21. Oktober 2009
Gallenblasenkrebs verursacht lange Zeit keine Beschwerden. Die Diagnostik ist umfangreich.
Erst nach einiger Zeit verursacht der Krebs in der Gallenblase Beschwerden, wenn er schon recht weit fortgeschritten ist. Die Patienten bemerken eine Gelbsucht, die sich durch eine gelbliche Färbung von Haut und Augen äußert und auch Juckreiz verursacht. Der Urin verfärbt sich dunkel, der Stuhl hingegen wird deutlich heller und weicher. Die Patienten vertragen fettreiche Mahlzeiten schlechter. Zusätzlich haben die Patienten Beschwerden im Bereich des Oberbauches mit Übelkeit und teilweise auch Erbrechen. Die Patienten haben wenig Appetit. Die Betroffenen fühlen sich müde und nehmen an Gewicht ab.
Schildert ein Patient diese Symptome, führt der Arzt zuerst eine körperliche Untersuchung durch und tastet dabei auch den Bauch ab. Oftmals kann der Arzt durch die Bauchdecke die vergrößerte Gallenblase ertasten. Teilweise kann sogar der bösartige Tumor getastet werden. Bei der körperlichen Untersuchung sieht der Arzt auch die Gelbsuchtssymptome. Gelbsucht in Kombination mit einer vergrößerten Gallenblase lässt immer auf eine Krebserkrankung im Bereich der Gallenblase schließen.
In jedem Fall führt der Arzt im Rahmen seines Diagnoseverdachtes auch eine Blutuntersuchung durch. Hier ist eine Erhöhung der Gallen- und einiger Leberwerte zu erkennen. Zusätzlich sind auch die Tumormarker erhöht. Tumormarker sind Blutwerte, die bei einer Krebserkrankung erhöht sind.
Auch eine Ultraschalluntersuchung führt der Arzt durch. Hier kann der Arzt den Tumor in der Gallenblase sowie evtl. bereits vergrößerte Lymphknoten erkennen.
Eine besondere Form des Ultraschalls, die so genannte Endosonografie, findet im Rahmen der Diagnostik ebenfalls häufig Anwendung. Diese Form der Diagnostik ähnelt zu Beginn einer Magenspiegelung. Der Arzt führt ebenfalls einen langen Schlauch durch den Mund des Patienten ein. Am Ende des Schlauches befindet sich jedoch keine Kamera wie bei dem Endoskop zur Magenspiegelung sondern ein Ultraschallkopf. Der Ultraschallkopf wird nun durch die Speiseröhre und den Magen bis hin zum Tumor vorgeschoben, so dass festgestellt werden kann, wie tief der Tumor bereits in das Gewebe gewachsen ist. Auch die Lymphknoten können so gut diagnostiziert werden.
Im Rahmen der Diagnostik wird auch der Brustkorb geröntgt, um frühzeitig evtl. Metastasen diagnostizieren zu können.
In jedem Fall wird eine ERC (Endoskopische Retrograde Cholangiographie) oder eine ERCP (Endoskopische Retrograde Cholangiopankreatikographie) durchgeführt. Der Arzt führt dazu einen langen biegsamen Schlauch, das Endoskop, durch den Mund des Patienten ein und weiter durch die Speiseröhre, den Magen und den Zwölffingerdarm. An der Stelle des Dünndarms, an der sich der gemeinsame Ausführungsgang von Bauchspeicheldrüse und Gallengang befindet, wird ein Röntgenkontrastmittel gespritzt. Gleichzeitig wird eine Röntgenaufnahme angefertigt. Verengungen im Bereich der Gallengänge durch Tumore können so diagnostiziert werden. Durch das Endoskop kann im Rahmen dieser Untersuchung auch eine Gewebeprobe entnommen werden. Der Arzt führt dazu eine feine Zange über das Endoskop ein. Die Probe wird anschließend im Labor unter dem Mikroskop auf Krebszellen untersucht. Sollte der Arzt das Endoskop aufgrund von Verengungen nicht zur gewünschten Stelle vorschieben können, muss oft ein Schnitt gesetzt werden, um die Öffnung zu erweitern.
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