19. Januar 2011
Unter einem Zwölffingerdarmgeschwür versteht man eine Schädigung der Darmwand. Kommt es zu Komplikationen wie einem Darmdurchbruch, muss eine Operation erfolgen.
Zu einem Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) kommt es viermal so häufig wie zu einem Magengeschwür. Vor allem Männer im jüngeren und mittleren Alter sind oft davon betroffen. Ähnlich wie ein Magengeschwür, entsteht ein Zwölffingerdarmgeschwür durch ein Ungleichgewicht von schleimhautschützenden und schleimhautschädigenden Faktoren. Zu den Hauptursachen für ein Ulcus duodeni zählt das Bakterium Heliobacter pylori, das zu 95 Prozent für das Entstehen des Geschwürs verantwortlich ist. Man vermutet aber, dass auch andere Faktoren eine Rolle spielen. So begünstigt z.B. eine erhöhte Produktion von Magensäure ein Zwölffingerdarmgeschwür.
Bei einem Zwölffingerdarmgeschwür kommt es zu einer begrenzten Schädigung der Darmwand. Mit der Zeit kann sich diese Schädigung in die tieferen Schichten der Wand ausbreiten. Zu den Symptomen eines Darmgeschwürs gehören zunächst Völlegefühl, unregelmäßiger Stuhlgang, Übelkeit und Erbrechen. Außerdem kommt es zu Oberbauchschmerzen in nüchternem Zustand. In manchen Fällen verursacht ein Zwölffingerdarmgeschwür auch gar keine Beschwerden, sodass es oftmals erst durch Routineuntersuchungen entdeckt wird. Eine gefürchtete Komplikation ist die gastrointestinale Blutung, die lebensbedrohlich sein kann. Während bei schwächeren Blutungen das Blut mit dem Stuhlgang ausgeschieden wird, kommt es bei starken Blutungen zum Erbrechen des Blutes. Eine weitere gefährliche Komplikation ist ein Durchbruch des Geschwürs in die Bauchhöhle. Durch eine solche Perforation kann es zu einer lebensgefährlichen Bauchfellentzündung (Peritonitis) kommen. Sowohl bei Blutungen als auch bei einem Darmdurchbruch muss schnellstens eine Notoperation erfolgen.
Im Falle eines blutenden Geschwürs ist neben der Operation auch eine Infusionsbehandlung notwendig, um auf diese Weise den Verlust an Flüssigkeit, Blut und Elektrolyten auszugleichen. Um das Geschwür langfristig zu behandeln, ist es wichtig, die auslösenden Ursachen wie das Bakterium Heliobacter pylori oder schädigende Medikamente zu beseitigen.
Muss aufgrund einer starken Blutung oder eines Zwölffingerdarmdurchbruchs eine Notoperation erfolgen, erhält der Patient zunächst eine Vollnarkose. In den meisten Fällen wird dann ein Schnitt an der Bauchdecke vorgenommen, was man als Laparotomie bezeichnet. Gelegentlich genügt auch eine minimal-invasive Laparoskopie (Bauchspiegelung) als Operationszugang. Bei einer Blutung schneidet der behandelnde Operateur den Zwölffingerdarm auf und stillt die Blutung durch Vernähen. Nach der Blutstillung kann der Zwölffingerdarm ebenfalls vernäht werden. Besteht ein Darmdurchbruch, wird die offene Stelle durch eine Naht verschlossen. Wegen der schlechten Heilungstendenz entfernt man in den meisten Fällen den Rand der Öffnung. Zur Entfernung von entzündungsverursachenden Substanzen, bringt man Spülflüssigkeit in den Darm ein. Zum Abschluss der Operation werden dem Patienten Drainageschläuche angelegt, die zur Ableitung von Wundflüssigkeit dienen. Nach einigen Tagen können diese Schläuche wieder entfernt werden.
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