Die Kennzeichen und Vorlieben verschiedener Mittagspausen-Typen

In der heutigen Zeit fällt die Mittagspause häufig sehr kurz aus - die einen nutzen sie dennoch für ein Gourmetmenü, während andere auf schnelle Fertigkost setzen

In der kurzen Zeit der Mittagspause hat jeder bezüglich seines Essens andere Vorstellungen. Zu welchem Typ gehören Sie?

Kleine Schale mit Salat auf Schreibtisch vor Notebook

Der eine möchte seine Mittagspause möglichst sinnvoll nutzen und bevorzugt daher ein schnelles Essen, um anschließend vielleicht noch andere Dinge erledigen zu können. Der andere ist Gourmet und möchte seine Mittagspause in vollen Zügen genießen. Dazu gehört natürlich auch das passende Essen, das auch ruhig etwas kosten darf.

Der besonders sparsame Typ Mensch nimmt sich sein Mittagessen häufig von zu Hause mit. Da weiß man was man hat, und zudem ist es meist deutlich günstiger als das Mittagessen in einem Restaurant oder der Kantine.

Den Typ Menschen erkennen

Vom Mittagspausen-Typ kann man interessante Rückschlüsse auf den Typ Mensch ziehen. Da gibt es erfolgreiche Geschäftsleute, die mittags gerne Fast Food essen. Genauso gibt es aber auch den Typ Mensch, dem man gar nicht zutrauen würde, dass er mittags gerne ein Straußensteak auf dem Teller hat.

Täglich warm essen? Das muß nicht sein!

Paar steht vor dem Herd, Mann schwenkt Pfanne mit Essen und hält Pfannenwender
Gemeinsam Kochen © Kzenon - www.fotolia.de

Einmal am Tag warm essen – das halten immer noch viele für ein Kriterium gesunder Ernährung. Experten winken ab: „Es ist überhaupt kein Problem, wenn die Küche mal kalt bleibt“, sagt Professor Bernhard Koletzko, Kinderarzt an der Poliklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München in der Gesundheitszeitschrift „Apotheken Umschau“.

Warme Nahrung kühlt bereits im Mund ab und hat, wenn sie in den Magen gelangt, annähernd die gleiche Temperatur wie kaltes Essen, das sich beim Kauen in der Mundhöhle erwärmt hat. Viel wichtiger als die Temperatur ist, was gegessen wird. Eine Scheibe kalter Braten mit knackigem Salat und einer ordentlichen Menge Brot oder Kartoffelsalat ist auf jeden Fall besser als Schaschlik mit Pommes Frites.

Allerdings: Die kalte Küche sollte nicht nur aus Rohkost bestehen. Gekocht geben manche Nahrungsmittel ihre Nährstoffe besser ab. Beispiel Karotten: Aus dem gegarten Wurzelgemüse nehmen wir viel mehr Vitamin A auf als aus der rohen Wurzel.

Mehrzahl der Deutschen bekommt zu Hause täglich mindestens ein warmes Essen serviert

Immer nur Sandwiches und belegte Brötchen, Äpfel, Salate oder Butterbrezn – das reicht unter keinen Umständen aus auf dem Speiseplan der Deutschen.

Drei Viertel der Bundesbürger (75,2 %) bekommen zu Hause mindestens eine warme Mahlzeit pro Tag. Das hat eine repräsentative Umfrage der GfK Marktforschung Nürnberg bei 2.150 Personen ab 14 Jahren im Auftrag des Apothekenmagazins „Diabetiker Ratgeber“ herausgefunden. Etwa jeder 40. gab an (2,6 %), sogar mehrmals täglich etwas Warmes in den Bauch zu bekommen.

Immerhin zwei- bis dreimal unter der Woche lässt sich jeder fünfte Bundesbürger (18,2 %) ein in seinem Haushalt gekochtes warmes Gericht schmecken. Bei nur jedem 15. (6,6 %) ist dies ausschließlich am Wochenende oder noch seltener der Fall.

Wie man den Typ Besteller, Fan von Fertiggerichten, den Gourmet, den Kalorienzähler, den Schnäppchenjäger und den Typ Vollwertkostliebhaber erkennt und welche Vorlieben er hat, erfahren Sie im Folgenden.

Der Besteller

Vor dem Computer zu essen ist nicht gesund
Vor dem Computer zu essen ist nicht gesund

Der Typ Besteller kennt alle Lieferdienste der Stadt. Er bestellt jeden Mittag Pizza, Pasta, Sushi und Co. und ist froh über Gesellschaft beim Essen.

Der Bestellertyp kramt jeden Mittag die Flyer der Lieferdienste hervor und entscheidet dann spontan, was zum Mittagessen bestellt wird. Einige Bestellertypen haben die Speisekarten auch direkt am Computer gespeichert und brauchen sie beim ersten Hungergefühl nur aufzurufen.

Dadurch, dass dieser Mittagspausen-Typ regelmäßig die verschiedenen Lieferdienste testet, kennt er sich bestens aus und kann spontan sagen, wo es die beste Pizza oder das perfekte griechische Essen gibt. Natürlich weiß der Bestellertyp auch ganz genau, zu welcher Uhrzeit am schnellsten geliefert wird und wann man etwas mehr Zeit einplanen muss.

Wie verbringt er die Mittagspause?

Sein Essen nimmt der Bestellertyp am Arbeitsplatz oder in der Gemeinschaftsküche ein und hinterlässt seinen Müll – zur großen Freude der Kollegen – im Abfalleimer. Hier stinken die Essensreste vor sich hin, bis sich jemand erbarmt und den Eimer ausleert.

Seine Mittagspause verbringt der Bestellertyp sehr gerne mit Kollegen und versucht diese auch immer wieder von den Vorzügen der Lieferdienste zu überzeugen. Stichwort: Mindestbestellwert.

Gesundheitliches Bewusstsein

Wie viele Kalorien das Essen hat, ob es aus frischen Zutaten zubereitet wird oder nicht oder wie viel Fett es enthält, das alles ist dem Bestellertyp egal.

Der Fan von Fertiggerichten

Der Fan von Fertiggerichten – kaum eine Woche vergeht, ohne dass er Dosenravioli oder die Minuten-Terrine für sein Mittagessen "kocht". Der Fertiggerichtetyp weiß perfekt Bescheid, welche neuen Tütengerichte es gibt oder welche Tiefkühlgerichte für die Mikrowelle geeignet sind.

Wie verbringt er die Mittagspause?

Wenn ein Kollege zwischendurch Hunger bekommt, ist dieser Mittagspausen-Typ äußerst hilfsbereit, greift in seine Schublade und teilt die Tütensuppe gerne mit dem Kollegen.

Kaum einer benutzt die Mikrowelle oder den Wasserkocher im Aufenthaltsraum so oft wie dieser Mittagspausen-Typ. Der Fertiggerichtetyp ist ein unkomplizierter Kollege. Probleme hat man mit ihm höchstens, wenn man den Geruch von Fertiggerichten nicht leiden kann.

Gesundheitliches Bewusstsein

Wie gesund sein Essen ist, interessiert den Liebhaber von Fertiggerichten nicht. Genauso wenig liest er auch die Inhaltsstoffe und die darin aufgeführten Zusatzstoffe, die sein Essen enthält.

Kalorien interessieren ihn ebenso wenig wie der Fettgehalt seines Essens. Schnell muss es gehen und günstig muss es sein.

Wie deutsche Arbeitnehmer die Mittagspause verbringen

Kleine Gruppe im Businesslook bei lockerem Meeting im Büro
good employee attitude © Franz Pfluegl - www.fotolia.de

Zu einer ausgewogenen Ernährung gehört auch, dass sich Zeit für die Nahrungsaufnahme genommen wird. Nebenbei zu essen ist hochgradig ungesund und dennoch essen 33 Prozent deutscher Arbeitnehmer kurz am Schreibtisch und gehen dann ihrer Arbeit wieder nach.

Eine Umfrage von JobScout24 hat sich mit der Mittagspause der Arbeitnehmer beschäftigt. Der größte Teil ist nur eine Kleinigkeit am Schreibtisch, was vermutlich am zeitsparendsten ist. Zeit und Geld wollen die meisten Arbeitnehmer sparen, daher gehen rund 28 Prozent in die Kantine und 14 Prozent nehmen sich selbstgekochtes Essen von zuhause mit. Durch die letztere Variante weiß man natürlich, was man zu sich nimmt und es ist am günstigsten.

Für persönliche Einkäufe haben nur etwa 10 Prozent Zeit. Etwa 16 Prozent leistet sich eine Auszeit und nutzt die Mittagspause, um die Kollegen in eines der umliegenden Restaurants besser kennen zu lernen.

Der Gourmet

Nicht jedem Kollegen sieht man gleich an, dass er zum Typ Gourmet gehört. Fertiggerichte und belegte Brote sind für ihn in seiner Mittagspause ein Fremdwort.

Wie verbringt er seine Mittagspause?

Der Gourmettyp isst gerne gut und ausgiebig. Seine Mittagspause reicht ihm dazu oftmals nicht aus, so dass er chronisch zu spät zurück an seinen Arbeitsplatz kommt. Dabei liegt die "Schuld" nicht nur am Restaurant, das eben für das Drei-Gänge-Menü geringfügig länger braucht, als ein Hamburger im Schnellrestaurant.

Der Gourmettyp nimmt auch einen längeren Fußmarsch auf sich, um ein neues Restaurant ausprobieren zu können. Gerne nimmt er dazu auch Kollegen mit und isst lieber in Gesellschaft statt alleine.

Gesundheitliches Bewusstsein

Das Essen kann sich jedoch etwas in die Länge ziehen, schließlich ist der Gourmettyp ein Genießer und gibt sich nicht mit Pizza zufrieden. Sein edles Menü muss aus drei Gängen bestehen und nach dem Essen braucht dieser Mittagspausen-Typ zum Abschluss natürlich noch einen Espresso. Zum Essen trinkt der Gourmettyp selbstverständlich keine Cola, sondern einen passenden Wein.

Geht man mit einem Gourmettyp zum Essen, muss man Zeit einplanen und sollte demnach nicht in Eile sein. Während des Essens meckert der Gourmettyp gerne über die Zutaten von Fertigprodukten oder Fast Food.

Der Kalorienzähler

Der Typ Kalorienzähler würde am liebsten von Luft und Liebe leben. Er ist ein schlechter Gesellschafter beim Mittagessen und vertreibt sich stattdessen die Mittagspause lieber mit Sport.

Wie verbringt er seine Mittagspause?

Der Kalorienzählertyp verzichtet gerne auf seine Mittagspause, nur um nicht in Versuchung zu geraten, ein paar Kalorien zu sich zu nehmen. Dieser Mittagspausen-Typ gibt nur selten vor, Hunger zu haben, verbringt seine Mittagspause lieber an der frischen Luft und nutzt die Zeit dazu, ein paar Kalorien abzubauen.

Während sich die Kollegen mittags den Bauch vollschlagen, joggt er lieber einmal um den Block, um anschließend vielleicht an einer Karotte oder Gurke zu knabbern.

Gesundheitliches Bewusstsein

Übergewicht: Wer am Computer isst, bekommt größeren Appetit

Ein britisches Forscherteam wollte herausfinden, ob die Ablenkung beim Essen eine negative Auswirkung auf unseren Körper hat. Dazu setzten sie eine Gruppe von Probanden vor den Computer; gleichzeitig sollten diese etwas essen. Dabei fanden die Forscher der Universität Bristol heraus: wer beim Essen durch Computerspiele abgelenkt ist, läuft Gefahr, zuzunehmen.

Diejenigen, die sich beim Essen gleichzeitig mit anderen Dingen beschäftigten, zeigten einige Zeit später einen doppelt so großen Appetit wie die Gruppe, die keine Ablenkung bekam. Die Computerspieler aßen also nach dem Mittagessen noch weitere Snacks, die die Kontrollgruppe ablehnte. Fazit: Bei Demjenigen, der am PC isst, ist das Risiko, an Übergewicht zu leiden, höher, denn durch die Ablenkung während des Essens fühlt sich der Körper weniger gesättigt.

Wurde der Typ Kalorienzähler doch dazu überredet, mit den Kollegen zu Mittag zu essen, so verdirbt er ihnen den Appetit, indem er vorrechnet, welche Kalorienmengen sie gerade zu sich nehmen. Den Fettgehalt natürlich nicht zu vergessen. Gleichzeitig gibt er aber auch Tipps, wie lange man Sport treiben müsste, um das Mittagessen wieder abzutrainieren.

Kurz gesagt: Der Typ Kalorienzähler verdirbt den Kollegen den Appetit und rührt währenddessen in einem Glas Latte Macchiato, das er aber letztlich doch nicht trinkt (zu viele Kalorien).

Ganz so diszipliniert wie der Typ Kalorienzähler tut, ist er jedoch meist nicht. Spätestens am Nachmittag überkommt ihn der Heißhunger und er ist auf der Suche nach etwas Essbarem.

Der Schnäppchenjäger

Der Typ Schnäppchenjäger legt weniger Wert auf die Qualität seines Mittagessens, sondern viel mehr auf die Tatsache, dass es günstig sein muss. Große Portionen sind ihm aber ebenso wichtig.

Wie verbringt er seine Mittagspause?

Der Schnäppchenjägertyp kennt sich bestens aus in Sachen Preis-Leistungsverhältnis. Er legt Wert auf große Portionen bei gleichzeitig niedrigem Preis. Welche Qualität das Essen hat, ist für ihn zweitrangig.

Er kennt jedes Restaurant in der näheren Umgebung, das einen günstigen Mittagstisch anbietet. Natürlich bevorzugt er die Restaurants, in denen es kostenlos Nachschlag, z.B. vom Reis (Chinese), gibt.

Der Typ Schnäppchenjäger schmuggelt sich aber auch gerne in die Uni-Mensa und versucht hier, günstiges Mittagessen zu ergattern. Sonderlich gesellig ist dieser Mittagspausen-Typ allerdings nicht, zumindest nicht vor dem Essen. Während des Essens – wenn die Portion angemessen groß ist – wird er jedoch gesprächiger.

Gesundheitliche Aspekte

Wenn man auf Hausmannskost oder reichlich Essen steht und keinen großen Wert auf die Qualität des Essens legt, außerdem knapp bei Kasse ist, dann sollte man mit dem Typ Schnäppchenjäger zum Mittagessen gehen.

Der Vollwertkostliebhaber

Vom Typ Vollwertkostliebhaber kann man viel über die gesunde Ernährung lernen. Häufig bringt sich dieser Mittagspausen-Typ sein Essen von zu Hause mit.

Gesundheitliche Aspekte

Der Vollwertkostliebhaber weiß genau Bescheid, welche Lebensmittel gesund und welche ungesund sind und welche viel Zucker oder Fett enthalten. Natürlich achtet er auch bei der eigenen Ernährung sehr darauf, dass sie gesund, vitaminreich und ausgewogen ist.

Demzufolge bringt er sich sein gesundes Mittagessen, das natürlich Urgetreide und viele andere gesunde Zutaten enthält, auch von zu Hause mit, denn so etwas hat die betriebseigene Kantine nicht zu bieten.

Wie verbringt er seine Mittagspause?

Beim Aufwärmen seines mitgebrachten Essens in der Mikrowelle der Gemeinschaftsküche schimpft der Vollwertkostliebhaber gerne über die Kollegen, die nach ihrer Benutzung ihre Spuren nicht verwischt haben.

Wenn der Typ Vollwertkostliebhaber doch einmal mit in die Kantine zum Essen geht, dann wird er sich dort natürlich von Salzkartoffeln und Salat ernähren, während er die Gabe hat, seinen Kollegen den Appetit zu verderben. Er wird seine Kollegen nämlich während des Essens darüber aufklären, wo vermutlich ihr Fleisch herkommt und unter welchen Bedingungen die Tiere zuvor leben mussten.

Neben dem Gesprächsthema Tiertransporte redet der Vollwertkostliebhaber auch gerne über Rezepte, die er in Ökomagazinen gelesen hat.

Das mitgebrachte Essen des Vollwertkostliebhabers kann aber durchaus durch seinen Geschmack punkten. Gesundes kann nämlich auch gut schmecken, das kann der Typ Vollwertkostliebhaber damit beweisen. So können auch begeisterte Kantinengänger erfahren, dass es nicht normal ist, nach jedem Essen Blähungen oder ein Völlegefühl zu haben.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Office Snack © Carmen Steiner - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Businesswoman in cubicle using laptop and eating salad © Monkey Business - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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