12. Dezember 2008
Von Annett Biermann
Die Gallenblase, in der sich häufig Gallensteine bilden, ist ähnlich wie der Blinddarm ein reines, nicht lebensnotwendiges "Luxusorgan". Da auf Grund von Gallensteinen die Gallenblase häufig gänzlich entfernt wird stellt sich die Frage, wie viel Luxus der Mensch braucht?
Vorab sei angemerkt, dass Schätzungen zur Folge zwischen fünfzehn und zwanzig Prozent der Bevölkerung Gallensteine besitzt. Zählt man sich zu diesem elitären Kreis, so ist es jedoch nicht gesagt, dass diese Steine jemals Beschwerden verursachen. Nur bei ca. einem Viertel aller Gallensteinträger kommt es auch zu Beschwerden.
Gallensteine bilden sich vermehrt in der so genannten Gallenblase, die Gallenflüssigkeit speichert. Gallensteine bilden sich in aller Regel dann, wenn ein Ungleichgewicht löslicher Stoffe auftritt und die Flüssigkeit in der Gallenblase damit verklumpt. Dieses Ungleichgewicht ist häufig genetisch bedingt und kann mäßig bis gar nicht über die Nahrungsaufnahme beeinflusst werden.
Fettarme Ernährung und viel Bewegung kann die Bildung von Gallensteinen jedoch dämpfen. Auch Faktoren wie Schwangerschaft oder Diabetes können ein Ungleichgewicht löslicher Stoffe auslösen und zur Bildung von Gallensteinen beitragen. Befinden sich Steinchen in der Gallenblase, so können diese jedoch auch Probleme verursachen. Bei Gallensteinträgern wurden häufig Symptome wie Übelkeit, Schweißausbrüche, Schüttelfrost, starke Blähungen, Gelbfärbung der Pupillen, Schmerzen im rechten Oberbauch und Schulterschmerzen, insbesondere unmittelbar nach der Nahrungsaufnahme beobachtet.
Gallensteine sind heutzutage sehr leicht nachweisbar, da sie an Hand einer Ultraschalluntersuchung sichtbar gemacht werden können. Treten die genannten Symptome auf Grund der diagnostizierten Gallensteine auf, so ist eine Behandlung je nach Ausprägung der Symptome nicht immer zwingend notwendig.
Akute Gefahr hingegen besteht, wenn die Gallensteine beginnen zu "wandern" und bei der Ausschüttung der Gallenflüssigkeit aus der Gallenblase in den Gallengang wandern und diesen verstopfen. In aller Regel treten sodann unmittelbar starke schmerzhafte Gallenkoliken, in Form von krampfartigen Bauchschmerzen auf. Spätestens dann ist eine Behandlung unverzichtbar, da eine Verstopfung des Gallengangs zu schweren Entzündungen im Körper führen kann. Die Behandlung von Koliken erfolgt vorwiegend durch Schmerzmittel und Antibiotika. Kann der Stein nicht gelöst werden, so wird mit einem chirurgischen Eingriff nicht nur der Stein an sich, sondern auch die gesamte Gallenblase operativ entfernt.
Heutzutage wird vorwiegend Laparoskopisch mit vier kleinen Bauchschnitten operiert. Da die Operation sehr einfach ist und wenig bis keine Neben- und Nachwirkungen verursacht, ist Gallensteinträgern, die unter ihren Steinen leiden, eine Operation anzuraten. Da die Speicherung von Gallenflüssigkeit nur bei besonders fettreicher Ernährung notwendig ist, kann getrost auf das "Luxusorgan" Gallenblase verzichtet werden.
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