27. Januar 2010
Als Aphrodisiaka bezeichnet man verschiedene Medikamente oder Mittel zur Steigerung oder Wiederherstellung des sexuellen Lustempfindens. Neben Medikamenten können auch bestimmte Lebensmittel oder Gewürze Luststeigernd wirken.
Zweck von Aphrodisiaka ist die Anregung, Wiederherstellung oder Steigerung des sexuellen Lustempfindens und der Libido. Diese luststeigernden Mittel können pharmazeutische Medikamente, aber auch bestimmte Pflanzenextrakte, Kräuter, Gewürze oder Nahrungsmittel sein. Ebenso gibt es zur Einnahme verschiedene Möglichkeiten. So lassen sich Aphrodisiaka als Medikament einnehmen, essen, trinken, inhalieren und sogar rauchen. Vorrangiges Ziel dieser Mittel ist es, den Menschen empfindlicher für sexuelle Reize zu machen oder einen Liebesakt intensiver zu erleben. Bei vielen Mitteln ist allerdings kein anregender Effekt nachzuweisen, sodass sie eher eine Placebo-Wirkung haben. Nicht zu den Aphrodisiaka gezählt werden Potenzmittel wie z.B. Viagra, Apomorphin oder Levitra. Diese haben keine direkte luststeigernde Wirkung, sondern dienen vor allem zur Behebung von Erektionsstörungen.
Der Begriff Aphrodisiaka stammt aus dem Griechischen. Er leitet sich von der antiken Göttin der Liebe, Aphrodite und deren Aphrodisia-Fest ab. Schon die alten Griechen nutzten verschiedene Pflanzen wie Sauerampfer, Safrankrokus, Alraune oder Erdscheibe als aphrodisierende Mittel. Im Mittelalter sollten Zauberpflanzen wie Grünkohl, Löffelkraut, Petersilie oder bestimmte Gewürze wie Muskatnuss für die Anregung der Libido sorgen. Auch in der heutigen Zeit ist die Auswahl an mehr oder weniger wirksamen Aphrodisiaka sehr groß. Neben pharmazeutischen Präparaten gelten auch verschiedene Nahrungsmittel, Pflanzen oder Gewürze wie z.B. Austern, Trüffel, Ginseng, Chilipulver, Schokolade, Hawaiianische Holzrose, Spanische Fliege, Bibergeil, Camu-Camu oder Myhrre als Aphrodisiaka. Bislang gibt es aber noch keinen einzelnen Stoff, der eine allumfassende aphrodisierende Wirkung hat und sämtliche sexuellen Probleme lösen kann. Zu den wirksamsten aphrodisierenden Drogen gehören:
Bupropion gehört eigentlich zu den Antidepressiva. Darüber hinaus regt Bupropion aber auch das Limbische System, das Septum, die Amygdala und den Hippocampus an, wodurch die Empfindlichkeit und die Lust der Genitalien bei sexuellen Tätigkeiten verstärkt werden. Zudem lassen sich Sinnesreize leichter in sexuelle Handlungen umsetzen. Erotische Aktivitäten an sich werden durch Bupropion allerdings nicht erhöht.
Dopamin ist ein wichtiger Neurotransmitter, der auch als Glückshormon gilt. Durch den Einsatz von dopaminergen Drogen wie Phenylethylamine, Deprenyl, Lisurid, L-dopa, Bromocriptin, Pramixprexol oder Amineptin werden die Dopamin-Rezeptoren angeregt, wodurch es zu einem erhöhtem sexuellen Verlangen kommt.
Als Phenetylamin (PEA) bezeichnet man ein körpereigenes Hormon, das auch für das Empfinden von Glück verantwortlich ist. Man findet es in zahlreichen Nahrungsmitteln wie beispielsweise Schokolade. Obwohl Phenetylamin häufig zu den Aphrodisiaka gezählt wird, ist es nicht wissenschaftlich erwiesen, dass es durch das Essen solcher Nahrungsmittel zu einer luststeigernden Wirkung kommt.
Testosteron gehört zu den wichtigsten Sexualhormonen und kommt sowohl bei Männern als auch bei Frauen vor. Präparate mit Testosteron kommen vor allem bei Männern über 60 Jahren sowie bei Frauen in der Postmenopause zum Einsatz, um die Libido zu steigern. Auch Vorstufen von Testosteron können sich bei älteren Männern positiv auf den Geschlechtstrieb auswirken.
Oxytocin ist ein Hormon, das die menschlichen Gefühle auf vielfältige Weise beeinflusst. Es wird auch bei einem Orgasmus ausgeschüttet. Zu den erzeugten Gefühlen gehören Entspannung, Wohlgefühle oder persönliche Verbundenheit mit einem anderen Menschen. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen wirkt Oxytocin Lust steigernd, was wissenschaftlich nachgewiesen wurde.
Als Crocin bezeichnet man einen carotinoiden Farbstoff. Dieser kommt u.a. in Krokussen vor und besitzt Lust steigernde Eigenschaften. Vor allem bei Männern kommt es zu positiven Effekten.
Yohimbin, das ein Alkaloid der afrikanischen Yohimbe-Baumrinde ist, gilt als leichter MAO (Monoaminooxidase) Inhibitor. Allerdings gibt es dafür keine hinreichenden wissenschaftlichen Beweise. Dennoch gehört Yohimbin zu den wirkungsvollsten Aphrodisiaka und ist in zahlreichen Potenzmitteln wie Aphrodyne, Viritab, Yohimex oder Yocon enthalten. Zu den Hauptbestandteilen von Yohimbin gehört ein alpha-adrenergic Antagonist, der den Blutfluss in den Genitalien von Mann und Frau erhöht, wodurch es bei einigen Menschen auch zur Steigerung der sexuellen Erregung kommt. Allerdings enthält die Yohimbe-Baumrinde noch weitere Alkaloide, die zu unerwünschten Nebenwirkungen führen können.
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