3. März 2011
Der Hermann-Teig ist ein besonderer Teig, denn er ist ein Wanderteig. Er wird angesetzt, geteilt und dann an Freunde und Bekannte weitergegeben. Diese müssen ihn dann füttern und pflegen.
Aus ihm werden der so genannte Hermann-Kuchen, aber auch andere Kuchen- und Brotvarianten gebacken. Hermann-Teig kam so in den 80er Jahren auf und hat sich seitdem gehalten. Man nennt den Hermann-Teig auch Glückskuchen. Nachdem viele Menschen mit dem Kuchen versorgt waren, der oft mit einem Begleitbrief übergeben wurde, wie man mit ihm umzugehen hat, wurden viele des Backens müde und der Teig geriet wieder eher in Vergessenheit. Trotzdem lebt das Kuchenritual immer wieder neu auf. Der Hermann-Teig ist für gesellige Menschen, die gerne backen.
Um den Teig anzusetzen braucht man: 1 kl. Tasse Weizenmehl Typ 405 und 1 kleine Tasse Wasser. Diese gibt man in eine große Schüssel und lässt sie mit einem Leinentuch abgedeckt an einem warmen Ort 3-4 Tage stehen. Der Teig gärt, wirft Blasen und vermehrt sein Volumen. Danach gibt man 20g Frischhefe dazu und rührt diesen unter. Dann fügt man noch 1 kl. Tasse Mehl, 1 kl. Tasse Milch und 1/2 Tasse Zucker dazu. Den Teig gut vermengen, danach muss er mit einem Tuch abgedeckt für 4-5 Tage in den Kühlschrank. Dabei sollte man ihn mindestens einmal täglich umrühren. Dann wird die gleiche Vorgehensweise wiederholt. Man fügt noch einmal 1 kl. Tasse Mehl, 1 kl. Tasse Milch und 1/2 Tasse Zucker dazu und verrührt alles gut. Dann muss der Teig wieder für 5 Tage in den Kühlschrank und noch einmal täglich umrühren.
Nun kommt ein bestimmter Rhythmus zum Tragen. Der Teig kann jetzt gebacken werden. Man behält einen Teil zurück und am Tag 1 wird er wieder mit Mehl, Milch und Zucker gefüttert. Am 5. Tag ist die zweite Fütterung und am 10. Tag wird gebacken. Der Hermann-Teig vergrößert sich dabei immer. Eine Tasse bewahrt man auf, eine gibt man zusammen mit einer Pflegeanleitung weiter und aus der dritten entsteht der neue Kuchen.
Für den klassischen Hermann-Kuchen gibt es ein traditionelles Rezept: dafür fügt man dem Teig noch 2 Tassen Mehl, 2 Eier, 1/2 Tasse Zucker, 2 TL Backpulver, 1 Tasse Rosinen, 1 Tasse gemahlene Haselnüsse, 1 Prise Zimt und 1/2 Tasse Sonnenblumenöl zu. Alles wird mit dem Handmixer gut verrührt. Dann gibt man den Teig in eine mit Backpapier ausgelegte Kastenform. Das Ganze wird bei 180°C ungefähr 45 Minuten gebacken.
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