Tipps zum Einkauf von Lebensmitteln - Typische Fehler, Geld sparen und Hinweise zum Verfalldatum

Dunkelhaarige Frau steht vor Regal beim Einkauf im Supermarkt

Gewusst, wie und was - wir zeigen, wie man gängige Einkaufsfallen vermeidet und

Beim Einkaufen von Lebensmitteln gibt es eine Vielzahl an Punkten, die man beachten sollte, wenn man sich gesund ernähren, Geld sparen oder möglichst frische Produkte erwerben möchte. Wir zeigen, worauf es ankommt und welche typischen Irrtümer es dabei gibt.

Die drei größten Fehler beim Einkauf von Lebensmitteln

Häufig genügt bereits ein Blick in den Einkaufskorb, um zu sehen, warum jemand Probleme mit Übergewicht, Allergien oder der allgemeinen Konstitution hat. Statistiken zeigen, dass der in vielen Fällen ungesunde Lebensstil westlicher Nationen beim Einkaufen seinen Anfang nimmt. Die drei schlimmsten Fehler, die Sie auf den Weg zur Supermarktkasse machen können, sind jedoch auch leicht zu vermeiden.

Fehler #1: Zu viel Zeit in den Gängen verbringen

Eine Grundregel, die Fitnesstrainer und Gesundheitsmagazine immer wieder unisono predigen, ist das Meiden der mittleren Gänge eines Supermarkts. Die gesunden Produkte finden Sie in der Regel, egal ob Sie bei einem kleinen oder größeren Lebensmittelmarkt einkaufen gehen, in den äußeren Gängen und in den Kühlregalen.

In den mittleren Gängen hingegen stapeln sich regelrecht alle Gesundheitsfallen, vor denen wir Sie immer warnen wollen. Sofern Sie nicht ein bestimmtes Produkt holen müssen, das Sie in die mittleren Gänge führt, sollten Sie diese auch erst gar nicht aufsuchen. Was etwas paranoid klingt, kann Ihnen jedoch dabei helfen, den typischen Verlockungen von Fertigspeisen und Süßigkeiten standzuhalten.

Fehler #2: Die Nährwertanalyse lesen

Die gesunden Lebensmittel befinden sich fast immer in den äußeren Gängen
Die gesunden Lebensmittel befinden sich fast immer in den äußeren Gängen

Auf fast allen Verpackungen prangen Attribute wie "gesund", "fettfrei" oder "light". Wenn Sie sich schon seit längerer Zeit mit dem Thema Gesundheit beschäftigen, wissen Sie natürlich, dass Sie die Aussagen in knalliger Schrift häufig getrost ignorieren können.

Problematisch ist es aber jedoch auch, wenn Sie sich ausschließlich auf die Nährwertanalyse beschränken, die für jedes Produkt angegeben werden muss. Nur weil etwas wenig Kalorien hat oder mit erstaunlich wenig Fett daher kommt, muss es noch lange nicht gesund sein.

Chemische Süßstoffe oder künstliche Zusatzstoffe, um das schmackhafte Fett ersetzen zu können, machen ein Produkt nicht gerade zum Gesundheits-Booster. Im Gegenteil, Sie setzen sich selbst und ihre Familie ein erhöhtes Risiko aus, Allergien oder Verdauungsstörungen zu erleiden.

Wichtiger als die Kalorientabelle ist immer die Zutatenliste. Wenn Sie in der Liste auf Begriffe stoßen, die Sie nicht zuordnen können, stellen Sie das Produkt am besten gleich wieder in das Regal zurück - egal wie wenig Kalorien es auch haben mag.

Fehler #3: Bio-Erzeugnisse für Luxus halten

"Eine Tomate ist eine Tomate ist eine Tomate." Dieses der Philosophie entlehnte Zitat hat im Supermarkt unglücklicherweise keine Gültigkeit. Auch wenn die pflanzlichen Erzeugnisse vom Bio-Markt äußerlich kaum anders aussehen, als das Standard-Obst, das Sie in allen Supermärkten bekommen, liegen zum Teil ganze (Vitamin-)Welten zwischen ihnen.

Grund hierfür ist, dass konventionell angebaute Pflanzen häufig auf Großfeldern gedeihen müssen, deren Erde kaum noch Nährstoffe zu bieten hat. Hinzu kommt der Einsatz von Düngemitteln und meist auch Pflanzenschutzmitteln. Künstliche Stoffe, die von unseren Organismus zum Teil nicht verwertet oder ausgeschieden werden können und so das Entstehen von gesundheitlichen Problemen begünstigen können.

Sofern es im Rahmen ihrer Möglichkeiten liegt, sollten Sie Bio-Erzeugnissen den Vorrang geben, um Pfund für Pfund mehr Vitamine in ihren Tomaten, um beim Eingangsbeispiel zu bleiben, zu haben. Der Schlüssel zu einer robusten Gesundheit ist seit jeher die Kombination aus gesunder Ernährung und regelmäßig körperlicher Bewegung.

Der Schlüsselbart reicht jedoch bis in den Supermarkt und muss dort greifen, um das Schloss zu einem rundherum fitten Lebensstil aufschließen zu können. Wenn Sie nur das in Ihrer Küche haben, was auch Ihrer Gesundheit zu Gute kommt, sind Sie auf den richtigen Weg und die Wahrscheinlichkeit, dass Sie davon abkommen, steigt rapide.

Diese Regeln sollten Kunden beim Einkaufen im Supermarkt unbedingt beachten

Die Stiftung Warentest weist jetzt auf bestimmte Verhaltensweisen hin, die beim Einkauf nicht gestattet sind

Junge Frau im Supermarkt in Obstabteilung sucht sich Äpfel raus
woman grocery shopping © Stephen Coburn - www.fotolia.de

Zwar gilt der Kunde beim Einkaufen als König, doch viele Verhaltensweisen, die sich Verbraucher angewöhnt haben, sind nicht erlaubt. Darauf weist die Stiftung Warentest hin.

Lebensmittel zu probieren ist nicht erlaubt

Mal eben eine Kirsche oder eine Erdbeere zu probieren beanstandet zwar kaum ein Verkäufer, doch erlaubt ist es nicht. Vorher muss das Personal um Erlaubnis gefragt werden. Wer dennoch zugreift, begeht juristisch gesehen sogar Diebstahl.

Dies gilt erst recht für das Aufreißen einer Lebensmittelpackung, um etwas vom Inhalt zu entnehmen. Eine Ausnahme stellen die Kartons von Eiern oder Aktions­ware dar. Erlaubt ist es auch, den Reifegrad von Früchten durch vorsichtiges Betasten zu über­prüfen.

Warenumtausch und -rücknahme

Ein Recht auf Umtausch gibt es nicht. Wer die falsche Sorte Nudeln ersteht, hat Pech gehabt.

Anders sieht es aus, wenn die Ware vor dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums verdorben ist. Dann muss der Händler sie zurücknehmen.

Geht beim Einkaufen etwas zu Bruch, zeigen sich Geschäfte meist kulant. Bei größeren Schäden kommt die eigene Haftpflichtversicherung auf.

Beim Bezahlen müssen Kassierer nicht alles akzeptieren

Wer an der Kasse sein Kleingeld loswerden möchte, macht sich bei anderen Kunden rasch unbeliebt. Kassierer müssen nicht mehr als 50 Münzen pro Einkauf akzeptieren.

Sie sind zudem nicht verpflichtet, jeden Geld­schein anzu­nehmen. Wer lediglich eine Kleinigkeit kauft, hat keinen Anspruch darauf, dass der Händler ihm eine 100-Euro-Note wechselt.

Einkaufswagen mitnehmen stellt Diebstahl dar

Einkaufswagen und -körbe sind Eigentum des Einzelhändlers und dürfen das Gelände des Supermarktes nicht verlassen. Hier begeht derjenige, der damit seinen Einkauf nach Hause bringen möchte, Diebstahl. Billig sind solche Wagen nicht. Sie kosten zwischen 100 und 150 Euro.

Neben Kalorien lässt sich beim Einkaufen aber auch ordentlich Geld sparen...

Mogelpackungen ärgern und kosten unnötig Geld

Viele Hersteller machen falsche Angaben über das Produktgewicht

Hersteller machen in vielen Fällen falsche Angaben über das Gewicht ihrer Produkte. Dies teilte der Bundesverband der Verbraucherzentrale mit.

Oftmals seien die Gewichtsangaben viel zu hoch angesetzt. Jedes dritte Babygläschen weise laut der Mess- und Eichämter zu wenig Inhalt auf. Zudem war auch jede fünfte Mengenangabe von Mineral- oder Brennstoffen nicht korrekt.

Gemogelt wird oftmals auch in Fleischereien oder Feinkostläden, wo in 30 Prozent der Fälle die Verpackung mitgewogen wird.

Der scheinbare Schnäppchenpreis entpuppt sich zuhause als Mogelpreis, denn immer mehr Hersteller tricksen, was das Zeug hält. Möchte man diesen Einkaufsfallen auf den Grund gehen, benötigt man allerdings nicht nur viel Zeit, sondern auch einen Taschenrechner.

Zuckerfrei beworbene Produkte entpuppen sich mit dem Zusatz an Sirup. Der Verbraucher, der kalorienbewusst leben möchte oder muss, kann inzwischen kaum mehr nachvollziehen, was sich nun tatsächlich in dem Produkt befindet, zumal die Nährstoffangaben oft überklebt sind. Da man wohl kaum ein Labor zuhause hat, um zu testen was sich in Süßwaren oder Tiefkühlkost und Co befindet, bleibt man den undurchsichtigen Machenschaften der Hersteller ausgeliefert.

Verpackungsgröße und Inhalt

Gleiches gilt für die Verpackungsgröße und deren Inhalt. Kleines Beispiel: So wurde Schokolade mit einem Gewicht über 85g bisher nur in den Tafelgrößen 100, 125, 150, 200, 250 oder auch 300 und 400g an die Kunden abgegeben werden. Dieses Gesetz wurde gekappt, was bedeutet dass nun auch nur noch 90g-Tafel angeboten werden können.

Auch das Abtasten einer Verpackung lohnt sich, denn die Hersteller pumpen regelrecht Luft mit hinein und dem Verbraucher wird so vorgegaukelt, mehr zu haben als er dann unter Strich bekommt. Und die Umwelt wird durch die größere, aber unnötige Verpackung auch noch belastet.

Konsumpsychologie – wie andere Kunden das Kaufverhalten beeinflussen

Zwei Frauen mit Einkaufswagen stehen an Regalen im Supermarkt
Two women shopping in supermarket © Monkey Business - www.fotolia.de

Supermarktkunden wären beim Einkaufen gern allein. Steht ein anderer Kunde vorm Regal, fühlen sie sich unwohl und gehen weiter – auch wenn sie sich eigentlich gerade selbst etwas nehmen wollten.

Ganz leer darf das Geschäft aber auch nicht sein, sonst denken die Kunden, dass die Qualität nicht stimmt. Das sagen jedenfalls Forscher von der Uni Rostock.

Die Psychologie des Einkaufens

In ihrer Studie begleiteten die Wissenschaftler Menschen beim Einkaufen und befragten sie anschließend nach ihrem Verhalten. Die meisten gaben an, dass sie Regale meiden, wenn Fremde davor stehen. Manche warten ab, bis der andere Kunde weitergegangen ist und nehmen sich dann das gewünschte Produkt. Einige verzichten ganz auf den Kauf.

Und auch der Umkehrschluss gilt: Steht der Käufer selbst vor dem Regal, fühlt er sich beim Herannahen eines anderen Kunden gestört und beeilt sich wegzukommen. Häufig nimmt er dann schnell das nächstbeste Produkt aus dem Regal – meist das mit dem höchsten Bekanntheitsgrad.

Damit wir uns beim Einkaufen wohl fühlen, darf es im Laden also nicht zu voll sein. Außerdem lösen eng beieinander stehende Regalreihen öfter Stress aus.

Preisschilder

Eine weitere Einkaufsfalle findet sich mit den Preisschildern. Diese sind am Regal oftmals so tief angebracht, dass man schon auf dem Boden knien müsste, um sich angesichts des 100g-Preises schlau machen zu können. Bei jungen Menschen geht das ja noch, aber was tun die Senioren oder Behinderten? Einfach zugreifen ohne zu bemerken, dass sie viel mehr bezahlen, als die eigentliche Ware wert ist.

Gelogen wird auch sehr oft mit den Zutaten selbst. Sind in einem Erdbeerdrink wirklich Erdbeeren verarbeitet? Leider nicht immer, denn statt frischen Erdbeeren finden sich dann Aromen und Farbstoffe. Einmal davon abgesehen, dass man sich da als Verbraucher doch reichlich belämmert vorkommt, ist es für Allergiker nicht unbedingt gesundheitsfördernd. Doch da die Hersteller einige Cents sparen können, wenn sie chemische Hilfsmittel einsetzen, interessiert das natürlich nicht besonders.

Extrateure Markenprodukte

Die Liste lässt sich beliebig fortsetzten und macht auch vor Markenware nicht halt. Gerade bei dieser zahlt man zudem die teure Umverpackung und weniger den Inhalt. Doch kann man die Verpackung essen?

Gewiss nicht und höhere Abfallgebühren hat man angesichts der überflüssigen Verpackung dann auch noch. Doppelt bezahlt. Und der Kunde fühlt sich immer mehr betrogen und belogen.

Vielleicht wäre ein Boykott ja mal nicht schlecht, denn darauf würden die Hersteller sicherlich rasch reagieren. Und dann geht es doch anders.

Verbraucher bekommen in Deutschland mehr für ihr Geld

In einem EU-Preisvergleich für das Jahr 2014 liegt Deutschland nur knapp über dem Durchschnitt

Rechnung liegt auf dem Tisch eines Restaurants unter Besteck
L'addition © Richard Villalon - www.fotolia.de

Verbraucher können sich in Deutschland über relativ niedrige Preise freuen. In einem EU-Vergleich für das Jahr 2014 liegt Deutschland nur knapp über dem Durchschnitt. Am günstigsten lässt es sich in Bulgarien leben, am teuersten in Dänemark. Noch mehr müssen die Kunden jedoch in der Schweiz und in Norwegen ausgeben.

Deutschland im Vergleich

Die Verbraucher bezahlen in Bulgarien für den Kauf eines repräsentativen Warenkorbs nicht einmal halb so viel (48 Prozent) wie in der EU insgesamt. Recht günstig sind auch die Nachbarländer

In Deutschland liegt der Wert bei 101,5 Prozent. Verglichen mit

  • der Schweiz (154 Prozent) und
  • Norwegen (148 Prozent)

recht wenig. Außer in Polen und Tschechien kosten Waren und Dienstleistungen in allen Nachbarländern Deutschlands mehr als hier. 2009 lag Deutschland noch um sieben Prozent über dem Durchschnittswert.

Alkoholische Getränken und Tabakwaren

Besonders groß fallen die Preisunterschiede in Europa bei alkoholischen Getränken und Tabakwaren aus. Die Spanne erstreckt sich

  • von 58 Prozent des EU-Durchschnitts in Bulgarien bis
  • 170 Prozent in Irland.

Dies liegt vor allem an der unterschiedlichen Besteuerung dieser Produkte. Im Nicht-EU-Land Norwegen fällt die Differenz sogar noch größer aus: Dort liegt das Preisniveau für Alkohol und Tabak bei 239 Prozent des EU-Schnitts.

Ausgaben Unter und über dem Durchschnitt

Verhältnismäßig teuer sind in Deutschland Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke. Ihre Preise betragen neun Prozentpunkte mehr als der EU-weite Durchschnitt. Für Bekleidung müssen Verbraucher ein Prozent mehr bezahlen. Unter dem Durchschnitt liegen dagegen die Ausgaben für

  • Hotels und Restaurants (minus drei Prozent),
  • Autos (minus vier Prozent),
  • Unterhaltungselektronik (minus fünf Prozent) sowie
  • Alkohol und Tabak (minus elf Prozent).

Doch Vorsicht, wenn es um Schnäppchen geht - die Frische der Ware sollte natürlich oberstes Gebot sein...

Sonderpreis nach abgelaufenem Verfalldatum - Wie schütze ich mich im Supermarkt?

"Abgelaufene" Lebensmittel erst prüfen

Jeder zweite Deutsche kennt nicht die genaue Bedeutung des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD). Diese Hälfte der Verbraucher hält das MHD für das Verfallsdatum, berichtet die Gesundheitszeitschrift Apotheken Umschau. Mit dem MHD aber läuft nur die Gewähr des Herstellers für Eigenschaften wie Geruch, Geschmack, Aussehen, Konsistenz, Nährwert oder Vitamingehalt ab. Die Waren dürfen auch noch nach Überschreiten des MHD verkauft werden.

Bei leicht verderblichen Waren wie etwa Hackfleisch muss dagegen aufgedruckt sein: "Zu verbrauchen bis...". Dies einzuhalten ist für den Kunden aktiver Gesundheitsschutz.

Beim MHD dagegen kann man getrost erst einmal probieren, was sich übrigens immer empfiehlt: Durch falschen Transport oder Lagerung kann ein Lebensmittel auch vor Erreichen des MHD verderben.

Wer kennt das nicht: Man kommt vom Einkaufen nach Hause und stellt beim Einräumen seiner Sachen in den Kühlschrank fest, dass das Verfalldatum vom Käse, der Wurst oder auch anderer Lebensmitteln schon abgelaufen ist. Wie verhält man sich da, und was kann man dagegen tun?

Unterschiedliche Begriffe

Zunächst einmal ist der Begriff "Verfalldatum" irreführend. Das Gesetz kennt in diesem Zusammenhang zwei Begriffe, nämlich das so genannte "Mindesthaltbarkeitsdatum" und das "Verbrauchsdatum".

Beim Mindesthaltbarkeitsdatum (auf der Verpackung steht: "mindestens haltbar bis...") handelt es sich um den Tag, bis zu dem ein Lebensmittel "unter angemessenen Aufbewahrungsbedingungen seine spezifischen Eigenschaften behält".

Das heißt, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist, dann bedeutet das noch nicht gleichzeitig, dass die Ware deshalb bereits verdorben ist. Eine sorgfältige Prüfung beim Verzehr ist allerdings geboten.

Gut zu wissen

Im Supermarkt darf solche Ware grundsätzlich noch verkauft werden, sie muss aber deutlich getrennt von der frischen Ware angeboten und dabei preislich auch reduziert werden. Ist das beim Einkauf nicht der Fall, kann man die Ware gegen Vorlage des Kassenbons zurückbringen und sein Geld zurück verlangen.

Wurde die Ware allerdings entsprechend gekennzeichnet und schon deswegen zum "Sonderpreis" angeboten, so trägt das Risiko, dass die Ware nach dem aufgedruckten Datum bereits verdorben ist, der Kunde.

Beim so genannten "Verbrauchsdatum" dagegen (auf der Verpackung steht: "verbrauchen bis..."), handelt es sich um den Tag, bis zu dem das Lebensmittel spätestens verzehrt werden muss, um eine Gefahr für die Gesundheit des Käufers auszuschließen. Lebensmittel, bei denen das Verbrauchsdatum abgelaufen ist, dürfen unter keinen Umständen, also auch nicht zum Sonderpreis oder in speziellen Regalen, mehr verkauft werden.

Für diese Artikel gilt natürlich erst recht, dass wenn man sie nach dem Verbrauchsdatum gekauft hat, man sie ohne weiteres zurück gehen lassen kann.

Beim Einkauf das Etikett prüfen

Unterm Strich ist immer derjenige gut beraten, der schon beim Kauf genau auf das Etikett mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum, beziehungsweise mit dem Verbrauchsdatum achtet. Der kauft nämlich, was er sieht und weiß, auf was er sich einlässt – und das gilt ganz besonders dann, wenn irgendwo etwas zum "Sonder-" oder auch "Spezialpreis" angeboten wird.

In Sachen Mindesthaltbarkeitsdatum gibt es unter den Verbrauchern immer wieder Verständnisprobleme - häufig werden Lebensmittel weggeschmissen, obwohl man sie noch hätte verzehren können...

Mindesthaltbarkeitsdatum - Eine Absicherung für die Lebensmittelindustrie

Wichtige Informationen zum Verfalldatum
Wichtige Informationen zum Verfalldatum

Das Mindesthaltbarkeitsdatum dient als Schutz für die Lebensmittelindustrie, denn das Mindesthaltbarkeitsdatum hat nichts mit dem Verfallsdatum zu tun. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist nicht mehr und nicht weniger als eine Garantie, die die Lebensmittelindustrie auf ihre Erzeugnisse gibt.

Doch Lebensmittel sind oft weit über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus haltbar. Während Hausfrauen noch in den 60er Jahren bestimmen konnten, ob Lebensmittel noch ohne Problem verzehrt werden konnten, verlassen sich heute die meisten Menschen auf das Mindesthaltbarkeitsdatum.

Durch das Mindesthaltbarkeitsdatum kommt es immer häufiger dazu, dass Lebensmittel, die weiterhin ohne Gefahr verzehrt werden können im Müll landen und gedankenlos entsorgt werden. Bei immer mehr hungerleidenden Menschen und steigenden Lebensmittelpreise ist diese Art der Wegwerfmentalität ein oft teures Vergnügen. Welche Lebensmittel wirklich verdorben sind, kann die gute Hausfrau meist sehr einfach bestimmen.

Richtiger Umgang mit dem MHD

Rechtlich gesehen hat der Verbraucher allerdings keinen Anspruch gegen die Herstellerfirma, wenn Ware bereits vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) bereits Mängel aufweist. Jedoch ist die Angabe des MHD gesetzlich vorgeschrieben und nach Ablauf des MHD ist ein Abverkauf nicht mehr möglich.

Einige Geschäfte geben Ware kurz vor dem Verfall an die so genannten Tafeln oder andere soziale Einrichtungen weiter, denn so spart sich der Geschäftsinhaber die Entsorgung der Waren und es wird zudem finanziell schwachen Menschen geholfen. Leider ist dies bis heute nicht die Regel und immer wieder landen Lebensmittel auf Grund des abgelaufenen MHD im Müll.

Auch Privatpersonen sind in der heutigen Zeit sehr auf das MHD fixiert und so werden auch in privaten Haushalten regelmäßig Lebensmittel entsorgt, die weiter verzehrt werden könnten. Wichtig ist auch bei laut MDH unverdorbenen Lebensmitteln immer ein genauer Blick, denn gerade frische Produkte wie Milchprodukte, Fleischprodukte und vor allem Fisch sind leicht verderblich und können sehr schnell durch die Unterbrechung der Kühlkette verderben.

Lebensmittel-Kennzeichnung unverständlich

Die unterschiedlichen Lebensmittelkennzeichnungen sind für viele Deutsche nur sehr schwer verständlich. Das Meinungsforschungsinstitut TNS hat im Auftrag des "Focus" eine Umfrage durchgeführt.

Knapp 66 Prozent der Männer und 75 Prozent der Frauen lesen die kleinen Etiketten, aber über 20 Prozent verstehen sie nicht. Nur für jeden Siebten waren die Etiketten verständlich.

Das Verbrauchsdatum und Mindesthaltbarkeitsdatum

Jeder kennt sie, aber nur wenige wissen was sich hinter dem Verbrauchsdatum und Mindesthaltbarkeitsdatum verbirgt. Das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt den Zeitpunkt an, ab dem das Lebensmittel bei entsprechender Lagerung anfängt, seine typischen Eigenschaften zu verändern.

Ab diesem Zeitpunkt kann es zu Veränderungen, zum Beispiel bei der Form, der Farbe, dem Geruch oder dem Vitamingehalt kommen. Die Ware kann aber immer noch verzehrt oder im Laden angeboten werden.

Empfindliche Nahrungsmittel, die schnell ungenießbar werden, wie zum Beispiel Hackfleisch oder frisches Geflügel, werden mit dem Verbrauchsdatum ausgezeichnet. Ist dieses Datum überschritten, dann sollte die Ware nicht mehr verzehrt werden.

Besonders im Sommer ist die Lebensmittelhaltbarkeit kürzer

Lebensmittelkeime verbreiten sich im Sommer besonders schnell - vor allem bei Fleisch und Fisch

Nahaufnahme rohes Fleisch, daneben Minzestrauch
Mincemeat. © karam miri - www.fotolia.de

Im sommerlichen Wetter fühlen sich Keime besonders wohl, deshalb vermehren sie auch in den Lebensmitteln schneller. Das Brot setzt eher Schimmel an und auch die Suppe kann plötzlich von einem auf den anderen Tag sauer werden. Selbst die H-Milch ist nicht ewig haltbar, so dass sie nach dem Öffnen genauso schnell schlecht wird, wie normale Milch, aber sie wird nicht dick und schmeckt sauer, deshalb gilt auch bei der H-Milch, im Kühlschrank nach dem Öffnen maximal drei Tage aufbewahren.

Hackfleisch ist besonders anfällig

Auch beim Fleisch, besonders aber beim Hackfleisch, ist besondere Sorgfalt geboten. Das Hackfleisch, weil es eine größere Oberfläche im Vergleich zu einem normalen Fleischstück besitzt, ist für Keime anfälliger. Wie die Verbraucherzentrale in Hamburg warnt, ist das Mindesthaltbarkeitsdatum nur bei ungeöffneten Verpackungen gültig. Wenn aber auf der Packung der Vermerk steht "bis zum ... zu verbrauchen", so gilt bei Fisch und Fleisch dies auch unbedingt einzuhalten, denn ein Befall durch Salmonellen ist danach nicht auszuschließen, was dann zu Durchfall und Übelkeit führen kann.

Obst und Gemüse sollten zu einer gesunden Ernährung dazugehören - auch in der kalten Jahreszeit muss man darauf nicht verzichten, man muss nur wissen, welche Sorten dann frisch erhältlich sind...

Saisonkalender im November - Was jetzt frisch erhältlich ist und super schmeckt

Der November mag zwar nicht gerade der Monat sein, in dem eine reiche Ernte von Obst und Gemüse zu erwarten ist, allerdings birgt dieser Monat trotzallem eine Vielzahl an Genüssen, die dank des Saisonkalenders die Ernährung deutlich aufwerten kann. Und das zudem auch noch mit Preisen, die im äußerst moderaten Bereich zu finden sind. Umso mehr lohnt es sich, nun auf einem Bauernmarkt oder im gut sortierten Supermarkt auf den Frischefang von Gemüse und Obst zu gehen.

Kürbis

Mit knapp 0,50 Euro je Kilo, kann man mit Kürbissen gerade im November zahlreiche Leckereien mit viel Geschmack und noch mehr Vitaminen, Ballaststoffen und Mineralien auf den Tisch bringen.

Ob klein oder schon als Koloss - Kürbisse sind nun frisch erhältlich und lassen sich zu Eintöpfen, Suppen oder als Beilage und Kuchen vielfältig zubereiten. Lässt man seine Kinder die Kürbisse dann zuvor aushöhlen, erhält man gleichzeitig noch eine tolle herbstliche Dekoration und die Kleinen eine gehörige Portion Spaß.

Kohlrabi

Knackig frisch taucht nun der Kohlrabi in den Auslagen auf und sichert für knapp 0,40 Euro das Stück eine klasse Versorgung mit einer großen Anzahl an wertvollen Vitalstoffen. Ob in Stücke geschnitten und gleich so genossen, im Salat oder gekocht mit einer leichten Soße - der Kohlrabi macht viele leckere Gerichte möglich. Aufgrund seines milden Geschmacks begeistern sich sogar die Kinder für den Kohlrabi, die normalerweise um Gemüse einen großen Bogen machen und kann durchaus auch das Pausenbrot gleich nochmal so gut und gesund werden lassen.

Fenchel

Fenchel hat ebenfalls im November Hochkonjunktur und kostet etwa 1,70 Euro je Kilo. Die knackigen Knollen mit dem Geschmack nach Anis, lassen sich sowohl roh mit einem Dipp oder auch gedünstet genießen und liefern neben vielen gesunden Inhaltstoffen auch gleich noch einen natürlichen Stärker für die Immunabwehr. Dass man nach dem Genuss von Fenchel auch weitaus weniger Verdauungsbeschwerden hat, ist zudem ein großes Plus der grün-weißen Knollen.

Kaktusfeige

Achtung, Stachel! Rot und gelb sind die süßen Früchte der Kaktusfeige. Das saftige Fruchtfleisch enthält viele Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die gerade in den erkältungsträchtigen Wintermonaten für einen besseren Abwehrschutz sorgen können. Mit nur rund 0,60 Euro je Stück bekommt man somit nicht nur ein Stück Gesundheit, sondern auch noch viel Geschmack.

Datteln

Datteln sind jetzt erntefrisch auf dem Markt zu erhalten und kosten je 100 Gramm etwa 1 Euro. Als natürlicher Verdauungshelfer, schmecken die Datteln nicht nur frisch oder kandiert und getrocknet, sondern vor allem auch mit Bacon umwickelt und im Backofen kurz gebacken.

Bananen

Greift man dann noch im täglichen Ernährungsplan zu den "Nerven-stützenden" Bananen, die nun ebenfalls frisch im November für rund 1 Euro je Kilo zu erhalten sind, dann hat man für seine Ernährung schon viel Gesundes unternommen.

Dass der Geldbeutel und die Umwelt geschont wird, ist übrigens ein ergänzendes Plus, wenn man sich nach dem Saisonkalender ernährt.

Es gilt also wieder einmal "Augen auf beim Kauf!", um sich nicht nur unnötige Wege und Ärger, sondern mitunter auch einen schlechten Magen zu ersparen.

Werbung und das Einkaufsverhalten der Deutschen

Wie die Käufer im Supermarkt getäuscht werden

Die Verbraucherzentrale in Hamburg warnt die Bürger vor sogenannten Mogelpackungen in den Supermärkten. Immer öfters kommt es vor, dass zwar der gleiche Preis verlangt wird, aber der Inhalt der Packung ist weniger geworden, so dass dadurch versteckte Preiserhöhungen bis zu 20 Prozent keine Seltenheit sind. Besonders bei Süßigkeiten, Babynahrung und Pflegemitteln stellten die Verbraucherschützer dies fest.

So waren bei einer bekannten Marke für Babywindeln plötzlich weniger Windeln in der Packung, was umgerechnet eine Preiserhöhung von 10 Prozent ausmachte. Bei einem Geschirrspülmittel lag die Erhöhung sogar bei 20 Prozent.

Seit der neuen EU-Richtlinie über den Wegfall von festen Verpackungs-Einheiten ist es für den Verbraucher noch schwieriger geworden die Preise zu vergleichen.

Früher gab es zum Beispiel bei der Milch nur drei Größen, ein halber Liter, dreiviertel und ein ganzer Liter, doch heute gibt es nur noch bei Wein, Sekt oder Spirituosen feste Größen.

Wie uns das Unterbewusstsein im Supermarkt manipuliert

Einzelne Wörter auf Verpackungen beeinflussen das Konsumverhalten im Supermarkt

Dunkelhaarige Frau steht vor Regal beim Einkauf im Supermarkt
Woman shopping in grocery store © Monkey Business - www.fotolia.de

Das Unterbewusstsein hat einen großen Einfluss auf unsere Nahrungsaufnahme. Ob wir im Supermarktregal zu einem Fitnessriegel mit Müsli oder doch einem Schokoriegel mit Karamell greifen, hängt manchmal nur von einem einzelnen Wort ab.

Manipulation bei Entscheidungen

Eine Versuchsreihe der University of Miami ergab, dass es bei unmittelbar anstehenden Entscheidungen schon reicht, wenn man zufällig das Wort "Gewicht" oder "köstlich" aufschnappt. Die Studienteilnehmer mussten in einem Spiel Sätze entschlüsseln, die jeweils die beiden entsprechenden Worte enthielten. Die Spieler, die den Satz mit "Gewicht" entziffert hatten, wählen anschließend meist einen gesünderen und kalorienärmeren Snack, als diejenigen, die "köstlich" entschlüsselt hatten.

Konsumverhalten

Für den nächsten Imbiss nahmen sich die Teilnehmer aber meist das genaue Gegenteil vor. Diejenigen, die den gesunden Imbiss gewählt hatten, glaubten, sich beim nächsten Mahl etwas gönnen zu können. Diejenigen hingegen, die einen kalorienhaltigen Snack hatten, planten, sich beim nächsten mal zurück zu halten. Studienautor Juliano Laran schreibt in dem Fachblatt "Journal of Consumer Research", es habe einen entscheidenden Einfluss auf das Konsumverhalten, ob man sich in einer Situation selbst kontrollieren, oder hingeben wolle.

Kaufverhalten im Supermarkt - 70 Prozent der Einkäufer sind vorher planlos

Laut einer Umfrage der GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) entscheiden 70 Prozent der Kunden erst vor Ort, welches Produkt sie kaufen wollen. 40 Prozent aller Einkäufe werden komplett spontan getätigt.

Lediglich 30 Prozent aller Verbraucher mache von Einkaufszetteln oder "mentalen" Listen Gebrauch und nehme am Ende auch das mit nach Hause, was zu kaufen geplant war. Der Otto-Normal-Einkäufer geht demnach relativ unschlüssig, getrieben von aktuellen Stimmungen, im Warenmeer des Supermarktes umher und ins Netz der Marketing-Experten.

Nur zu oft entscheidet er sich zum Kauf der zahlreich angepriesenen, präsent aufgebahrten Markenartikel und lässt am Ende mehr Geld in den Supermarktkassen zurück, als er ausgegeben wollte.

Marktforschung - Welche Produkte sind wo in Deutschland am beliebtesten

Marktforschungsinstitut GfK wertet Konsumverhalten der Deutschen aus

Zwei Frauen mit Einkaufswagen stehen an Regalen im Supermarkt
Two women shopping in supermarket © Monkey Business - www.fotolia.de

Das Nürnberger Marktforschungsinstitut GfK hat die Einkaufs-Daten eines kompletten Jahres von 20.000 Haushalten in ganz Deutschland ausgewertet und dabei einige Überraschungen in Bezug auf das Kauf- und Konsumverhalten festgestellt.

Die Ergebnisse

Im Osten und in Schleswig-Holstein haben die Menschen eine besonders große Vorliebe für Röstkaffee. Im Süden präferieren die Leute eher andere coffeinhaltige Getränke, wie Espresso oder Cappuccino. Ostdeutsche kaufen 15 Prozent mehr Bananen als der normale Durchschnitts-Deutsche. Auch frische Kartoffeln sind dort sehr viel beliebter, ebenso Weichspüler, Wurst und Geflügel. Unschlagbar dort ist auch das Verlangen nach Senf.

Im Durchschnitts-Vergleich wird fast doppelt soviel davon gekauft wie in den alten Bundesländern. Kartoffelchips sind nicht so beliebt. Statt dessen wird viel frisches Obst gekauft, ein Fünftel mehr als der Durchschnitt. Die Spitze im bundesweiten Bier-Vergleich führen die ostdeutschen Länder (ohne Berlin) an.

Selbst in Bayern wird laut GfK-Daten das bundesdeutsche Durchschnittsniveau im Bierkauf gehalten. Der Konsum in der Kneipe wird hierbei jedoch nicht berücksichtigt, lediglich das Einkaufsverhalten.

Angebote im Supermarkt sind bei Kunden beliebt

Aufgrund einer Umfrage, die im Auftrag vom Apothekenmagazin "Apotheken Umschau" durchgeführt wurde, berichten etwa ein Drittel der Deutschen, dass sie zwar gerne die Bio-Produkte kaufen würden, aber diese für sie zu teuer sind. Und so schauen zwei Drittel mehr auf den Preis als auf die Qualität.

Besonders Angebote im Supermarkt sind bei allen Kunden begehrt und nicht nur bei den Haushalten die über ein Nettoeinkommen unter 3.000 Euro haben, wo drei Viertel der Kunden danach Ausschau halten, sondern auch fast bei der Hälfte der Kunden, die über ein Nettoeinkommen über 3.000 Euro verfügen können.

Kunden greifen im Supermarkt meistens nach Produkten, die in der Mitte des Regals stehen

Eine neue Studie brachte zum Vorschein, dass Kunden im Supermarkt meistens zur Mitte tendieren. Besonders in horizontalen Regalen finden die Waren am meisten Beachtung, die im Zentrum platziert wurden.

Zu dieser Erkenntnis kamen französische Wissenschaftler der HEC Paris, die die Studie ins Leben riefen. Hierzu verfolgten die Wissenschaftler die Augenbewegungen der Testpersonen. Das Ergebnis war, dass Waren in der Mitte des Regals länger begutachtet wurden, als Produkte am Rand.

Auch vor einer Kaufentscheidung konzentrierten sich die Probanden auf die Produkte im Zentrum der Auslage.

Ost- und Westdeutsche kaufen bei verschiedenen Discountern

Eine Umfrage des Instituts für angewandte Marketing- und Kommunikationsforschung (IMK) zum Einkaufsverhalten der Deutschen zeigt Unterschiede in West- und Ostdeutschland auf. Demnach präferieren Ostdeutsche Kunden einen Einkauf bei Netto, in Westdeutschland hingegen ist Aldi der beliebteste Discounter.

Mehr als 25 Prozent der befragten Ostdeutschen kaufen bei Netto, Aldi und Lidl folgen mit Abstand. Vier von zehn Befragten in Westdeutschland bevorzugen demgegenüber Aldi. Bei Netto kauft im Westen laut der Umfrage nur jeder Zehnte. Der Erfolg von Netto in Ostdeutschland könnte auf die große Anzahl von Läden zurückzuführen sein, die der Discounter in den neuen Bundesländern unterhält.

Wie die Studie weiter zeigte, kaufen Ostdeutsche mit zunehmendem Alter verstärkt bei Discountern. Im Westen kaufen hingegen vor allem Personen bis 29 Jahre dort, danach nimmt der Gang zum Discounter kontinuierlich ab.

Einkauf mit leerem Magen verführt zum kalorienreichen Konsum

US-amerikanische Forscher untersuchten welchen Einfluss ein leerer Magen auf das Einkaufsverhalten hat. Dabei stellten sie fest, dass Studienteilnehmer, deren letzte Mahlzeit fünf Stunden her gewesen ist, zu kalorienreicheren Varianten langten, als weniger ausgehungerte.

Die Studienteilnehmer durften in einem virtuellen Supermarkt einkaufen und später zwischen 16 und 19 Uhr in einem wirklich existenten Supermarkt. Sie griffen zu kalorienreichen Produkten, kauften jedoch nicht insgesamt mehr Esswaren. Das legten frühere Studien nahe.

Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass Menschen, die schlank werden wollen, lieber nicht mit leerem Magen losziehen sollten. Am besten sollte man einkaufen, wann man sich gesättigt fühlt, etwa nach den Mahlzeiten und keinesfalls am späten Nachmittag.

Handelsketten könnten das Kaufverhalten ihrer Kunden demnächst über das Smartphone durchleuchten

Um sich Marketingstrategien ausdenken zu können, die genau auf die Kunden abgestimmt sind, wollen immer mehr Handelsketten das Kaufverhalten ihrer Kunden so exakt wie möglich studieren. Zu diesem Zweck gibt es bereits alle möglichen Analysesoftwares, von denen beispielsweise bereits Modeketten wie Benetton oder Nordstorm Gebrauch machen.

Nun scheinen Entwickler solcher Analysesoftwares aber auch auf den glorreichen Gedanken gekommen zu sein, dass mittlerweile eigentlich so ziemlich jeder Kunde schon seine eigene Software zur Analyse seines Kaufverhaltens bei sich trägt und zwar in Form seines Smartphones. Neuerdings können die Analysesoftwares nämlich über ein WLAN-Signal mit Hilfe der Kunden-Smartphones genaue Bewegungsmuster der Kunden im Laden erstellen und so beobachten, welche Ladenbereiche die Kunden am meisten ansprechen.

Dass die Kunden mit einer derartigen Überwachung höchstwahrscheinlich nicht einverstanden sind, haben die Marketing-Experten natürlich berücksichtigt und eine Art Belohnungssystem für Kunden eingeführt, die ihr Kaufverhalten analysieren lassen. Über eine App können Kunden beispielsweise für die Freigabe ihrer Daten mit Amazon- oder Google-Play-Gutscheinen entlohnt werden.

Geld sparen mit Eigenmarken - So kann man beim Lebensmittelkauf Schnäppchen machen

So gut wie alle großen Lebensmittelketten führen mittlerweile Eigenmarken. Bei Netto laufen rund die Hälfte aller Waren unter dem eigenen Logo. Auch Edeka erweitert stetig das Sortiment. Das Geschäft scheint sich für die Läden zu lohnen. Doch auch die Verbraucher profitieren von den oftmals günstigen Preisen.

Besonders praktisch: Untereinander unterscheiden sich Eigenmarken vom Discounter im Preis kaum zu Rewe, Edeka und Co., wie jetzt der NDR erhob. Hinzu kommt der Umstand, dass die günstigen Produkte häufig im gleichen Werk hergestellt werden wie die Markenprodukte. So ist es bekannt, dass etwa bei Rewe bei den Eigenmarken oft die gleichen Lebensmittel enthalten sind - wer ein Markenprodukt kauft, zahlt also nur für die Verpackung.

Wie Schlafmangel sich auf das Einkaufsverhalten auswirkt

Schwedische Forscher haben das Einkaufsverhalten von Männern untersucht und kamen zum Ergebnis, dass Männer, wenn sie müde sind weniger auf Kalorien beim Einkauf achten. So haben die Forscher zwei Gruppen beim Einkauf beobachtet.

Die erste Gruppe wurde nach einer Nacht mit ausreichendem Schlaf zum Einkauf geschickt, die zweite Gruppe hatte eine Nachtschicht hinter sich. Doch beide Gruppen durften vorher auch ausgiebig frühstücken. Nach dem Einkauf kontrollierten die Forscher die Einkaufswagen, wobei den Testpersonen die gleiche Geldsumme zur Verfügung stand und sie zwischen 40 Produkten wählen konnten.

Bei der Kontrolle stellten die Forscher fest, dass die Männer aus der Nachtschicht eine um 20 Prozent größere Menge an Nahrungsmitteln im Einkaufswagen hatten und zudem diese Ware im Durchschnitt um neun Prozent mehr an Kalorien besaßen.

Wie die Forscher aufgrund einer Blutuntersuchung feststellten, war bei der zweiten Gruppe zwar die Menge des Hormons Ghrelin erhöht, was für das Hungergefühl zuständig ist, doch sahen die Forscher zu dem Einkaufsverhalten keinen Bezug, denn auch diese Gruppe hatte ja ein Frühstück vorher bekommen. So ist es wohl am Besten seinen Einkauf dann zu machen, wenn man auch ausgeschlafen ist.

Trend im Supermarkt - Deutsche kaufen mehr Eigenmarken

Die Eigenmarken bestechen nicht nur durch günstige Preise, sondern ebenso durch Qualität

Einkaufswagen wird im Gang eines Supermarkts geschoben, im Hintergrund Regale mit Lebensmitteln
supermarket cart © Omar Kulos - www.fotolia.de

Verbraucher greifen im Supermarktregal immer öfter zu Eigenmarken. Jeder dritte verkaufte Artikel ist mittlerweile eine Eigenproduktion der Lebensmittelhändler.

Eigenmarken versus Markenware

Je weiter die Handelsketten ihr Sortiment an eigenen Waren ausbauen, desto stärker verlieren die Markenprodukte. Lediglich Topmarken können ihre Verkaufszahlen halten.

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Konsumforschung (GFK) griffen 2013 nur noch 45 Prozent der Käufer zu Markenware. Gegenüber 2009 nahm der Anteil der Markenkäufer damit um 7 Prozent ab.

Die Bundesbürger zählen im europäischen Vergleich zu den eifrigsten Käufern von Eigenmarken. Nur in der Schweiz, Spanien und Großbritannien sind die preiswerten Alternativen noch beliebter.

Qualität und Konkurrenz

Ein entscheidendes Kaufargument ist auch die Qualität: Laut einer Umfrage der Vermarktungsagentur UGW beurteilen 59 Prozent der Verbraucher die Eigenmarken und Markenartikel als qualitativ gleichwertig – ob in billigen oder höheren Preissegmenten wie Rewes "Feine Welt".

Gerade die exklusiven Produkte ermöglichen es den Supermärkten, sich von der Konkurrenz abzusetzen. Zudem sind die Gewinnspannen bei Eigenmarken höher.

Aber auch der Käufer profitiert vom Trend zu Eigenmarken. unter dem Wettbewerbsdruck senken viele Hersteller von Markenprodukten die Preise.

Warenüberfluss macht dick: Supermärkte ändern das Konsumverhalten

In Entwicklungsländern wurden sowohl negative als auch positive Einflüsse der Supermärkte auf die Bevölkerung beobachtet

Einkaufswagen wird durch Gang im Supermarkt geschoben, am Ende Leute an der Kasse
supermarket blur © Matty Symons - www.fotolia.de

In immer mehr Entwicklungs- und Schwellenländern ersetzen moderne Supermärkte die traditionellen Märkte im Zentrum der Orte. Zugleich steigt in diesen Ländern die Zahl der Übergewichtigen rapide an.

Forscher aus Göttingen wollten nun wissen, ob es einen Zusammenhang zwischen diesen beiden Ereignissen gab und untersuchten dazu rund 450 Haushalte in Kenia. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie dann in der Studie "Transformation of Global Agri-Food Systems - GlobalFood".

Mehr Kalorien für weniger Geld in Supermärkten führen zu mehr Übergewicht

Dabei stellten sie fest, dass die Menschen, in deren Orte Supermärkte eingezogen waren, tatsächlich eine um 13 Prozent erhöhte Wahrscheinlichkeit hatten, übergewichtig zu sein, als die Menschen, in deren Orten noch auf traditionellen Märkten gekauft wurde. In den Supermärkten gab es mehr Kalorien für weniger und Menschen griffen häufiger zu verarbeiteten Mahlzeiten.

Billige Kalorien reduzieren Untergewicht bei Kindern

Allerdings waren die Ergebnisse nicht nur negativ: Während bei Erwachsenen ein Zusammenhang zwischen Supermarkt und Übergewicht beobachtet wurde, zeigte sich bei Kindern das Gegenteil: Hier halfen die billigen Kalorien aus dem Supermarkt, um Untergewicht zu reduzieren. Insofern habe die Ausbreitung der Supermärkte in Entwicklungs- und Schwellenländern sowohl negative als auch positive Auswirkungen auf die örtliche Bevölkerung.

Senioren sind eine große Chance für den Einzelhandel

Der Demographiewandel führt zu angepassten Sortimenten in den Super- und Baumärkten

Gruppe alter Menschen lacht in Kamera, zeigen Daumen nach oben
Success - Older people giving thumbs up © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

Schon 2030 wird Deutschland Statistiken zufolge mit einem Rentneranteil von rund 50 Prozent die älteste Bevölkerung Europas haben. Zudem steigt auch der Anteil an Singlehaushalten weiter.

Best Ager als Waren-Zielgruppe

Für den Einzelhandel nehmen die "Best Ager" eine immer wichtigere Rolle ein. Unternehmen reagieren auf den Trend, indem sie Geschäfte mit breiten Gängen für den Rollwagen ausstatten, Single-Packungen in das Supermarktsortiment aufnehmen oder Brillenablagen in den Umkleidekabinen anbringen. Auch das Angebot in den Filialen ändert sich. So hat der Discounter Aldi Nord im Mai dieses Jahres

  • Rollatoren,
  • Badewannensitze samt Einstiegshilfen und
  • Gehstöcke

im Angebot. Die Baumarktkette Globus verkauft, wie klassische Sanitätshäuser auch,

  • Rollatoren,
  • erhöhte WC-Sitze und
  • Badewannen-Lifte.

Handys mit extra großen Tasten oder Bekleidung speziell für die ältere Generation liegen ebenfalls im Trend.

Demographiewandel und Konsumverhalten

Der Demographiewandel birgt Chancen für die eigentlich kriselnden Warenhäuser, denn ältere Menschen schätzen das Angebot unter einem Dach. So entfällt für sie das oft mühsame Aufsuchen vieler Geschäfte. Wichtig sind auch Sofas zum Ausruhen oder an den Kassen umlaufende Ablageflächen für Taschen. Von großer Bedeutung ist auch die entsprechende Schulung des Personals.

Handelsexperten, wie etwa der Seniorenmarketing-Fachmann Gundolf Meyer-Hentschel, wissen, dass es für den Handel eine entscheidende Regel gibt: Verkäufer dürften Alte nicht als Alte ansprechen. Es gebe zwar immer mehr Senioren - aber keiner wolle dazugehören.

Das Auge isst mit: Schöne Verpackung lässt Kinder zu gesunden Lebensmitteln greifen

Haben Kinder die Auswahl, entscheiden sie sich für Lebensmittel in optisch ansprechenden Verpackungen

Zwei kleine Kinder am Frühstückstisch mit Müsli, beide lachen
Two young children in kitchen eating cereal smiling © Monkey Business - www.fotolia.de

Die Hersteller von Süßigkeiten setzen seit jeher auf eine gekonnte Aufmachung ihrer Produkte. So gewinnen sie Kinderherzen und steigern ihre Umsätze. Forscher aus Deutschland haben sich gefragt, ob man dieses Vorgehen nicht auch bei anderen Lebensmitteln einsetzen kann. Kinder könnten so eher dazu bewegt werden, freiwillig zu gesunden Lebensmitteln zu greifen.

Placeboeffekt durch Verpackung

Getestet hat man diese Theorie mit 179 Kindern im Grundschulalter. Die Mädchen und Jungen waren zwischen acht und zehn Jahren alt und bekamen gesunde Joghurt-Früchtemüsli-Snacks vorgesetzt. Insgesamt gab es für jedes Kind drei Snacks und jeder war in einer anderen Aufmachung verpackt. Zunächst gab es

  1. einen Snack in einer relativ neutralen Verpackung.
  2. Der Zweite befand sich in einer Hülle mit mit gut sichtbaren Gesundheitshinweisen und
  3. Nummer 3 war kindgerecht verpackt.

Was die Kinder nicht wussten: In jeder Verpackung befand sich exakt der gleiche Snack. Lediglich die Verpackung war eine andere gewesen. Das Ergebnis war mehr als eindeutig: Die kindgerecht verpackten Snacks mit bunten Zeichentrickfiguren bekamen den meisten Zuspruch. Dabei zeigte sich sogar ein recht starker Placeboeffekt.

Marketingeffekte für Gesundes

Die Kinder waren davon überzeugt, dass dieses Joghurt-Früchtemüsli besser schmeckte. Da das Produkt aber immer absolut identisch war, hatte offenbar die bunte Aufmachung dazu beigetragen, dass die Kinder sich auch geschmacklich am meisten angesprochen fühlten.

Die Forscher raten daher, gesunde Lebensmittel mit einfachen Marketingeffekten in der Gunst der Kinder steigen zu lassen. Ein erstes Einsatzgebiet könnte das Essensangebot in Schulen werden. Würde man die Milchpakete oder Vollkornbrötchen attraktiver verpacken, wären Kinder eher bereit, diese Dinge zu essen.

Bundeskartellamt verhängt wegen Preisabsprachen Millionen-Strafe gegen Händler und Hersteller

Sieben Handelsunternehmen und vier Markenhersteller stehen Strafen in Millionenhöhe bevor

Auswahl an Süßigkeiten (Smarties, Bonbons) auf weißem Hintergrund
Colorful chocolate candies..... © candan - www.fotolia.de

Aufgrund von Preisabsprachen hat das Bundeskartellamt Strafen in Millionenhöhe gegen mehrere Lebensmittelkonzerne ausgesprochen. Betroffen sind sieben Handelsunternehmen und vier Markenhersteller. Die Bußgeldbescheide gingen an

  • die Einzelhändler Edeka, Rewe und Kaufland,
  • den Handelsriesen Metro,
  • den Discounter Aldi sowie
  • die Tiernahrungshändler Fressnapf und Das Futterhaus.

Strafe zahlen müssen auch

  • Haribo,
  • Alfred Ritter (Schokolade) sowie
  • die Hersteller von Körperpflegeprodukten Johnson & Johnson und Dr. Kurt Wolff.

Illegale Preisabsprachen

Die Höhe der Bußgelder hängt von der Schwere der Absprachen ab. Insgesamt beträgt es 151,6 Millionen Euro. Damit sind die meisten Verfahren wegen verbotener Ladenpreisbindung bei Markenprodukten aus verschiedenen Warengruppen beendet. Die Bescheide sind zum großen Teil rechtskräftig.

In den Verfahren ging es um Übereinkünfte zwischen Herstellern und Handelskonzernen über die Verkaufspreise in den Geschäften. Solche Abmachungen sind genauso untersagt wie Absprachen konkurrierender Handelsunternehmen untereinander.

Sorge um die Gewinnspanne

So sollten etwa die Endverkaufspreise für Kaffee nicht unter ein bestimmtes Niveau fallen. Der Süßwarenkonzern Haribo forderte den Discounter Aldi auf, die Preise für die Produkte nicht zu sehr herabzusetzen, da die übrigen beteiligten Handelsketten sich um ihre Gewinnspanne sorgten. Die verbraucherfreundliche Preispolitik und die Preisführerschaft von Aldi fielen nach Angaben des Unternehmens bei der Bußgeldbemessung strafmindernd aus.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Woman shopping in grocery store © Monkey Business - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Woman shopping in grocery store © Monkey Business - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Man buying fresh meat © Monkey Business - www.fotolia.de

Autor:

Andreas Hadel - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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