Krankheitsbild Eichelentzündung (Balanitis/Balanoposthitis)

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  • von Paradisi-Redaktion
Urinprobe im Behälter in kleinem Schrank
Urinbehälter © Jürgen Fälchle - www.fotolia.de

Bei einer Eichelentzündung handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung der Peniseichel. Häufig wird auch die Vorhaut in Mitleidenschaft gezogen.

In der Medizin bezeichnet man eine Eichelentzündung als Balanitis. Ist die Vorhaut ebenfalls entzündet, spricht man von einer Balanoposthitis.

Von einer Eichelentzündung können sowohl erwachsene Männer als auch Kinder betroffen sein. Man unterscheidet zwischen einer akuten infektiösen Balanitis sowie einer chronischen nicht infektiösen Balanitis.

Ursachen einer infektiösen Balanitis

Eine akute infektiöse Eichelentzündung wird meist durch schlechte Hygiene des Penis verursacht. Begünstigend können sich die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) oder eine Verengung der Vorhaut (Phimose) auswirken. So lässt sich bei einer Vorhautverengung die Eichel nicht richtig reinigen.

In manchen Fällen wird die Entzündung auch durch sexuelle Aktivitäten hervorgerufen, bei denen Enddarmkeime in die Vorhaut gelangen. Dabei handelt es sich meist um Bakterien wie Gardnerella vaginalis, Mykobakterien oder Staphylokokken. Weitere Verursacher können sexuell übertragbare Pilze sein.

Ursachen einer nicht infektiösen Balanitis

Eine nicht infektiöse Balanitis wird dagegen oftmals durch übertriebene Hygiene verursacht, weswegen man sie auch Reinlichkeitsbalanitis nennt. Durch das ständige Reinigen des Penis kommt es zu einer Entfettung der Eichelhaut, was ihre Beschädigung zur Folge hat.

Da ständiges Waschen zu einer Verhärtung der Vorhaut führt, kann eine Reinlichkeitsbalanitis auch eine Phimose begünstigen.

Ein anderer Auslöser für eine nicht infektiöse Eichelentzündung können chemische Verhütungsmittel wie spermienabtötende Gels oder Kondome sein. In diesem Fall spricht man von einer Kontaktbalanitis.

Weitere mögliche Ursachen für eine Entzündung der Eichel sind Geschlechtskrankheiten wie Gonorrhoe (Tripper), verschiedene Hautkrankheiten wie Psoriasis (Schuppenflechte) oder seborrhoische Dermatitis, Krankheiten wie Leukämie oder Gicht, zu enge Kleidung, sowie die Einnahme von bestimmten Arzneimitteln wie Antibiotika, Zytostatika oder Kortison.

Sonderformen

Eine Sonderform der Balanitis stellt Lichen sklerosus et atrophicans dar. Dabei kommt es zu einer weißlichen Verfärbung der Vorhaut sowie zur Bildung von Narben. Diese Erkrankung muss häufig operativ behandelt werden. Tritt eine kreisförmige Entzündung der Eichel auf, spricht man von der Reiter-Krankheit oder Morbus Reiter. Diese Autoimmunkrankheit geht meist mit einer Harnröhrenentzündung einher.

Symptome

Zu den typischen Symptomen einer Balanitis gehören eine gerötete und geschwollene Eichel, Juckreiz, Brennen und Schmerzen. Auch nässender roter Ausschlag oder Ausfluss sind im Bereich des Möglichen. Mitunter kommt es zur Bildung eines Geschwürs. Dieses zerfällt im weiteren Verlauf.

Diagnose und Behandlung

Diagnostizieren lässt sich eine Eichelentzündung meist schon durch eine körperliche Untersuchung des Arztes. Zur Bestimmung des Erregers wird ein Hautabstrich gemacht, den man dann mikroskopisch untersucht. Darüber hinaus entnimmt man auch eine Urinprobe. Behandelt wird eine Balanitis mit Salben, die antibiotisch oder pilzabtötend wirken. Dabei kann es sinnvoll sein, den Geschlechtspartner gleich mit zu behandeln, um eine Ansteckung zu vermeiden.

Quellenangaben

  • Bildnachweis: Urinbehälter © Jürgen Fälchle - www.fotolia.de

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