7. Dezember 2010
Als Hiatushernie bezeichnet man einen Durchbruch von Organen durch das Zwerchfell. Zur Behandlung muss eine Operation erfolgen.
Beim Zwerchfell (Diaphragma) handelt es sich um einen kuppelförmigen Muskel zwischen Bauchhöhle und Brusthöhle. Es hat eine wichtige Bedeutung für die Atmung. Kommt es zu einem Bruch des Zwerchfells, können Organe aus dem Bauchraum durch die Lücke in den Brustraum gleiten.
Zu einer Hiatushernie kommt es oftmals durch eine Gewebeschwäche im Speiseröhrendurchtrittsbereich. Allerdings kann eine Lücke im Zwerchfell auch bereits seit Geburt bestehen.
Bei Hiatushernien unterscheidet man zwischen unterschiedlichen Formen. Bei einer axialen Hiatushernie kommt es zu einer vollständigen Verschiebung des Magens nach oben, da sich der Mageneingang löst. Bei einer paraösophagealen Hernie verschieben sich Teile des Magens am fest sitzenden Eingang des Organs. Darüber hinaus kann es zu Mischformen kommen, was man als Mischhernien bezeichnet. Im schlimmsten Fall verlagert sich der Magen total.
Ist die Ausdehnung nur gering, sind anfangs kaum Beschwerden zu verspüren. Oftmals kommt es zu einem Druck hinter dem Brustbein. Wird der Magen-Darm-Transport gestört, können Blähungen oder Erbrechen auftreten. Bei einer axialen Hernie kommt es häufig zu Sodbrennen. Besonders gefährlich ist eine paraösophageale Hernie, da sich dabei Teile des Magens oder des Darms in der Lücke einklemmen können, wodurch das Risiko einer Perforation (Durchbruch) und einer lebensgefährlichen Peritonitis (Bauchfellentzündung) besteht.
Ein Zwerchfellbruch muss stets operativ behandelt werden, da sich die Hernie durch eine konservative Therapie nicht beheben lässt. Vor allem bei paraösophagealen Hernien ist eine Operation unumgänglich, um das Einklemmen von Magen- und Darmanteilen zu verhindern. Eine axiale Hernie wird dagegen nur dann chirurgisch behandelt, wenn es zu stärkeren Beschwerden kommt.
Ziel einer Zwerchfelloperation ist es, die Organe wieder in ihre ursprüngliche Position in der Bauchhöhle zu bringen. Vor dem Eingriff erhält der Patient eine Vollnarkose. Um die Operation durchzuführen, hat der behandelnde Chirurg mehrere Möglichkeiten. So kann entweder eine Laparotomie (Bauchschnitt) oder eine Laparoskopie (Bauchspiegelung) durchgeführt werden. Bei der Bauchspiegelung erfolgt zunächst ein kleiner Einschnitt am Bauchnabel. Danach wird ein Laparoskop, das mit einer Videokamera ausgestattet ist, ins Innere des Bauches eingelassen. Mithilfe von CO2-Gas spannt man das Bauchgewölbe auf und verbessert dadurch die Sicht. Über einen angeschlossenen Monitor kann der Chirurg das Operationsgebiet jederzeit betrachten. Bei einer Hiatoplastik (Hiatuseinengung) näht man die Lücke im Zwerchfell enger zusammen. Eine weitere Variante ist die Gastropexie, bei der man den Magen an bestimmte Strukturen des Bauchraums annäht.
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