Geschlechtshormone - Geschlechtsspezifische Hormone zur Entwicklung von Geschlechtsmerkmalen

Anatomie - Grafik der Gebärmutter auf weißem Hintergrund

Sexualhormone sind mitunter wichtig für die Fortpflanzung - Oxytocin, Dopamin, DHEA und Testosteron spielen z.B. beim Sex eine wichtige Rolle

Als Geschlechtshormone bezeichnet man die Sexualhormone von Mann und Frau. Zu ihren Aufgaben gehören die Ausbildung von Geschlechtsmerkmalen und die Fortpflanzung.

Unter Geschlechtshormonen oder Sexualhormonen versteht man Hormone, die von

  • der Nebennierenrinde
  • den Gonaden
  • der Plazenta

hergestellt werden. Die Hormone sind wichtig für die Fortpflanzung und die Ausbildung der Geschlechtsmerkmale. Des Weiteren haben sie auch nicht sexualspezifische Wirkungen.

Bei Sexualhormonen handelt es sich nicht um eine einheitliche Stoffklasse. So zählen unter anderem Steroidhormone sowie spezielle Proteine zu ihnen.

Sexualhormone bei Mann und Frau

Geschlechtsspezifische Sexualhormone gibt es eigentlich nicht, auch wenn bestimmte Hormone speziell dem Mann oder der Frau zugerechnet werden. Es bestehen jedoch zwischen den Geschlechtern erhebliche Unterschiede, was die Menge der produzierten Sexualhormone und die Reaktivität des Organismus anbelangt.

Daher unterscheidet man zwischen

  • den Sexualhormonen der Frau, zu denen vor allem Estrogene bzw. Östrogene, Gestagene und hCG gehören, sowie
  • den Sexualhormonen des Mannes wie Androgene und Gonadoliberin.
  • Für beide Geschlechter von großer Bedeutung sind das Follikelstimulierende Hormon (FSH) sowie das Luteinisierende Hormon (LH).

Sexualhormone - wie stark beeinflussen sie das Denken und Handeln?

Hormone machen Männer treuer, Partnerinnen attraktiver und stärken die Bindung zwischen Mutter und Kind

Blonde Frau umarmt ihren Partner von hinten und gibt ihm Kuss auf die Wange
kissing pair © Yanik Chauvin - www.fotolia.de

Jeder Mensch hat eine Vielzahl an Botenstoffen, sogenannte Hormone, in seinem Körper. Sie sind lebensnotwendig und beeinflussen den gesamten Stoffwechsel. Die Untergruppe der Sexualhormone ist es außerdem, die bei jedem Menschen bestimmt, ob er oder sie ein Mann oder eine Frau ist.

Einfluss auf unser Denken und Handeln

Zwar besitzen sowohl Männer als auch Frauen die männlichen und weiblichen Hormone, jedoch in ihrer jeweils geschlechtsspezifischen Konzentration. Diese ist bereits im Mutterleib unterschiedlich.

Da Hormone beständig aktiv sind, stellt sich vielen Ärzten und Wissenschaftlern die Frage, wie stark sie unser Denken und Handeln beeinflussen.

Tatsächlich sind die Botenstoffe wesentlich daran beteiligt, wie ein Mensch sich fühlt. Beispielsweise wird in Stresssituationen Adrenalin ausgeschüttet, bei Wohlbefinden dagegen Oxytocin.

Reaktion und Instinkte

Doch muss man dabei immer bedenken, dass es sich bei Hormonen um "Boten"-Stoffe handelt. Sie werden ausgeschüttet, um auf eine bereits vorhandene Situation zu reagieren. Hormone lösen daher zwar sehr wohl Gefühle aus, jedoch ist es eine Situation, die zur Ausschüttung der Botenstoffe führt.

Dennoch darf man besonders den Einfluss der Sexualhormone nicht unterschätzen, denn hier spielt weniger das Denken als der Instinkt eine Rolle. Das Hormon Oxytocin beispielsweise wird von Müttern ausgeschüttet, um die Bindung zum Neugeborenen zu stärken.

Dies ist eine evolutionäre Reaktion, um den Nachkommen mit den eigenen Genen zu schützen. Entsprechend können Mütter hoch aggressiv werden, wenn das Kind bedroht wird. Hier ist das Denken eindeutig instinktiv und das Handeln von den Hormonen mitbestimmt.

Einfluss von Oxytocin auf Männer

Und auch Männer werden von Oxytocin beeinflusst, denn dadurch erfolgt eine emotionale Bindung an die Partnerin. Versuche mit Oxytocin-Nasenspray zeigten, dass ein Bild der Freundin/Frau durch die künstliche Zufuhr als noch attraktiver empfunden wird.

Oxytocin macht Männer in gewisser Weise also treuer. Das Hormon stimuliert dabei das Belohnungszentrum im Gehirn, weshalb eine glückliche Beziehung auch wie eine Droge wirkt. Eine Trennung ist auf biologischer Ebene dagegen wie ein eiskalter Entzug.

Fazit: Hormone haben einen starken Einfluss auf unser Empfinden und können daher auch das Handeln bestimmen. Man kann sie jedoch nicht als Pauschalerklärung für das eigene Denken und eigene Fehler vorschieben.

Die Produktion von Serotonin, dem Glückshormon, wird durch kohlenhydratreiche Kost erhöht

Nahaufnahme Teller mit gefüllten Nudeln, Tortelloni
gefüllte Nudeln © MP2 - www.fotolia.de

Der Verbraucherinformationsdienst „aid“ bericht, dass eine ausgewogene und kohlehydratreiche Ernährung glücklicher macht, denn diese Ernährungsform fördert die Produktion von Serotonin, dem Glückshormon.

Viele Kohlenhydrate sind in Brot und Pasta, sowie im Gemüse, Fisch und Obst enthalten, aber Fleisch besitzt keinen hohen Anteil an Kohlenhydraten, so die Information von „aid“.

Unterschiede zwischen Mann und Frau: Erziehung spielt größere Rolle als Hormone

Laut Studie keine festgelegten Unterschiede zwischen männlichem und weiblichem Gehirn

Paar - Junges Liebespaar schmiegt sich aneinander
Paar © Gina Sanders - www.fotolia.de

Testosteron gilt als das Männlichkeits-Hormon schlechthin und wurde in der Vergangenheit zudem immer wieder als Erklärung für die kleinen und großen Unterschiede zwischen Mann und Frau herangezogen. Mittlerweile mehren sich die Anzeichen, dass Hormone zwar einen prägenden Einfluss auf das Gehirn haben, als Erklärung für die Verhaltensunterschiede bei den Geschlechtern jedoch de facto nicht ausreichen.

Geschlechterrollen werden durch gesellschaftliche Normen und Werte geprägt

Die Ergebnisse von bisher durchgeführten Magnetresonanztomographie-Studien scheinen eher die These zu bestätigen, dass Geschlechterrollen durch Erziehung, gesellschaftliche Normen und Werte sowie das soziale Umfeld entstehen und gefestigt werden.

Eine weitere, aktuelle Studie von Wissenschaftlern der amerikanischen Harvard-Universität bestätigt diese Vermutungen. In Tests mit Mäusen waren dort Eingriffe an der Nase vorgenommen worden, die dazu führten, dass die weiblichen Mäuse eher männlich besetzte Eigenschaften zeigten. So zeigten sie ein erhöhtes Sexualverhalten und vernachlässigten ihren Nachwuchs. Die Forscher schlossen daraus, dass im Gehirn der Mäuse beide Verhaltensausprägungen angelegt sind. Es gebe demnach keine festgelegten Unterschiede zwischen männlichem und weiblichen Gehirn.

Im Folgenden gehen wir auf die Sexualhormone der Frau ein...

Estrogene (Östrogene)

Estrogene, die man auch als Östrogene oder Follikelhormone bezeichnet, sind die wichtigsten Sexualhormone der Frau und gehören zur Klasse der Steroidhormone. Zu den Östrogenen gehören mehr als dreißig verschiedene Hormone, darunter zum Beispiel Estradiol, Estron und Estriol. Ihre Wirkung ist breit gefächert.

Entstehung

Estrogene entstehen in erster Linie in den Ovarien (Eierstöcken) in Gelbkörper und Follikel. Ein kleiner Teil der Östrogene wird aber auch in der Nebennierenrinde gebildet.

Im Verlauf einer Schwangerschaft kommt es zusätzlich im Mutterkuchen (Plazenta) zur Herstellung der wichtigen Hormone. Übrigens werden auch in den Hoden des Mannes geringe Östrogenmengen produziert.

Biosynthese

Zur Entstehung von Östrogenen kommt es, indem männliche Geschlechtshormone umgewandelt werden. So entsteht vor allem durch die Umwandlung des männlichen Hormons Testosteron Estradiol, auch Östradiol genannt. Katalysiert wird die Umwandlung durch das Enzym Aromatase.

Wirkung von Östrogenen

In der Pubertät sorgen sie für die Ausprägung und Entwicklung der Geschlechtsmerkmale, wie Brust oder auch Haarwuchs. Östrogene sind zudem wichtig, um eine befruchtungsfähige Eizelle reifen zu lassen. So sorgen die Geschlechtshormone dafür, dass die Schleimhaut der Gebärmutter gut durchblutet wird.

Dadurch kann sich der Muttermund öffnen. Außerdem lässt das Gebärmutterhalssekret die männlichen Spermien durch.

Darüber hinaus erhält die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) von den Östrogenen das Signal, dass die Eizellreife erfolgt, was zur indirekten Auslösung des Eisprungs (Ovulation) führt. Während des weiblichen Zyklus kommt es zu starken Veränderungen bei der Konzentration der Östrogene.

Die Steuerung der Hormonproduktion erfolgt von der Hypophyse. Im Anschluss an die Menopause der Frau verringert sich die Östrogensynthese erheblich.

Der Transport der Östrogene im Blut findet in der Regel eiweißgebunden statt. Bestimmte Organe wie die Gebärmutter und die Brüste verfügen über spezielle Östrogenrezeptoren, von denen die Östrogene gebunden werden. Da die Hormone unmittelbar zum Zellkern gelangen, können sie Einfluss auf die Aktivität der Zellen nehmen.

Östrogene haben auch eine physische Wirkung auf die Knochen. Daher besteht bei Östrogenmangel die Gefahr, dass es zu Knochenschwund (Osteoporose) kommt.

Auch das Immunsystem wird von den Sexualhormonen angeregt. Des Weiteren sind Östrogene wichtig für das Hörvermögen sowie das Speichern von Gedächtnisinhalten, die Sprache und Geräusche betreffen.

Östrogen und Orientierungssinn

Zwei junge Freundinnen schauen auf Stadtplan
tagesausflug © Kaarsten - www.fotolia.de

Nicht die Gene, sondern die Sexualhormone sind schuld daran, dass die räumliche Wahrnehmung von Männern und Frauen unterschiedlich ist. Das haben laut einem Bericht der Gesundheitszeitschrift Apotheken Umschau Forscher der Ruhr-Universität in Bochum herausgefunden.

Weibliche Testpersonen mussten zum Zeitpunkt des Tiefst- und Höchststandes des Hormonpegels Aufgaben zum räumlichen Vorstellungsvermögen lösen. Während der Menstruation, wenn der Östrogenspiegel niedrig ist, zeigten sie ähnlich gute Ergebnisse wie die Männer.

Mit dem neuen Zyklus steigen die Östrogenwerte wieder an. Haben sie ihren Höchststand erreicht, verschlechtern sich die Orientierungsleistungen der Frauen.

Östrogen hilft bei Gewichtsregulation

Damenfüße auf einer hellblauen, analogen Waage
Woman legs with scales on isolated background © Izaokas Sapiro - www.fotolia.de

Das weibliche Sexualhormon Östrogen beeinflusst laut Studien zufolge nicht nur das Verlangen nach Sex, sondern soll auch Einfluss auf das Gewicht haben. US-Forscher vom UT Southwestern Medical Center berichten im Fachmagazin "Cell Metabolism", dass das Hormon Areale im Gehirn beeinflusse, die Appetit und Energieumsatz bestimmen. So wirkt Östrogen wohl auch auf die Nahrungsaufnahme und damit auf das Körpergewicht von Frauen, so Deborah Clegg, die Seniorautorin der Studie.

Für die Studie wurden Mäuse mit dem weiblichen Hormon behandelt. Dabei wurde festgestellt, dass es auf zwei Gehirnzentren im Hypothalamus wirkt, die sowohl für Energieumsatz als auch für das Hungergefühl verantwortlich sind. Fehlte weiblichen Mäusen der Rezeptor für das Östrogen wurden sie übergewichtig und es kam zu Herzkreislauferkrankungen und Diabetes. Männliche Mäuse ohne den Rezeptor hatten keine solche Erscheinungen.

Östrogen - Kaffeekonsum kann Hormonhaushalt verändern

Frau nippt an einem Milchkaffee in Glastasse, seitlich fotografiert
aromatic coffee © Konstantin Yuganov - www.fotolia.de

Eine aktuell in den USA veröffentliche Studie rund um Forscherin Karen Schliep von der University of Utah sollte Kaffeefans aufhorchen lassen: Wie das Journal berichtet, konnte in klinischen Studien erstmals der Einfluss erhöhten Kaffeekonsums auf den weiblichen Hormonhaushalt belegt werden. Dabei wurden über 250 Frauen verschiedener Ethnien untersucht.

Das verblüffende Ergebnis: Während Kaffeekonsum den Östrogenspiegel bei weißen Frauen sinken ließ, war bei afro-amerikanischen und asiatischen Frauen ein Anstieg zu beobachten. Noch ist vollkommen unklar, auf welche Weise das im Kaffee enthaltene Koffein den Hormonhaushalt beeinflussen kann.

Fest steht jedoch, dass andere, koffeinhaltige Getränke keinen derartigen Effekt zeigen. Die Beobachtungen könnten in Zukunft eine wichtige Rolle bei der weiblichen Gesundheitsvorsorge spielen.

Östrogene machen Frauen stressresistenter

Junge Mutter an Herd und mit zwei Töchtern, gestresst
Hausfrau mit Kindern hat jede Menge Stress © Kzenon - www.fotolia.de

Stress und Belastungen über einen längeren Zeitraum können meist besser von Frauen als von Männern ausgehalten werden. Die Annahme war oft, dass Frauen dies gewohnt seien, da viele von ihnen mehrere Rollen einnehmen und unter Doppelbelastung mit Familie und Haushalt stehen. Forscher zeigten jetzt jedoch in einer Studie mit Ratten, dass dafür das weibliche Sexualhormon Östrogen ausschlaggebend ist.

US-Wissenschaftler setzten Ratten beider Geschlechter unter Stress und stellten fest, dass die weiblichen Tiere besser damit umgehen können. Sie konnten weiterhin nachweisen, dass das im Gehirn sitzende Enzym Aromatase Östrogene bei den weiblichen Tieren ausschüttet, die bei der Stressbewältigung helfen.

Zwar kommt Östrogen auch im männlichen Organismus vor, jedoch in geringeren Mengen. Wurden Männchen und Weibchen bezüglich der Östrogenproduktion manipuliert, so zeigte sich ein umgekehrtes Verhalten bezüglich der Stressbewältigung.

Östrogentypen

Bei Östrogenen unterscheidet man zwischen natürlichen und synthetischen Estrogenen. Zu den natürlichen Östrogenen gehören

  • Estradiol
  • Estriol
  • Estron und
  • Estetrol.

Synthetische Östrogene sind

  • Mestranol
  • Ethinylestradiol
  • Moxestrol und
  • Turisteron.

Gefahr durch Östradiol - das Hormon kann das Risiko auf Herz- und Hirninfarkt erhöhen

Herzinfarkt: Oberkörper einer Frau mit Brustschmerzen, sie fasst sich aufs Herz
Seniorin hat zuhause einen Herzinfarkt © Kzenon - www.fotolia.de

Östradiol ist ein Hormon, das zur Gruppe der Östrogene gehört. Es ist also ein weibliches Geschlechtshormon. Eine Studie hat sich mit Östradiol näher beschäftigt und entdeckte dabei, dass Seniorinnen ab 65 Jahren durch hohe Mengen des Hormons Teil einer Risikogruppe werden.

Untersucht wurden 6.000 Probandinnen ab einem Alter von 65 Jahren. Bei allen wurde via Blutproben gemessen, wie hoch der Wert des Östradiol bei ihnen ist. Normalerweise haben nur Frauen vor der Menopause hier einen hohen Wert, da das Hormon für die Fortpflanzung sehr wichtig ist. Sobald die Wechseljahre jedoch beginnen und die Eierstöcke inaktiver werden, wird auch die Produktion des Hormons zurückgefahren. Dies war allerdings nicht bei allen Studienteilnehmerinnen der Fall. Die Frauen wurden über vier Jahre hinweg betreut. In diesem Zeitraum kam es zu insgesamt 150 Herz- oder Hirninfarkten.

Es zeigte sich dabei, dass vor allen Dingen jene Frauen mit einem hohen Östradiolwert Teil dieser Gruppe waren. Demnach muss das Hormon das Risiko auf Herz- und Hirninfarkt erhöhen.

Allerdings zeigen junge Frauen eine deutlich geringere Neigung für Schlaganfälle und Herzinfarkte als gleichaltrige Männer. Hier scheint das Hormon das Risiko nicht zu erhöhen. Um diesen Umstand näher zu beleuchten, ist nun eine vergleichbare Studie mit jüngeren Probandinnen geplant.

Gestagene (Gelbkörperhormone)

Nach den Östrogenen sind die Gestagene oder Gelbkörperhormone die wichtigsten Sexualhormone einer Frau. Ebenso wie die Östrogene, zählen auch Gestagene zu den Steroidhormonen. Wichtigste Gelbkörperhormone sind:

  • Progesteron
  • Pregnenolon
  • Pregnandiol

Bei Gestagenen handelt es sich um synthetische Gelbkörperhormone. In ihrer Wirkung sind sie dem körpereigenen Progesteron sehr ähnlich. Progesteron bezeichnet man häufig auch als körpereigenes Gestagen.

Es entsteht im so genannten Gelbkörper (Corpus luteum). Damit man natürliche Gestagene von synthetischen Gelbkörperhormonen besser unterscheiden kann, verwendet man für die künstlichen Hormone auch die Bezeichnungen Progestagene oder Progestine.

Funktionen von Progesteron

Gebildet wird das natürliche Gestagen Progesteron von den Granulosazellen. Diese befinden sich in der Follikelwand. Beeinflusst von dem luteinisierenden Hormon bilden die Zellen den Gelbkörper, in dem es dann zur Entstehung des Progesterons kommt.

Das Progesteron hat die Aufgabe, die Schleimhaut der Gebärmutter auf das Einbetten der befruchteten Eizelle vorzubereiten. Außerdem wirkt es einer weiteren Follikelreifung entgegen, wenn eine Befruchtung stattfindet. Zudem ist Progesteron an der Milchbildung beteiligt.

Medizinische Verwendung von Gestagenen

Während natürliche Gestagene nur selten in der Medizin Verwendung finden, kommen dagegen synthetische Gestagene zur Verhütung von ungewollten Schwangerschaften zum Einsatz. Zu diesen Verhütungsmitteln gehört vor allem die Antibabypille.

Dabei lassen sich die Gestagene sowohl als Monopräparate als auch als Kombinationspräparate mit Östrogenen verwenden. Weitere Verhütungsmittel mit synthetischen Gestagenen bzw. Progestinen sind die Dreimonatsspritze sowie Implantate wie Implanon.

Aber auch in der Menopause kommen Gestagene zusammen mit Östrogenen im Rahmen einer Substitutionstherapie zur Anwendung. Außerdem lassen sie sich bei bestimmten Störungen des monatlichen Zyklus einsetzen.

hCG

Auch das hcG zählt zu den Sexualhormonen der Frau. Es ist die Abkürzung von Humanes Choriongonadotropin. Dieses spezielle Hormon entsteht während der Schwangerschaft und bewirkt deren Aufrechterhaltung. Gebildet wird es in der Plazenta vom Synzytiotrophoblast.

Funktionen des hCGs

In der Anfangsphase einer Schwangerschaft bereitet das hyperglycosylierte hCG, eine spezielle Form des humanen Choriongonadotropins, das Einnisten der Blastozyste vor. Kommt es zum Kontakt mit der Schleimhaut der Gebärmutter, bilden sich einige Trophoblastzellen zum Synzytiotrophoblasten aus. In diesem findet dann die Herstellung des aktiven hCG statt.

Weiterhin entsteht das primäre Chorion, das die Frühform des kindlichen Plazentaanteils darstellt. Durch das hCG wird der Gelbkörper im Eierstock dazu angeregt, das Hormon Progesteron auszuschütten.

Das Progesteron wiederum baut die Gebärmutterschleimhaut auf und sendet an die Eierstöcke das Signal, keine weiteren Eisprünge vorzunehmen. Der Gelbkörper geht nicht zugrunde und schüttet weiterhin Progesteron aus, wodurch die monatliche Regelblutung unterbleibt.

Die Konzentration des hCG nimmt in den ersten Schwangerschaftswochen schrittweise zu. So kommt es etwa alle zwei Tage zu einer Verdopplung der Hormonwerte.

Zwischen der 8. und 10. Schwangerschaftswoche erreicht die hCG-Konzentration ihren Höhepunkt. Anschließend sinken die hCG-Werte allmählich wieder ab.

Therapeutische Anwendung von hCG

Das Hormon hCG lässt sich auch für therapeutische Zwecke verwenden. So kommt es bei Frauen zur Behandlung von Amenorrhö (Ausbleiben der Regelblutung) zum Einsatz. Doch auch beim männlichen Geschlecht lässt es sich bei Zeugungsunfähigkeit oder einem fehlerhaften Abstieg des Hodens einsetzen.

Als nächstes folgen die Sexualhormone des Mannes...

Androgene

Unter dem Begriff Androgene werden natürliche und synthetische Hormone zusammengefasst, die für die Steuerung der männlichen Geschlechtsmerkmale zuständig sind. Das Grundgerüst dieser Sexualhormone wird von Androstan gebildet.

Bei Androgenen handelt es sich zumeist um Steroidhormone. Sie stimulieren oder kontrollieren die Entwicklung und Erhaltung männlicher sekundärer Geschlechtsmerkmale durch die Bindung an Androgenrezeptoren. Gebildet werden Androgene in der Nebennierenrinde sowie in den Hoden. Zu den wichtigsten Androgenen gehören

  • Testosteron
  • Dehydrotestosteron (DHT)
  • Dehydroepiandrosteron (DHEA)
  • Androsteron (ADT)
  • Androstendion (ASD) und
  • Androstendiol.
Testosteron

Testosteron ist ein Steroidhormon, das sowohl bei Männern als auch bei Frauen vorkommt. In Wirkungsweise und Konzentration gibt es jedoch erhebliche Unterschiede. Beim Mann entsteht das Testosteron in den Leydig-Zellen des Hodens, bei Frauen ist dies in den Eierstöcken und der Nebennierenrinde der Fall.

Zahlreiche wichtige Körperfunktionen wie

werden von Testosteron beeinflusst. In der Pubertät ist Testosteron für das Wachstum der Hoden und des Penis verantwortlich. Auch die sekundären Geschlechtsmerkmale wie der Stimmbruch oder der Bartwuchs sind vom Testosteron abhängig.

Zudem wird dem Testosteron die Anregung des Geschlechtstriebs und in gewisser Weise auch eine "typisch männliche Aggressionsbereitschaft" zugeschrieben. Übrigens ist Testosteron auch für die Glatzenbildung im höheren Alter verantwortlich. Da Testosteron die Blutbildung fördert haben Männer einen höheren Gehalt an Hämoglobin, dem roten Blutfarbstoff, im Blut.

Testosteron macht nicht nur dominant, sondern auch ehrlich

Junger Mann in Nadelstreifenanzug sitzt lächelnd auf Chefsessel oder Bürostuhl und hat die Augen niedergeschlagen
positive and shy smiling young man © endostock - www.fotolia.de

Testosteron gehört zu den bekanntesten Hormonen, von denen auch Laien schon einmal gehört haben. Es ist ein männliches Geschlechtshormon, dass aus Jungen in der Pubertät langsam Männer macht und für die Libido, den Muskelaufbau und ein dominantes Auftreten verantwortlich ist. Nun haben Forscher herausgefunden, dass Testosteron noch eine andere Auswirkung auf den Charakter hat: es sorgt dafür, dass man ehrlicher wird.

Die Studie, die zu diesem Schluss kommt, arbeitete mit 91 gesunden Männern. Die Probanden wurden in zwei Gruppen aufgeteilt und bekamen alle ein Gel auf die Haut gestrichen. Bei 46 von ihnen befand sich darin zusätzliches Testosteron, bei den übrigen 45 handelte es sich um ein Placebo. Auch die Forscher wussten nicht, wer welches Gel bekommen würde, damit unbewusste Beeinflussung ausgeschlossen werden konnte. Eine Blutprobe jedes Probanden sorgte dafür, dass später im Labor festgehalten werden konnte, wer welches Gel erhalten hatte.

Alle Männer wurden nun gebeten, einen Würfel zu werfen und die Zahl in einen Computer einzugeben. Man sagte ihnen, dass sie umso mehr Geld bekommen, je höher die Gesamtaugenzahl am Ende ist. Jeder kam in eine abgeschlossene Kabine und man erklärte ihm, dass keine Überwachung stattfinden würde. Es gab also die Möglichkeit, zu betrügen. Die Männer, die das Testosteron-Gel bekommen hatten, nutzten diese Möglichkeit auffallend seltener als die übrigen Probanden.

Warum dies so ist, können die Forscher nicht sagen. Eigentlich dominiert die Ansicht, dass Testosteron eher zu aggressivem und ich-bezogenem Handeln führt. Das nun aber offenbar die Ehrlichkeit dadurch gefördert wird, bildet einen klaren Widerspruch zur aktuellen Ansicht.

Testosteron im Mutterleib macht misstrauisch: Mehr Angst vor Statusverlust

Embryo in Gebärmutter
baby2 © ingenium-design.de - www.fotolia.de

Babys, die im Mutterleib eine hohe Menge des männlichen Hormons Testosteron abbekommen haben, werden später misstrauische Erwachsene. Dies ergaben Studien der Université Paris Descartes in Frankreich mit 144 Studentinnen.

Die Teilnehmerinnen sollten Fotos betrachten und entscheiden, ob sie bei den abgebildeten Personen Geld investieren würden. Die Menschen auf den Fotos waren ebenfalls Studienteilnehmer, die wiederum entscheiden sollten, ob und wie viel Geld sie den potenziellen Investorinnen zurückzahlen würden. Sie konnten wählen zwischen "gar nichts", "die Hälfte des Gesamtbetrages" oder "so viel wie ich bekommen habe".

Dabei stellte sich heraus, dass sich die Teilnehmerinnen intuitiv eher für die vertrauenswürdigen Personen entschieden hatten, die das Geld wirklich zurückzahlen wollten. Frauen wurden dabei allgemein als vertrauenswürdiger betrachtet als Männer.

Besonders auffällig war jedoch, dass die Teilnehmerinnen, die im Mutterleib eine höhere Dosis Testosteron abbekommen hatten, insgesamt misstrauischer waren als andere. Scheinbar aus Angst vor Statusverlust gaben sie in nur 39% der Fälle Geld. Die Teilnehmerinnen mit weniger Testosteron investierten dagegen in 49% der Fälle.

Ob Erwachsene als Babys im Mutterleib viel Testosteron abbekommen haben, lässt sich durch das sogenannte 2D:4D-Verhältnis beurteile: Das Längenverhältnis von Zeigefinger und Ringfinger zueinander. Je kleiner der Unterschied, umso höher die Testosteron-Dosis.

Männer mit viel Testosteron essen gerne scharf

Testosteron erhöht das Verlangen nach Empfindungen

Nahaufnahme rote Chili Schoten übereinander gelegt
Red Chili Pepper and green bell pepper © Douglas Freer - www.fotolia.de

Das Sexualhormon Testosteron bestimmt, ob Männer gerne scharf essen. Dies haben Forscher von der Universität im französischen Grenoble herausgefunden. Demnach führt ein hoher Testosteronspiegel beim Mann dazu, dass er häufiger zu Scharfmachern wie Tabasco und Co. greift.

Ein Zusammenhang zwischen gesalzenem Essen und dem Testosteronspiegel ließ sich bei Versuchen jedoch nicht feststellen. Möglicherweise führt auch der Verzehr scharf gewürzter Speisen zu einem Anstieg des Sexualhormons.

Mehr Empfindung durch Risikobereitschaft

Nach bisherigen Erkenntnissen sind Männer mit einem hohen Testosteronspiegel finanziell, sexuell und verhaltensmäßig risikobereiter. Dabei handele es sich nach Ansicht der französischen Wissenschaftler um einen Zusammenhang mit der geschmacklichen Risikobereitschaft.

Testosteron erhöhe demnach das Verlangen nach Empfindungen. Männer seien in vielen Bereichen eher bereit, ein höheres Risiko einzugehen.

Testosteron macht Frauen nicht aggressiver, sondern ruhiger

Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen Testosteronwert und Aggressionslevel bei Frauen

Patientin auf Liege eines Computertomographen, neben ihr stehen Arzt und Krankenschwester
Arzt, Patientin und Krankenschwester bei CT Tompgraphie im Krankenhaus, Bild durch die Röhre des Geräts © Kzenon - www.fotolia.de

Allgemein wird die Ansicht vertreten, dass Testosteron ein Hormon der Aggression ist. Wer viel davon hat, tritt dominant auf und verteidigt Besitz und Standpunkt auch aggressiv. Doch rein wissenschaftlich gibt es für diese Behauptung noch keine Belege. Man geht schlicht davon aus, weil Männer einfach mehr Testosteron als Frauen haben und als das aggressivere Geschlecht gelten.

Studie untersuchte Aggressionslevel und Testosteronwert

Doch ganz so einfach ist es offenbar nicht, wie eine aktuelle Studie zeigt. Deutsche Forscher baten gesunde Frauen zum Experiment. Alle lagen in einem MR-Tomographen, um ihre Hirnaktivität während des Versuchs zu kontrollieren. Zudem wurde vor dem Test und unmittelbar danach die Testosteronmenge im Speichel gemessen.

Während die Frauen im MRT lagen, spielten sie einen Reaktionswettkampf gegen eine andere Frau. Diese hatten sie zuvor kurz kennengelernt. In einem Durchgang war die Gegnerin neutral aufgetreten, in einem zweiten Spiellauf war sie ärgerlich und provozierte auch während des Wettkampfs durch laute Geräusche. Auf diese Weise sollten Aggressionen bei den Probandinnen geweckt werden. Dies funktionierte auch, wie man zum einen am Verhalten und zum anderen an der Aktivität des Gehirns sah. In einer aggressiven Situation wurde das Amygdala-Hirnareal aktiver. Hier sitzt das Erleben und Verwalten von Emotionen.

Keine Erhöhung des Aggressionslevels durch Testosteron

Am Ende wurde das Aggressionslevel jeder Frau mit ihrem Testosteronwert verglichen. Das überraschende Ergebnis: Wer mehr Testosteron hatte, reagierte insgesamt ruhiger. Ein niedriger Testosteronwert war dagegen mit höherer Aggression verbunden.

Die Studie widerlegt damit das gängige Klischee. In der jüngsten Vergangenheit gab es bereits mehrere Untersuchungen, die ebenfalls nahe gelegt hatten, dass Testosteron zumindest bei Frauen offenbar eher pro-sozial wirkt. Viele werden hilfsbereiter und verständiger. Die Rolle der Hormone ist also deutlich komplexer als oft angenommen wird.

Testosteron fördert das räumliche Denken

Handwerker o. Architekt mit Bauhelm und Werkzeug steht unter Holzgerüst mit Bauplan, junge Frau zeigt darauf
home designer with home builder © Stephen Coburn - www.fotolia.de

Psychologen von der Universität von Leeds haben festgestellt, dass bei Männern und auch bei Frauen ein Zusammenhang zwischen der Art des geistigen Leistungsvermögens und dem Testosteronspiegel vorhanden ist.

Das räumliche Denken wird bei einem hohen Testosteronspiegel und die verbalen Fähigkeiten bei einer niedrigen Konzentration gefördert. Die männlichen und weiblichen Testpersonen mussten morgens und nachmittags geometrische und sprachliche Aufgaben lösen.

Die geometrischen Tests fielen am Morgen, wenn ein hoher Spiegel des männlichen Sexualhormons vorhanden ist, besser aus. Am Nachmittag, mit niedrigem Spiegel, wurden die sprachlichen Tests besser bewältigt.

Testosteron: Frauen werden durch künstliche Hormone nicht risikofreudiger

Junge Frau schaut bedrückt aus einem mit einem Plissee abgedunkelten Fenster
shadow © Arrow Studio - www.fotolia.de

Testosteron, ein überwiegend männliches Hormon, lässt bei einer künstlichen Zuführung bei Frauen diese nicht risikofreudiger werden. Während eine frühere Studie mit Männern aufzeigen konnte, dass je höher deren Testosteronspiegel war, umso mehr auch die Risikofreude stieg, konnte nun in einer ähnlichen Studie mit Probandinnen nicht derselbe Effekt festgestellt werden.

Die Wissenschaftler selbst sind davon ausgegangen, dass durch die Steigerung des Testosterons bei Frauen sich ein forscheres Verhalten zeigen würde. Eine Annahme, die nun jedoch nicht bestätigt wurde. So scheint sich das Männlichkeitshormon tatsächlich beim Mann auf eine spezifische Art bemerkbar zu machen. Ausgelöst könnte dieser Effekt deshalb werden, weil Männer schon im Mutterleib mehr diesem Hormon ausgesetzt sind und deshalb für die späteren Entwicklungen zur Risikofreude bessere Karten haben.

Testosteron macht laut Studie nicht aggressiv - sondern sozialer

Büromitarbeiter streitet sich mit Chefin
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Lange wurde die Vorstellung, dass Testosteron aggressiv macht, zum Allgemeinwissen erhoben, in Medien und Kunst propagiert und schließlich zu einem Mythos rund um das Hormon stilisiert, welcher sogar vor Gericht als Argument mildernde Umstände bewirkte. Doch Wissenschaftlern gelang nun die Widerlegung der bisherigen Meinung, dass ein erhöhter Testosteronspiegel aggressives Verhalten fördert. Im Gegenteil.

Menschen mit höherem Testosteronspiegel verhalten sich fairer als Mitmenschen, die einen normalen Wert des Hormons im Blut aufweisen. Ein erster Versuch mit kastrierten männlichen Nagetieren erwies einen Reduzierung von Aggressivität und Streitlustigkeit.

Für eine zweite Studie ließen Forscher, unter Einfluss des Geschlechtshormons stehende Frauen, mit anderen, die ein Placebo erhalten hatten, im Spiel um Geld verhandeln. Im Vergleich zu den Testpersonen der Placebogruppe handelten die Frauen unter Testosteron-Einfluss wesentlich gerechter.

In unserer heutigen Umwelt bestimmt soziales Verhalten und nicht Aggressionspotential das Ansehen. Dabei erhöht Testosteron “die Sensitivität für den eigenen Status”.

Erhöhte Vorsicht durch männliches Geschlechtshormon Testosteron

Junge Frau sitzt im blauen Auto und schaut aus Fenster, draußen regnet es
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Niederländische Forscher fanden heraus, dass das männliches Hormon Testosteron bei Frauen zu einer erhöhten Wachsamkeit, beziehungsweise Vorsicht gegenüber anderen Menschen führt. Im Normalfall ist der Mensch ein sehr soziales und vertrauendes Wesen, wobei besonders das Hormon Oxytocin dafür sorgt.

Dagegen wird das männliche Geschlechtshormon Testosteron eher als das Gegenteil angesehen. Nun haben die Forscher bei einer Studie, bei der 24 freiwillige junge Frauen entweder ein Placebo oder das Hormon Testosteron erhielten. Danach zeigte man den jungen Frauen, im Durchschnitt von etwa 20 Jahren, verschiedene Fotos von Fremden, die sie auf Vertrauenswürdigkeit bewerten sollten.

Als Ergebnis kam heraus, dass die Frauen, die ein Placebo erhielten, mehr Vertrauen bewiesen als die anderen Teilnehmerinnen, wobei sich dies aber änderte, nachdem sie ebenfalls das Hormon erhielten.

Testosteron macht aggressiv - diese Meinung über das männliche Hormon ist ein Irrtum

Aggressive Männer haben keinen überdurchschnittlich hohen Testosteronspiegel

Junger, muskulöser Mann mit schmerzverzerrtem Gesicht hält sich an Stachelzaun fest
Badboy portrait © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

Das männliche Hormon Testosteron hat einen einschlägigen Ruf. Wer aggressiv auftritt, von dem sagt man, dass er davon besonders viel besitzt, denn Testosteron macht aggressiv.

Doch damit tut man dem Hormon Unrecht, wie Forscher jetzt aufklären. Auch wenn es im Volksmund gern behauptet wird, gibt es wissenschaftlich überhaupt keine Beweise für diese Behauptung.

Studie: aggressivere Männer haben durchschnittlichen Testosteronspiegel

Testosteron hat weder eindeutig mit Aggressionen, noch mit Depressionen etwas zu tun. Im Gegenteil: es gibt Studien, bei denen im Alltag durch Aggressionen aufgefallene Männer untersucht wurden. Durch Blutproben wurde ihr Testosteronspiegel gemessen. Dabei zeigte sich, dass das Hormon bei ihnen in einer ganz durchschnittlichen Konzentration vorlag.

Einfluss auf Lust und Hirnentwicklung

Belegt ist nur, dass Testosteron die Lust auf Sex maßgeblich beeinflusst. Ohne eine entsprechende Konzentration im Blut entsteht keine Lust. Das Hormon beeinflusst zudem die Hirnentwicklung während der Pubertät.

Die unterschiedliche Testosteron-Konzentration bei Mädchen und Jungen steuert, wie sich die Gehirne entwickeln und machen so wesentliche Geschlechtsunterschiede aus. Mit Aggressionssteuerung hat das aber nichts zu tun.

Der Zusammenhang zwischen Testosteron und der Berufswahl

Der Testosteronspiegel beeinflusst die Interessen

Geschäftsmann mit Aktentasche unter dem Arm, im Hintergrund eine Frau
my job! © Franz Pfluegl - www.fotolia.de

"Typisch Mann" oder "Typisch Frau" - das hört man sehr häufig. Frauen und Männer sind verschieden, sie interessieren sich für unterschiedliche Dinge. Doch wieso ist das so? Wie Forscher bereits in mehreren Studien zeigen konnten, besteht ein Zusammenhang zwischen Interessen und der Höhe des pränatalen Testosteronspiegels.

Testosteronspiegel hat Einfluss auf Interessen

So hat jemand mit einem höheren Spiegel des männlichen Geschlechtshormons einen Hang zu technischen Dingen, während wenig Testosteron eher für das Soziale steht.

Wissenschaftler der Universität Konstanz wollten nun herausfinden, ob man dies auch auf die spätere Berufswahl von Frau und Mann beziehen kann.

Es wurde der Testosteronspiegel bei Studienteilnehmern analysiert und dann mit dem Beruf der Probanden verglichen. Dabei konnten sie die pränatale Menge nur indirekt bestimmen; sie bedienten sich der Tatsache, dass der Zeigefinger bei den Menschen, die vor der Geburt einen hohen Spiegel aufwiesen, kürzer ist als der Mittelfinger.

Und tatsächlich diejenigen mit einem höheren Hormonspiegel eher die Tendenz zu technischen Berufen, während die anderen im sozialen Bereich arbeiten.

Frauen werden durch erhöhte Testosteronwerte egoistischer

Junges Tanzpaar beim Streit, weißer Hintergrund
Man and woman conflict. Isolated on white. © Piotr Marcinski - www.fotolia.de

Wie Forscher feststellten, wirkt sich das männliche Hormon Testosteron bei Frauen zur mehr Egoismus aus. Auch neigen manchen Frauen dann zu einer Überschätzung und wollen mit aller Kraft ihre Meinung durchsetzen. Die Wissenschaftler hatten in einer Studie, an der 17 freiwillige Frauen teilnahmen, verschiedene Tests durchgeführt, wobei die Teilnehmerinnen auch eine zusätzliche Dosis des Hormons Testosteron erhielten, was aber auch schon in geringen Mengen beim normalen Hormonhaushalt der Frauen enthalten ist.

Das Ergebnis zeigte dann, dass viele Frauen, die noch zusätzlich das Hormon bekamen, danach auch versuchten ihre Meinung verstärkt den anderen Teilnehmerinnen zu vermitteln.

Viel Testosteron bringt nichts - das Hormon macht nicht wirklich härter

Kakteen am Salzsee von Uyuni in den bolivianischen Anden
Uyuni Salt Flat on the Bolivian Andes at sunrise © fabio lamanna - www.fotolia.de

Von besonders männlich wirkenden Männern nimmt man an, dass sie sehr viel Testosteron haben und daher stark und hart im Nehmen sind. Das stimmt aber gar nicht, wie Forscher nun ans Tageslicht gebracht haben.

In den USA fand man heraus, dass weniger an dieser Stelle deutlich mehr ist. Ein Plus an Testosteron hilft nicht wirklich beim Überlebenskampf und hat daher keinen Nutzen aus biologischer Sicht. Man ermittelte dies, während man die "Tsimane" untersuchte, ein altes Volk aus Bolivien. Diese Menschen leben noch immer von der Jagd auf Tiere und vom Sammeln. Die Männer sind im Wesentlichen dafür verantwortlich und müssen sich trotz harter Arbeit gegen Krankheiten und Witterung bewähren. Man entnahm diesen Männern Blut und fand darin, anders als erwartet, kein Übermaß an Testosteron. Im Gegenteil: im Vergleich zu Männern aus unseren Industrieländern hatten sie sogar zwei Drittel weniger.

Doch hatten die Tsimane deswegen weniger Muskeln und waren schwächer? Nein, sie waren ganz normal. Für die Region, in der sie lebten, war wenig Testosteron sogar von Vorteil. Die Männer verbrauchten einfach weniger Energie und hatten ein stärkeres Immunsystem. Wer viel Testosteron hat, hat in der Regel ein eher normales bis zu schwaches Immunsystem und das können sich die Männer der Tsimane nicht leisten. Von daher sind niedrige Testosteronwerte für den Überlebenskampf sogar besser, während unsere "harten" Männer bei den Tsimane schlechtere Karten hätten.

Dihydrotestosteron

Ebenfalls zu den Androgenen zählt Dihydrotestosteron. Dieses ist ein Abbauprodukt des Testosterons.

Oftmals werden die Aufgaben des Testosterons von dem hochwirksamen Molekül übernommen. In geringem Maße kommt Dihydrotestosteron auch bei Frauen vor.

Zu den Aufgaben des Androgens gehören vor allem

  • die Vermännlichung
  • die Entwicklung und Funktion der Prostata
  • der Aufbau und die Aufrechterhaltung von Talgdrüsen sowie
  • die Ausprägung der Körperbehaarung.
Dehydroepiandrosteron

Als Dehydroepiandrosteron bezeichnet man ein Pro-Hormon. In der Leber wird es zu Testosteron verstoffwechselt.

Das Androgen entsteht in der Nebennierenrinde aus Cholesterin. Seine Wirkung entspricht der Wirkung von Testosteron. Dehydroepiandrosteron kommt auch als Medikament zum Einsatz.

Androsteron

Bei Androsteron handelt es sich um ein chemisches Nebenprodukt. Dieses bildet sich vor allem beim Abbau von Androgenen.

Es kann aber auch von Progesteron stammen. Von Bedeutung ist Androsteron für die Ausprägung von männlichen sekundären Geschlechtsmerkmalen sowie für die Regelung des Geschlechtstriebs.

Androstendion

Androstendion entsteht in den Hoden des Mannes, den Eierstöcken der Frau sowie in der Nebennierenrinde. Bei Androstendionen kommt es zu einer metabolischen Umwandlung zu Testosteron sowie weiteren Androgenen.

Da Androstendion eine Hormonvorstufe darstellt, rechnet man es zu den Pro-Hormonen. Noch nicht vollständig geklärt sind die genauen physiologischen Funktionen des Androgens.

Androstendiol

Androstendiol zählt zu den Steroidmetaboliten. Es gilt als Hauptregulator der Gonadotropinsekretion.

Gonadoliberin

Bei Gonadoliberin handelt es sich um ein Sexualhormon des Mannes, das im Hypothalamus entsteht. Es stimuliert die Sekretion und Synthese der Gonadotropine im Hypophysenvorderlappen.

Entstehung von Gonadoliberin

Gonadoliberin wird auch als

  • Gonadotropin Releasing-Hormon 1 (GnRH1)
  • Gonadorelin, follikelstimulierndes Hormon Releasing-Hormon (FSH-RH) oder
  • luteinisierendes Hormon Releasing-Hormon (LH-RH)

bezeichnet. Im Hypothalamus (Hirnanhangsdrüse) erfolgt die Synthetisierung des Gonadoliberins. Anschließend geben die Neuronen des Hypothalamus es ins Blut ab.

Wirkung von Gonadoliberin

Zu den Aufgaben von Gonadoliberin gehört es, die Hirnanhangsdrüse zur Ausschüttung der wichtigen Hormone LH und FSH anzuregen. Diese dienen zur Regulierung der Eierstock- und Hodenfunktionen.

Die Wirkung des Hormons kommt im Hypophysenvorderlappen durch die Bindung an einen Rezeptor, der an ein G-Protein gekoppelt ist, zustande. Wird dieser Rezeptor aktiviert, führt dies zu einem Anstieg an Calcium-Ionen, was wiederum die Hormonwirkung zur Folge hat.

Anwendung in der Medizin

Gonadoliberin lässt sich auch für medizinische Zwecke verwenden. So verabreicht man das Hormon bei Fruchtbarkeitsstörungen bei Frauen. Auf diese Weise soll der Eisprung im Eierstock ausgelöst werden. Darüber hinaus kommt Gonadoliberin auch zur Behandlung von Prostatakrebs und Brustkrebs zum Einsatz.

Zwei weitere wichtige Sexualhormone sind das follikelstimulierende Hormon sowie das luteinisierende Hormon. Sie haben sowohl bei Frauen als auch bei Männern wichtige Funktionen.

FSH

FSH ist die Abkürzung für follikelstimulierendes Hormon. Dieses Sexualhormon wird bei Mann und Frau in der Adenohypophyse, dem Vorderlappen der Hirnanhangsdrüse, gebildet.

Funktionen des FSH

Bei Frauen sorgt das follikelstimulierende Hormon in der Anfangsphase des monatlichen Zyklus für die Reifung des Follikels. Außerdem bewirkt es das Eizellenwachstum im Eierstock.

Auch bei Männern spielt das Hormon eine bedeutende Rolle. So stimuliert es die Aktivität der Sertoli-Zellen. Diese sind wichtig für die Spermienbildung (Spermatogenese). Geregelt wird die Ausschüttung des FSH durch das Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH).

Therapeutische Verwendung des FSH

Das follikelstimulierende Hormon lässt sich auch zur Behandlung eines unerfüllten Kinderwunsches einsetzen. Zu diesem Zweck verwendet man den Wirkstoff Follitropin alfa, der in Struktur und Wirkung dem körpereigenen FSH gleicht.

So sorgt er dafür, dass die Keimzellen von Mann und Frau reifen können. Allerdings benötigen beide Geschlechter dazu auch das luteinisierende Hormon (LH) zur Reifung der Geschlechtszellen.

LH

LH steht für luteinisierendes Hormon, auch gelbfärbendes Hormon oder Lutropin genannt. Es ist überaus wichtig für die Fortpflanzung.

Funktionen des LH

Das luteinisierende Hormon hat wichtige Funktionen für beide Geschlechter. So sorgt es zusammen mit dem follikelstimulierenden Hormon dafür, dass die Geschlechtszellen produziert werden und reifen können.

Bei Männern regt das luteinisierende Hormon die Sekretion und Synthese innerhalb der Leydig-Zellen in den Hoden an. Bei Frauen dient das LH zum Regulieren des Menstruationszyklus.

In der ersten Hälfte des Zyklus fördert das Hormon die Herstellung von Östrogenen. In der Mitte des Zyklus bewirkt das LH die Bildung eines Gelbkörpers, der rund acht Tage besteht. Durch den Gelbkörper wird wiederum Progesteron hergestellt.

Die Bildung des luteinisierenden Hormons erfolgt im Hypophysenvorderlappen. Zuvor findet eine Stimulierung durch das Releasing-Hormon Gonadotropin statt.

Störungen des Hormonhaushalts

In manchen Fällen können Störungen des Hormonhaushalts auftreten, wodurch erhebliche Auswirkungen auf den Körper möglich sind. Männliche und weibliche Geschlechtshormone werden bei beiden Geschlechtern in unterschiedlicher Menge produziert. Kommt es zu einer Störung des normalen Mengenverhältnisses, hat dies Folgen für die Entwicklung des Körpers.

Hirsutismus

Tritt z.B. bei einer Frau langfristig ein erhöhter Testosteronspiegel auf, kann dies zu Hirsutismus führen. Bei den betroffenen Frauen kommt es dann zu verstärkter Behaarung im Gesicht, an den Beinen und sogar am ganzen Körper. Außerdem kann schwere Akne auftreten. Um Hirsutismus entgegenzuwirken, wird zumeist die Antibabypille verschrieben.

Testosteronmangel

Durch die Östrogene und Gestagene, die in dem Arzneimittel enthalten sind, wird die Testosteronproduktion in den Eierstöcken reduziert. Darüber hinaus wird das Testosteron im Körper gebunden und unwirksam gemacht.

Bei Männern kann es wiederum durch Testosteronmangel zu körperlichen Veränderungen kommen, wodurch der Betroffene in manchen Fällen verweiblicht wirkt. Als Ausgleich werden Testosteronpräparate oder andere Hormonmittel verabreicht. Ein Mangel an Testosteron kann bei Männern aber auch zum Nachlassen der Libido führen und eine Hormonbehandlung erforderlich machen.

Hormonschwankungen können Frau um den Schlaf bringen

Junge Frau liegt wach im Bett und hält ihren Wecker hoch, auf dem Nachttisch die Lampe an
Junge Frau mit Schlafproblemen © Sven Vietense - www.fotolia.de

Statistiken zufolge leiden beinahe doppelt so viele Frauen an Schlafproblemen wie Männer. Dies ist laut Experten auf die Geschlechtshormone zurück zu führen. Wie eine Studie der Rush University in Chicago ergeben hat, spielt dabei vor allem die Menstruation eine entscheidende Rolle.

Denn gerade an Tagen vor und nach der monatlichen Regel werden weniger Hormone produziert, was zu Schlafstörungen führen kann. Menstruationsbeschwerden verstärken das Problem der schlaflosen Nächte. Doch nicht nur während der Menstruation liegen Hormonschwankungen vor; auch während der Schwangerschaft und der Stillzeit sowie vor und nach den Wechseljahren ist dies der Fall.

Kein Wunder also, dass Männer einen besseren Schlaf haben als Frauen, bei denen neben alltäglichen Sorgen und Stress eben auch der Hormonhaushalt verrückt spielen kann.

Brustkrebs und Testosteron - das Hormon beschleunigt die Krebsentwicklung

Rosane Brustkrebs-Schleife wird in Kamera gehalten von Frau mit nacktem Oberkörper
Pink breast cancer awareness ribbon in hand © nvuk - www.fotolia.de

Frauen mit Brustkrebs müssen gemeinsam mit ihrem Arzt zwischen verschiedenen Therapiemöglichkeiten wählen. Die richtige Methode ist abhängig von der Art des Tumors und wie schnell er sich entwickelt. Forscher haben zu letzterem Punkt nun eine neue Erkenntnis gewinnen können. Offenbar sind viele Zellen des Tumors mit sogenannten Androgenrezeptoren ausgestattet. Das bedeutet, sie haben Andockstellen für die männlichen Hormone.

Männliche und weibliche Hormone gibt es bei jedem Menschen, allerdings unterscheidet sich die Konzentration je nach Geschlecht. Da jeder Mensch aber einzigartig ist, gibt es auch Frauen, die mehr Testosteron besitzen als andere. Sind sie zugleich Brustkrebspatientinnen kann ihnen dieser Umstand schaden.

In der Studie wurde deutlich, wie sich Testosteron an die Andockstellen der Krebszellen hängt und die Zelle somit ungewollt unterstützt. Der Krebs kann nun schneller wachsen und sich auch aggressiver ausbreiten. Es zeigte sich, dass 77 Prozent aller Mammakarzinome genau diese Rezeptoren besitzen.

Die Forscher bewerten die neue Erkenntnis aber als Schritt in die richtige Richtung. Immerhin weiß man nun, wo man mit weiteren Therapien ansetzen kann. Es ist zum Beispiel denkbar, dass man Hormonblocker einsetzen könnte, die gezielt auf Andockstellen für Testosteron aus sind. Indem die Rezeptoren von diesen Medikamenten geblockt werden, kommt man frei beweglichem Testosteron quasi zuvor.

Es kann sich nicht mehr an die bereits besetzen Krebszellen heften. Einen solchen Hormonblocker gibt es auch bereits. Er wird derzeit eingesetzt, um Männern mit Prostatakrebs zu helfen. Eine erste klinische Studie in diese Richtung ist nun in Planung.

Das polyzystische Ovarialsyndrom: Frauen mit POCS leiden oft unerkannt

Blonde Frau im Bademantel schaut besorgt in weißen Handspiegel, eine Hand an der Wange
Make up, Gesichtspflege © Udo Kroener - www.fotolia.de

Die Abkürzung POCS steht für eine häufige Stoffwechselstörung: das polyzystische Ovarialsyndrom. Bei dieser Krankheit kommt es zu Zysten in den Eierstöcken, die meist mit Zyklusproblemen einher gehen. Die Menstruation kann dabei komplett ausbleiben, oder der Zyklus verlängert sich unnatürlich und zwischen zwei Regelblutungen liegen zum Teil mehr als 40 Tage.

Rückzug ist die falsche Lösung

Das Syndrom wirkt dabei auch unmittelbar auf den Hormonhaushalt der Betroffenen ein und kann dazu führen, dass vermehrt männliche Hormone gebildet werden. Die Frauen haben also überdurchschnittlich viele Androgene.

Dies wiederum kann zu vermehrten Haarwuchs führen und auch Härchen im Gesicht oder auf der Brust sprießen lassen. Viele Frauen sind dadurch sehr verunsichert, empfinden Scham und ziehen sich sozial zurück.

Doch dies ist in jedem Fall falsch. Beim polyzystischen Ovarialsyndrom handelt es sich um eine häufige Krankheit, die therapiert werden kann. Wichtig ist jedoch, sich dem Hausarzt oder direkt dem Frauenarzt anzuvertrauen.

Verschwinden der Symptome durch künstliche Hormone

Häufig wird die Stoffwechselstörung aber nicht nur spät erkannt, da die Betroffenen aus Scham schweigen, sondern weil künstliche Hormone die Symptome verschwinden lassen.

Frauen, die mit einer Anti-Baby-Pille verhüten, bekommen in der Pillenpause jeden Monat eine Blutung. Dabei handelt es sich jedoch nicht um die natürliche Menstruation, sondern um eine Abbruchblutung, da dem Körper die künstlichen Hormone entzogen werden. Mit einem natürlichen Zyklus hat das überhaupt nichts zu tun.

Gefährliche Folgeerkrankungen trotz Verschwinden der Symptome

Auch eine Verweiblichung durch entsprechende Hormone überlagert das POCS und vermindert den Haarwuchs wieder. Fakt ist jedoch, dass das Syndrom an sich bestehen bleibt und Folgeerkrankungen wie Diabetes und Herzleiden mit sich bringen kann.

Außerdem wird beim POCS im Körper zu wenig Progesteron gebildet und daher bleibt der Eisprung aus. Die Krankheit kann also die Fruchtbarkeit einer Frau zerstören. Viele erhalten die Diagnose daher nach dem Absetzen der Pille, wenn trotz Kinderwunsch keine Empfängnis stattfindet.

Ein schwindender Hormonspiegel im Alter

Die natürlichen Alterungsprozesse machen auch vor den Sexualhormonen nicht halt: sind diese beispielsweise zur Pubertät in voller Blüte, nehmen sie im höheren Lebensalter zunehmend ab.

Dabei ist das Zusammenspiel der einzelnen Hormone äußerst komplex. Wir beschränken uns hier daher auf die wichtigsten Sexualhormone - das Östrogen bei der Frau und das Testosteron beim Mann. Die Zuordnung ist übrigens auch nur teilweise richtig, denn beide Sexualhormone kommen in deutlich niedrigerer Konzentration auch beim jeweils anderen Geschlecht vor.

Symptome der niedrigeren Hormonkonzentration

Beide Sexualhormone gelten als regelrechter "Jungbrunnen". Eine optimale Konzentration sorgt dafür, dass wir uns frisch und fit fühlen, die Haut straff und fest wirkt und auch die sexuelle Lust stimmt.

Die Abnahme der Hormonkonzentration im Alter bemerken Betroffene sehr schnell: Plötzlich nimmt die Libido ab, häufig ist man sexuell deutlich weniger aktiv. Hinzu kann

kommen. Auch im äußeren Erscheinungsbild macht sich der schwindende Hormonspiegel bemerkbar: fahle, trockene Haut oder auch eine Gewichtszunahme können Hinweise auf verminderte Sexualhormone im Blut sein.

Umgekehrt kann ein Hormonmangel übrigens auch das Gegenteil bewirken: erhöhte Reizbarkeit und Aggressivität, die bei Frauen typischen Hitzewallungen oder Herzklopfen sind mögliche Folgen der hormonellen Umstellung.

Der Zeitpunkt für diese Umstellung und somit eine Verminderung des Sexualhormonspiegels wird etwa um das 50. Lebensjahr herum vermutet. Abhängig von individuellen Faktoren kann die Menopause (bei der Frau) bzw. die Andropause (beim Mann) jedoch auch früher oder später eintreten.

Für besseres Wohlbefinden

Um dieser ganz natürlichen Umstellung zu begegnen, gibt es einige Möglichkeiten: eine erhöhte körperliche Aktivität bringt den Körper wieder auf Trab und schützt vor Müdigkeit; eine ausgewogene Ernährung kann ebenfalls einen wertvollen Beitrag zum Wohlbefinden leisten.

Darüber hinaus helfen Gespräche mit guten Freunden, bei gesundheitlichen Problemen mit einem Arzt des Vertrauens. Dieser kann unter Umständen auch eine Hormontherapie verschreiben; einige Präparate sind darüber hinaus auch rezeptfrei erhältlich.

Grundsätzlich jedoch ist Vorsicht geboten, da der Hormonhaushalt vom Körper reguliert wird - und eine Verminderung mit zunehmendem Lebensalter ganz natürlich ist. Bis man sich an die Umstellung gewöhnt hat, wird daher meist ein wenig Zeit vergehen.

Behandlung mit Testosteron kann bei älteren Männern zu Herz-Kreislauf-Problemen führen

Körperausschnitt Mann drückt sich rotes Plastikherz an die Brust
Herzinfarkt © bilderbox - www.fotolia.de

Eine Studie über die Behandlung bei älteren Männern mit dem Sexualhormon Testosteron musste vorzeitig beendet werden, weil hierbei das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung ansteigt, sogar auch ein Herzinfarkt sei möglich.

Viele ältere Männer nehmen künstliches Testosteron ein, weil dadurch die Arm- und Beinkraft definitiv zunimmt. So nimmt der Schauspieler Sylvester Stallone auch Testosteron zu sich. Es ist bekannt, das bei den Männern im Alter der Testosteronspiegel sinkt und somit auch die Kraft und Mobilität nachlassen, so dass also viele dies mit der Einnahme von künstlichem Testosteron ausgleichen wollen.

Aber mit Testosteron werden auch die Patienten, die unter "Hypogonadismus" leiden, damit behandelt. Diese Unterfunktion der Keimdrüsen kann aber auch bei jüngeren Männern auftreten. Deshalb rät die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM), dass die Ärzte weiterhin, trotz dieser Studie, bei den Patienten die dringend notwendige Testosteronbehandlung fortsetzen sollen, damit auch die Lebensqualität bei den Betroffenen durch den Mangel des Sexualhormons erhalten bleibt.

Grundinformationen zu Geschlechtshormonen

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: weiblicher uterus © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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