Nickelallergie - Ursachen, Symptome und Behandlung

Die Ursache einer Nickelallergie liegt im Immunsystem des Patienten. Die Krankheit kann meist gut behandelt werden. Eine Nickelallergie verursacht verschiedene allergische Symptome. Die Diagnostik erfolgt meist beim Dermatologen.

Die Entstehung einer Nickelallergie und wie man sie erkennen und behandeln kann

Krankheitsbild

Nickel ist ein an sich harmloses Metall, das in vielen Gegenständen des alltäglichen Gebrauchs zu finden ist und normalerweise keine Beschwerden bei einem Hautkontakt verursacht. Allerdings leiden immer mehr junge und ältere Menschen unter einer so genannten Kontaktallergie mit diesem Metall, was sich dann mitunter als sehr lästig aufzeigen kann.

Die Nickelallergie kommt meist plötzlich und kann selbst erst in einem hohen Alter auftreten. Unter den Geschlechtern sind Frauen bis zu 10-mal häufiger von solch einer Immunreaktion betroffen als es bei Männern der Fall ist - Tendenz übrigens steigend. Auslöser der Allergie sind zumeist winzige Nickel-Teilchen, die tiefer in die Haut eindringen als gewohnt, sodass das Immunsystem auf den "Feind" entsprechend reagiert.

Ursachen

Patienten, die an einer Nickelallergie leiden, haben ein hochempfindliches Immunsystem, das den Stoff Nickel als Fremdkörper ansieht und ihn daher bekämpft. Die Allergie wird ausgelöst, wenn der Betroffene zum ersten Mal in Kontakt mit nickelhaltigen Gegenständen oder Lebensmitteln kommt. Beim nächsten Kontakt entstehen dann die allergischen Symptome.

In vielen Fällen entwickeln sich die Symptome auch erst dann, wenn der Betroffene über mehrere Monate hinweg regelmäßig Kontakt mit Nickel hatte. Dabei reagiert nicht jeder Betroffene auf Nickel mit den gleichen heftigen Symptomen.

Bei manchen Patienten treten die Symptome nur dann auf, wenn zum Beispiel übermäßig viele nickelhaltige Lebensmittel wie Nüsse oder Erdbeeren verzehrt werden. Allergien sind auch erblich bedingt, so dass die Veranlagung dazu bereits die Säuglinge haben.

Nickelhaltige Gegenstände und Substanzen

Zu den Gegenständen und Substanzen, in denen Nickel enthalten ist, zählen mitunter

Verlauf

In der Regel kann eine Nickelallergie gut behandelt werden und führt zu keinen Folgeerkrankungen. Die Patienten müssen allerdings versuchen, nickelhaltige Produkte zu meiden, damit nicht erneut ein Ekzem auftritt.

Nickel ist in unzählig vielen Produkten enthalten, an die der Betroffene zu Beginn seiner Erkrankung oft nicht denkt. Das akute Ekzem kann der Hautarzt gut behandeln. Wird dieses Ekzem jedoch chronisch, so muss der Patient dies regelmäßig selbst mit entsprechenden Salben behandeln.

Einige Patienten bekommen bereits allergische Symptome, wenn sie eine Fertigmahlzeit aus einer Dose essen. Die Dosen werden meist aus nickelhaltigen Materialien hergestellt. Diese Patienten müssen dann derartige Fertiggerichte meiden.

Symptome

Die Nickelallergie ist eine sehr häufige Allergie. Die Patienten reagieren dabei allergisch, wenn sie in Kontakt mit nickelhaltigen Gegenständen oder Produkten kommen.

Einige Stunden nach der Berührung der Haut mit dem Nickel bildet sich ein Ausschlag mit Bläschen an dieser Stelle. Die Bläschen können auch nässen.

Die Haut rötet sich und juckt. In einigen Fällen schwillt diese Hautstelle auch an.

Es bildet sich ein Ekzem. Wenn das Ekzem chronisch wird, verdickt sich die Haut an dieser Stelle, wird extrem trocken und schuppt sich. Dadurch bilden sich Risse in der Haut, die der Patient als sehr schmerzhaft empfindet.

Diagnose

Facharzt für die Diagnosestellung einer Nickelallergie ist der Hautarzt (Dermatologe). Wenn ein Patient derartige Symptome schildert, vermutet der Arzt bereits eine Allergie gegen Nickel.

Um den Verdacht abzusichern, muss jedoch ein Allergietest durchgeführt werden. Hier gibt es verschiedene Testmöglichkeiten.

Beim so genannten Epikutantest werden verschiedene mögliche Allergie auslösende Substanzen auf Pflaster getropft, die anschließend auf einen Oberarm oder den Rücken des Patienten geklebt werden. Reagiert der Patient allergisch auf einen oder mehrere Stoffe, rötet sich die Haut an der Stelle, an der sich die entsprechende Lösung b

efindet.

Behandlung

Wenn der Hautarzt eine Nickelallergie diagnostiziert, verordnet er dem Patienten kortisonhaltige Salben zum Auftragen auf das Ekzem. Besteht starker Juckreiz, kann der Patient ein Antihistaminikum, ein Medikament gegen die Allergie, einnehmen.

Zusätzlich schafft auch ein kühles Tuch auf der betroffenen Hautstelle Erleichterung. In jedem Fall müssen die Patienten versuchen, Produkte mit Nickel zu vermeiden.

Besonders beim Kauf von Modeschmuck sollte darauf geachtet werden, nickelfreie Artikel zu kaufen. In Modeschmuck ist sehr häufig Nickel enthalten. Der Arzt wird Patienten mit einer Nickelallergie auch raten, nicht mehr zu rauchen, da auch Zigaretten Nickel enthalten.

Ist sich der Patient nicht sicher, ob ein Produkt nickelhaltig ist oder nicht, kann er sich in der Apotheke einen speziellen Test kaufen, der anhand einer vorgefertigten Lösung anzeigt, ob sich Nickel in dem Produkt befindet oder nicht.

Bei vielen Allergien kann eine Hyposensibilisierungsbehandlung für Heilung sorgen. Der Patient erhält dazu im Rahmen einer etwa dreijährigen Behandlung in regelmäßigen Abständen geringe Mengen seines Allergie auslösenden Mittels unter die Haut gespritzt.

Der Körper kann sich so langsam daran gewöhnen und reagiert nach Ablauf der Behandlung nicht mehr mit allergischen Symptomen. Bei der Nickelallergie ist diese Behandlung jedoch nicht

möglich.

Vorbeugung

Um die Entstehung von Allergien im Allgemeinen so gut wie möglich zu vermeiden, empfehlen Hebammen, Säuglinge mindestens ein halbes Jahr voll zu stillen. Anschließend wird Monat für Monat eine Mahlzeit durch die Beikost ersetzt und die übrigen noch nicht ersetzten Mahlzeiten weiter gestillt.

Zusätzlich sollten diverse Lebensmittel im ersten Jahr noch gar nicht verabreicht werden, wie zum Beispiel Weizenmehl oder Nüsse. Patienten, die bereits einmal unter einer Nickelallergie gelitten haben, sollten sämtliche Produkte meiden, die diesen Stoff enthalten.

Für alle, die viel mit Scheren (Friseure), Handwerkszeug oder Geld (Kassierer) zutun haben, empfiehlt es sich, den Kontakt mit dem Nickel durch das Tragen von Handschuhen zu vermeiden. Da Nickel auch in vielen Kochutensilien zu finden ist, sollte man hier am besten auf Materialien wie etwa Keramik, Glas, Kunststoff oder Ton ausweichen und den Einsatz von Edelstahl lieber deutlich eingrenzen.

Nickelhaltiges sollte weder direkt auf dem Körper, noch beim Sport, nachts oder gar beim Baden und Duschen getragen werden. Auch der Verzicht auf Piercings und Ohrringe aus Nickel ist nur zu empfehlen, wenn man die unangenehmen Symptome der Kontaktallergie vermeiden möchte. Knöpfe an Jeans und Co sollten zudem am besten durch Kunststoffknöpfe ausgetauscht werden oder durch das Tragen von schützender Kleidung von einem direkten Hautkontakt abgehalten werden.

Lässt sich so manches Tragen auf der Haut nicht vermeiden, dann sollte man auf die nickelhaltigen Gegenstände farblosen Nagellack auftragen. Diese Prozedur sollte jedoch in unterschiedlichen Abständen wiederholt werden, um den Schutz aufrecht erhalten zu können.

Leidet man unter einer Nickelallergie, dann sollte man seinen Arzt darauf aufmerksam machen, da sowohl im Zahnersatz, in Zahnspangen sowie Gelenkprothesen oder Klammern und Schrauben bei Operationen Nickel zu finden ist.

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