18. Mai 2010
Als Geschlechtshormone bezeichnet man die Sexualhormone von Mann und Frau. Zu ihren Aufgaben gehören die Ausbildung von Geschlechtsmerkmalen und die Fortpflanzung.
Unter Geschlechtshormonen oder Sexualhormonen versteht man Steroidhormone, die von der Nebennierenrinde, den Gonaden und der Plazenta, hergestellt werden. Die Hormone sind wichtig für die Fortpflanzung und die Ausbildung der Geschlechtsmerkmale. Des Weiteren haben sie auch nicht sexualspezifische Wirkungen.
Geschlechtshormone werden sowohl von Frauen als auch von Männern produziert. Dabei unterscheidet man zwischen weiblichen und männlichen Sexualhormonen. Bei den weiblichen Geschlechtshormonen differenziert man wiederum zwischen Östrogenen bzw. Estrogenen (Follikelhormonen) und Gestagenen (Gelbkörperhormonen), die verschiedene Wirkungen haben. Die männlichen Sexualhormone, die nur eine Hauptwirkung haben, werden Androgene genannt.
Estrogene, die man auch als Östrogene bezeichnet, sind die wichtigsten Sexualhormone der Frau und gehören zur Klasse der Steroidhormone. Ihre Herstellung erfolgt in erster Linie in den Ovarien (Eierstöcken) in Follikel und Gelbkörper. Zu einem kleinen Teil werden die Östrogene auch in der Nebennierenrinde gebildet. Im Verlauf einer Schwangerschaft ist zudem die Plazenta (Mutterkuchen) an der Produktion von Östrogenen beteiligt. In kleinen Mengen werden Estrogene auch im Hoden des Mannes produziert. Durch die Östrogen-Hormone wird die Reifung einer befruchtungsfähigen Eizelle gefördert. Dabei kommt es durch die Estrogene zu einer guten Durchblutung der Gebärmutterschleimhaut und zur Öffnung des Muttermundes, sodass das Gebärmutterhalssekret durchlässig für Spermien wird. Indem die Östrogene der Hypophyse die Eizellreife signalisieren, lösen sie indirekt den Eisprung aus. Im Verlauf des weiblichen Zyklus ändert sich die Konzentration der Estrogene beträchtlich. Die Steuerung der Produktion wird von der Hypophyse über die Gonadotropine FSH (Follikelstimulierendes Hormon) und LH (Luteinisierendes Hormon) vorgenommen. Nach dem Ablauf der Menopause kommt es zu einem starken Abfall der Estrogensynthese.
Nach den Östrogenen sind die Gestagene oder Gelbkörperhormone die wichtigsten Sexualhormone einer Frau. Ebenso wie die Östrogene, zählen auch Gestagene zu den Steroidhormonen. Wichtigste Gelbkörperhormone sind Progesteron, Pregnenolon und Pregnandiol. Zu den Aufgaben von Progesteron gehört die Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut auf die Einbettung der befruchteten Eizelle. Außerdem verhindert es, dass es zu einer weiteren Follikelreifung kommt. Gestagene kommen auch bei Verhütungsmitteln wie der so genannten Minipille zum Einsatz.
Als FSH oder Follitropin bezeichnet man das follikelstimulierende Hormon. Dieses Hormon wird sowohl bei Frauen als auch bei Männern in der Adenohypophyse, der Hirnanhangdrüse, gebildet. Bei Frauen ist es wichtig für das Eizellenwachstum und die Eizellenreifung, bei Männern sorgt es für die Anregung der Spermienbildung.
Ein weiteres wichtiges Hormon für die Fortpflanzung ist das luteinisierende Hormon (LH), das auch Lutropin genannt wird. Bei Frauen trägt das Hormon zur Förderung des Eisprungs und der Gelbkörperbildung bei. Bei Männern wird die Bildung von Testosteron in den Leydig-Zwischenzellen des Hodens angeregt.
Als Androgene bezeichnet man Sexualhormone, die zur Entwicklung und Erhaltung von männlichen Merkmalen dienen. Wichtigstes Hormon ist Testosteron, das eine direkte Wirkung auf den Hoden des Mannes hat. Über das ABP (Androgenbindungsprotein) der Sertoli-Zellen erfolgt der Transport des Testosterons zu den Samenkanälchen, wo es für die Reifung der Spermatiden zu Spermien sorgt. Des Weiteren bewirkt es in der Pubertät die Entwicklung von Hoden, Penis, Geschlechtsdrüsen und sekundären Geschlechtsmerkmalen. Auch das Wachstum der Körperbehaarung sowie der Muskelaufbau werden vom Testosteron gefördert. Weitere Androgene sind DHEA (Dehydroepiandrosteron), Andro (Androstendion), Androstendiol, Androsteron und DHT (Dihydrotestosteron).
Hier ist Platz für Ihre Meinung zu diesem Artikel.
Lesermeinung schreiben |
12.03.12 | |
![]() | GESCHLECHTSHORMONE |
06.03.12 | |
![]() | GESCHLECHTSHORMONE |
![]() | GESCHLECHTSHORMONE |
03.03.12 | |
![]() | GESCHLECHTSHORMONE |
05.02.12 | |
![]() | GESCHLECHTSHORMONE |
Stellen Sie eine Frage oder lesen Sie mehr im Geschlechtshormone Forum

