2. Oktober 2009
Die Chinarinde spielte eine wichtige Rolle in der Medizingeschichte.
Zu den Hauptbestandteilen des Chinarindenbaumes gehören unter anderem Chinin und Chinidin. Früher wurde die Chinarinde als Mittel gegen Fieber und Malaria eingesetzt. Die Chinarinde wirkt auch verdauungsfördernd, schmerzstillend und fand noch Anwendung bei Keuchhusten und Appetitmangel. In der Regel wird die Rinde als Teezubereitung eingenommen, dies sollte aber nur kurativ und nicht über einen längeren Zeitraum geschehen. Bei längerer Anwendung kommt es zu unliebsamen Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Magenprobleme, Hautausschläge oder Ohrensausen. Diese Erkrankung nennt man Cinchonismus. Zu Zeiten der Klostermedizin wurde um die Chinarinde und ihren Ursprung ein großes Geheimnis gemacht und man glaubte ein Heilmittel für eine Vielzahl an Erkrankungen zu haben. Das aus der Rinde gewonnene Chinin hatte bis zum zweiten Weltkrieg große wirtschaftliche, medizinische und sogar politische Bedeutung. Die Kontrolle und Förderung der Chinarindenproduktion unterlag dem Kina Büro, es sorgte für die Verteilung auf die Mitgliedsstaaten und einen stabilen Preis. Später versuchte man synthetisch Wirkstoffe gegen Fieber und Malaria zu entwickeln, die dann das natürlich erzeugte Chinin ablösten. Chinarinde ist auch durch Samuel Hahnemann bekannt, mit ihr machte er seine ersten Selbstversuche und entwickelte durch die gewonnenen Erkenntnisse die Homöopathie. In der klassischen Homöopathie ist die Chinarinde bis heute ein großes Mittel und findet in homöopathischer Zubereitung Anwendung. Chinin ist auch Bestandteil von einigen Erfrischungsgetränken wie Tonic Water und wird zum Aromatisieren eingesetzt.
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