23. Juni 2010
Als Ananas bezeichnet man eine süßlich schmeckende Tropenfrucht. Sie zählt zur Familie der Bromeliengewächse.
Die Ananas (Ananas comosus) ist eine süßlich schmeckende Tropenfrucht, die zur Familie der Bromeliengewächse (Bromeliaceae) gehört. Ursprünglich auf dem amerikanischen Kontinent beheimatet, wird sie heute in sämtlichen tropischen Gebieten der Erde als Obstpflanze angebaut. Von der Ananas werden fleischige Fruchtstände gebildet, die sich verzehren oder zu Saft verarbeiten lassen.
Bei der Ananas handelt es sich um eine kräftige und ausdauernde Pflanze, die im Boden wurzelt. Ihr keulenförmiger Stamm erreicht eine Länge von rund 35 Zentimetern und senkt sich zu einem kleinen Teil in den Boden ein. Am gesamten Stamm befinden sich, spiralig sitzend, ca. 70–80 Laubblätter. Die schmalen Blätter erreichen eine Länge von bis zu 120 Zentimetern und eine Breite von 3–7 Zentimetern. Die Ränder der Blätter biegen sich nach oben, sodass es zu einem halbmondförmigen Blattquerschnitt kommt. Bei den Wurzeln der Ananas handelt es sich um Adventivwurzeln. Sie haben ihren Ursprung an den unteren Knoten des Stammes und bilden ein dichtes Wurzelnetz. Die Frucht der Ananas, die die Form eines Kegels oder Zylinders hat, wird aus den Beeren-Früchten des gesamten Fruchtstandes, der Fruchtstandachse sowie dem Blattschopf, der sich an der Spitze der Frucht befindet, zusammengesetzt, was man auch als Fruchtverband bezeichnet. Geschmack, Farbe, Größe und Gestalt einer Ananas können von Sorte zu Sorte unterschiedlich ausfallen. So kann die Farbe des Fruchtstandes gelblich bis bräunlich sein. Das Fruchtfleisch hat zumeist eine weißliche bis tiefgelbe Farbe. Innerhalb des Fruchtstandes liegt die fleischige und faserige verdickte Blütenstandsachse. Weiter außen befindet sich das Fruchtfleisch, das sich aus den unteren Teilen der Tragblätter sowie den Beeren zusammensetzt. Zu den Bestandteilen der Rinde gehören die Blüten- und Kelchblätter, die braunen Enden der Tragblätter und der obere Teil der Fruchtknoten.
Von der Ananas gibt es zahlreiche regionale Sorten. Allerdings sind für den kommerziellen Anbau nur wenige Sorten bedeutsam. Dies sind die Cayenne-Gruppe, zu der Smooth Cayenne, Baron Rothschild, Hilo und Kew gehören, die Spanish-Gruppe, zu der Red Spanish und Singapore Spanish zählen, die Queen-Gruppe mit Alexandra, Victoria, Ripley Queen, Natal Queen, Fairy Queen und MacGregor, die Perolera-Gruppe, zu der Perolera, Maipure, Milagrena und Tachirense gehören sowie die Pernambuco-Gruppe, zu der Pernambuco, Abacaxi, Paulista und Sugar Loaf zählen. Ananasfrüchte der Cayenne-Gruppe erreichen ein Gewicht von vier Kilogramm, haben eine orangegelbe Farbe, eine zylindrische Form und ein hellgelbes, aromatisches Fruchtfleisch, während Ananas der Spanish Gruppe bis zu 2,3 Kilogramm wiegen, eine rötlich-gelbe Farbe und weißes Fruchtfleisch haben. Die Früchte der Queen-Gruppe erreichen ein Gewicht von maximal 1,3 Kilogramm, haben einen süßen Geschmack und kräftig gelbes Fruchtfleisch. Man baut sie vor allem für den Frischverzehr an. Die Früchte der Pernambuco-Gruppe haben die Form einer Pyramide, eine grüngelbe Farbe und weißes bis gelbliches Fruchtfleisch ohne Fasern. Ihr Anbau findet vor allem in Venezuela und Brasilien statt. Die Ananasfrüchte der Perolera-Gruppe haben eine rötlichgelbe Farbe und gelbes Fruchtfleisch.
Schon während der präkolumbianischen Zeit nutzte man in großen Teilen Südamerikas die Ananas als Nahrungs- und Heilmittel. Christoph Kolumbus (1451-1506) entdeckte sie auf Guadeloupe während seiner zweiten Reise im Jahr 1493. 1555 wurde das Wort Ananas zum ersten Mal erwähnt. Später sorgten vor allem die Portugiesen für ihre Verbreitung auf der ganzen Welt. So gelangte sie beispielsweise 1550 nach Indien. Schon bald erfolgte ihr Anbau in sämtlichen tropischen Gebieten. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde Hawaii zu einem der führenden Ananas-Anbaugebiete der Welt.
Auch in der heutigen Zeit wird die Ananas vor allem in den Tropen angepflanzt, da dort die günstigsten klimatischen Verhältnisse herrschen. Die optimale Temperatur für den Anbau bewegt sich zwischen 24 und 30 Grad Celsius. Unter 20 Grad Celsius kommt es hingegen zu einer deutlichen Reduzierung des Wachstums. Besonders gut geeignet für den Ananasanbau sind Lehm- und Sandböden.
Da die Ananas zu den nichtklimakterischen Früchten gehört, reift sie nicht nach. Man exportiert immer nur einen Teil der gesamten Ernte als Frischware. Etwa 70 Prozent der Welternte verzehrt man frisch in den Anbauländern. Zu den wichtigsten Exporteuren der frischen Früchte gehören die Elfenbeinküste, Costa Rica und die Philippinen.
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