Hopfen in der Natur, Heilkunde, Küche und im Haushalt

Wenn man im Sommer durch Bayern fährt, ist es ein wunderschöner Anblick die Säulenwälder zu sehen, in denen sich die Hopfen an Rankgestellen empor winden. Der Hopfen ist ein wichtiger Bestandteil in der Bierbrauerkunst, wie das Sprichwort "Hopfen und Malz, Gott erhalts", bestätigt.

Merkmale, Arten und Standorte sowie Inhaltsstoffe und Verwendung des Hopfens als Heilmittel, Küchenzutat und im Haushalt

Bis zu sieben Meter hoch kann der Hopfen klettern. Er heißt mit botanischem Namen Humulus und gehört zu der Familie der Hanfgewächse, die Cannabaceae. Man kennt den Hopfen auch unter den volkstümlichen Namen

  • Weiden-Hopfen
  • Hoppen
  • Hopf oder
  • Hecken-Hopfen.

Merkmale

Alle Hopfenarten sind schnellwachsende einjährige Kletterpflanzen; sie wachsen im Uhrzeigersinn nach oben. Der Stängel rankt und klettert, an ihm sitzen die handtellergroßen Blätter, die ein bisschen an Weinblätter erinnern, aber gezackter sind.

Hopfen sind getrennt geschlechtlich, es gibt männliche und weibliche Blüten, die männlichen bilden eine Rispe und die weiblichen Blüten eine Ähre. Die Früchte des Hopfens sind Nussfrüchte, die wie kleine Eier aussehen.

Arten

Man unterscheidet drei Hopfen-Arten:

  • den Echten Hopfen
  • den Japanischen Hopfen und
  • den Yunnan-Hopfen.

Standorte

Unter dem echten Hopfen versteht man den Humulus lupulus. Er ist hauptsächlich in Europa beheimatet, wild wachsend findet man ihn vorwiegend

  • auf Lichtungen und
  • an Waldrändern.

Der Hopfen braucht ausreichend Feuchtigkeit und bevorzugt

  • einen stickstoffreichen Boden.

Der Hopfen blüht im Hochsommer, im Spätsommer wird er geerntet. Vielerorts, aber hauptsächlich in Bayern wird der Hopfen kultiviert, da er zum Bierbrauen gebraucht wird und eine wichtige Zutat ist. Zum Bierbrauen werden von den Hopfenbauern nur die weiblichen unbefruchteten Ähren geerntet.

Inhaltsstoffe

Hopfen-Blüten an den Pflanzen
Die beruhigende Wirkung des Hopfens wird in der Naturheilkunde oft eingesetzt

Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Hopfens sind

  • ätherisches Öl
  • Beta-Sitosterol
  • Campesterol
  • Eugenol
  • Farnesol
  • Gerbsäure
  • Hopfenbitter
  • Harze
  • Humulon
  • Humulen
  • Isovalerinsäure Lupulon und
  • Lupulin.

Medizinische Verwendung

In der Volksheilkunde hat der Hopfen eine lange Tradition, hauptsächlich schreibt man ihm eine beruhigende Wirkung zu und früher kannte man das so genannte Hopfenkissen.

Wirkung

Diese Stoffe bewirken seine

  • antibakteriellen
  • blutreinigenden
  • entzündungshemmenden und
  • schmerzstillenden

Eigenschaften.

Anwendungsgebiete

Der Hopfen harmonisiert und tonisiert, er wirkt bei

hilft bei

lindert

und hilft bei

Auch bei

soll er sich günstig auswirken. Äußerlich werden Kompressen aufgelegt, die bei

Linderung verschaffen sollen.

Anwendungsart

Auch als Heilmittel werden nur die weiblichen Ähren gesammelt, diese kann man frisch überbrühen oder getrocknet zu einem

verwenden. Es gibt auch eine

  • Tinktur

und in Drogerien und Apotheken sind

  • Hopfen-Dragees und
  • Kapseln

erhältlich. Bei vielen Beruhigungsteemischungen ist der Hopfen eine wichtige Zutat.

Verwendung in der Küche

Hopfen als Zutat von Bier
Hopfen in Bier und Gerichten, die mit Bier zubereitet werden

Was wäre Deutschland ohne deutsches Bier und das Reinheitsgebot? Aber nicht nur als der deutschen liebstes Getränk kommt Bier zum Einsatz, es gibt auch eine Vielzahl von Rezepten, die Bier beinhalten.

So gibt es mitunter

und eingefleischte Griller

Es ist vor allem der Hopfen, der dem Bier die herbe Note verleiht und genau die gibt den Speisen die besondere Würze.

Verwendung in der Kosmetik und im Haushalt

Aber damit ist das Einsatzgebiet des Hopfens noch nicht erschöpft. Auch in der Kosmetik, da hauptsächlich in

findet er Verwendung. Außerdem lässt es sich mit frischen Hopfenranken wunderschön dekorieren und sie eignen sich vorzüglich zur Tischdekoration.

Quellen:

  • Andrew Chevallier: Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, 2017, ISBN 3831032327
  • Ingrid Schönfelder, Peter Schönfelder: Das neue Handbuch der Heilpflanzen: Botanik, Drogen, Wirkstoffe, Anwendungen, Kosmos, 2004, ISBN 3440093875
  • Mannfried Pahlow: Das große Buch der Heilpflanzen: Gesund durch die Heilkräfte der Natur, Nikol Verlagsgesellschaft, 2013, ISBN 3868201912
  • Karin Buchart, Miriam Wiegele, Andreas Leitner: Die Natur-Apotheke: Das überlieferte und neue Wissen über unsere Heilpflanzen, Servus, 2019, ISBN 9783710401718
  • Vital Experts: HEILPFLANZEN - Das Naturheilkunde Buch, 2019, ISBN 1713160064
  • Ursel Bühring: Alles über Heilpflanzen: Erkennen, anwenden und gesund bleiben Kindle Ausgabe, Verlag Eugen Ulmer, 2007, ISBN 3800149796
  • Ursel Bühring: Heilpflanzenrezepte: Die besten aus der Freiburger Heilpflanzenschule, Verlag Eugen Ulmer, 2014, ISBN 3800179962
  • Siegrid Hirsch: Kräuter-Rezeptbuch: Hausmittel & Salben, Säfte & Marmeladen, Kräuterwein & Liköre, Essig & Öl, Freya, 2014, ISBN 3902540001
  • Peter Emmrich: Kurzcharakteristik Die Kraft der Heilpflanzen, Weg zur Gesundheit, 2017, ISBN 3925207317
  • Bernhard Uehleke, Johannes Mayer, Kilian Saum: Handbuch der Klosterheilkunde: Neues Wissen über die Wirkung der Heilpflanzen. Vorbeugen, behandeln und heilen, Zabert Sandmann, 2008, ISBN 3898832260
  • Heinrich J Barth, Christiane Klinke, Claus Schmidt: Der grosse Hopfenatlas: Geschichte und Geographie einer Kulturpflanze, Fachverlag Hans Carl, 1994, ISBN 3418007449
  • Peter Spiegel: Das BLV Heilkräuter-Buch: Gesundheit aus der Natur, BLV, ein Imprint von GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH, 2013, ISBN 3835409751

Unsere Artikel werden auf Grundlage fundierter wissenschaftlicher Quellen sowie dem zum Zeitpunkt der Erstellung aktuellsten Forschungsstand verfasst und regelmäßig von Experten geprüft. Wie wir arbeiten und unsere Artikel aktuell halten, beschreiben wir ausführlich auf dieser Seite.

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Kategorien:
Historie:
Zuletzt aktualisiert am
So arbeiten wir
Autor:

Mehr über uns
Warum kein namentlicher Autor?

Unsere Artikel werden auf Grundlage fundierter wissenschaftlicher Quellen sowie dem zum Zeitpunkt der Erstellung aktuellsten Forschungsstand verfasst und regelmäßig von Experten geprüft.

Bildnachweise:
  • Hop © Jita - www.fotolia.de
  • hop © Ewa Brozek - www.fotolia.de
  • Idylle mit Hopfen 1 © Václav Mach - www.fotolia.de

Weitere Artikel zum Thema