Stillen - Wo liegen die Vorzüge und worauf ist zu achten?

Muttermilch ist die beste Nahrung für ein Baby. Außerdem ist Stillen praktisch und günstig. Richtig stillen will jedoch gelernt sein, dabei gibt es unterschiedliche Anlegetechniken, welche die betreuende Hebamme gerne vermittelt. Die meisten Frauen stillen ihr Baby, die einen länger, die anderen weniger lang. Kinderärzte und Hebammen sind sich einig, dass es für das Baby das Beste ist, wenn es ein halbes Jahr voll gestillt wird. Lesen Sie alles Wissenswerte rund um das Thema Stillen.

Praktische Tipps rund ums Stillen - Vorbereitung, Häufigkeit, Dauer und Co

Warum ist stillen so wichtig? - Über die Vorzüge des Stillens

Stillen ist die natürlichste Art, das Baby zu ernähren. Muttermilch hat immer die richtige Trinktemperatur und ist allzeit verfügbar. Fläschchennahrung muss erst zubereitet werden, während das Baby schon vor Hunger brüllt. Stillbabys können sofort an die Brust, wenn sie Hunger haben.

Aber Stillen hat auch noch den großen Vorteil, dass es gegenüber der industriellen Fertigmilch viel günstiger ist. Etliche hundert Euro kann man sparen, wenn man sein Kind stillt - unabhängig davon, dass Muttermilch auch viel gesünder ist als industriell hergestellte Milch.

Während des Stillens bekommt das Baby zudem auch intensiven Körperkontakt, so dass die Beziehung zwischen Mutter und Kind immens stark wird. Frauen, die stillen, können immer und jederzeit etwas mit ihrem Baby und der restlichen Familie unternehmen, ohne spezielle Essenszeiten einhalten zu müssen.

Bekommt das Baby im Restaurant Hunger, wird es einfach an den Busen gelegt. Daneben hat die Muttermilch den großen Vorteil gegenüber der industriellen Babynahrung, dass sie Inhaltsstoffe enthält, die das Baby und später auch das Kind vor Allergien schützen kann. Leidet die Mutter selbst unter einer Allergie, sollte sie also ihr Baby so lange wie möglich stillen, damit dieses bestmöglich davor geschützt wird.

Zu guter Letzt sei noch angemerkt, dass Muttermilch Essen und Trinken in einem ist. Während man bei industrieller Babynahrung zusätzlich noch Tee oder Wasser geben sollte, reicht das alleinige Stillen völlig aus. Zuerst kommt nämlich wässrige Muttermilch, die den Durst löscht, und nach kurzer Zeit verdickt sich die Milch und macht das Baby satt und zufrieden.

Als Stillen bezeichnet man die Ernährung des Kindes mit Muttermilch an der Brust der Mutter. Das Stillen wird mit einigen Vorzügen in Verbindung gebracht.

Wissenschaftler sagen, dass das Stillen dazu beiträgt, das überschüssige Fett aus dem Bauchbereich beispielsweise, das sich im Laufe der Schwangerschaft abgesetzt hat, abzubauen. Es besteht die Vermutung, dass die explosionsartig gestiegenen Zahlen der in der westlichen Welt an Diabetes-Typ 2 erkrankten Frauen mittleren Alters mit dem Rückgang an Frauen im Zusammenhang steht, die zum Stillen bereit sind.

Studie zum Zusammenhang von Stillzeit und Folgeerkrankungen

Eine Studie, die mit 2.233 Frauen im Alter von 40 bis 78 durchgeführt und im "American Journal of Medicine" veröffentlicht wurde, zeigte die nachstehenden Erkenntnisse auf.

Dr. Eleonore Schwarz von der Pittsburgh Universität, die die Studie leitete, ist der Ansicht, dass eine ausgewogene und gute Ernährung sowie ausreichend Bewegung weithin bekannte Faktoren seien, um das Risiko von Diabetes melitus Typ 2 zu vermindern. Nur wenige Menschen erkennen, dass das Stillen bei Müttern das Risiko von Krankheiten, die im Laufe des späteren Lebens durch eine schnelle und natürliche Verringerung des Bauchfetts nicht auftreten, mindere.

Studienergebnisse

  • Laut der Studie tendiert ein Viertel der Mütter, die nicht gestillt haben, eher dazu an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken. Dies im Vergleich zu Müttern, die gestillt haben oder Frauen, die keine Kinder bekommen haben.

  • Im Gegensatz zu Frauen, die Kinder auf die Welt gebracht und gestillt haben und Frauen, die zur Zeit der Studie kinderlos waren, bargen beide Gruppen keine größere Wahrscheinlichkeit an Diabetes zu erkranken.

Neben Deutschland hat das Vereinigte Königreich eine der niedrigsten Stillraten in Europa. Nur eine von drei Jungmüttern entscheidet sich zu Stillen, wobei in Schweden nur zwei Prozent der Mütter dem Stillen bejahend gegenüberstehen.

  • Untersuchungen, die vom selben US-Team durchgeführt wurden, brachten hervor, dass stillende Mütter im Laufe Ihres Lebens mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erleiden.

  • Bereits ein Monat des Stillens führt zu einer 10-prozentigen Senkung an Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck und hohen Cholesterinwerten zu leiden.

Fazit

Die Studie liefert wichtige Informationen, was den Effekt des Stillens auf die gesundheitliche Entwicklung der Mutter betrifft. Die Studie soll Mütter dazu ermutigen, ihren Säugling mindestens in den ersten Monaten des Lebens zu stillen.

Ärzte müssen darauf achten, Frauen bereits während der Schwangerschaft die Notwendigkeit der Stillzeit klar darzulegen und vor allem auf den Zusammenhang zum Auftreten von Diabetes deutlich machen. Experten sagen, dass das Stillen dem Baby alle Nährstoffe mitgibt, die es für die ersten sechs Monate seines Lebens braucht.

Empfehlungen seitens des Gesundheitsministeriums

  • Das Gesundheitsministerium empfiehlt, mindestens bis zum sechsten Monat des Neugeborenen zu stillen und darüber hinaus auch unterstützende Nahrungsergänzungen zu verwenden, wenn das Stillen allein das Neugeborene nicht ausreichend versorgen sollte.

  • Es ist wichtig, dass die Mutter das Baby so lange wie möglich mit ihren körpereigenen Möglichkeiten stillt. Kein Nahrungsergänzungspräparat kann den natureigenen, nährstoffstarken und einmaligen Nährwert adäquat ersetzen.

  • Versuchen Sie Ihrem Baby so lange wie möglich, so viel gute Nahrung wie möglich in Form des Stillens mit in das neue Leben zu geben.

Stillen mit der Flasche macht Babys eher dick

Es mag unserer schnelllebigen Zeit zuzuschreiben sein, dass das Füttern mit der Flasche gemeinhin als bequemer und zudem gesellschaftlich akzeptabler ist, als das Stillen an der mütterlichen Brust. Dennoch schlagen Kinderärzte Alarm.

Aufgrund

  • der Karriereplanung
  • finanzieller Notwendigkeit oder
  • schlicht reiner Bequemlichkeit

neigen immer häufiger junge Mütter dazu, das Neugeborene von der Brust so schnell wie möglich zu entwöhnen oder greifen sogar von Anfang an zur Flaschenmilch.

Erhöhtes Risiko für Fettleibigkeit

Kinderärzte warnen nun vor einem zu schnellen Füttern per Flasche, da diese Entwicklung dem Wohl der Babys alles andere als zuträglich ist.

  • Wissenschaftler haben bereits mehrfach nachweisen können, dass das Füttern von Flaschenmilch ein erhöhtes Risiko der Fettleibigkeit in sich birgt. Diese Aussage gilt für Kinder bis in das fünfte Lebensjahr.

  • In einer anderen Studie konnte gezeigt werden, dass gesunde Babys, die auf Muttermilchnahrung umgestellt wurden, in der die Nährstoffe wie Proteine, Vitamine und andere Nährstoffe enthalten waren, im Alter von fünf bis acht Jahren um 22 bis 38 Prozent mehr Körperfett hatten, als gleichaltrige Kinder, die mit Standardmilch aus der Flasche ernährt wurden.

Viele Forschungsergebnisse, die in offiziellen Fachblättern wie dem "American Journal of Clinical Nutrition" veröffentlicht wurden, deuten an, dass das Geben von Flaschenmilch für die Gesundheit des Babys nachteilig sein kann.

Die Studien betonten, dass eine schnellere Gewichtszunahme bei Babys auch zu einer schnelleren Zunahme des Körperfettanteils im späteren Kindesalter führt.

Die Ergebnisse stehen in keinem Zusammenhang mit dem Geschlecht, der Körpergröße oder dem sozio-ökonomischen Status des Kindes während seiner Kindheit. Allerdings ist klar, dass die Studie eine Menge Einschränkungen in sich birgt.

Fazit

Die Forscher raten Müttern, bei der Ernährung nicht auf Flaschenmilch zurückzugreifen und empfehlen stattdessen, so lange wie möglich von der Brust zu stillen.

Stillen macht müde und fördert das Einschlafen

Viele Babys schlafen während des Stillens ein. Sie fühlen sich geborgen bei ihrer Mama und genießen die Wärme an ihrer Brust.

Zudem macht sie auch das Nuckeln müde, denn es ist eine Höchstleistung für das Baby. So wohlbehütet ist es dann natürlich kein Wunder, dass das Baby einschläft.

Das Problem ist nur, dass ein schlafendes Baby nicht trinkt. Legt man es dann ins Bettchen, wacht es vor Hunger bald wieder auf. Weckt man das Baby jedoch während des Stillens auf, so sind viele Kinder zu müde zum Nuckeln und schlafen nach kurzer Zeit wieder ein.

Ein Patentrezept dafür gibt es nicht. Gerade abends ist es jedoch praktisch, wenn das Baby beim Stillen einschläft, weil man es dann gleich in sein Bettchen legen kann.

Contra Stillen - Gibt es auch Nachteile?

Auch wenn fast jede Frau stillen kann, so ist nicht jede Frau glücklich damit, vollkommen an das Baby gefesselt zu sein. Denn dies ist für diese Frauen der größte Nachteil am Stillen: Stillen kann nur die Mutter.

Immer wenn das Baby Hunger hat, muss sie verfügbar sein. Fläschchennahrung kann auch der Papa oder die Oma verabreichen, Stillen kann nur die Mama.

Entweder muss die junge Mutter ihr Baby also überall mithinnehmen oder aber immer wieder pünktlich zu Hause sein, wenn das Baby Hunger bekommt. Alternativ muss die Milch abgepumpt werden, was jedoch auch nicht ganz einfach ist.

Mögliche Beschwerden und Probleme, die beim Stillen auftreten können

Viele Frauen bekommen am Anfang des Stillens eine Brustentzündung, da die Brust sich erst an das ständige Saugen gewöhnen muss. Diese erspart man sich natürlich, wenn man zu industrieller Milchnahrung greift.

Auch das Clusterfeeding, das Dauerstillen, empfinden viele Mütter als anstrengend. Dabei besteht phasenweise der ständige Drang zu trinken.

Eine solche Phase ist völlig normal, kann jedoch zur echten Herausforderung werden. In unserem separaten Artikel gehen wir genauer auf das Dauerstillen ein.

Zu den weiteren möglichen Problemen, die beim Stillen auftreten können, zählen

  • Milchstau
  • Schmerzen beim Milcheinschuss oder auch
  • zu viel oder zu wenig Milch.

Hier gehen wir gesondert auf das Thema Probleme beim Stillen ein.

Wie stille ich mein Kind richtig? - Tipps zum Stillen

Als wichtigste Regel gilt, dass man für das Stillen Ruhe und Zeit braucht. Hier kann man die Uhr getrost einmal vergessen. Stillen ist viel mehr als Nahrungsaufnahme, es ist:

  • Körperkontakt
  • Nähe
  • Streicheleinheiten
  • Zärtlichkeit

Zusätzlich werden die Bedürfnisse des Babys gestillt und das gibt ihm die nötige Sicherheit und stärkt das Vertrauen. Die Stillzeit sollten sowohl Mutter und Kind genießen können. Diese Möglichkeit der intensiven Nähe kommt so in dieser Form nicht wieder.

Anfangsschwierigkeiten können normal sein, schließlich müssen sich Mutter und Kind erst aneinander gewöhnen und aufeinander einspielen. Doch meist finden Mutter und Kind schnell ihren ganz eigenen Rhythmus.

Hunger erkennen - Wann muss das Baby gestillt werden?

Ein Baby wird immer dann an die Brust gelegt, wenn es Hunger hat. Mit Muttermilch kann man ein Baby niemals überfüttern - ganz im Gegensatz zur industriellen Fertigmilch. Da ein Baby noch nicht sprechen kann, zeigt es seinen Eltern durch Gesten, dass es Hunger hat.

Zuerst lecken sich die meisten Babys über die Lippen, fangen an zu schmatzen und schieben sich dann ihr Fäustchen in den Mund und lutschen darauf herum. Erst wenn diese Hungerzeichen nicht beachtet werden, fängt das Baby an zu weinen.

Wo am besten stillen? - Tipps für die Fütterung nachts, in der Öffentlichkeit und Co.

Viele Mütter stellen sich die Frage, wo sie ihr Baby am besten stillen sollen. Ist man zuhause, sollte einfach darauf geachtet werden, dass Mutter und Kind es bequem haben. Steht das Bettchen im Elternschlafzimmer, sollte man für nachts einen Sessel direkt daneben haben, um das Kind schnell füttern zu können, ohne dabei die nächtliche Ruhe groß zu stören.

Schwieriger gestaltet sich das Stillen für viele Mütter in der Öffentlichkeit. Die Überwindung ist oftmals noch groß, da man bei zahlreichen Menschen leider auf fehlendes Verständnis trifft und das Stillen somit zu einem unangenehmen Thema wird.

Damit man sich möglichst schnell an das Stillen in der Öffentlichkeit gewöhnt, hilft es, vor dem Spiegel zu üben, damit man einen Eindruck erhält, wie man dabei aussieht. Mit der richtigen Stillkleidung wird das Füttern des Kindes weniger problematisch. Zu empfehlen ist in diesem Zusammenhang auch ein Stillschal, mit dem die Privatsphäre bestmöglich geschützt werden kann.

Anlegetechniken

Wichtig ist, dass die Mutter eine bequeme Position hat; ein Stillkissen ist für beide meist gemütlicher und erleichtert die Haltung. Damit sich jedoch keine wunden Brustwarzen bilden, ist es wichtig zu wissen, wie das Baby richtig angelegt wird. Dies wird aber natürlich auch von den Hebammen ausführlich gezeigt und erklärt.

Wenn das Baby Hunger hat, schiebt man ihm die Brustwarze und zusätzlich noch möglichst viel Brust in den Mund. Es darf keinesfalls nur an der Brustwarze saugen, sonst schmerzen diese früher oder später enorm.

Wenn das Baby richtig angelegt ist, saugt es regelmäßig und schluckt immer wieder. Darauf ist unbedingt zu achten, damit man weiß, dass die Milch läuft.

Die richtige Position

  • Ohr-Schulter-Hüfte sollten beim Kind immer eine Linie bilden und der Bauch des Babys sollte zur Mutter gedreht sein.
  • Das Baby wird eng an die Mutter angelegt; normalerweise sucht es die Brust der Mutter.
  • Dabei sollte der Mund ganz weit geöffnet sein, dass soviel wie möglich vom Warzenhof im Mund des Babys ist. Die Nasenspitze des Babys berührt dabei die mütterliche Brust.
Unterstützung durch den C-Griff

Mit dem C-Griff schiebt die junge Mutter ihre Brust in den Mund des Babys. Zum Stillen setzt sie sich beispielsweise entspannt auf einen Stuhl oder die Couch.

Wichtig ist, dass das Baby immer zur Brustwarze hin gehoben wird und nicht umgekehrt. Sonst entstehen auf die Dauer Rückenschmerzen.

Möchte man mit der rechten Brust stillen, so bildet man mit dem Daumen und dem Zeigefinger der rechten Hand ein "C", indem man die Brust greift und in den Mund des Babys schiebt. Dies darf man jedoch erst dann machen, wenn das Baby den Mund richtig weit öffnet.

Nur so bekommt man zusätzlich zur Brustwarze auch große Teile des Warzenvorhofes in den kleinen Mund und kann wunde Brustwarzen verhindern. Mit der linken Brust funktioniert das Stillen natürlich genauso wie mit der rechten, ebenfalls mit dem so genannten C-Griff.

Möchten Sie mehr über Stillpositionen erfahren, lesen Sie unseren separaten Artikel zum Thema.

Stimulierung der Milchabgabe durch Milchspendereflex

Legt die Mutter das Baby an die Brust, saugt es zuerst kräftig an der Brustwarze, später langsamer und rhythmischer. Nach kurzer Zeit beginnt die Muttermilch zu fließen. Hier spricht man von einem Milchspendereflex.

Gerade zu Beginn der Stillzeit spürt die Mutter hier ein Stechen, manchmal in der Brust selbst, manchmal aber auch in den Achselhöhlen. Dies ist jedoch völlig harmlos.

Das richtige Stillen darf nach einigen Tagen nicht mehr weh tun. Nun muss nur noch die Nachfrage das Angebot regeln. Je öfter gestillt wird, desto mehr Milch wird produziert.

Die betreuende Hebamme zeigt gern die richtige Sitz- oder Liegeposition und auch die richtige Anlegetechnik. Wird das Kind richtig angelegt, werden die Brustwarzen nicht so strapaziert.

Zwillinge und Mehrlinge stillen - geht das?

Schon das Stillen von einem Kind stellt viele Frauen vor eine Herausforderung. Ist denn das Stillen von mehreren Kindern möglich?

Ist es. Holen Sie sich Tipps zum Stillen von Zwillingen und Mehrlingen in unserem separaten Artikel zum Thema.

Was tun, wenn das Baby beißt?

Trotz richtigem Anlegen kann das Stillen äußerst schmerzhaft werden, wenn das Baby seine ersten Zähnchen bekommt. Dies kann schon mit ein paar Monaten sein.

Während des Stillens kaut das Baby dann plötzlich auf der Brust herum. Dies schmerzt natürlich furchtbar, und das Stillen sollte daraufhin kurz unterbrochen werden.

Auch wenn das Baby noch nicht sprechen kann, so versteht es doch schon recht gut, dass es das nicht darf. Dazu muss man aber konsequent immer wieder mit dem Stillen unterbrechen, wenn das Baby auf die Brustwarze beißt. Meist machen die Babys das, wenn der größte Hunger vorbei ist und sie eigentlich nur noch nuckeln wollen.

Um das Stillen unterbrechen zu können, schiebt man den kleinen Finger zwischen Brust und Mund des Babys und löst dadurch das Vakuum, so dass man die Brust aus dem Mund des Babys ziehen kann.

Mit Stillhütchen das Stillen erleichtern

Stillhütchen können das Stillen erleichtern, wenn die Brustwarzen extrem wund sind und normales Stillen höllische Schmerzen bereitet. Es handelt sich dabei um Kunststoffhäubchen, die über die Brustwarze gelegt werden.

Das Baby saugt daran dann wie aus einer Flasche. Genau dies ist auch der Grund, weshalb viele Babys bei regelmäßigem Stillen mit Stillhütchen nicht mehr an die Brust gehen wollen, wenn kein Stillhütchen darüber gelegt wurde.

Dafür trinken diese Babys meist aber problemlos aus der Milchflasche, ganz im Gegensatz zu den meisten anderen Stillkindern. Stillhütchen sollten trotzdem nur in Ausnahmefällen nach Rücksprache mit der Hebamme oder der Stillberaterin verwendet werden.

Wie oft und lange stillen? - Generelle Empfehlungen und Informationen zum richtigen Stillrhythmus

Baby und Milchflasche
Wichtig zu wissen: Dass ein Baby nicht zuviel gestillt werden kann

Dem mütterlichen Instinkt kann man vertrauen und auch dem des Babys, es weiß wie oft und wie viel es trinken muss. Ein Baby kann nicht zuviel gestillt werden, dann schon eher zu wenig.

Wenn es die ersten sechs Lebensmonate voll gestillt wird, braucht es auch kein Wasser. Es bekommt alles, was es braucht, über die Muttermilch.

Viele Fragen schon während der Schwangerschaft

Gerade wenn das erste Kind geboren ist, sind die meisten Frauen noch ganz unsicher, was das Thema Stillen betrifft:

  • Wie legt man das Baby richtig an?

  • Wie merkt man eigentlich, dass das Baby Hunger hat?

  • Was macht man gegen wunde Brustwarzen?

  • Was kann man tun, wenn das Baby ständig in die Brustwarze beißt?

  • Welche Vor- und Nachteile hat das Stillen eigentlich?

Stillberaterinnen und Hebammen helfen

Sicher ist es gut, wenn man sich bereits in der Schwangerschaft ein wenig mit dem Thema Stillen beschäftigt. Doch Theorie ist die eine Sache, die Praxis sieht meist anders aus. Keine Frau ist aber alleine mit ihren Stillproblemen.

Sowohl in der Entbindungsklinik als auch in den Wochen nach der Geburt stehen ausgebildete Hebammen und Stillberaterinnen mit Rat und Tat zur Seite, da es heutzutage absolut gefördert wird, dass eine Frau ihr Baby stillt.

Anfängliches Stillen

Die meisten Hebammen empfehlen, dass das Kind so oft und so lange gestillt werden soll, wie es Hunger hat. Dies nennt man "Stillen nach Bedarf". Dabei kann das Baby in der Anfangszeit alle ein bis zwei Stunden Hunger haben - bei Neugeborenen ist bis zu zwölf Mal Stillen am Tag und mehr normal.

Das Saugen regt die erneute Milchbildung an und die Nachfrage regelt das Angebot. Wenn das Kind richtig angelegt wird, so werden auch nicht die Brustwarzen wund.

Individuelles Trinkverhalten

Babys sind ganz verschieden in ihrem Trinkverhalten, die einen trinken schnell und gierig, andere lassen sich Zeit und genießen. Gerade am Anfang kann eine Stillmahlzeit durchaus bis zu einer Stunde dauern. In der Regel lässt das Baby die Brust los, wenn es satt ist.

Stillrhythmus

Gibt es Schwierigkeiten beim Stillen, kann die erfahrene betreuende Hebamme immer mit Rat und Tat zur Seite stehen. Meist finden Mutter und Kind relativ schnell ihren eigenen Rhythmus und spielen sich aufeinander ein.

Die Stillzeiten und die Stillintervalle sind von Kind zu Kind verschieden, am besten ist es, wenn die Mutter auf ihr Gefühl hört und ihrem Instinkt vertraut.

Der Stillrhythmus kann sich durch bestimmte Umstände auch immer wieder einmal ändern, etwa weil das Kind einen Wachstumsschub hat und daher mehr trinkt.

Das Baby hat rund um die Uhr Hunger, doch die Stillmahlzeiten werden mit der Zeit immer kürzer und die Abstände größer. Auch nachts schläft das Kind mit der Zeit länger durch.

Stillempfehlungen

Häufiges Stillen ist der beste Garant für eine gute Milchmenge. Jede Brust sollte dabei mindestens fünfzehn Minuten angeboten werden, da erst bei längerem Trinken das nahrhafte Milchfett verfügbar wird.

Regeln mit bestimmten Zeiten und Abschnitten wie sie früher einmal galten, werden heute nicht mehr empfohlen, deshalb sollte man auch nicht auf gut gemeinte Ratschläge von alten Verwandten hören, sondern lieber auf die Anweisungen der Hebamme vertrauen.

Die meisten Empfehlungen gehen dahin, dass das Baby mindestens bis zum sechsten Lebensmonat voll gestillt werden soll. Erst dann ist der Magen-Darmtrakt so ausgereift, dass man Beikost füttern kann.

Wie Sie die Brust aufs Stillen vorbereiten können

Stillen ist für das Baby die beste Nahrung für die ersten Lebensmonate. Damit die Stillzeit auch eine unvergessliche Zeit wird, kann die werdende Mutter schon in der Schwangerschaft ihre Brust aufs Stillen vorbereiten.

Die Brustwarzen formen

Ein Baby trinkt in den ersten Lebenswochen und -monaten mehrmals täglich an der Brust. Dies strapaziert natürlich die Brustwarzen, so dass wunde Brustwarzen keine Seltenheit sind.

Frauen, die schon in der Schwangerschaft so genannte Brustwarzenformer verwenden, können ihre Brustwarzen ideal aufs spätere Stillen vorbereiten. Dies empfiehlt sich zum Beispiel bei Schlupfwarzen.

Sind die Brustwarzen zu flach, so kann man schon in der Schwangerschaft damit beginnen, die Brustwarzen mit den Fingern nach vorne zu ziehen und sie auf diese Weise zu formen.

Die Brüste mit Pflegeöl massieren

Da die Brust durch das Stillen deutlich an Volumen zunimmt, kann das Gewebe leicht reißen. Um unschöne Streifen zu vermeiden, kann man bereits in der Schwangerschaft die Brust mit einem Pflegeöl massieren. So bleibt das Gewebe schön geschmeidig und reißt nicht so leicht.

Die Brustwarzen und den Vorhof sollte man jedoch nicht eincremen.

Grundsätzlich sollten keine chemischen Stoffe oder Lösungen an die Brustwarze gelangen - auch nicht in der Schwangerschaft. Diese könnten die Haut an dieser empfindlichen Stelle austrocknen. In jedem Fall sollte schon in der Schwangerschaft ein bequemer und gut stützender BH getragen werden.

Brustwarzen abhärten?

Früher konnte man in den Schwangerschaftsbüchern immer lesen, dass die Brustwarzen auf das Stillen vorbereitet werden müssen. Damals wurde den Schwangeren immer geraten, die Brustwarzen schon in der Schwangerschaft abzuhärten. Empfohlen wurde dies mit Bürsten oder ähnlichen Gegenständen, mit denen man die Brustwarzen reiben sollte.

Inzwischen weiß man jedoch, dass dies völlig überflüssig und sogar eher schädlich für die Brustwarzen ist. Durch das kräftige Reiben können sogar Verletzungen entstehen. Außerdem kann Reiben an den Brustwarzen vorzeitige Wehen auslösen.

Was es mit der Hebamme abzuklären gilt

Bevor man die Brustwarzen mit Brustwarzenformern oder anderen Hilfsmitteln in der Schwangerschaft "bearbeitet", sollte man auf jeden Fall mit dem Frauenarzt oder der Hebamme Rücksprache halten.

  • Das Reiben an den Brustwarzen kann Wehen auslösen.
  • Außerdem kann eine Hebamme einschätzen, ob derartige Maßnahmen überhaupt notwendig sind oder ob das Stillen nicht auch so möglich sein wird.

Denn die Natur hat es normalerweise so eingerichtet, dass die meisten Babys mit den Brustwarzen ihrer Mütter - egal wie diese geformt sind - bestens zurechtkommen, auch wenn diese in der Schwangerschaft nicht speziell auf das Stillen vorbereitet wurden.

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Quellenangaben
  • breastfeeding #9 © Adam Borkowski - www.fotolia.de
  • biberon e neonato © olly - www.fotolia.de

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