Mangelernährung: Ursachen, mögliche Folgen, Tipps zur Regeneration und Vorbeugung

Alter Mann mit Kopfschmerzen fasst sich mit beiden Händen an die Stirn

Wissenswertes zur Entstehung und den Folgeschäden einer Mangelernährung und Tipps zur Prävention

Eine Mangelernährung tritt auf, wenn der Körper unzureichend mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt wird. Dieser Zustand kann schlimme gesundheitliche Folgen haben. Wer sich also falsch ernährt oder zu wenig Nahrung aufnimmt, muss damit rechnen, dass eine gefährliche Mangelernährung auftritt.

Arten einer Mangelernährung

Von Mangelernährung spricht man, wenn der Körper zu wenige wichtige Nährstoffe erhält. Dazu gehören vor allem:

Bei Mangelernährung wird zwischen einer quantitativen und einer qualitativen Mangelernährung unterschieden.

Die quantitative Mangelernährung

Um eine quantitative Mangelernährung handelt es sich, wenn die Betroffenen grundsätzlich zu wenig essen. Dies hat zur Folge, dass der erforderliche Energiebedarf des Organismus nicht gedeckt werden kann, da es an lebenswichtigen Nährstoffen mangelt.

Die qualitative Mangelernährung

Bei einer qualitativen Mangelernährung ernähren sich die betroffenen Personen nur einseitig und unausgewogen. Das heißt, dass die wichtigen Nährstoffe nur unzureichend aufgenommen werden.

Manchmal kann allerdings auch eine Stoffwechselstörung für eine qualitative Mangelernährung verantwortlich sein.

Im Allgemeinen unterscheidet man drei Arten von Mangelernährung:

  1. Mit Marasmus ist vor allem Energiemangel gemeint.

  2. Bei einem Kwashiorkor ist von einem Proteinmangel die Rede.

  3. Eine Mischform der beiden ersten Formen ist die PEM - eine Protein-Energie-Mangelernährung.

Ursachen einer Mangelernährung

Mangelernährung infolge einer Krankheit

Eine Mangelernährung kann nicht nur durch unzureichende Nährstoffaufnahme entstehen, sondern auch infolge von Krankheiten und Operationen. Menschen mit folgenden Beschwerden oder Erkrankungen können ebenfalls betroffen sein:

Senioren besonders häufig betroffen

Eine Mangelernährung bei Senioren ist ein Problem, dass hierzulande immer mehr zunimmt. So leiden in Deutschland rund 1,5 Millionen ältere Menschen an ernährungsbedingten Mangelerscheinungen.

Dass vor allem ältere Menschen von Mangelerscheinungen betroffen sind, hat verschiedene Gründe. So lässt mit zunehmendem Alter der Appetit immer mehr nach, außerdem verändert sich das Geschmacksempfinden. Aber auch altersbedingte chronische Erkrankungen führen häufig zu einer mangelhaften Ernährungsweise.

Ältere Menschen haben häufig mit Schluck- und Kaubeschwerden zu kämpfen und nehmen aus diesem Grund nicht genügend Nahrung auf. Auch die Immobilität spielt eine große Rolle, da viele Senioren schlichtweg zu schwach sind, um einkaufen zu gehen und sich mit Lebensmitteln zu versorgen.

Auch in Seniorenheimen kommt es häufig zu Mangelernährung. Doch für ältere Menschen ist ein Mindestmaß an Nährstoffen ebenso wichtig wie für jüngere Menschen, damit die körperliche und geistige Leistungskraft erhalten bleibt. Zwar sinkt im Alter der körperliche Bedarf an Energielieferanten wie Fetten und Kohlenhydraten, dennoch benötigen Senioren weiterhin Vitamine, Mineralstoffe und Eiweiß in hohem Maße.

Behandlung

Eine Mangelernährung im Alter erfolgreich zu behandeln, ist zwar nicht einfach, aber durchaus möglich. Für den Erfolg der Therapie ist allerdings wichtig, dass ein individueller Behandlungsplan erstellt wird. Dieser muss sowohl auf die Ursachen der Mangelerscheinungen als auch auf die Bedürfnisse des Betroffenen Rücksicht nehmen.

Ebenso sollte an die richtige Zubereitung und die Darreichung der Mahlzeiten gedacht werden, um die Nahrungsaufnahme so einfach und angenehm wie möglich zu gestalten.

Mangelerscheinungen von zahlreichen älteren Menschen durch Forscherin festgestellt

Gedächtnistraining im Altenheim - Seniorin mit Altenpflegerin oder Tochter beim Puzzeln
Senior woman with her elder care nurse © Alexander Raths - www.fotolia.de

Deutschland weist immer mehr ältere Menschen auf. Altersforscher sehen allerdings seit geraumer Zeit eine Entwicklung, die der Gesundheit der Senioren nicht gerade förderlich ist. So fand eine Nürnberger Ernährungswissenschaftlerin heraus, dass zahlreiche ältere Personen unter den Folgen einer Mangelernährung leiden.

Mit zunehmendem Alter lässt bei den meisten Senioren der Appetit nach, was zu einer Unterversorgung der wichtigen Vitalstoffe führen kann und vielfach auch nachgewiesen wird. Als Folgen zeigen sich dann ein geschwächtes Immunsystem und der Abbau der Muskulatur. Ersteres macht wiederum anfälliger für zum Teil schwere Infektionen und letzteres provoziert unter anderem eine Sturzgefahr.

Damit auch ältere Menschen bei einer Erkrankung noch genug an Abwehrkräfte und auch körperliche Stärke zur Verfügung haben, sollte generell auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung geachtet werden.

Laut Krankenkassenbericht gibt es immer mehr mangelernährte Rentner in Deutschland

Die Krankenkasse DAK verzeichnet einen starken Anstieg von Mangelernährung unter deutschen Senioren. In den letzten beiden Jahren wurden 53 Prozent mehr Mangelernährungsfälle bei älteren Menschen in deutschen Krankenhäusern registriert.

Im Jahr 2010 kam es allein unter den DAK-Kunden zu 17000 Krankenhausaufenthalten wegen Mangelernährung. Im Jahr 2011 werden es wahrscheinlich 21000 Fälle sein, teilte ein DAK-Sprecher am Dienstag mit.

Die Patienten seien im Schnitt 70 Jahre alt und vorwiegend weiblich. Die DAK wird im Jahr 2011 etwa 60 Millionen Euro Mehrausgaben wegen Mangelernährung ihrer Kunden haben.

Mangelernährung bei Senioren - viele Ärzte und Pfleger sind noch nicht richtig sensibilisiert

Mangelernährung wird bei Teenagern und jungen Erwachsenen recht häufig erkannt. Anders sieht das bei Senioren aus. Viele gehen davon aus, dass diese aufgrund ihres Alters ohnehin etwas zerbrechlich sind. Zwischen altersbedingten Abbau von Größe und Stärke und einer Mangelernährung gibt es aber deutliche Unterschiede. Wissenschaftler kritisieren, dass viele Kranken- und Altenpfleger und sogar Ärzte noch nicht richtig sensibilisiert sind für dieses Problem. Daher werden viele Mangelernährungen nicht rechtzeitig oder sogar gar nicht erkannt. Im Schlimmsten Fall kann das den Tod für den betroffenen Patienten bedeuten.

2011 mussten 21.500 Einweisungen ins Krankenhaus aufgrund einer akuten Mangelernährung erfolgen. Die Patienten waren dabei fast ausschließlich Senioren. Das Durchschnittsalter der Eingewiesenen lag bei 70 Jahren. Dies ist nicht nur eine beunruhigend hohe Zahl, es ist auch eine Steigerung zum Vorjahr, in dem nur 17.100 Senioren mit dieser Diagnose ins Krankenhaus mussten. Es zeichnet sich also ein gefährlicher Trend ab.

Wissenschaftler sind daher davon überzeugt, dass eine Ernährungslehre unbedingt zum festen Bestandteil der medizinischen Ausbildung werden muss. Dies gilt sowohl für Ärzte, als auch für Menschen in Pflegeberufen.

Immer mehr ältere Menschen essen und trinken zu wenig

Mit fortgeschrittenem Alter sinken auch der Appetit und das Durstempfinden. Diese Umstände sorgen immer häufiger zu mangelernährten älteren Patienten. Hinzu kommen erschwerte Kau- und Schluckbedingungen, die Senioren die Nahrungsaufnahme unangenehmer gestalten.

Problematisch sei dies insbesondere dadurch, wissen Experten, weil sich ältere Personen nur langsam wieder erholen. Körpergewicht und Muskelmasse lassen sich im fortgeschrittenen Alter nur schwer wieder aufbauen.

Bei mangelernährten Personen dauert die Heilung von Krankheiten deutlich länger als bei wohlgenährten Patienten. Angehörige und Pflegepersonal sollten daher auf eine ausreichende Versorgung mit Nahrung und Flüssigkeit achten.

Gewichtsverlust im Alter: Zeichen ernst nehmen und handeln

Rückenansicht drei Rentnerinnen mit weißen Haaren auf Parkbank
Rentner im Park © Evelyn Kobben - www.fotolia.de

Viele Kinder oder Enkel bemerken bei den eigenen Eltern oder Großeltern, dass diese im Alter immer dünner werden. Die Kleidung sitzt auffällig locker und Umarmungen wirken kraftlos. Oft sieht auch das Gesicht eingefallen und die Haut dünn aus.

Diese sichtbaren Zeichen werden von vielen aber oft als normale Anzeichen des Alterns wahrgenommen und entsprechend nicht reagiert. Zwar stimmt es, das mit zunehmenden Alter die Kraft schwindet und der Körper kleiner und zerbrechlicher scheint, doch bei vielen Senioren ist der Gewichtsverlust jenseits der normalen Alterung.

Veränderte Wahrnehmung und verringertes Hungergefühl

Bei ihnen hat ganz klar eine Mangelernährung zu dem Abbau geführt. In den meisten Fällen hat dies aber nichts mit schwindendem Lebenswillen zu tun, sondern mit einem schwindendem Körpergefühl. Viele Ältere empfinden seltener Durst und Hunger und es geschieht schneller, dass sie eine Mahlzeit schlicht vergessen.

Es können jedoch auch körperliche Probleme dazu führen, dass weniger Nahrung als notwendig aufgenommen wird. So können Entzündungen im Mundraum, Karies oder ein schlecht sitzendes Gebiss dazu führen, dass das Essen schlicht schmerzhaft wird. Manche Menschen reden nicht darüber und essen einfach weniger. Das kann fatal werden. Ähnlich verhält es sich bei Senioren, die eine Schluckstörung entwickeln. Hier verursacht selbst das Trinken schon Probleme und es entsteht daraus eine gefährliche Vermeidungshaltung.

Gewichtskontrolle und Überprüfung des Kühlschranks

Um Gewichtsverlust dieser Art bei älteren Menschen rechtzeitig zu bemerken, sind Angehörige und Pflegekräfte gefragt. Sie kennen das private Umfeld und können beispielsweise einmal in den Kühlschrank sehen, um sich ein Bild zu machen. Auch Hausärzte stehen in der Pflicht und sollten rechtzeitig Gewichtskontrollen durchführen und mit Nachdruck den regelmäßigen Kontrollbesuch beim Zahnarzt empfehlen.

Offenes Gespräch anbieten

Haben Senioren kein sichtbares körperliches Problem beim Essen und es liegt wirklich ein seelisches Dilemma vor, ist das offene Gespräch zu suchen. Viele Ältere trauen sich bei Depressionen oder Angststörungen nicht selbst das Thema anzusprechen, nehmen offene Hilfe aber gern an.

Mangelernährung im Alter – Warnsignale erkennen und rechtzeitig behandeln

Appetitlosigkeit und der Verlust des Hungergefühls haben weitreichende Kosequenzen für die Gesundheit

Teller mit Tomatensuppe auf Tisch, daneben frische Tomaten mit Basilikum
Tomatencremesuppe © Carmen Steiner - www.fotolia.de

Im Alter lässt nicht nur der Geschmackssinn nach, viele Senioren verlieren auch den Appetit. Außerdem vernachlässigen Ältere infolge von chronischen Krankheiten häufig die Nahrungsaufnahme. Mit teilweise drastischen Konsequenzen für Gesundheit und Lebenserwartung. Mediziner fordern deshalb, aufmerksamer auf Warnsignale zu achten.

Wie wirkt sich eine Mangelernährung aus?

Die Folgen von Mangelernährung können einschneidend sein. In Krankenhäusern und Heimen ist die Situation besonders dramatisch. Während zu Hause rund jeder zehnte Senior mangelernährt ist, sind es in Krankenhäusern bis zu 50 Prozent. In Pflegeheimen leiden bis zu 60 Prozent der Bewohner unter einem schlechten Ernährungszustand.

Je eher dieser Zustand erkannt wird, desto besser lässt sich die Gesundheit der Senioren erhalten. Ist bereits ein hoher Gewichtsverlust eingetreten, können Ältere die Kilos meist nicht wieder zurückgewinnen.

Was sind Warnsignale?

Die ersten Warnsignale für Mangelernährung sind anhaltende Appetitlosigkeit und körperliche Schwäche. Angehörige sollten zudem auf Hautveränderungen achten. Auch Teilnahmslosigkeit und nachlassende kognitive Fähigkeiten können durch eine schlechte Versorgung mit Nährstoffen begründet sein.

Was kann man tun?

Wenn Ältere stark an Gewicht verlieren, sollten Angehörige den Hausarzt oder die Klinikleitung um eine Diagnostik bitten. Es gibt verschiedene standardisierte Tests, die eine Mangelernährung mit wenig Aufwand zuverlässig ermitteln. Ein Beispiel ist das sogenannte Nutritional Risk Screening.

Angehörige können aber auch selbst aktiv werden. In Heimen ist oftmals das Personal knapp, dadurch fehlt die Geduld, um den Bewohnern beim Zerkleinern der Speisen oder beim Halten der Tasse zu unterstützen. Sinnvoll ist es deshalb, zumindest einmal am Tag in Ruhe zu helfen. Ideal ist leicht verdauliche und zugleich energiereiche Kost, etwa

Wenn das Kauen schwer fällt, kann der Arzt hochkalorische Getränke wie fresubin verordnen. Schon eine Trinkflasche ersetzt eine komplette Mahlzeit und liefert einen Mix aus allen lebenswichtigen Nährstoffen.

Essstörung

Es gibt aber auch eine Gruppe von Menschen, die bewusst auf Nahrung verzichtet, um möglichst schlank zu sein und dem Schönheitsideal zu entsprechen. Hier ist es wichtig, über eine Psychotherapie nachzudenken, denn nur so sind Essstörungen in den Griff zu bekommen. Auch die Familie der betroffenen Personen sollte einbezogen werden.

Expertentipps bei Diäten gegen Mangelerscheinungen und für einen Diäterfolg

Teller mit Erbsen, die das Wort Diät formen
Diät © Eisenhans - www.fotolia.de

Viele Diäten lösen bei den Abnahmewilligen nicht nur einen Diätfrust aus, sondern vielfach auch Mangelerscheinungen des Körpers. Möglich wird solch eine Mangelerscheinung durch die unzureichende und falsche Auswahl der Lebensmittel und damit der Mahlzeiten.

Oftmals werden auch Mahlzeiten ausfallen gelassen, wobei sich dann früher oder später ein Heißhunger einstellt und die Diätwilligen dann mehr essen als ihnen gut tut. Eine Stagnation des Gewichtes führt dann auch zu einem Frust und lässt so manche Diät zur Erfolglosigkeit werden.

Besser ist es sich auf eine ausgewogene und vollwertige Mischkost zu konzentrieren, die in ihrer Tageskalorienzahl reduziert sein und mit viel Bewegung und Sport unterstützt werden sollte. Dadurch lässt sich nicht nur einer Mangelerscheinung effektiv entgegentreten, sondern auch gezielt und dauerhaft auf gesunde Art abnehmen.

Stress im Alltag

Natürlich kommt es auch bei berufstätigen Menschen immer wieder zu Mangelernährung. Aufgrund von Stress nehmen sich viele Menschen keine Zeit, um zu essen. Ein hastig verschlungenes Brötchen oder eine Fertigmahlzeit sind kein Ersatz für eine gesunde und ausgewogene Ernährung.

Hilfe für Entwicklungsländer: Kinder mit Mangelernährung profitieren von Antibiotika

Die Enteropathie macht eine begonnene Ernährungstherapie bei jungen Patienten schwierig

Grafik Magen mit Bakterien, Mageninfektion
mageninfektion © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

In den Entwicklungsländern der Welt ist das Thema Mangelernährung noch immer ein großes Problem. Gerade Kinder leiden daran und sterben an den Folgen. Statistisch gesehen gehen ein Fünftel der Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren auf eine Unterernährung zurück.

Versuchen Hilfsorganisationen die jungen Patienten mit einer speziellen Ernährungstherapie wieder zu stärken, versterben dennoch bis zu zehn Prozent dieser jungen Patienten. Das Warum war lange Zeit nicht klar.

Doch bereits vor zwei Jahren konnte eine Studie zeigen, dass Antibiotika helfen und weniger Kinder versterben, wenn sie parallel zur Ernährungstherapie diese Medikamente bekommen. Bisher wusste man allerdings nicht, warum das so ist. Eine aktuelle Studie zeigt nun anhand von Mäusen, wo der Zusammenhang liegt.

Enteropathie erschwert Ernährungstherapie

Der Grund ist die sogenannte "Enteropathie". Unter diesem Begriff fasst man alle krankhaften Schleimhautveränderungen in Magen und Darm zusammen. Viele Kinder entwickeln diese Störungen der Verdauung bereits kurz nach der Geburt, da die hygienischen Bedingungen in ihrer Umgebung schlecht sind.

Diese Enteropathie ist es, die eine begonnene Ernährungstherapie bei den jungen Patienten schwierig macht, denn die aufgenommene Nahrung wird nur noch mangelhaft verarbeitet. Die enthaltenen Nährstoffe werden nicht effektiv in den Körper geleitet.

Daher hilft auch die energiereiche Nahrung nicht gegen die Mangelerscheinungen. Setzt man nun Antibiotika ein, werden die schädlichen Bakterienkolonien im Magen-Darm-Trakt beseitigt und die bis dahin chronischen Entzündungen können zurückgehen.

Mangelernährung und Enteropathie in Kombination

Interessant war die Beobachtung de Forscher, dass eine Mangelernährung und die Enteropathie offenbar Hand in Hand gehen müssen. Setzten die Wissenschaftler die auslösenden Bakterien ein, entwickelten die Mäuse noch keine Enteropathie. Nur wenn die Tiere bereits einige Wochen an einer Mangelernährung litten, zeigten die Bakterien ihre Wirkung und verursachten die fatalen Entzündungen.

Unterernährung bei rund 30 Millionen Menschen Realität

Unterernährung ist in Europa kein Thema? Leider stimmt das nicht, im Gegenteil, denn diese Problematik wird deutlich unterschätzt. Wissenschaftler gehen in ihren Schätzungen von rund 30 Millionen unterernährten Menschen innerhalb der EU aus. Zumeist sind von der Unterernährung Menschen in Altersheimen und auch Krankenhäuser betroffen.

EU-Statistiken sprechen hier ihre ganz eigene Sprache: Bis zu 15% der Gesamtbevölkerung, 60% der Altersheim-Bewohner, sowie etwa 40% der Klinikpatienten sind unterernährt oder zumindest davon gefährdet.

Neben den deutlichen Auswirkungen auf die Überlebens- und Heilungschancen der Betroffenen, entstehen durch die Unterernährung mit knapp 170 Millionen Euro etwa drei Mal soviele Kosten wie sie durch Übergewicht ausgelöst werden.

Ernährungswissenschaftliche Untersuchungen bei der Aufnahme in ein Altersheim oder auch in einer Klinik, sollen die Patienten besser vor einer Unterernährung und deren Folgen schützen.

Zu wenig Geld bei Hartz-IV-Kindern sorgt für falsche Ernährung

Weil die Regelsätze für Kinder von Hartz-IV-Empfänger nur zwischen 2,62 und 3,22 Euro pro Tag liegen, kommt es nach Meinung von Ernährungsmedizinern der Universität Hohenheim bei etwa 2,5 Millionen Kindern zu einer falschen Ernährung.

Die Folge ist, dass viele Kinder ein schwächeres Immunsystem besitzen und blass aussehen. Viele leiden auch an Übergewicht und die weitere Entwicklung ist gestört, so dass das Risiko steigt als Erwachsener an Diabetes oder Bluthochdruck zu erkranken. So müsste nach Meinung der Kritiker, der tägliche Regelsatz etwa 5 Euro betragen, um eine gesunde Ernährung zu gewährleisten.

In welchem Land herrschen die besten Bedingungen für Mutter und Kind?

Nach einem Bericht der Kinderrechtsorganisation „Save the Children“ landen Norwegen, Island und Schweden auf den vorderen Plätzen, wenn es um die besten Bedingungen geht, ein Kind in die Welt zu setzen. Untersucht wurden die Bedingungen in mehr als 160 Staaten. Auf dem letzten Rang landeten Mütter im afrikanischen Niger.

Hier kommt es wegen ständiger Dürreperioden zu Nahrungsknappheit. Auch in Afghanistan ist die Versorgung mit Nahrung dramatisch. Eine schlecht ernährte Mutter kann aber auch nur schlecht für ihr Kind sorgen, zudem ist der Milchfluss von unterernährten Frauen oft gestört.

Die Folge sind körperliche und geistige Störungen in der Entwicklung des Kindes. Die Verantwortlichen der Kinderrechtsorganisation hoffen auf mehr Einsatz seitens der Politik, um diese Missstände in den betroffenen Ländern zu beheben.

90 Millionen Kinder ohne sauberes Trinkwasser

Die Zahlen des Kinderhilfswerk Unicef sind besorgniserregend. Weltweit sind über 90 Millionen Kinder ohne sauberes Trinkwasser. In Entwicklungsländern kommt es zudem häufig zu einer schlechten Hygiene. Dadurch leiden immer mehr Kinder unter Mangelernährung und Darmerkrankungen.

Naturschützer machen für diese Umstände vor allem Staudammprojekte verantwortlich. Zwar ließe sich mit der Kraft des Wassers Energie gewinnen, dabei gehe das jedoch auf Kosten der wertvollen Ressource Wasser. Große Wasserkraftanlagen schränken die Fischerei ein. Als Ausgleich dafür wird mehr Fleisch konsumiert. Dazu müssen mehr Wälder für die Haltung und den Anbau für Futtermittel abgeholzt werden.

Armen Menschen fehlt Geld für gesunde Ernährung

Ein Ernährungsmediziner der Universität Hohenheim hat auf das Problem der Mangelernährung bei Menschen in Deutschland hingewiesen, die von Hartz IV leben müssen.

Zwar würden die meisten sozial schwachen Menschen in Deutschland satt, aber der Hartz IV-Satz sei vor allem für Kinder zu niedrig angesetzt, um eine ausgewogene Ernährung zu garantieren. Kinder von Alleinerziehenden Müttern sind laut dem Mediziner besonders betroffen.

Da Mangelernährung in der Kindheit zu schweren seelischen Problemen führen kann, und sogar noch im Erwachsenenalter Spuren hinterlässt, fordert der Mediziner die Einführung von kostenlosem und gesundem Essen in Schulen und Kindergärten.

Mangelernährung im ersten Lebensjahr kann die Persönlichkeit nachhaltig schädigen

Forscher der Duke University Medical Center in Durham und der Harvard Medical School in Boston beschäftigten sich kürzlich in einer Studie mit den Auswirkungen von Mangelernährung in der frühen Kindheit auf die Persönlichkeit als Erwachsener. Die Studie war Teil eines Langzeitprojektes auf der karibischen Insel Barbados.

Hierzu verglichen die Wissenschaftler 77 Erwachsene, die im Alter von ca. sieben Monaten aufgrund von Mangelernährung ins Krankenhaus eingeliefert wurden, mit einer Kontrollgruppe aus 57 stets ausreichend ernährten Personen, um Aufschlüsse über unterschiedliche Charaktereigenschaften zu gewinnen. Vorhergehende Studien hatten bereits ergeben, dass Mangelernährung bei Kleinkindern später zu aggressivem Verhalten und Schizophrenie führen kann.

Die Studie aus Barbados ergab, dass ein Drittel der früher mangelernährten Erwachsenen Probleme mit Angst, Stressanfälligkeit, Depressionen oder ähnlichen Störungen hatten, während es in der Kontrollgruppe nur sieben Prozent waren.

Die Ursachen für diese Störungen könnte in einem veränderten Gehirnwachstum liegen, oder darin, dass die Erinnerungen an die Unterernährung den Charakter vorsichtiger und sensibler für Notsituationen machen.

UN-Kinderhilfswerk stellt neuen Bericht vor - Ein Viertel aller unter Fünfjährigen sind unterernährt

Das UN-Kinderhilfswerk hat in Dublin im Rahmen einer Zusammenkunft der irischen EU-Ratspräsidentschaft hinsichtlich Ernährungs- und Klimagerechtigkeit einen neuen Bericht mit alarmierenden Fakten offengelegt. Demnach bekommt ein Viertel aller Unter-Fünfjährigen auf dieser Welt nicht ausreichend zu essen. Bei 65 Millionen Kindern kommt es schon in der Schwangerschaft, oder in den ersten Lebensjahren zu einer Entwicklungsbeeinträchtigung.

Unicef-Exekutivdirektor Anthony Lake verweist darauf, dass das Potenzial der Kinder durch die Unterernährung vernichtet würde und beklagt die Verhinderung von Möglichkeiten für die Entwicklung eines Landes. Durch gezielte Unterstützung haben Länder wie Peru, Ruanda, Haiti, oder Äthiopien nennenswerte Fortschritte gemacht, andere Länder wie im südlichen Afrika, oder in Südasien beherbergen 75 Prozent der an Hunger leidenden Kinder.

Schon Unterernährung ist alarmierend und ein Zeichen von verstecktem Hunger. Man sieht sie nicht sofort, aber sie hat schlimme Auswirkungen, wie zu klein geborene Babys und eine langsamere Gehirnentwicklung. Häufig lassen sich die Rückstände nicht mehr aufholen. Vor allem die ersten 1000 Tage der Schwangerschaft und danach bis zum dritten Lebensjahr.

Bei jedem dritten Kind, das stirbt, ist die Todesursache: Hunger. Einer der Organisatoren der irischen Konferenz, der irische Außenminister Eamon Gilmore regte an, zum Schutz der Bevölkerung, innovative Lösungen zu finden.

3 Millionen Kinder im Jahr erliegen in den Entwicklungsländern einer Mangelernährung

Es ist immer eine Tragödie, wenn Menschen - insbesondere Kinder - sterben müssen. Doch noch furchtbarer ist es, wenn ihr Tod im Grunde ganz leicht hätte verhindert werden können. Genau dies ist jährlich in drei Millionen Fällen so. Diese Kinder sterben in den Entwicklungsländern, da sie zu wenig zu essen bekommen haben. Die Mangelernährung schwächt die Jungen und Mädchen derart, dass der Organismus am Ende zu schwach ist, sich selbst am Leben zu erhalten.

Mediziner wissen schon seit geraumer Zeit, dass vor allen Dingen die ersten tausend Tage des Lebens sehr entscheidend ist. In diesem Zeitraum sollte genügend und vor allen Dingen ausgewogen gegessen werden. Allerdings beginnt die Beeinflussung der Entwicklung natürlich schon im Mutterleib. Je nachdem was die Mutter isst, werden unterschiedliche Nährstoffe über die Nabelschnur weitergegeben.

In den Entwicklungsländern ist es aber leider oft der Normalfall, dass auch die Mütter sich nicht ausreichend und geschweige denn ausgewogen ernähren können. Dies wirkt sich im kindlichen Organismus fatal aus und so kommen viele Kinder bereits als Risikopatienten für Immunschwächen, Herzproblemen oder Diabetes zur Welt.

Aktuelle Analysen gehen davon aus, dass von den drei Millionen sterbenden Kindern jedes Jahr mindestens 45 Prozent durch eine gute Ernährung hätten gerettet werden können. Doch auch wer überlebt, kann auf Dauer durch die Mangelernährung geprägt sein. So haben Forscher entdeckt, dass fehlende Nahrungsmittel ebenfalls zu einer Verzögerung der geistigen Entwicklung führen können.

Die kognitive Leistungsfähigkeit sinkt messbar und dies wirkt wiederum langfristig auf die Bildung der Kinder. Dies beschleunigt den Teufelskreis, denn ohne Bildung gibt es neue soziale Probleme und die Kinder dieser Kinder werden sich oft erneut der Mangelernährung gegenüber sehen.

Mangelernährung bei Kindern hat Spätfolgen

Menschen, die in der Kindheit nicht vernünftig ernährt wurden, leiden später auch im Erwachsenenalter an Mangelerscheinungen und sind anfälliger für Infektionen. Dies belegt jetzt eine britische Studie.

Die Wissenschaftler haben heraus gefunden, dass die Folgen von Mangelernährung in der Kindheit Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein können.

Um an die Ergebnisse zu kommen, wurden die Kirchenregister finnischer Gemeinden ausgewertet, die 1867 und 1868 unter einer starken Hungersnot litten. Menschen, die in der Kindheit damals besser ernährt wurden, überlebten diese Hungersnot eher als diejenigen, die bereits seit dem Babyalter an einem Mangel litten.

Symptome und Folgen einer Mangelernährung

Welche Symptome bei einer Mangelernährung auftreten, hängt davon ab, wie groß das Ausmaß des Nährstoffmangels ist, und wie lange er anhält. Ebenso von Bedeutung sind der allgemeine Gesundheitszustand sowie das Körpergewicht des Betroffenen. So kommt es bei ohnehin schon schlanken Menschen rascher zu Mangelerscheinungen als bei wohlbeleibten Personen.

Während sich eine quantitative Mangelernährung durch Gewichtsabnahme bemerkbar macht, treten bei einer qualitativen Mangelernährung Beschwerden auf wie:

Besonders gefährlich: die Dehydrierung

Ist auch noch die Zufuhr von Flüssigkeit unzureichend, besteht die Gefahr, dass es zu einer bedenklichen Dehydrierung des Körpers kommt. Typische Symptome sind:

Ohne eine entsprechende Behandlung kann die Mangelernährung schwere Folgen für die Gesundheit haben, da das Immunsystem geschwächt wird.

Magersucht

Eine der häufigsten Folgen einer Mangelernährung ist eine sich daraus entwickelnde Magersucht. In der heutigen Zeit gelten extrem dünne Frauen als Schönheitsideal. Viele Jugendliche und auch Erwachsene eifern diesem zweifelhaften Schönheitsideal nach und essen immer weniger.

So entsteht eine erste Form von Mangelernährung, aus der sich in weiterer Folge Anorexia nervosa, also Magersucht, entwickeln kann. Bei betroffenen Menschen kommt es zu einem Abbau der Muskelmasse, außerdem können Reizleitungsstörungen auftreten, die sogar bis zum Tod führen können.

Antrieblosigkeit

Natürlich fehlt unterernährten Menschen auch die Energie, um den Alltag zu bewältigen. Wer mangelernährt ist, hat häufig nicht die Kraft, um einen ganzen Tag mit all seinen Herausforderungen durchzustehen.

Infolgedessen kommt es zu Problemen mit Kreislauf und Stoffwechsel. In schlimmen Fällen fällt auch das Atmen schwer.

Körperliche Beschwerden

Fehlen dem Körper bestimmte Nährstoffe, so kommt es häufig zu:

Bei Stürzen steigt die Gefahr von Knochenbrüchen. Auch die inneren Organe verringern ihre Leistung, es kommt zu einem Abbau des Herzmuskels und der Atemmuskulatur. Außerdem können neurologische Störungen auftreten.

Sonstige Folgen

Mangelhafte Ernährung verzögert den Heilungsverlauf von Krankheiten

Immer wieder stellen Wissenschaftler fest, dass es bei Bewohnern und Patienten in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern zu mangelhafter Ernährung kommt. Häufig ist die Überlastung des Pflegepersonals der Grund dafür. Oft sind es jedoch auch die Krankengeschichten der Personen selbst - schlechte Zähne, Magen-Darmerkrankungen, Demenz oder Schluckbeschwerden - die die Nahrungsaufnahme erschweren.

Problematisch ist dies insofern, als dass ein Nährstoff- und Energiemangel die Dauer und Schwere von Krankheiten wiederum negativ beeinflussen kann. Auch Wunden heilen bei einer Mangelernährung schneller. Der Patient fühlt sich generell schlapp und ist krankheitsanfälliger. Auch Organschäden und Knochenbrüche können häufiger auftreten. Abhilfe können hier sogenannte Ernährungsprotokolle schaffen, mit deren Hilfe festgehalten wird, wie viele und welche Nährstoffe ein Patient aufgenommen hat.

Mangelernährung kann Farbwahrnehmung ändern

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Ein deutsch-österreichisches Forscherteam um Annika Glaschke vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main hat im aktuellen "Journal of Neuroscience" eine Studie veröffentlicht, die sich mit dem Farbsehen von Säugetieren befasst.

Im Ratten- und Mäusemodell konnten die Forscher nachweisen, dass das Schilddrüsenhormon Triiodthyronin (T3) auch noch im Erwachsenenalter das Farbsehen beeinflusst. Bisher war man davon ausgegangen, dass das Farbsehen irgendwann eine feste Ordnung findet. Die Forscher zeigen aber, dass die Schilddrüse ständig die Farbwahrnehmung reguliert. Im Auge eines Säugetiers gibt es zwei Arten von Zapfen.

Die einen nehmen ultraviolettes, kurzwelliges blaues Licht auf, die anderen mittel- bis langwelliges grünes Licht. Das Hormon T3 hemmt Blau und stärkt Grün. Wenn T3 einen Mangel aufweist, etwa durch zu wenig Jod-Konsum beim Menschen, kann sich die Farbwahrnehmung verändern. Dann sieht man blau intensiver und grün nicht mehr ganz so gut.

Schädigung durch Mangelernährung – Darmflora regeneriert sich nur langsam

Grafik Magen mit Dünn- und Dickdarm
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Weltweit sind zwei Milliarden Menschen von Mangelernährung betroffen. Obwohl Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel für das Überleben unterernährter Kinder sorgen, regeneriert sich die Darmflora nur langsam. Trotz Ernährungsumstellung können Gesundheitsprobleme entstehen, die sich nur schwer beheben lassen.

Wachstumsstörungen bei Kindern in Entwicklungsländern

Ein Studienergebnis aus Bangladesch beweist, dass ein dauerhafter Mangel an Nährstoffen zu Schädigungen der Darmflora führt. Eine Nahrungsänderung hilft zwar kurzfristig, doch beseitigt sie die Probleme nicht. Vier Prozent der Kinder in Südasien, in Äthiopien oder im Sudan leiden unter schwerer Mangelernährung. Bei vierzig Prozent der unter Fünfjährigen in Bangladesch kommt es zu Wachstumsstörungen.

Medikamente und nährstoffreiche Lebensmittel senken zwar die Sterberate, doch langfristige Folgeschäden sind kaum absehbar. Die Darmflora benötigt verschiedene Bakterien, um die Gesundheit positiv zu unterstützen. Die Zusammensetzung der Nahrung spielt eine entscheidende Rolle bei der Funktion des Darms.

Mikroben begünstigen Mangelernährung

Die Wissenschaftler untersuchten zunächst die Darmflora gesunder Kinder und stellten eine Liste mit 24 Bakterienstämmen zusammen, die ein gesundes Darmgeschehen fördern. Anschließend erforschten die Studienleiter die Darmflora von kranken Kindern.

Nährstoffpräparate und speziell zusammengestellte Diäten zeigten wenig Wirkung. Dabei fanden die Forscher heraus, dass bestimmte Mikroben eine Mangelernährung begünstigen.

Verschiedene Darmbakterien tragen zur Schädigung der Darmflora bei. Auch die Zufuhr hoher Kalorienmengen führt nicht zur Regeneration schwer unterernährter Kinder. Trotz Gewichtszunahme erhöhte sich der WHZ-Wert, der das Verhältnis zwischen Gewicht und Größe repräsentiert, nicht. Die Forscher weisen darauf hin, dass der Einfluss bestimmter Bakteriengruppen weiterer Klärung bedarf, um die Ernährungssituation in Entwicklungsländern dauerhaft zu ändern.

So kommen Sie bei einer Mangelernährung wieder auf die Beine

Kurzzeitige Antibiotikavergabe kann bei Mangelernährung das Leben retten

Forscher empfehlen neben der Behebung der Mangelernährung auch eine kurzzeitige Antibiotika-Vergabe

Spritze zieht Wirkstoff, Impfstoff aus Glasfläschchen
Spritze nimmt Wirkstoff auf © Kurt Kleemann - www.fotolia.de

Gerade in den Entwicklungsländern ist noch immer Mangelernährung ein großes Thema. Besonders Kinder und Jugendliche leiden darunter, sind geschwächt und dadurch für alle möglichen Infekte anfällig. Da gerade im Darm die Hauptzentrale des Immunsystems sitzt, können diese Kinder kaum gesunde Abwehrkräfte aufbauen.

Nährstoffe und Antibiotika

Natürlich fehlen dem Körper auch die lebensnotwendigen Nährstoffe, doch viele Ärzte in den Entwicklungsländern müssen hilflos zusehen, wie trotz eingeleiteter Nährstoffversorgung bis zu zehn Prozent der jungen Patienten am Ende doch versterben. Schuld ist dann das völlig unterentwickelte Immunsystem.

Eine Studie hat nun gezeigt, dass diesen Kindern die kurzzeitige Vergabe von Antibiotika sehr hilft. Die Studie band insgesamt 2.767 Kinder ein, die alle an einer starken Mangelernährung litten. Man bildete drei Gruppen und gab Gruppe 1 und 2 verschiedene Antibiotika. Die restlichen Kinder dienten als Placebo-Gruppe und wurden nur wie alle anderen mit Nährstoffen versorgt.

Kurzzeitige Antibiotika-Vergabe empfohlen

Die Studie wurde solange durchgeführt, bis die Kinder ihre Ernährung hatten stabilisieren können. In der dritten Gruppe erholten sich 85,1 Prozent aller Kinder, doch in den Antibiotika-Gruppen sah es besser aus. In der einen bekamen 88,7 Prozent und in der anderen sogar 90,9 Prozent der Kinder ein gutes Gewicht. In der Placebo-Gruppe verstarben am Ende 7,4 Prozent, in Gruppe 1 und 2 dagegen nur 4,8 bzw. 4,1 Prozent der Behandelten.

Das führen die Ärzte klar auf die Medikamentenvergabe zurück. Die Forscher empfehlen daher dringend, das in Zukunft neben der Behebung der Mangelernährung auch eine kurzzeitige Antibiotika-Vergabe erfolgt.

Nahrung zusätzlich aufwerten

Mangelernährung äußert sich häufig in extremem Untergewicht. Bei Senioren und Personen, die nicht aufgrund einer Essstörung mangelernährt sind, ist es möglich, gewisse Speisen mit Maltodextrin oder Sahne aufzuwerten.

Spezielle Flüssignahrung

Im Fachhandel und in Apotheken gibt es auch spezielle, nährstoffangereicherte Flüssignahrung, die Patienten zwischendurch zu sich nehmen können. Für Menschen, die zunehmen möchten, empfiehlt es sich, mindestens vier bis fünf Mal pro Tag zu essen. Sie können dabei ruhig kleine Portionen zu sich nehmen.

Ist die Mangelernährung durch Schluckbeschwerden bedingt, so sollte die Nahrung möglichst als Brei angeboten werden und keinesfalls zu stark gewürzt werden. Dies erleichtert mangelernährten Menschen eine verbesserte Nahrungsaufnahme.

Vitaminpräparate

Geht mit der Mangelernährung auch ein sichtbarer Vitamin- und Nährstoffmangel einher, so ist ebenfalls sinnvoll, auf nährstoffreiche Trinknahrung zurückzugreifen.

Die zugesetzten Vitamine und Mineralstoffe stärken den Körper und das Immunsystem. Bereits nach kurzer Zeit fühlen sich Patienten körperlich und seelisch gestärkt und haben wieder mehr Lust auf leckere Mahlzeiten.

Der Einsatz von Trinknahrung gleicht Mangelernährung wirksam aus

Eine Studie bestätigt die Wirksamkeit von medizinischer Trinknahrung gegen eine (drohende) Mangelernährung

Seniorin und ihre Tochter, zu Besuch im Altenheim, Altenpflege
Lachende Seniorin schaut ihre Tochter an © Robert Kneschke - www.fotolia.de

In Pflegeheimen und in Krankenhäusern wird immer öfter Trinknahrung verwendet. Bei vielen Senioren und Erkrankten besteht eine Mangelernährung. Um diese effektiv auszugleichen, kann man auf Trinknahrung zurück greifen. Diese medizinische Flüssignahrung enthält alle wichtigen Nährstoffe, die der Körper an einem Tag für das Erreichen eines gesundes Energielevels benötigt.

Mangelernährung oder eine Tendenz dazu kommt in vielen Senioreneinrichtungen vor

Da die Nahrung dem Körper nicht in fester Form zugeführt wird, spielt das Hungergefühl keine Rolle und es entstehen auch keine Probleme, wenn der Patient etwa das Essen verweigern möchte. Eine aktuelle Interventionsstudie, die die Wirksamkeit der Trinknahrung in Seniorenheimen überprüfte, bestätigt die Wirksamkeit. Demnach bestehen in Einrichtungen für Senioren in 63 Prozent der Fälle eine Mangelernährung oder zumindest eine riskante Tendenz dazu.

Die Trinknahrung beseitigte die Mangelernährung

Diese Gefahr konnte während der Studie vollständig beseitigt werden, wenn die Betroffenen für drei Monate einmal am Tag die medizinische Trinknahrung zu sich nahmen. Dabei wurden 2 kleine Becher á 125 Milliliter getrunken, in denen sich 600 kcal sowie 24 Gramm Eiweiß befanden.

Drei Tipps zur Prävention einer Mangelernährung

Auch wenn man es kaum glauben möchte, gibt es auch in Europa immer noch viele Menschen, die mangelernährt sind. Mangelernährung kann viele Ursachen haben und wirkt sich meist bedrohlich auf die Gesundheit auf. Es gibt aber auch Mittel und Wege, eine Mangelernährung auf einfache Art zu vermeiden.

1. Regelmäßiges Essen

Fünf kleine Mahlzeiten am Tag können Mangelernährung verhindern

Die Meinung, dass das Essen in Krankenhäusern nicht sonderlich beliebt ist, ist weit verbreitet. Doch wer auf seine Mahlzeiten verzichtet oder nicht genügend isst - sei es wegen der Geschmackssache oder aufgrund von Appetitmangel - für den könnte Mangelernährung zum Thema werden.

Es ist also wichtig, täglich verteilt kleinere Mahlzeiten zu sich zu nehmen, im Idealfall 5 Mal am Tag. Vor allem Obst und Gemüse sollte dabei auf dem Speiseplan stehen. Denn neben möglichen Infektionen kann eine Mangelernährung auch dazu führen, dass man nicht so gut auf seine Behandlung anspricht.

Ein Grund für Mangelernährung ist das unregelmäßige und gestörte Essverhalten vieler Personen. Einige Menschen verzichten absichtlich auf Mahlzeiten, um abzunehmen und dem gängigen Schönheitsideal zu entsprechen. Andere kämpfen mit einem stressigen Alltag und vergessen schlichtweg zu essen.

Bei einigen Menschen schlägt Stress auch auf den Magen, wodurch es zu Übelkeit und Appetitlosigkeit kommt.

Am besten führt man regelmäßige Rituale ein und isst mindestens drei Mal pro Tag zumindest eine Kleinigkeit.

Drei Mahlzeiten und zusätzliche gesunde Snacks für viel Energie

Am Morgen trägt ein stärkendes Frühstück, bestehend aus Müsli mit Früchten, Vollkornbrot mit Schinken und Gemüse , dazu bei, dass man den Körper mit Energie versorgt.

Zu Mittag sollte man sich in der Kantine zumindest ein leichtes Gericht oder einen Salat mit einem Brötchen holen oder zu Hause kochen. Viele Gerichte gelingen einfach und benötigen auch keine lange Kochdauer. Abends sollte man zur Ruhe kommen und sich eine leckere Mahlzeit gönnen.

Wer wirklich keine Zeit zum Essen hat, kann Trockenfrüchte, Nüsse oder Gemüsesticks zwischendurch knabbern.

2. Gemeinsames Kochen

Auch in Seniorenheimen und Kliniken kommt es immer wieder zu Mangelernährung. Ältere Menschen leiden häufig an Schluck- und Kaubeschwerden oder Appetitlosigkeit. Gemeinsames Kochen kann ein Anreiz für eine gesunde Ernährung sein.

Bitten Sie doch auch zu Hause Ihren Partner oder Ihre Kinder Ihnen beim Kochen zu helfen. So entsteht eine gemütliche Atmosphäre und jeder hat Freude am Essen.

3. Abwechslungsreiche Ernährung

Besonders wichtig ist, dass man sich nicht nur von Fertigmahlzeiten ernährt, sondern seinen Speiseplan so abwechslungsreich wie möglich gestaltet. Auf jeden gesunden Speiseplan gehören:

Probieren Sie doch einmal neue Obst- und Gemüsesorten aus und zaubern Sie leckere Gerichte daraus. Wer einmal wirklich keine Lust auf Kochen hat, gönnt sich ein leichtes und gesundes Menü in einem Restaurant - oder lässt sich vom Partner bekochen.

Fisch und Leber helfen bei Mangel an Vitamin-B-12

Nahaufnahme gegriller Fisch mit Kartoffeln
Gegrillter Fisch mit kartoffeln © Hannes Eichinger - www.fotolia.de

Nach Angaben der Verbraucherzentrale Hamburg sei es bei einem Mangel an Vitamin B12 nicht nötig, auf Nahrungsergänzungsmittel zurückzugreifen. Es reiche vollkommen aus, wenn man regelmäßig Milch, Eier und Fleisch zu sich nimmt.

Einen Sonderfall stellen ältere Leute dar, deren Körper oftmals nicht mehr in der Lage ist, Vitamin B12 aus der täglichen Nahrung aufzunehmen. Die Folge sind oft Nervenstörungen, Blutarmut oder Schleimhautentzündungen.

Daher sollten sie darauf achten, besonders viel Produkte mit dem wichtigen Vitamin zu sich zu nehmen. Laut Verbraucherschützerin Silke Schwartau biete sich vor allem Leber zum Verzehr an, da es den B12-Haushalt nachhaltig auffüllt.

Der Körper gleicht Mangelernährung durch Omega-3-Fettsäuren aus

Studie an Massai in Kenia zeigt: Mangelernährung kann vom Körper kompensiert werden

Der menschliche Körper ist ein Wunderwerk, die Prozesse die in ihm ablaufen faszinierten Wissenschaftler zu jeder Zeit, bis ins 21. Jahrhundert. Wir haben längst noch nicht alle Rätsel gelöst. An der Jenaer Universität hat man nun eine Studie zum Abschluss gebracht, die erneut das Wunderwerk Mensch deutlich macht. Die deutschen Forscher hatten das Volk der Massai in Kenia untersucht. Die Menschen dort sind aufgrund der Lebensbedingungen zu einer sehr einseitigen Ernährung gezwungen.

Gesund trotz Mangelernährung

Sie ernähren sich weniger von Fleisch, haben dafür einen hohen Milch- und Maiskonsum. Würde ein Mensch hier bei uns über lange Zeit eine solche Mangelernährung als Essgewohnheit an den Tag legen, würde er krank. Die Massai aber sind gesund. Das ließ die Forscher aus Jena staunen.

Nähere Untersuchungen an Mitgliedern des Hirtenvolkes ergab, dass die roten Blutkörperchen der Massai in sich Omega-3-Fettsäuren haben. Dieser lebenswichtige Nährstoff ließ sich in den Zellwänden ermitteln. Obwohl sie den Nährstoff nicht mittels Nahrung aufnehmen, kann der Körper also auf ihn zurückgreifen und Mangelerscheinungen vorbeugen.

Grundinformationen und Hinweise zur Mangelernährung

  • Mangelernährung: Ursachen, mögliche Folgen, Tipps zur Regeneration und Vorbeugung

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