10. Oktober 2007
Bei einer Asthma-Erkrankung kommt es zu Entzündungsreaktionen der Bronchialschleimhaut, wenn sie beispielsweise mit Allergenen in Berührung kommt.

Asthma bronchiale ist eine Erkrankung der zuführenden Luftwege (Bronchien). Die Ursache dieser Erkrankung ist eine Fehlfunktion der Immunantwort, die in 50 Prozent der Fälle von einem Elternteil auf das Kind vererbt wird. Haben beiden Eltern eine dieser Krankheiten, steigt das Risiko für die Kinder auf bis zu 80 Prozent.
Im Zuge der "fehlgeleiteten" Immunantwort wandern Abwehrzellen in die Bronchialzellen ein und schütten Substanzen aus - mit gefährlichen Folgen. Die kleinen Luftwege verkrampfen, die Schleimhäute entzünden sich und schwellen an und die Drüsen produzieren zähflüssigen Schleim, der die Atemnot verschlimmern kann.
Zunächst ist vor allem das Ausatmen behindert und Atemgeräusche treten auf. Im Verlauf der Krankheit können chronischer Husten und massive Atemnöte hinzukommen, die Erstickungsanfällen ähneln.
Die Bronchien der Betroffenen haben eine gesteigerte Empfindlichkeit gegenüber zahlreichen Reizen - so auch Allergenen - und reagieren auf diese mit einer zusätzlichen Verengung. So können Hausstaubmilben, Schimmelpilze, eine Katzenallergie, Duftstoffe, Vogelfedern oder Blütenpollen einen asthmatischen Anfall auslösen. Auch Abgase, Tabakrauch und Medikamente mit Acetylsalicylsäure, Antirheumatika und Beta-Blocker stehen im Verdacht, einen Anfall hervorrufen zu können.
Während die Entzündungen der Bronchien zunächst durch spezifische Allergene ausgelöst werden, kann es mit dem Fortschreiten der Erkrankung zu einer generellen Überempfindlichkeit der Bronchien kommen. Dann häufen sich die Anfälle in der Regel und können nun auch von anderen Reizen ausgelöst werden. Um diese Entwicklung aufzuhalten, ist eine frühzeitige und langwierige Behandlung des Asthmas wichtig. Asthmatiker sollten sich von ihrem Arzt auf mögliche Unverträglichkeiten gegenüber Allergenen testen lassen. Denn um die Anfälle in den Griff zu bekommen, sollten man diese Auslöser meiden.
Eine Studie italienischer Forscher, die unlängst im "British Medical Journal" (Bd. 320) vorgestellt wurde, kam zu dem Ergebnis, dass übermäßige Hygiene ein Grund für den kontinuierlichen Anstieg der Asthma-Erkrankungen in den westlichen Ländern sein kann. Denn Kinder, die in einer sterilen Umgebung aufwachsen, haben keine Chance, ihr Immunsystem zu stärken. Man nimmt an, dass Krankheiten in früher Kindheit für die Aktivierung eines gut funktionierenden Immunsystems nötig sind und damit vor Allergien und Asthma bronchiale schützen.
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