Meerrettich in der Natur, Heilkunde und Küche als Gewürzpflanze

Wenn man vom Meerrettich spricht, meint man in der Regel die scharfe und aromatische Wurzel. Er ist ein gängiges Gemüse für das es zahlreiche Zubereitungsarten gibt. Gerne wird das scharfe Gemüse mit Rindfleisch verzehrt und doch steckt noch mehr in dem Wurzelgemüse. Die Pflanze ist nicht nur eine Gemüse- und Gewürzpflanze, sondern auch eine bewährte und geschätzte Arzneipflanze.

Merkmale, Standorte, Inhaltsstoffe und Verwendung des Meerrettichs als Heilmittel und in der Küche

Der Meerrettich gehört zu der Familie der Kreuzblütler. Dahinter verbirgt sich eine Pflanze mit dem botanischen Namen Cochlearia armoracia. Man kennt ihn auch unter den Namen

  • Bauernsenf
  • Fleischkraut
  • Pfefferwurzel
  • Rachenputzer und
  • Waldrettich.

Die ausdauernde und winterharte Staude erreicht eine Wuchshöhe von über einem Meter. Im Frühjahr treibt der Meerrettich im ersten Jahr eine Rosette aus grundständigen, grünen Blättern aus und einen Stängel, an dem im Mai bis Juli die unscheinbaren Blüten erscheinen. Diese sind weiß und wachsen traubenförmig.

Die Früchte sind kleine Schoten, in denen sich Samen befinden. Die vielköpfige, pfahlartige Wurzel ist außen schmutzig gelb und innen weißlich. Sie wird bis zu 60 cm lang, hat einen Durchmesser von ungefähr vier Zentimeter und bildet viele Ausläufer.

Standorte

Meerrettich

  • bevorzugt den Halbschatten und
  • gedeiht am besten auf einem leichten und sandigen, aber tiefgründigen Boden.

Ursprünglich ist der Meerrettich in Ost- und Südeuropa beheimatet, in Asien und Nordamerika ist er eingebürgert. In Mitteleuropa kommt er nur selten wild wachsend vor, wird aber kultiviert.

Im Herbst bis ins Frühjahr hinein wird die Wurzel geerntet, zum Lagern wird sie in Sand vergraben.

Inhaltsstoffe

Zu seinen wichtigsten Inhaltsstoffen gehören

Medizinische Verwendung

Meerrettich-Wurzeln

Meerrettich wird im allgemeinen als Würzsoße wie Senf, Mayo oder Ketchup genutzt und hat schon längst seinen festen Platz im Kühlschrank gefunden. Doch ist Meerrettich wirklich nur ein würziges Gemüse mit dem man das Essen verfeinern kann oder ist Meerrettich ein natürliches Medikament? Meerrettich galt in ländlichen Gebieten schon immer als das "Bauernantibiotika". Auch wenn dank guter medizinischer Infrastruktur der Meerrettich lange außer acht gelassen wurde, so kehren alternative Mediziner in letzter Zeit immer wieder zu der gesunden Wurzel zurück.

Die Meerrettich Wurzel wirkt antimikrobiell, schleimlösend, krampflösend, durchblutungssteigernd, erwärmend und harntreibend. Dank dieser vielfältigen Wirkungsmöglichkeiten sind die Einsatzgebiete von Meerrettich sehr weitreichend. Die äußerliche Anwendung als selbst gemachte Wickel ist besonders bei Kopfschmerzen, Muskelverspannungen, Nebenhöhlenentzündungen und Bronchitis anzuraten. Mittlerweile gibt es in Apotheken auch Wärmesalben auf Meerrettichbasis. Bei empfindlicher Haut sollte der Meerrettich mit der doppelten Menge zimmerwarmem Magerquark gemischt werden und erst dann ein Wickel hergestellt werden.

Zu medizinischen Zwecken verwendet man am besten den frisch geriebenen Meerrettich; die Wurzel wird vorher gewaschen und geschält.

Wirkung

Er wirkt

  • antibakteriell
  • entzündungshemmend
  • harntreibend
  • schleimlösend und
  • schweißtreibend.

Anwendungsgebiete

Meerrettich stärkt das Immunsystem, hilft bei

lindert

Meerrettich wirkt sich zudem positiv bei

aus. Äußerliche Anwendung findet er durch Breiumschläge, da hilft er bei

Meerrettich ist in einigen Fertigarzneien enthalten. Ein altes Hausmittel wird von manchen Menschen gerne genutzt, indem sie bei Erkältungen einen dicken Rettich aushöhlen, das Loch mit Honig füllen, es einige Stunden ziehen lassen, um den Honig dann löffelweise einzunehmen. Dies soll schnell Linderung bringen.

Kontraindikation

Meerrettich als Heilmittel sollte bei Kindern unter vier Jahren nicht verwendet werden. Weiterhin sollten Patienten mit Magen- oder Darmgeschwüren, sowie entzündlichen Darmerkrankungen und bei Entzündungen der Nieren Meerrettich nicht anwenden. Wer Zweifel hat, sollte sich an einen Facharzt für Naturheilkunde oder einen Heilpraktiker wenden.

Doch auch zahlreiche Medikamente aus der TCM (Traditionellen Chinesischen Medizin) beinhalten Teile der heilenden Wurzel. Durch den Trend zur Chinesischen Medizin kommt somit ein altes deutsches Hausmittel wieder zu neuen Ehren und findet seinen Platz wieder im medizinischen Bereich. Doch auch wenn der Meerrettich mehr als nur eine Gemüsewurzel ist, darf er weiter als kulinarische Köstlichkeit genossen werden. Der große Vorteil ist, dass der Meerrettich in jedem Supermarkt erhältlich ist und somit vorsorglich immer einen Platz im Kühlschrank haben sollte.

Bei

ist Meerrettich eher kontraindiziert.

Verwendung in der Küche

Meerrettich-Dipp und geraspelter Meerrettich
Als Zutat in der Küche wird Meerrettich unter anderem als Soßen oder Dipp gegessen

Sein Geschmack ist pfefferig scharf und beim Reiben der Wurzel treibt er die Tränen in die Augen.

Wie lässt sich Meerrettich zubereiten?

Die geriebene Wurzel wird

  • konserviert, teilweise mit Sahne verfeinert

und ist so im Handel in Gläsern erhältlich. Seltener wird der Meerrettich

  • gerieben und getrocknet.

In der Regel wird der Meerrettich kalt verwendet, seltener gibt es Rezepte, in denen er eine Zutat für warme Soßen ist, dann sollte er erst kurz vor dem Servieren zugefügt und nicht mehr aufgekocht werden, da er sonst erheblich an Aroma verliert.

Wozu passt Meerrettich?

Die frisch geriebene Wurzel besitzt eine größere Geschmacksintensität. Sie wird zum Verfeinern von

genommen. Meerrettich serviert man zu

Quellen:

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  • Mira Brand: Pflanzliche Antibiotika & Antivirale Heilmittel: Die Heilkraft aus der Natur, 2015, ISBN 1517493285
  • Heide Haßkerl: Meerrettich, Der Heilpraktiker & Volksheilkunde, 2000, Band 4, Nr. 6

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