Löwenzahn in der Natur, Heilkunde und Küche

Wer kennt sie nicht die hübschen gelben Farbtupfer die im Frühjahr auf den Wiesen erscheinen und jedes Kind freut sich, wenn sie später zur Pusteblume werden.

Merkmale, Standorte, Inhaltsstoffe und Verwendung des Löwenzahns als Heilmittel, Küchenzutat und Kosmetikum

Der Löwenzahn heißt mit botanischem Namen Taraxacum officinalis, er gehört zu der Familie der Korbblütler. Volkstümlich nennt man ihn auch

  • Butterblume
  • Hundeblume
  • Kuhblume
  • Pisskraut und
  • Pusteblume.

Merkmale und Standorte

Der Löwenzahn ist eine ausdauernde, winterharte Pflanze und besitzt eine lange Pfahlwurzel. Verbreitung findet er auf der ganzen nördlichen Halbkugel. Er wächst bevorzugt

  • auf Wiesen und an Wegrändern,

doch die anspruchslose Pflanze gedeiht fast überall, er besiedelt sogar noch Mauerritzen. Als Heilpflanze wird er auch in manchen Gegenden kommerziell kultiviert.

Seinen Namen verdankt er den grob gezähnten Blättern, die an Löwenzähne erinnern sollen. Diese Blätter bilden eine Rosette, aus ihrer Mitte entwickelt sich der aufrecht wachsende hohle Stängel, der eine Wuchshöhe bis 30 cm erreicht. Der Stängel enthält einen milchigen Saft und auf ihm bilden sich die leuchtend gelben Scheinblüten.

Er blüht im April und Mai und gehört damit noch zu den Frühblühern, seltener blüht er noch im Herbst. Die Früchte sind hellgraue Nüsse, sie sitzen an Sporen und diese formen sich zu dem weißen und flauschigen Ball. Wie kleine Schirmchen fliegen diese dann, um sich zu verbreiten.

Inhaltsstoffe

Löwenzahn enthält unter anderem

Medizinische Verwendung

Zur Verwendung kommen die Wurzel, die Blätter, die Blüten und die jungen Knospen. Der Löwenzahn spielt in der Küche und zu Heilzwecken eine wichtige Rolle.

Wirkung

Löwenzahnblätter zum Verzehr

Der Verzehr von größeren Mengen kann Magen-Darmbeschwerden verursachen. In der richtigen Dosierung allerdings hat der Löwenzahn auch heilkräftige Wirkung. Vorrangig hat der Löwenzahn eine

  • harntreibende

Wirkung, er ist aber auch

  • blutbildend
  • blutreinigend
  • tonisierend und
  • harmonisierend.

Anwendungsgebiete

Er hilft bei

Durch seine Wirkweise eignet er sich vorzüglich zu einer Frühjahrskur. Mit seiner diuretischen Wirkung wirkt er sich positiv bei

aus. Er hilft bei

und wirkt menstruationsfördernd.

Anwendungsart

Man kann den Löwenzahn

  • frisch genießen

oder

  • die getrocknete Wurzel und die getrockneten Blätter als Tee überbrühen.

Zur äußerlichen Anwendung verwendet man

  • einen Pflanzenbrei

oder setzt

  • ein Öl

an. Es gibt auch

  • eine Löwenzahn-Blütenessenz.

Verwendung in der Küche

Die Wurzeln wurden währen Notzeiten getrocknet, geröstet und gemahlen und waren ein guter

  • koffeinfreier Kaffee-Ersatz.

In Naturkostläden und Reformhäusern findet man diesen Kaffee-Ersatz noch heute. Die Wurzeln wurden auch als hellgrünes Färbemittel für Wolle verwendet.

Die kleinen und jungen Knospen des Löwenzahns werden

Pusteblumen auf einer Wiese

Löwenzahn eignet sich vorzüglich als

und als Zutat von

Sein Geschmack ist leicht bitter und daher nicht jedermanns Sache. Aus den gelben Blüten wird

  • ein honigähnlicher Sirup oder Gelee

hergestellt.

Verwendung in der Kosmetik

Äußerlich angewendet kann er bei

und bei

helfen.

Quellen:

  • Iris Hammelmann: Gesund und vital mit Löwenzahn, Falken, 2000, ISBN 3806825408
  • Johanna Handschmann: Kürbis, Spitzkohl, Löwenzahn, Südwest-Verlag, 1998, ISBN 3517080373
  • Ingrid Schönfelder, Peter Schönfelder: Das neue Handbuch der Heilpflanzen: Botanik, Drogen, Wirkstoffe, Anwendungen, Kosmos, 2004, ISBN 3440093875
  • Mannfried Pahlow: Das große Buch der Heilpflanzen: Gesund durch die Heilkräfte der Natur, Nikol Verlagsgesellschaft, 2013, ISBN 3868201912
  • Andrew Chevallier: Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, 2017, ISBN 3831032327
  • Bernhard Uehleke, Johannes Mayer, Kilian Saum: Handbuch der Klosterheilkunde: Neues Wissen über die Wirkung der Heilpflanzen. Vorbeugen, behandeln und heilen, Zabert Sandmann, 2008, ISBN 3898832260
  • Karin Buchart, Miriam Wiegele, Andreas Leitner: Die Natur-Apotheke: Das überlieferte und neue Wissen über unsere Heilpflanzen, Servus, 2019, ISBN 9783710401718
  • Vital Experts: HEILPFLANZEN - Das Naturheilkunde Buch, 2019, ISBN 1713160064
  • Ursel Bühring: Alles über Heilpflanzen: Erkennen, anwenden und gesund bleiben Kindle Ausgabe, Verlag Eugen Ulmer, 2007, ISBN 3800149796
  • Ursel Bühring: Heilpflanzenrezepte: Die besten aus der Freiburger Heilpflanzenschule, Verlag Eugen Ulmer, 2014, ISBN 3800179962
  • Siegrid Hirsch: Kräuter-Rezeptbuch: Hausmittel & Salben, Säfte & Marmeladen, Kräuterwein & Liköre, Essig & Öl, Freya, 2014, ISBN 3902540001
  • Peter Emmrich: Kurzcharakteristik Die Kraft der Heilpflanzen, Weg zur Gesundheit, 2017, ISBN 3925207317
  • Peter Spiegel: Das BLV Heilkräuter-Buch: Gesundheit aus der Natur, BLV, ein Imprint von GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH, 2013, ISBN 3835409751

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