19. Mai 2010
Als Immunsystem bezeichnet man das komplexe menschliche Abwehrsystem. Es dient zum Schutz vor Bakterien, Viren, Pilzen und Parasiten.
Das Immunsystem (Immunis) ist das komplexe Abwehrsystem des menschlichen Körpers. Es verteidigt den Organismus gegen fremde Substanzen und Krankheitserreger. Dabei helfen ihm zahlreiche Zellen und Organe.
Hauptaufgabe des Immunsystems ist es, den menschlichen Körper vor eingedrungenen Krankheitserregern wie Bakterien, Viren, Pilzen und Parasiten sowie fremden Stoffen zu schützen. Des Weiteren ist das Abwehrsystem in der Lage, körpereigene Zellen, die krankhaft verändert wurden, zu erkennen und zu beseitigen. Das Immunsystem setzt sich aus einer erworbenen (spezifischen) und einer angeborenen (unspezifischen) Immunabwehr zusammen. Deren Funktionsweisen sind unterschiedlich, können sich aber gegenseitig ergänzen. Als Folge der Immunreaktionen kommt es zu Entzündungen. Diese dienen zur Beseitigung der Fremdkörper oder schädigenden Zellen. Allerdings kann es durch das Immunsystem auch zu unerwünschten Wirkungen kommen. So entstehen z.B. durch überschießende Immunreaktionen Allergien. Die Reaktionsfähigkeit des Immunsystems kann zudem durch bestimmte Faktoren wie Darmflora, Ernährung sowie den körperlichen und seelischen Zustand beeinflusst werden. So kann das Fehlen von wichtigen Stoffen wie Vitaminen, Zink oder Eisen die Immunabwehr schwächen. Aber auch Stress kann zu einer negativen Beeinflussung des Abwehrsystems beitragen. Dagegen können sich pflanzliche Mittel wie z.B. Arnikawurzel oder Sonnenhut sowie naturheilkundliche Behandlungen wie Wechselduschen, Bäder oder Saunagänge positiv auf das Immunsystem auswirken.
Zum Teil ist die Immunität eines Menschen angeboren, zum Teil kann sie durch einen Lernprozess erworben werden. Dabei entwickelt das Immunsystem Moleküle, die in der Lage sind Antigene zu erkennen. Das System kann zwischen Selbst und Fremd unterscheiden und somit eine entsprechende so genannte Immunantwort auslösen. An der Entstehung dieser Immunantwort beteiligen sich zahlreiche unterschiedliche Zellsysteme und Organe. Dabei unterscheidet man bei den Organen zwischen zentralen primären lymphatischen Organen und peripheren sekundären lymphatischen Organen. Zu den primären lymphatischen Organen werden der Thymus und das Knochenmark gezählt. Durch die beiden Organe werden Lymphozyten gebildet. Diese gelangen anschließend über das Blut zu den peripheren lymphatischen Organen, wo die Immunantwort des spezifischen Immunsystems eingeleitet wird. Periphere sekundäre lymphatische Organe sind die lymphatischen Gewebe der Lunge, der Schleimhäute, des Magen- und Darmtrakts sowie die Milz. In ihrer Arbeitsweise besteht eine enge Verknüpfung des spezifischen und des unspezifischen Immunsystems. In einem Zeitraum von wenigen Stunden werden die meisten Krankheitserreger im Körper aufgespürt und durch das unspezifische Immunsystem vernichtet. Sollten die Erreger von dieser ersten Abwehrreaktion des Körpers nicht zerstört werden, erfolgt nach etwa vier bis sieben Tagen eine spezifische Immunantwort. Dabei bilden sich antigenspezifische Zellen, die sich speziell gegen den bestimmten Erreger richten.
Das unspezifische Immunsystem setzt sich aus zellulären und humoralen (nichtzellulären) Mechanismen zusammen. Zu den zellulären Faktoren gehören die Phagozyten, die Abwehrzellen. Diese nehmen einen eingedrungenen Erreger oder Fremdkörper auf und verdauen ihn dann sozusagen. Aus diesem Grund nennt man die Phagozyten auch Fresszellen. Zu den Fresszellen zählen Monozyten, Makrophagen sowie neutrale und eosinophile Granulozyten. Als humorale Faktoren bezeichnet man die in den Körperflüssigkeiten gelösten Substanzen, die eine bakterientötende Wirkung haben, wie das Enzym Lysozym. Dieses befindet sich in verschiedenen Körpersekreten wie Speichel oder Tränenflüssigkeit. Ebenfalls zur unspezifischen, humoralen Immunabwehr gehören die Interferone, die sich vor allem gegen Viren richten. Weitere Faktoren, die das unspezifische Immunsystem unterstützen sind die Haut, die einen natürlichen Schutz vor eindringenden Keimen bietet, die Schleimhaut der Atemwege, die Erreger, die über die Luft in den Körper gelangt sind, über die Flimmerhärchen wieder aus dem Körper befördert sowie der Magensaft, der durch seinen hohen Säuregehalt über die Nahrung in den Organismus gelangte Bakterien zerstört.
Im Unterschied zum unspezifischen Immunsystem, entwickelt sich das spezifische Immunsystem erst durch eine unmittelbare Auseinandersetzung mit einem bestimmten Krankheitskeim. Dabei kommt es zu einem Lernprozess, bei dem nach dem Erstkontakt mit dem Erreger, spezielle Abwehrmechanismen entwickelt werden, die sich gezielt gegen diesen richten. Während der Immunantwort bilden sich Gedächtniszellen, die einem erneuten Angriff des Erregers vorbeugen. Außerdem ist das spezifische Immunsystem auch in der Lage, krankhafte eigene Körperzellen wie Tumorzellen zu erkennen und anzugreifen. Vermittelt wird das spezifische Immunsystem durch Immunzellen. Diese verfügen über die Fähigkeit einer immunologischen Reaktion und werden als T-Lymphozyten und B-Lymphozyten bezeichnet. Während die T-Lymphozyten, die rund 70–80 Prozent aller Lymphozyten im Körper ausmachen, im Thymus entstehen, bilden sich die B-Lymphozyten, die 15 Prozent aller Lymphozyten ausmachen, im Knochenmark. Kommt es zu einem Kontakt mit einem fremden Erreger, entstehen aus einem Teil der B-Lymphozyten Plasmazellen, die man als Antikörper (Immunglobuline) bezeichnet. Aus den anderen B-Lymphozyten bilden sich langlebige B-Gedächtniszellen. Diese sind auch Jahre später in der Lage, den gleichen Antikörper zu bilden.
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