dem Eisprung. Da die Samenzellen einige Tage überleben, ist die Chance auf eine Befruchtung groß.

Nach dem Eisprung bleibt weniger Zeit, denn die Eizelle ist nur noch 12 bis 18 Stunden fähig befruchtet zu werden.

Temperaturmethode

Mit der Temperaturmethode bzw. der Basaltemperatur werden die fruchtbaren Tage durch Temperaturmessen ermittelt. Gestagen, ein Geschlechtshormon, wird etwa in der Mitte des Zyklus gebildet und wirkt auf das Wärmeregulationszentrum: die Temperatur steigt.

Ein Temperaturanstieg wird als sicheres Zeichen für einen Eisprung angesehen. Es müssen Temperaturkurven geführt werden, möglichst mehrere Zyklen hindurch, um ein verwertbares Ergebnis zu bekommen.

Die Körpertemperatur verändert sich während eines Zyklus, da sie von Hormonen beeinflusst wird. In der ersten Hälfte ist die Temperatur niedriger. Am Tag des Eisprungs (12. bis 14. Tag nach der letzten Menstruationsblutung) steigt sie und bleibt bis zum Ende des Zyklus erhöht.

Basaltemperatur messen

Die Temperatur wird regelmäßig morgens vor dem Aufstehen möglichst immer an derselben Stelle gemessen - dies nennt man Basaltemperatur. Es gibt Thermometer mit einem kleinen Computer, dieser interpretiert die Messdaten und zeigt die fruchtbaren Tage an.

Gemessen wird in der Regel

  • in der Scheide,
  • im Mund oder
  • rektal.

Messungen unter der Achsel sind zu ungenau.

Geeignete Thermometer

Am einfachsten ist es mit einem digitalen Thermometer. Abzuraten ist von Infrarot-Thermometern, da die Messgenauigkeit hier einfach nicht ausreicht.

Sehr praktisch sind spezielle Frauenthermometer. Die Skala zwischen 36 und 38 Grad Celsius ist bei ihnen etwas gestreckt, so dass die kleinen Temperaturschwankungen besser abgelesen werden können.

Die Temperaturmethode ist gut geeignet, um einen Überblick und ein Gefühl für den eigenen Zyklus zu bekommen.

Beeinflussung der Messdaten

Es gibt bestimmte Faktoren, welche die Messdaten beeinflussen können, wie:

Die Temperatur wird dann über den Monat in eine Vorlage eingetragen. Diese kann man in jeder Apotheke kaufen oder aus dem Internet herunterladen.

Die Temperaturmethode muss über mehrere Monate angewendet werden, denn zum Zeitpunkt des Temperaturanstiegs können die fruchtbaren Tage schon vorbei sein.

Zervixschleim-Kontrolle

Sehr genaue Informationen über die Fruchtbarkeit liefert der Gebärmutterschleim. Dieser Schleim entsteht im Gebärmuttermund und tritt aus der Scheide aus:

  • In der unfruchtbaren Zeit ist er weißlich, dickflüssig und wenig elastisch.

  • Kurz vor dem Eisprung, also während der fruchtbaren Tage, wird er glasklar und vor allem sehr dehnbar - bis zu zehn Zentimeter lang. In dieser Zeit schützt er die Spermien vor dem sauren Milieu in der Scheide, spendet ihnen Energie und fördert den Transport von der Scheide in die Gebärmutter.

Ähnlich wie bei der Temperaturmethode werden Sie in Ihren Notizen zyklusabhängige Beobachtungen notieren und feststellen, dass der Schleim in der Zeit des Temperaturanstiegs unter anderem zunehmend dehnfähiger wird.

Symptothermale Methode

Dieses Verfahren ist die Kombination von Temperatur- und Zervixschleim-Kontrolle. Mittlerweile gibt es verschiedene Minicomputer, die Temperatur, Schleim oder sogar die Hormonkonzentration im Urin messen und auf diese Weise die Bestimmung der fruchtbaren Tage erleichtern.

"Stiftung Warentest" kam aber im August 2000 zu dem Ergebnis, dass eine engagierte Methode mit Fieberthermometer, Bleistift und Kalender sämtlichen Zykluscomputern überlegen ist.

Urintest und Blutprobe

Einige Ovulationstests bestimmen die fruchtbaren Tage über den Urin. Die Packungen enthalten einen Urinbecher, Testkassetten und eine Pipette. Diese Tests können bequem zu Hause durchgeführt werden, ohne Arztbesuch.

Die kleinen Zykluscomputer arbeiten auf der Basis der Hormonuntersuchung. Mit dem Urin werden bestimmte Hormone ausgeschieden und ein Anstieg weist auf die fruchtbare Phase hin.

Aber auch der Arzt kann einen Fruchtbarkeitstest durchführen. Anhand einer Blutprobe zum Beispiel.

Kalendermethode

Hierbei werden der erste und der letzte Tag der monatlichen Blutung in einem Kalender angekreuzt. Nach einem Jahr kann man mittels dieser Aufzeichnung den kürzesten und längsten Zyklus auszählen. Vom längsten Zyklus werden 13 Tage abgezogen und vom kürzesten Zyklus 17 Tage.

Ein Beispiel:
längster Zyklus = 28 Tage; 28 Tage minus 13 Tage = 15. Tag
kürzester Zyklus = 25 Tage; 25 Tage minus 17 Tage = 8. Tag
erster fruchtbarer Tag = 8. Tag nach Beginn der letzten Menstruation
letzter fruchtbarer Tag = 15. Tag nach Beginn der letzten Menstruation

Zykluslänge berechnen

Der weibliche Zyklus dauert im Durchschnitt 28 Tage, kann aber zwischen 21-35 Tage variieren. Der weibliche Zyklus wird gerechnet vom ersten Tag der letzten Regelblutung bis zum letzten Tag der nächsten Menstruation. Der Eisprung findet etwa in der Mitte statt.

Eisprungkalender im Internet

Im Internet findet man kostenlose Rechner, die sich Eisprungkalender oder Fruchtbarkeitskalender nennen. Hier muss der erste Tag der letzten Monatsblutung und die Länge des Zyklus eingegeben werden. Dafür muss man einen Menstruationskalender geführt haben.

Der Kalender ermittelt dann den Eisprung und die so genannten fruchtbaren Tage und geben den voraussichtlichen Geburtstermin des Kindes an. Je nach Art des Kalenders wird dann sogar errechnet, an welchem Tag der fruchtbaren Tage ein Mädchen gezeugt werden kann und wann ein Junge.

Genauere Methode

Einige Fruchtbarkeits- oder Eisprungkalender berechnen die fruchtbaren Tage etwas genauer. Dazu werden die Daten mehrerer vergangener Zyklen abgefragt und ein Durchschnitt daraus gebildet.

Auf die hier errechneten Daten kann man sich etwas mehr verlassen, da auch die Schwankungen der letzten Monate mit einberechnet werden.

Der chinesische Empfängniskalender

Der so genannte chinesische Empfängniskalender zeigt an, wann eine Frau einen Jungen und wann ein Mädchen bekommen kann. Dazu muss lediglich in einer Tabelle nachgesehen werden, wie alt die Frau zum Zeitpunkt der Empfängnis war und in welchem Monat sie schwanger wurde.

Ein blaues Kästchen steht für einen Jungen, rosa für ein Mädchen. Dieser Kalender hat angeblich eine Treffsicherheit von knapp 100 Prozent.

Keine sichere Verhütungsmethode

Viele Frauen nutzen die fruchtbaren Tage um gezielt auf Geschlechtsverkehr zu verzichten, um nicht ungewollt schwanger zu werden und so natürlich zu verhüten. Dies ist aber keine sichere Verhütungsmethode.

Die Eisprungkalender geben ganz klar an, dass sie keine Methode zur Empfängnisverhütung sind.

Bei der Kalendermethode gibt es den Nachteil, dass die Körperbeobachtung fehlt. Als Alternativen bieten sich an:

  • ein Temperaturcomputer
  • ein Hormonmessgeräte
  • ein Eisprungtest über Urin-Teststäbchen

Geduld gefragt

Zum Erlernen dieser Methoden ist etwas Geduld nötig, da es meist mehrere Zyklen dauert, bis ausreichend Erfahrung vorhanden ist, um die eigenen Körperzeichen richtig zu deuten. Zudem können ein unregelmäßiger Lebensrhythmus (auch Schichtarbeit), Alkoholkonsum, Stress oder Erkrankungen den eigenen Zyklus beeinflussen und die natürliche Familienplanung unsicherer machen.

Für eine gezielte Schwangerschaftsplanung ist sie jedoch bedenkenlos und jederzeit einsetzbar.

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  • siegerzelle © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de
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