22. April 2010
Als Dünndarm (Intestinum tenue) bezeichnet man den längsten Teil des Verdauungstraktes. Er befindet sich zwischen dem Magen und dem Dickdarm.
Der Dünndarm (Intestinum tenue) ist ein wichtiger Bestandteil des Verdauungstraktes. Er erreicht eine Länge von drei bis fünf Metern und zerlegt die aufgenommene Nahrung mithilfe von Enzymen in einzelne Moleküle.
Unterteilt wird der Dünndarm in den Zwölffingerdarm (Duodenum), den Krummdarm (Ileum) sowie den Leerdarm (Jejunum). Der Zwölffingerdarm, der eine Form wie der Buchstabe C hat und sich eng an den Kopf der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) schmiegt, wird so genannt, weil er eine Länge von zwölf Fingerbreiten erreicht. Dies sind etwa 25 bis 30 Zentimeter. In den Zwölffingerdarm hinein münden der Bauchspeicheldrüsengang (Ductus pancreaticus) sowie der Gallengang aus der Leber, der als Ductus choledochus bezeichnet wird. Über diese Gänge fließen das Bauchspeicheldrüsensekret und die Gallenflüssigkeit zusammen mit Enzymen weiter in den Darm hinein. Angeschlossen an den Zwölffingerdarm sind der ca. 1,8 Meter lange Leerdarm und der 1,2 Meter lange Krummdarm. Letzterer mündet auf der rechten Unterbauchseite in den Dickdarm. Wie der gesamte Verdauungstrakt, besteht der Dünndarm aus vier Schichten. Seine Oberfläche wird durch Falten, Mikrovilli und Zotten deutlich vergrößert, damit der Organismus die Nahrungsbestandteile gut resorbieren kann. Im Zwischenbereich der Zotten befinden sich die Krypten (Glandulae intestinales). Diese dienen ebenfalls zur Vergrößerung der Oberfläche sowie zur Sekretion.
Wichtigste Aufgabe des Dünndarms ist es, den Speisebrei, der durch den Magen angesäuert wurde, zu neutralisieren. Der Dünndarm zerlegt die aufgenommene Nahrung in einzelne Bausteine wie Fette, Eiweiße, Kohlenhydrate, Salze, Wasser, Mineralstoffe sowie Vitamine und nimmt sie über die Zellen der Darmschleimhaut auf. Danach gehen die meisten dieser Stoffe ins Blut über und werden durch den Blutstrom in die Körperregionen befördert, in denen sie zum Einsatz gelangen sollen. Zuvor kommt es zu einer enzymatischen Verdauung der Nahrung. Die Bestandteile, die der Dünndarm nicht verwerten kann, leitet er weiter an den Dickdarm. Neben der Nahrung, resorbiert der Dünndarm jeden Tag auch ca. neun Liter Flüssigkeit.
Eine zusätzliche Aufgabe des Krummdarms ist die Immunabwehr.
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