Vitamin D Mangel - Erkennen und behandeln

Bei einem Vitamin D Mangel erhält der menschliche Körper zu wenig Vitamin D. Dabei kann dieses über die Nahrung aufgenommen werden, ebenso ist die Selbstproduktion möglich. Zu den häufigsten Ursachen eines Vitamin C Mangels gehört zu wenig Sonnenlicht. Doch auch andere Ursachen, bestimmte Erkrankungen beispielsweise, sind möglich. Lesen Sie alles Wissenswerte über den Vitamin D Mangel.

Wissenswertes über Vitamin D Mangel

Ursachen – Wie entsteht ein Vitamin-D-Mangel?

Bei vielen anderen Vitaminen kommt es durch eine zu geringe Aufnahme über die Nahrung zu einem Mangel. Auch bei Vitamin D kann die Ursache eine mangelnde Aufnahme durch die Nahrung sein.

Zu den Hauptauslösern zählt jedoch ein Mangel an Sonnenlicht, sodass es häufig in den kühleren Monaten des Jahres zu einem Vitamin D Mangel kommt. Denn größtenteils wird der Bedarf mithilfe von Sonnenlicht abgedeckt.

Weitere Ursachen für einen Mangel können Erkrankungen wie eine Leberzirrhose und Niereninsuffizienz sein. Das Vitamin D, welches vom Körper selbst produziert und über die Nahrung aufgenommen wird, muss von diesen beiden Organen erst "aktiviert" werden, da es sich zunächst nur um ein Provitamin handelt.

Um dem Körper als Vitamin D einen Nutzen bringen zu können, müssen Nieren und Leber das Provitamin also zunächst umwandeln. Ist die Funktion dieser Organe gestört, tritt daher häufig ein Mangel auf.

Ein Vitamin-D-Mangel kann auch durch die Einnahme von verschiedenen Medikamenten begünstigt werden.

Risikogruppen für einen Vitamin D Mangel

Zudem gibt es Personengruppen, die einen erhöhten Bedarf haben, wodurch die empfohlene Tagesmenge an Vitamin D nicht ausreicht. Zu diesen Personen zählen unter anderem:

  • Kinder in der Wachstumsphase
  • Schwangere und Stillende
  • Personen mit Erkrankungen der Schilddrüse
  • Personen mit Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse
  • alte Menschen
  • dunkelhäutige Menschen
  • Vegetarier
  • bettlägerige Menschen
  • Sonnenmuffel

Tagesbedarf und Vorkommen von Vitamin D

Die empfohlene Tagesdosis für Vitamin D liegt bei fünf Mikrogramm. Dieser Bedarf wird gedeckt über den Verzehr von beispielsweise:

Da Vitamin D ein fettlösliches Vitamin ist, kann es nur zusammen mit Fett im Darm aus der Nahrung extrahiert und in den Körper aufgenommen werden. Eine fettreduzierte oder fettarme Diät kann also zu einer Unterversorgung führen.

Symptome und Folgen – Einen Vitamin D Mangel erkennen

Bei einem Mangel an Vitamin D können zunächst recht unspezifische Symptome auftreten, dazu zählen zum Beispiel:

  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Leistungsschwäche
  • Konzentrationsschwäche
  • eine erhöhte Infektanfälligkeit

Besteht der Mangel über einen längeren Zeitraum hinweg, so kann es vor allem in der Wachstumsphase zu Entwicklungsstörungen im Wachstum der Knochen und Verformungen des Skeletts kommen.

Osteomalazie: Knochenerweichung durch Vitamin D Mangel

Bei Erwachsenen kann ein ausgeprägter Vitamin-D-Mangel zu einer Knochenerweichung führen. Dazu kommt es, weil die Knochenverkalkung durch den Mangel gestört wird. Das hat oft schmerzhafte Folgen, die sich vor allem im Bereich der Hüfte und des Rückens zeigen.

Da die Knochen durch den Mangel im Laufe der Zeit weicher werden, brechen sie leichter. Das heißt, dass Knochen schon unter geringer Krafteinwirkung brechen können. Aber auch wenn die Knochen nicht brechen, können sie sich im Laufe der Zeit verformen. Vor allem die Knochen der Beine sind davon betroffen.

Rachitis

Bei Kindern kann es durch den Vitaminmangel sogar zu der Knochenkrankheit Rachitis kommen, da der Kalziumstoffwechsel gestört wird.

Weil zu wenig Kalzium und Phosphat in die Knochen eingebaut werden, verändern diese ihre Form. Weitere Symptome sind:

  • eine schlechte Zahnbildung
  • eine mangelhafte Abwehrfunktion
  • Muskelschwäche

In der heutigen Zeit kommt Rachitis jedoch nur noch selten vor.

Gesteigertes Schmerzempfinden durch Vitamin D Mangel

Übrigens wurde in einer Studie herausgefunden, dass Schmerzpatienten mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel im Blut im Schnitt deutlich mehr Schmerzmittel benötigten als Patienten, die eine höhere Vitamin-D-Konzentration im Blut aufwiesen.Daher geht man davon aus, dass ein Mangel an Vitamin-D die Wahrnehmung von Schmerzen verstärkt.

Vitamin-D-Mangel beeinträchtigt kognitive Fähigkeiten – vor allem Ältere sind betroffen

Eine mangelhafte Versorgung mit Vitamin D beeinträchtigt die geistige Leistungsfähigkeit. Vor allem Senioren in Heimen und Krankenhäusern sind unterversorgt. Neue Forschungsergebnisse weisen sogar auf einen Zusammenhang zu Demenz und Alzheimer hin.

Ein Vitamin-D-Mangel hat einen negativen Einfluss auf die geistige Leistungsfähigkeit. Betroffen sind vor allem ältere Menschen in stationären Einrichtungen.

Einen Zusammenhang zwischen niedrigen Vitamin-D-Konzentrationen im Blut und nachlassenden kognitiven Funktionen hatte bereits eine amerikanische Studie aus dem Jahr 2010 entdeckt. Als Richtwert gelten 50 nmol/L. Neuere Forschungen zu Demenz und Alzheimer bestätigen die Ergebnisse.

Der Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und Osteoporose ist wissenschaftlich gut belegt. Auch Depressionen und manche Herzerkrankungen werden durch eine Unterversorgung mit dem "Sonnenvitamin" begünstigt. Welchen Einfluss Vitamin D auf das Gedächtnis und andere kognitiven Funktionen hat, ist aber erst seit einigen Jahren erforscht.

Wie wirkt Vitamin D im Gehirn?

Die ersten Belege für einen positiven Einfluss von Vitamin D auf die geistige Leistungsfähigkeit ergab 2010 eine Studie der Tufts Universität in Boston. Von 1.000 amerikanischen Senioren, die häusliche Pflege in Anspruch nahmen, wies nur jeder Dritte eine ausreichend hohe Vitamin-Konzentration im Blut auf. 65 Prozent der Älteren litt unter einem Vitamin-D-Mangel.

In neuropsychologischen Tests konnten die Forscher nachweisen, dass ein Mangel an Vitamin D die Stoffwechselvorgänge im Kleinhirn und Hippocampus verändert. Betroffen sind vor allem der Hippocampus und jene Teile des Kleinhirns, die zur Planung von alltäglichen Handlungen sowie zum Speichern und Verarbeiten von Erinnerungen benötigt werden.

Fehlt in diesen Hirnarealen Vitamin D, sinken die kognitiven Leistungen. Das betrifft sowohl das Erinnern als auch flexible Denkprozesse wie das Planen von Tätigkeiten und die Verarbeitung von neuen Informationen.

Vitamin D und Demenz

Dass Vitamin einen Einfluss auf Gedächtnisleistungen hat, bestätigt eine aktuelle Kohortenstudie mit 1.653 Teilnehmern im Alter von durchschnittlich 62 Jahren. Demnach verdoppelt ein starker Mangel an Vitamin D das Risiko, an Demenz oder Alzheimer zu erkranken. In einem Zeitraum von 5,6 Jahren entwickelten 171 der Teilnehmer eine Demenz. Besonders hoch ist die Gefahr für das Gedächtnis demnach, wenn die Konzentration von Vitamin D im Blut dauerhaft unter 25 nmol/l abfällt.

Viele Ärzte sehen in diesen Ergebnissen einen Hoffnungsfunken für die vorbeugende Behandlung von Demenz oder Alzheimer. Ob die hoch dosierte Einnahme von Vitamin D dem geistigen Verfall entgegenwirken oder die kognitive Flexibilität verbessern kann, ist allerdings nicht bewiesen.

Kritiker zweifeln zudem die Ergebnisse an: der Vitamin-D-Mangel könne auch eine Folge der Lebenssituation von älteren und demenzkranken Menschen sein, da diese meist ans Haus gebunden seien und daher zu selten Sonnenlicht bekommen.

Vitamin-D-Mangel beeinflusst die Zahnentwicklung

Schwangere, die genügend Vitamin-D-reiche Nahrungsmittel zu sich nehmen, stärken nicht nur den Knochenaufbau des Ungeborenen, sondern auch Babys Zähne. Ein ausreichend hoher Vitamin-D-Spiegel unterstützt die Entwicklung des Zahnschmelzes und beugt späteren Zahnschäden im Milchgebiss vor.

Der Körper benötigt Vitamin D, um Kalzium aus Nahrungsmitteln zu verwerten. Kalzium ist ein Mineralstoff, der für starke Knochen und gesunde Zähne sorgt. Studien belegen, dass Schwangere häufig zu wenig Vitamin D konsumieren.

Eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung stärkt jedoch nicht nur die Knochen sowie das Muskel- und Nervensystem des heranwachsenden Kindes, sondern unterstützt ebenso den Aufbau des Zahnschmelzes und fördert die Zahnentwicklung. Eine kanadische Studie mit Schwangeren und deren Nachwuchs weisen die negativen Auswirkungen eines Vitamin-D-Mangels auf die Zahngesundheit von Kindern nach.

Poröse Zähne durch zu wenig Vitamin D

Von mehr als 200 schwangeren Frauen wiesen rund 180 Probandinnen eine Unterversorgung mit Vitamin D auf. Bei etwa einem Fünftel der Kleinkinder der Testpersonen stellten die Forscher Defekte im Zahnschmelz fest, sehr schlechte Zähne hatte rund ein Drittel der Kinder.

Die Mütter der Kinder, die Zahnschmelzschäden aufwiesen, hatten jedoch einen nur leichten Vitamin-D-Mangel, wohingegen die Mütter der Sprösslinge mit gravierenden Zahnschäden einen erheblich niedrigeren Vitamin-D-Spiegel aufwiesen als der empfohlene Optimalwert. Der Zahnschmelz fungiert als natürliche Schutzschicht. Wenn diese Schicht nicht fest genug ist, haben Kariesbakterien leichtes Spiel, greifen die Milchzähne an und können diese bereits früh zerstören.

Behandlung – Was tun bei Vitamin D Mangel?

Liegt ein mangelnder Aufenthalt im Freien bzw. in der Sonne vor, sollte man darauf achten, regelmäßig an die frische Luft zu gehen. Wie lange es dauert, um auf diese Weise einen Vitaminmangel auszugleichen, hängt davon ab, welche Tages- und Jahreszeit vorherrscht und um welchen Hauttypen es sich handelt. Auch die geographische Breite ist ausschlaggebend.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat Empfehlungen für den Aufenthalt in der Sonne in unsere Breiten herausgegeben. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht.

Bedarf an Sonnenlicht abhängig von Jahreszeit und Hauttyp
JahreszeitSonnenlichtbestrahlung bei Hauttyp I/IISonnenlichtbestrahlung bei Hauttyp III
März, April, Mai10 - 20 Minuten15 bis 25 Minuten
Juni, Juli, August5 - 10 Minuten10 bis 15 Minuten
September, Oktober, November10 - 20 Minuten15 bis 25 Minuten

Der Hauttyp I/II steht dabei für eine helle bis sehr helle Hautfarbe, blondes oder hellrotes Haar sowie grüne oder blaue Augen. Der Hauttyp III steht für eine mittlere Hautfarbe, dunkle Haare und braune Augen.

Dabei ist laut DGE ein doppelt so langer Aufenthalt in der Sonne außerhalb der Mittagszeit, also zwischen 10 und 12 Uhr sowie zwischen 15 und 18 Uhr möglich. Die UV-Bestrahlung in Solarien ist übrigens nicht zu diesem Zweck geeignet, da das Licht deutlich mehr UV-A-Strahlung enthält als das Sonnenlicht – und dieses erhöht das Hautkrebsrisiko und begünstigt die vorzeitige Hautalterung.

Zusätzlich ist es sinnvoll, Vitamin D haltige Lebensmittel zu sich zu nehmen. Ist ein Ausgleich des Mangels weder durch Sonnenlicht noch durch die Ernährung möglich, können Vitamin D Präparate sinnvoll sein. Hierbei ist stets Rücksprache mit dem Arzt zu halten.

Besonders im Winter ist eine ausreichende Vitamin D-Versorgung wichtig

Der Mangel an Vitamin D betrifft in den kalten Wintermonaten viele Menschen - die Anfälligkeit für Erkältungskrankheiten steigt an. Es ist wichtig, auf eine ausreichende Versorgung zu achten.

Zum einen lässt sich die Sonne weniger blicken und wenn, dann verhindert unsere Winterkleidung, dass wir sie an uns heranlassen. Doch die UV-B Strahlung ist nötig, damit Vitamin D3 in unserer Haut gebildet werden kann.

Höhere Infektanfälligkeit

Wie in mehreren Studien belegt werden konnte, führt ein Vitamin D-Mangel dazu, dass wir anfälliger für Erkältungskrankheiten werden. Doch nicht nur, um einer Grippe vorzubeugen, ist die Versorgung mit diesem Vitamin wichtig. Vor allem für die Stabilität der Knochen spielt es eine wichtige Rolle, denn es sorgt für die Einlagerung von Calcium.

Auch bei Kälte an die frische Luft

Wer einen Mangel verhindern möchte, sollte sich - auch wenn es kalt und ungemütlich ist - im Winter viel an der frischen Luft bewegen. Dies alleine wird kaum ausreichen und so kann man auch auf die besagten Lebensmittel mit enthaltenem Vitamin D zurückgreifen.

Hinweise zur Einnahme von Vitamin D-Präparaten

Eine Überdosierung von Vitamin D ist kaum möglich. Nur bei einer zu hohen Einnahme von Vitamin D-Präparaten besteht die Gefahr von Beschwerden wie:

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Quellenangaben
  • Foods highest in vitamin D on wooden background. © bit24 - www.fotolia.de

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