20. Mai 2010
Ein Heilpraktiker behandelt verschiedene Krankheiten und Beschwerden seiner Patienten. Meistens ist der Heilpraktiker selbstständig tätig.
Heilpraktiker sind keine Ärzte und trotzdem ermächtigt, Patienten zu untersuchen und behandeln. Ausgebildete Heilpraktiker kennen sich im Bereich des Körperbaus des Menschen und verschiedenster Krankheiten aus. Die Heilpraktiker lernen in ihrer Ausbildung alles über die verschiedenen Erkrankungen und deren Behandlungsmöglichkeiten. Auch Erste-Hilfe-Maßnahmen können Heilpraktiker ergreifen. Ein Heilpraktiker kann den Patienten mit einem Stethoskop abhören, Reflexe prüfen und in gewissem Maße die Organe des Körpers untersuchen. Auch die Blutwerte können von einem Heilpraktiker in Bezug auf den Patienten interpretiert werden. Der Heilpraktiker hat demnach in seiner Ausbildung auch gelernt, welche Werte die Blutbestandteile haben sollen und welche Krankheiten vorliegen, wenn diese außerhalb der Norm sind. Die Blutabnahme wird von den Heilpraktikern ebenfalls selbst durchgeführt. Ein Heilpraktiker kann auch Spritzen setzen, z.B. in den Muskel. Auch die Reinigung und Desinfektion der Praxisräume und Instrumente zählt zu den Tätigkeiten des Heilpraktikers.
Ein Heilpraktiker darf sämtliche psychische und körperliche Krankheiten diagnostizieren und behandeln. Hier bestehen jedoch einige wichtige Ausnahmen: Meldepflichtige Erkrankungen, Zahnbeschwerden und Patienten, die eine Strahlentherapie erhalten, dürfen nicht von einem Heilpraktiker behandelt werden. Gleiches gilt auch für die Geburtshilfe. Der Heilpraktiker darf beispielsweise keine Geburt leiten. Ein Heilpraktiker ist auch nicht ermächtigt, den Tod eines Patienten offiziell festzustellen. Der Heilpraktiker macht sich sonst strafbar. Ein Patient mit einer entsprechenden Erkrankung muss demnach vom Heilpraktiker zu einem Arzt geschickt werden. Wird ein Patient hingegen bereits von Schulmedizinern behandelt und möchte zusätzlich eine naturheilkundliche Behandlung bei einem Heilpraktiker, so ist dies zulässig.
Bevor der Heilpraktiker eine Therapie einleiten kann, spricht er ausführlich mit dem Patienten über dessen Beschwerden und Vorerkrankungen. Auch über persönliche Probleme wird hier gesprochen, da dies in die Diagnostik des Heilpraktikers mit einbezogen wird. Im Rahmen der Diagnostik sieht sich der Heilpraktiker die Augen und die Zunge des Patienten an, testet den Patienten auf Medikamentenverträglichkeit und/oder tastet z.B. den Körper des Patienten ab.
Zur Therapie setzt der Heilpraktiker meistens Präparate aus der Naturheilkunde (z.B. Globuli) ein. Der Heilpraktiker gibt diese dem Patienten in geringer Menge direkt mit oder verordnet das Medikament auf einem Rezept. Verschreibungspflichtige Medikamente dürfen von einem Heilpraktiker nicht verordnet werden.
Je nach Art ihrer Ausbildung können Heilpraktiker einige Beschwerden auch mit Akupunktur lindern oder heilen. Dazu setzt der Heilpraktiker dünne Nadeln in bestimmte Stellen des Körpers und regt so die körpereigene Energie an.
Einige Krankheiten oder Beschwerden können auch durch eine Eigenbluttherapie behandelt oder gelindert werden. Der Heilpraktiker entnimmt dem Patienten dazu eine geringe Menge Blut und mischt diese mit einem Medikament (z.B. Vitamine). Anschließend wird das gemischte Präparat dem Patienten in den Muskel gespritzt.
Folgende Therapien werden auch von qualifizierten Heilpraktikern durchgeführt: Reflexzonenmassage, Farbtherapie, Akupressur, Vitamin C-Infusionen zur Steigerung der Abwehrkräfte, Laserbehandlungen, Kinesiologie, Massagen, Schröpfkopf-Behandlungen usw.
Der Heilpraktiker berechnet seine Leistungen nach der Gebührenordnung für Heilpraktiker. Das Erstellen der Rechnung gehört demnach ebenso zum Aufgabengebiet des Heilpraktikers.
Viele Patienten suchen heutzutage lieber einen Heilpraktiker als einen Arzt auf, da die Heilpraktiker sich meist mehr Zeit für ihre Patienten nehmen als dies viele Ärzte tun. Auch die Atmosphäre einer Heilpraktikerpraxis wird von vielen Patienten als angenehmer empfunden als in einer Arztpraxis.
Man unterscheidet Heilpraktiker für Menschen (sowohl Kinder als auch Erwachsene), Heilpraktiker für Tiere (Tierheilpraktiker) und Heilpraktiker für Psychotherapie.
Die meisten Heilpraktiker machen sich nach Abschluss ihrer Ausbildung selbstständig und arbeiten in der eigenen Praxis. Viele Heilpraktiker betreiben diese auch in ihrem eigenen Haus. Nur wenige Heilpraktiker arbeiten mit Schulmedizinern zusammen in einer eigenen Praxis. Selten arbeiten Heilpraktiker auch in naturheilkundlich ausgerichteten Krankenhäusern.
Die Ausbildung ist nicht bundeseinheitlich geregelt - die Prüfung schon.
Dementsprechend richten sich die Ausbildungsinhalte i....
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