29. Oktober 2008
Von Annett Matiran
Die Methoden der natürlichen Familienplanung dienen dazu, die fruchtbaren Tage zu bestimmen und durch zeitlich geplanten Geschlechtsverkehr die Möglichkeit einer Schwangerschaft zu erhöhen. Gleichzeitig ermöglichen diese Methoden jedoch auch eine Verhütung ohne chemische und hormonelle Hilfsmittel und sind somit am nebenwirkungsärmsten.

Mit der richtigen Methode kann jede Frau ihre fruchtbaren Tage selbst bestimmen
Folgende Methoden stehen Ihnen zur Verfügung:
Die Körpertemperatur verändert sich während eines Zyklus, da sie von Hormonen beeinflusst wird. In der ersten Hälfte ist die Temperatur niedriger. Am Tag des Eisprungs (12. bis 14. Tag nach der letzten Menstruationsblutung) steigt sie und bleibt bis zum Ende des Zyklus erhöht.
Die Temperatur wird regelmäßig morgens vor dem Aufstehen gemessen – das nennt man Basaltemperatur – möglichst immer an derselben Stelle.
Am einfachsten ist es mit einem digitalen Thermometer. Abzuraten ist von Infrarot-Thermometern, da die Messgenauigkeit hier einfach nicht ausreicht. Sehr praktisch sind spezielle Frauenthermometer. Die Skala zwischen 36 und 38 Grad Celsius ist bei ihnen etwas gestreckt, so dass die kleinen Temperaturschwankungen besser abgelesen werden können.
Die Temperatur wird dann über den Monat in eine Vorlage eingetragen. Diese kann man in jeder Apotheke kaufen oder aus dem Internet herunterladen.
Die Temperaturmethode ist gut geeignet, um einen Überblick und ein Gefühl für den eigenen Zyklus zu bekommen.
Sehr genaue Informationen über die Fruchtbarkeit liefert der Gebärmutterschleim. Dieser Schleim entsteht im Gebärmuttermund und tritt aus der Scheide aus. In der unfruchtbaren Zeit ist er weißlich, dickflüssig und wenig elastisch. Kurz vor dem Eisprung, also während der fruchtbaren Tage, wird er glasklar und vor allem sehr dehnbar – bis zu zehn Zentimeter lang. In dieser Zeit schützt er die Spermien vor dem sauren Milieu in der Scheide, spendet ihnen Energie und fördert den Transport von der Scheide in die Gebärmutter.
Ähnlich wie bei der Temperaturmethode werden Sie in Ihren Notizen zyklusabhängige Beobachtungen notieren und feststellen, dass der Schleim in der Zeit des Temperaturanstiegs unter anderem zunehmend dehnfähiger wird.
Dieses Verfahren ist die Kombination von Temperatur- und Zervixschleim-Kontrolle. Mittlerweile gibt es verschiedene Minicomputer, die Temperatur, Schleim oder sogar die Hormonkonzentration im Urin messen und auf diese Weise die Bestimmung der fruchtbaren Tage erleichtern.
"Stiftung Warentest" kam aber im August 2000 zu dem Ergebnis, dass eine engagierte Methode mit Fieberthermometer, Bleistift und Kalender sämtlichen Zykluscomputern überlegen ist.
Hierbei werden der erste und der letzte Tag der monatlichen Blutung in einem Kalender angekreuzt. Nach einem Jahr kann man mittels dieser Aufzeichnung den kürzesten und längsten Zyklus auszählen. Vom längsten Zyklus werden 13 Tage abgezogen und vom kürzesten Zyklus 17 Tage.
Ein Beispiel:
längster Zyklus = 28 Tage; 28 Tage minus 13 Tage = 15.Tag
kürzester Zyklus = 25 Tage; 25 Tage minus 17 Tage = 8.Tag
erster fruchtbarer Tag = 8. Tag nach Beginn der letzten Menstruation
letzter fruchtbarer Tag = 15. Tag nach Beginn der letzten Menstruation
Zum Erlernen dieser Methoden ist etwas Geduld nötig, da es meist mehrere Zyklen dauert, bis ausreichend Erfahrung vorhanden ist, um die eigenen Körperzeichen richtig zu deuten. Zudem können ein unregelmäßiger Lebensrhythmus (auch Schichtarbeit), Alkoholkonsum, Stress oder Erkrankungen den eigenen Zyklus beeinflussen und die natürliche Familienplanung unsicherer machen. Für eine gezielte Schwangerschaftsplanung ist sie jedoch bedenkenlos und jederzeit einsetzbar.
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