2. Dezember 2010
Vergrößerte Hämorrhoiden verursachen unangenehme Beschwerden. Ab einem bestimmten Schweregrad müssen die Knoten operativ entfernt werden.
Jeder Mensch verfügt über Hämorrhoiden. Sie sind Schwellkörper, die zusammen mit dem Schließmuskel für die Abdichtung der Analöffnung sorgen. Kommt es jedoch zu einer knotigen Verdickung der Schwellkörper, entstehen unangenehme Beschwerden wie Juckreiz, Blutungen, Schmerzen und Entzündungen.
In der Medizin unterscheidet man bei Hämorrhoidalleiden zwischen vier Schweregraden. Während bei Grad I nur eine leichte Verdickung besteht, kommt es bei Grad II zu einem Heraustreten der Hämorrhoiden aus der Analöffnung, was man als Analprolaps bezeichnet. Bei Grad III tritt dieser Vorfall ständig auf und bei Schweregrad IV können die hervorgetretenen Hämorrhoiden nicht mehr zurückgeschoben werden.
Zur Bekämpfung von Hämorrhoiden gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Hämorrhoiden vom Schweregrad I und II lassen sich zumeist ohne eine Operation behandeln. Für die Therapie, für die in der Regel keine Betäubung nötig ist, wird ein so genanntes Proktoskop, ein rohrförmiges medizinisches Instrument benutzt, das der Proktologe in den Analkanal des Patienten einschiebt.
Zu den verschiedenen Behandlungsmethoden gehören die Sklerosierung (Verödung), bei dem ein bestimmter Wirkstoff in die Hämorrhoiden gespritzt wird, um sie schrumpfen zu lassen und die Hämorrhoiden-Arterien-Ligatur, bei der man mithilfe eines speziellen Proktoskops die Arterien, die die Hämorrhoiden mit Blut versorgen, abschnürt. Eine andere Variante ist die Gummiband-Ligatur. Dabei zieht man einen Ring aus Gummi über die Hämorrhoidalknoten, um die Durchblutung zu unterbrechen, woraufhin das abgeklemmte Knotengewebe abstirbt.
Besteht jedoch bereits Schweregrad III oder IV, ist meist eine operative Hämorrhoidektomie erforderlich, um die Hämorrhoidalknoten zu entfernen. Dabei erhält der Patient entweder eine Regionalanästhesie oder eine Vollnarkose. Außerdem ist ein Krankenhausaufenthalt von 5 bis 10 Tagen erforderlich. Für die Durchführung einer Hämorrhoidektomie gibt es verschiedene Verfahrensweisen. Bei der herkömmlichen Methode, dem Milligan-Morgan-Verfahren, zieht man die Hämorrhoidalknoten mit einer Klemme durch den After nach außen, wo man sie präpariert. Anschließend wird das Gewebe vom Schließmuskel getrennt. Um späteren Blutungen vorzubeugen, ist es üblich, die Arterie abzubinden. Die Hämorrhoidalknoten werden dann mithilfe eines Skalpells entfernt. Da die Wunden offen heilen müssen, werden sie nicht vernäht.
Ein anderes Verfahren ist die Submuköse Hämorrhoidektomie, bei der für jeden Knoten ein Schnitt in Y-Form in die Analschleimhaut vorgenommen wird. Nachdem das Hämorrhoidalpolster freigelegt wurde, unterbricht man die Versorgungsgefäße und entfernt das Polstergewebe. Danach vernäht der Chirurg die Wundränder in Form eines Ts.
Nach dem Eingriff kann es mitunter zu Komplikationen wie Schwellungen, Druckbeschwerden, Schmerzen oder Beeinträchtigungen des Schließmuskels kommen.
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Der Ratgeber Haemorrhoiden-Atlas für Patienten von dem Autor Wilhelm Brühl.
