Das erste Mal Blutspenden - Was man vorher und nachher beachten sollte

Volle Blutkonserve bei einer Blutspende - Aus einem Arm wird Blut abgezapft

Anderen Menschen helfen und durch den Blutcheck für seine eigene Gesundheit sorgen

Blutspenden sind wichtig und können Leben retten. Dabei sind jedoch einige Dinge zu beachten.

Unter einer Blutspende versteht man die freiwillige Entnahme einer bestimmten Menge von Blut. Dabei handelt es sich zumeist um einen halben Liter.

Nach der Entnahme des Blutes wird es genauestens analysiert, aufbereitet und, wenn es geeignet ist, für medizinische Zwecke benutzt. Dazu teilt man es in verschiedene Blutprodukte auf und lagert es in einer so genannten Blutbank.

Bei Blutspenden unterscheidet man zwischen Vollblutspenden, die am gebräuchlichsten sind, Eigenblutspenden, bei denen eigenes Blut später verwendet wird (zum Beispiel bei einer Operation) und dem Spenden von Blutplasma oder Thrombozyten, das am wenigsten belastend ist.

Jugendliche erleiden häufiger beim Blutspenden Komplikationen

Anatomie - Grafik einer Arterie mit Blutkörperchen
arterie mit fließendem blut © sebastian kaulitzki - www.fotolia.de

Den Organismus Heranwachsender belastet das Blutspenden mehr als den Erwachsener. Komplikationen wie Bewusstlosigkeit oder Blutergüsse an der Einstichstelle treten bei ihnen häufiger auf. Das berichtet die „Apotheken Umschau“ unter Berufung auf eine Studie von Dr. Anne Eder vom amerikanischen Roten Kreuz.

Bei 20-Jährigen betrug die Rate der Komplikationen 2,8 Prozent, bei 18- bis 19-Jährigen 8,3 Prozent und bei 16- bis 17-Jährigen sogar 10,7 Prozent. Das amerikanische Rote Kreuz akzeptiert auch so junge Blutspender. In Deutschland gilt ein Mindestalter von 18 Jahren.

Blut- und Organspender unterliegen dem Schutz der Versicherung

Holzstempel mit Schriftzug "Krankenversicherung" wird benutzt
Krankenversicherung Stempel © bilderbox - www.fotolia.de

Organ- und Gewebespender unterliegen ebenso einem gesetzlichen Unfallversicherungsschutz wie auch Blutspender. Wie die Landesunfallkasse Niedersachsen und der Gemeinde-Unfallversicherungsverband Hannover verlauten ließ, bestehe ein Versicherungsschutz unabhängig dessen, ob ein Spender Geld erhalte oder nicht.

Ausnahme: Eine Eigenblutspende, da diese nicht der Allgemeinheit dient, sondern nur dem eigenen Interesse. So besteht ein Schutz bei auftretenden Komplikationen während des Spendens, sowie auf dem Weg der im Zusammenhang mit der abgegebenen Spende steht. Ist ein Spender verunglückt, dann muss er den behandelnden Arzt darüber informieren, wobei der Unfall zustande gekommen ist.

Auch ist er verpflichtet der Spendeneinrichtung eine Unfallmeldung zukommen zu lassen. Diese wird die Unfallanzeige an den Versicherungsträger weiterleiten. Für den Spender, sprich Patienten, fällt dann auch keine Praxisgebühr an.

Können auch Rentner noch Blut spenden?

Bei Gesundheit ist Blutspende auch im höheren Alter unbedenklich

Zwei Hände eines Senioren, Altersflecken
Senior Hände © yamix - www.fotolia.de

Wie ein Sprecher vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) mitteilt, gibt es im Prinzip keine Begrenzung des Alters bei der Blutspende, denn dies liegt bei der Beurteilung durch den Arzt. Der Entschluss ist nicht für alle Bundesländer gültig, sondern bisher nur für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bremen.

Wie der Sprecher weiterhin mitteilt, können auch Personen, die älter als 59 Jahre sind, neuerdings auch erstmalig Blut spenden, weil oft Menschen dieses Personenkreises, wenn sie dann zu Hause sind, mehr Zeit dafür aufbringen wollen, beziehungsweise können. Im Prinzip steht dem, wenn diese Menschen sich in einer guten körperlichen Verfassung befinden, auch nichts im Wege.

Die Altersgrenze wird vom Blutspendedienst in Zusammenarbeit mit den Richtlinien der Bundesärztekammer und der EU festgelegt, wobei nach amerikanischen Studien auch Blutspenden von bis zu 78 Jahre alten Testpersonen gut verwendet werden können. Im letzten Jahr wurde ein Rückgang um bis zu 20 Prozent bei den Spendern festgestellt, was aber eventuell auch an den hohen Sommertemperaturen lag.

Immer öfter unterstützen jüngere Menschen das wertvolle Blutspenden

Grafik Blutkörperchen bewegen sich durch Blutbahn
fließendes blut © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Blutspenden retten Leben, wobei es zahlreiche Gründe gibt, die eine Blutspende erforderlich werden lassen. Erfreulicherweise werden hier immer mehr jüngere Menschen begrüßt, die mit ihrer Spende einen wertvollen Beitrag leisten möchten. So auch zuletzt bei der Blutspende vom Roten Kreuz in Idstein.

Von 233 Spendern waren 43 Erstspender zu verzeichnen, was die Organisatoren mehr als freudig zur Kenntnis nahmen. Da das Blutspenden für viele Menschen überlebenswichtig ist, werden neben den Blutspenden selbst auch immer wieder Helfer solcher Aktionen gesucht, die hier eine sinnvolle Unterstützung leisten können.

Auch Diabetiker können Blut spenden

Am Bauch verkabelte Diabetikerin hält eine Insulimpumpe in der Hand
insulin pump © click_and_photo - www.fotolia.de

Patienten, die unter Diabetes leiden und Blut spenden, können dies auch tun, sie müssen nur gewissen Dinge dabei beachten. Zum Einen dürfen sie kein Insulin spritzen, außerdem müssen ihre Blutzuckerwerte richtig eingestellt sein und zum Anderen dürfen keine Folgekrankheiten vorliegen.

Laut Ärztlichem Direktor des Blutspendedienstes in Bayern soll so gewährleistet werden, dass die Blutspende Diabetikern nicht schaden kann.

Blut spenden - jeder Zweite hat noch nie gespendet

Blutkonserve hängt an einer Maschine auf der Intensivstation
Blood transfusion in the ICU © sudok1 - www.fotolia.de

Die Apotheken Umschau wollte es genau wissen und gab eine Umfrage in Auftrag. Dabei stellte sich heraus, dass über die Hälfte aller Bundesbürger noch kein einzige Mal in ihrem Leben beim Blutspenden waren.

Rund vierzig Prozent haben sich noch nicht einmal Gedanken darüber gemacht, ein Fünftel hat allerdings Angst davor und 17,6 Prozent der Menschen verweisen auf medizinische Gründe, weswegen sie kein Blut spenden dürfen, 1,4 Prozent der Bundesbürger spenden aus religiösen Gründen kein Blut.

Zehn Prozent der Befragten spenden kein Blut, weil sie denken, dass die Blutspendedienste damit Geld verdienen wollten. Jeder Zwölfte fürchtet sich vor einer ernsthaften Erkrankung, die beim Blutspenden nebenbei festgestellt werden könnte.

Nur 6,2 Prozent der Bevölkerung ist so egoistisch, dass sie keine Lust darauf haben, für unbekannte Menschen ihr Blut zu lassen.

Das Rote Kreuz warnt: zu wenige Deutsche sind Blutspender

Spenden ist wichtig - 80 Prozent der Deutschen brauchen mindestens einmal im Leben fremdes Blut

Volle Blutkonserve bei einer Blutspende - Aus einem Arm wird Blut abgezapft
Blutspende © bilderbox - www.fotolia.de

Ob nach einem Unfall, bei chronischen Krankheiten oder Krebs - 80 Prozent der Deutschen brauchen mindestens einmal im Leben fremdes Blut. Aber nur 3 Prozent spenden. In den nächsten Jahren könnten die Blutkonserven knapp werden.

Den größten Teil der benötigten Blutspenden sammelt das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Von insgesamt 4,3 Millionen Vollblutspenden stammten 2014 allein 3,7 Millionen von DRK-Diensten. Daneben decken auch private Anbieter und Krankenhäuser den Bedarf. Im Vergleich zum Jahr 2011 sind die Spenden jedoch um 600.000 zurückgegangen.

Wer kann spenden?

Jeder dritte Bundesbürger darf Blut spenden. Ausgeschlossen sind Minderjährige, Senioren (ab 72) und kranke Menschen. Auch Krankheiten oder die Einnahme von Medikamenten können das Blut zumindest vorübergehend untauglich machen.

  • Männer dürfen alle 8 Wochen spenden,
  • Frauen alle 12 Wochen.

Wie läuft die Blutspende ab?

Beim ersten Besuch im Spendezentrum steht eine ärztliche Untersuchung an. Ist der Spendewillige gesund, wird zunächst sein Blut untersucht. Ein zu niedriger Hämoglobingehalt kann zum Beispiel eine Spende verhindern. Vor jedem weiteren Termin muss der Spender einen Fragebogen über seinen Gesundheitszustand ausfüllen.

Die eigentliche Blutentnahme dauert dann nur zehn bis 20 Minuten. Damit sich der Kreislauf stabilisiert, sollten die Spender noch eine Weile liegen bleiben. Anschließend können sie sich mit einem Imbiss stärken.

Bei privaten Blutspendediensten und vielen Kliniken bekommen Spender außerdem eine Aufwandsentschädigung von rund 20 Euro. Für die aufwändigere Spende von Blutplasma gibt es etwas mehr. Das Rote Kreuz bietet als Dank ein Buffet.

Blut könnte knapp werden

Den typischen Blutspender gibt es nicht. Viele Menschen erkennen den Wert von Spenden erst, wenn sie selbst oder Angehörige auf fremdes Blut angewiesen sind. Junge Menschen finden sich unter den Blutspendern daher seltener.

Aufgrund der geburtenschwachen Jahrgänge ab Mitte der 90er nimmt die Zahl der Erstspender außerdem ab. Zugleich steigt der Bedarf an Blut und Blutplasma, weil die Gesellschaft immer älter wird.

Wieso freiwillig Blutspenden? Über die Wichtigkeit von Spenderblut

Blutspende rette leben nach Unfällen, Operationen oder Transplantationen
Blutspende rette leben nach Unfällen, Operationen oder Transplantationen

Blutspenden sind überaus wichtig, denn in Kliniken und Krankenhäusern werden ständig neue Blutkonserven für lebensrettende Maßnahmen benötigt.

Dazu gehören zum Beispiel

Da es nach wie vor keinen künstlichen Ersatz für das menschliche Blut gibt, sind Blutspenden die einzige Möglichkeit, einen Vorrat an Blutkonserven anzulegen. Mithilfe einer Blutspende ist es möglich, schwerkranken oder schwerverletzten Patienten wieder zur Genesung zu verhelfen. Durch seine Blutspende erbringt der Spender eine wichtige und unverzichtbare Leistung für die Gemeinschaft.

Blutspendedienste wie das Deutsche Rote Kreuz sind auf die unentgeltlichen Blutspenden angewiesen, welche die Versorgung von Patienten mit Blutpräparaten sicherstellen. Dabei folgen die Blutspendedienste stets dem ethischen Kodex, dass eine Blutspende immer freiwillig und unentgeltlich sein muss.

Das gespendete Blut wird nach seiner Überprüfung solange in einer Blutbank gelagert, bis es benötigt wird. Der Empfänger erhält bei Bedarf zumeist Blutbestandteile im Rahmen einer Bluttransfusion. Diese Bestandteile werden mit dem restlichen Blut des Empfängers vermischt.

Die Spendetauglichkeit wird überprüft

Der Spender braucht bei einer Blutspende keine Angst zu haben, dass ihm dadurch gesundheitliche Nachteile entstehen. Vor jeder Spende wird mithilfe eines umfangreichen Fragebogens die Krankheitsvorgeschichte des Spenders erfasst. Der untersuchende Arzt entscheidet dann über die Spendetauglichkeit.

Die Blutmenge, die gespendet wird, ist nur gering im Vergleich zum Gesamthaushalt des Organismus. Durch eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit kann der Blutverlust rasch wieder ausgeglichen werden.

Keine Angst vor der Blutspende: Schwindel kommt nur selten vor

Frau vor verschwommenem Hintergrund fasst sich mit geschlossenen Augen und Kopfschmerzen an die Schläfen
Business woman stress and headache © Dirima - www.fotolia.de

Viele Menschen, die noch nie Blut gespendet haben, fürchten sich vor Schwindelanfällen und anderen negativen Folgen des Aderlasses: Schließlich wird in der Regel ein halber Liter Blut gespendet. Dies klingt zunächst nach viel, ist es aber nicht. Der Körper regeneriert sich schnell und produziert frisches Blut, wodurch sich das körperliche Wohlbefinden wiederum steigert.

Wichtig ist nur, dass der Blutspender am Tag der Blutspende gut isst und trinkt, denn bei einer Spende auf leerem Magen kann es tatsächlich zu Kreislaufproblemen kommen.

Überhaupt darf nicht einfach so jeder sein Blut spenden. Vor der Erstspende wird ein ärztliches Gespräch geführt und ein Anamneseblatt ausgefüllt. Dabei muss der Spender ehrlich angeben, ob er erst vor kurzem eine Tropenreise unternommen hat oder sich piercen oder tattoowieren gelassen hat. In diesen Fällen ist die Blutspende aufgrund der Infektionsgefahr nicht möglich. Auch homosexuelle Männer sind in Deutschland grundsätzlich von der Blutspende ausgeschlossen.

Letztlich wird der Hämoglobinwert und der Blutdruck gemessen - nur wenn alle Werte stimmen, darf das eigene Blut gespendet werden. Ein Vorgang der nur wenige Minuten dauert. Anschließend bleibt der Spender noch einige Minuten liegen, um sich zu erholen, ehe er einen kostenlosen Snack bekommt. Lediglich auf Sport sollte einige Tage verzichtet werden, bis der Körper das verlorene Blut wieder komplett ersetzt hat.

Nahrungsergänzungsmittel hilft gegen Eisenmangel nach der Blutspende

Wer häufig Blut spendet, kann mithilfe von Nahrungsergänzungsmitteln seine Eisenwerte verbessern

Wasserglas mit Brausetabletten, sprudelndes Wasser
Nahrungsergänzung © Carmen Steiner - www.fotolia.de

Wer regelmäßig zur Blutspende geht, tut seinen Mitmenschen damit zwar etwas Gutes, sollte jedoch auch über die eigene Gesundheit nachdenken. Viele Spender fühlen sich direkt nach der Blutentnahme deutlich geschwächt und Analysen zeigen einen akuten Eisenmangel. Bei jedem Menschen kann es unterschiedlich lange dauern, bis der Körper das Defizit wieder beseitigt hat. Bei rund 30 Prozent der Spender kann die Erholungszeit so lang ausfallen, dass die Gesundheit belastet ist.

Probanden mit und ohne Eisenmangel profitieren von Nahrungsergänzungsmittel

In einer US-Studie bewerten die Forscher die Eisenwerte von 215 Freiwilligen. Die Blutspender erhielten entweder jeden Tag ein Nahrungsergänzungsmittel mit 35,4 Milligramm Eisen, oder nur ein Placebo. Die Einnahme erfolgte über 24 Wochen, wobei regelmäßig überprüft wurde, dass die Eisenkonzentration nicht über 300 ng/ml stieg. Eine Eisenüberladung im Blut ist ebenso wie ein Mangel gesundheitsschädlich.

Die Ergebnisse der Studie fielen eindeutig aus. Lag der Eisenwert zu Beginn der Studie bei nur 26 ng/ml oder noch weniger, verbesserte sich durch die tägliche Nahrungsergänzung der Eisenwert um mindestens 80 Prozent in 32 Tagen. In der Placebogruppe ohne Nahrungsergänzungsmittel wurde dieses Ziel von 80 Prozent erst nach 158 Tagen erreicht. Der Körper dieser Blutspender hatte also bedeutend länger gebraucht, um den Eisenmangel wieder auszugleichen.

Auch Blutspender, die trotz regelmäßiger Spende zu Beginn der Studie relativ gute Eisenwerte hatten (26 ng/ml), profitierten dennoch von der Nahrungsergänzung. Bei ihnen waren die Idealwerte nach 107 Tagen erreicht. Ohne Eisenvergabe benötigten die Teilnehmer 160 Tage.

Die Forscher wollen nun weitere Untersuchungen durchführen, um die ideale Dosis zu ermitteln und die Zeitraum abzustecken, in dem Blutspender auf diese Nahrungsergänzung zurückgreifen sollten.

Viele Menschen haben Angst, beim Blutspenden in Ohnmacht zu fallen

Mann in blauem Poloshirt liegt ohnmächtig auf dem Boden, eine Frau beugt sich über ihn, unscharfe Szene
Primo soccorso © pixelaway - www.fotolia.de

Besonders im Sommer wirbt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) um Blutspender, da in der heißen Jahreszeit öfter mal die Blutkonserven knapp werden. Obwohl ungefähr ein Drittel der Deutschen als „spendentauglich“ eingestuft werden, trauen sich laut Aussage des Leiters vom Blutspendedienst Ost des DRK nur zehn Prozent. Das habe mit der Angst zu tun, beim Blutspenden könne man in Ohnmacht fallen.

Am Weltblutspendetag erklärte er, dass diese Angst rein emotional begründet sei, da beim Blutspenden immer nur ein sehr geringer Teil des Blutes entnommen werde. So werden dem Blutspender maximal 500 ml entnommen, was keine negativen Folgen für den Kreislauf nach sich ziehe. Besonders wichtig sei daher, vor dem Blutspenden genug zu trinken. Gut geeignet seien hierzu Wasser, Saft und Tee, auf keinen Fall aber alkoholische Getränke und Milch.

Vorteile des Blutspendens

Wer sich zu einer Blutspende entschließt, kann stolz auf sich sein, denn er hilft einem kranken Mitmenschen dabei, wieder gesund zu werden. In manchen Fällen kann das gespendete Blut sogar lebensrettend sein.

Ein Erstspender erhält zudem eine kostenlose Blutgruppenbestimmung und einen eigenen Nothilfepass. Dieser kann im Ernstfall von großer Wichtigkeit sein.

Außerdem erfolgt bei jeder weiteren Spende eine medizinische Kontrolle, bei der man den Hämoglobinwert, den Puls und den Blutdruck überprüft. Des Weiteren kommt es zu einer Untersuchung des gespendeten Bluts auf mögliche Infektionskrankheiten wie zum Beispiel

Außerdem werden das blutbildende System und der Kreislauf des Organismus bei jeder Spende trainiert.

Voraussetzungen für eine Blutspende

Nach kürzlich erfolgter Tätowierung muss eine Wartefrist eingehalten werden
Nach kürzlich erfolgter Tätowierung muss eine Wartefrist eingehalten werden

Vor einer Blutspende sind ein paar wichtige Dinge zu beachten. Grundsätzlich kann jeder Mensch zwischen 18 und 68 Jahren sein Blut spenden. Allerdings dürfen keine gesundheitlichen Bedenken bestehen. Außerdem ist ein Mindestkörpergewicht von 50 Kilogramm vorgeschrieben.

Gesunde Menschen haben die Möglichkeit, bis zu sechsmal im Jahr eine Blutspende durchzuführen. Zwischen jeder Spende sollte allerdings eine Ruhezeit von zwei bis drei Monaten eingehalten werden. In Deutschland beträgt der Mindestabstand zwischen zwei Vollblutspenden 56 Tage.

Als problematisch für Blutspenden gelten

  • Piercings und Tätowierungen, die in den letzten vier Monaten vor einer Spende vorgenommen wurden
  • ständig wechselnde Sexualkontakte
  • Abhängigkeit von Drogen wie Heroin
  • Risikopersonen innerhalb der Familie oder
  • erst kurz zurückliegende Aufenthalte in tropischen Ländern

Ebenso werden Menschen, die sich in Großbritannien aufhielten, als Vorsichtsmaßnahme aufgrund des lange zurückliegenden BSE-Skandals, als Spender abgelehnt. Nach einer erfolgten Spende muss der Spender anonym auf einem Formular angeben, dass man sein Blut zum Spenden verwenden darf.

Spender, die eine Zeitlang krank sind, bestimmte Arzneimittel einnehmen oder unter Eisenmangel leiden, werden für einen gewissen Zeitraum zurückgestellt. Grundsätzlich von Blutspenden ausgeschlossen sind Männer, die gleichgeschlechtliche Sexualkontakte unterhalten, was unabhängig vom Risikoverhalten gilt. Durch diese Vorsichtmaßnahme soll eine Übertragung mit HIV (AIDS) durch die Blutspende ausgeschlossen werden.

Blutplasmaspende: Weitere Untersuchungen

Die gesetzlichen Bestimmungen für eine Blutplasmaspende sind die gleichen wie bei einer herkömmlichen Blutspende. Darüber hinaus sind bei einer Blutplasmaspende weitere Untersuchungen wie

erforderlich. Der Bedarf an Blutplasma-Spenden ist ebenso groß wie der Bedarf an Vollblutspenden, sodass jede Spende hilft. Das Spenden von Blutplasma dauert zwar länger, ist aber physisch weniger belastend für den Spender. Von einigen Anbietern wird zudem eine Aufwandsentschädigung gezahlt.

EU-Gutachten bemängelt Blutspende-Verbot für Homosexuelle

Volle Blutkonserve bei einer Blutspende - Aus einem Arm wird Blut abgezapft
Blutspende © bilderbox - www.fotolia.de

Homosexuelle dürfen in Deutschland kein Blut spenden. Hintergrund ist das erhöhte Infektionsrisiko mit dem HI-Virus. Doch der Europäische Gerichtshof könnte das Verbot bald kippen. Ein Gutachten kritisiert das Transfusionsgesetz als Diskriminierung von Schwulen.

Statistische Zahlen von HIV positiven Homosexuellen

Allein in Deutschland sind in der 1990er Jahren mehrere Hundert Personen nach infizierten Blutspenden gestorben. Ähnlich wie andere Länder, erließ die bundesdeutsche Regierung deshalb ein Verbot für Blutspenden von Personen, die ein erhöhtes HIV-Risiko tragen. Ausgeschlossen wurden Homosexuelle ebenso wie Drogenabhängige und Prostituierte.

Tatsächlich sind von den rund 78.000 HIV-Infizierten in Deutschland 51.000 homosexuell. Die Gefahr einer Übertragung via Blutspende ist daher statistisch erhöht – insbesondere da sich das Virus im Blut erst vier bis sechs Wochen nach der Infektion nachweisen lässt. Obwohl alle Spenden geprüft werden, könnte infiziertes Blut so an Patienten weitergegeben werden.

Neue Regelung soll europaweit gelten

Die Gegner argumentieren, das Verbot sei zu generalisierend. Statt alle Homosexuellen auszuschließen, sollten nur Personen mit bestimmten Sexualpraktiken von der Blutspende ausgenommen werden. Zudem könnten die Proben so lange unter Verschluss gehalten werden, biss HIV sicher nachweisbar ist.

Einige europäische Länder haben solche Regelungen bereits eingeführt. Und Generalanwalt Paolo Mengozzi empfiehlt in seinem Gutachten, das differenzierte Verfahren in ganz Europa verbindlich zu machen. Eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs wird bald erwartet.

Weniger Blutspenden durch Grippe-Schutzimpfung

Junge, blonde Ärztin bei einer intramuskulären Impfung in den Oberarm
young female doctor giving vaccine to a patient © Dušan Zidar - www.fotolia.de

Auch jetzt fehlt es, nachdem bekanntermaßen in der Sommerzeit weniger Menschen zum Blutspenden gehen, an der nötigen Zahl der Spender, was aber an den vielen Grippe-Schutzimpfungen liegt. Denn dabei fallen, genauso wie bei einer Grippe, die Blutspender aus, was bei einer Grippewelle sich noch verstärken könnte.

Im Prinzip darf jeder bis zum Alter von 68 Jahren jährlich bis zu sechs Mal einen halben Liter Blut spenden, wenn man gesund ist. Aber wie Bernd Grübler, Sprecher des Verbandes der Ersatzkassen, sagt, wäre es doch auch denkbar, dass selbst ein 70-Jähriger, der vollkommen gesund ist, noch als Blutspender in Frage kommen könnte.

USA: Aufhebung des Blutspendeverbots für Homosexuelle

Schwules Paar in grauen Pullovern küsst sich auf dem Boden vor weißem Hintergrund
A homosexual couple over a white background © pololia - www.fotolia.de

In den Vereinigten Staaten existiert seit 1983 ein Gesetz, welches homosexuellen Amerikanern verbietet, Blut zu spenden. Der Grund für das Inkrafttreten dieses Gesetzes war einst die schnelle Ausbreitung der Aids-Epidemie gewesen. Die Regelung schließt grundsätzlich alle Männer von Blutspenden aus, die nach 1977 gleichgeschlechtlichen Geschlechtsverkehr hatten.

Da die Blutkonserven jedoch immer knapper werden, soll der unnötige Ausschluss ganzer Spendergruppen nun revidiert werden. Eine Gruppe von US-Senatoren fordert, das Blutspende-Verbot für homosexuelle Männer in den USA wiederaufzuheben und bezeichnete es dafür öffentlich als „überholt und wissenschaftlich unsolide“. Da alle Blutspenden mittlerweile zweifach auf den HIV-Erreger überprüft werden, konvergiert die Ansteckungsgefahr ohnehin gegen Null und so argumentiert selbst das Rote Kreuz in den USA für die Aufhebung des Verbots.

In Großbritannien dürfen bald auch homosexuelle Männer Blut spenden

Die Hände zweier schwuler Männer mit dem Marszeichen am Handgelenk
gay men © Carlos Caetano - www.fotolia.de

Ab November 2011 dürfen in Großbritannien Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), Blut spenden, wenn sie ein Jahr zuvor keinen Sex mit Männern gehabt haben. Das teilte Dr. Lora Williamson vom britischen Gesundheitsministerium NHS mit. Sie sieht durch diese Maßnahme keine Gefährdung der Öffentlichkeit.

In Deutschland sind MSM seit Mitte 2010 generell von der Blutspende ausgeschlossen. Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung, der Arbeitskreis "Richtlinie Hämotherapie" weist zur Begründung auf Daten aus dem Robert-Koch-Institut hin, wonach MSM 100 mal häufiger eine HIV-Neuinfektion erlitten als Männer, die Sex mit Frauen haben.

Dennoch fordert die Bundesärztekammer (BÄK) bis Ende des Jahres eine Neubewertung dieses Sachverhaltes.

Sicherheitsrisiko oder Diskriminierung? Schwule dürfen kein Blut spenden

Die Initiative "Schwules Blut" sieht in der Ausschließung eine klare Verschwendung wichtiger Spenden

Rückansicht schwules Paar, einer umarmt den anderen
couple © Nabil BIYAHMADINE - www.fotolia.de

Wer zum Blutspenden gehen möchte, der muss zuvor einen sehr detaillierten Fragebogen ausfüllen. Unter anderem wird darin auch die Frage gestellt, ob man als Mann schon einmal Sex mit einem anderen Mann gehabt hat. Wer als Mann ehrlich angibt, dass er homo- oder bisexuell ist, dessen Blut wird nicht angenommen.

Diskriminierung oder Sicherheitsvorkehrung?

Über diese Regelungen streitet man sich schon länger. Die einen empfinden es als Diskriminierung, die anderen sehen es schlicht als eine Sicherheitsfrage. Wer dafür ist, dass Schwule nicht zur Blutspende gehen dürfen, der begründet dies mit der Erklärung, dass das Risiko für eine bestehende HIV-Infektion einfach zu hoch ist.

Dieser Ansicht ist auch die Europäische Blutallianz und bezeichnet diese Männer als Risikogruppe. Studien haben schon öfter ergeben, dass homosexuelle Kontakte gerade unter Männern das Risiko auf HIV stark ansteigen lassen. Teilweise kam man auf eine Gefahrensteigerung von 100 Prozent. Dieser komplette Ausschluss ist allerdings sehr umstritten. In Deutschland gibt es beispielsweise die Initiative „Schwules Blut“, die sich für diese Männer stark macht.

Eine Initiative setzt sich ein

Sie sagen, es gibt sehr viele Männer, die trotz sexuellem Kontakt zu anderen Männern kein HIV haben und es sei einfach sinnlos, dieses Blut aufgrund einer bloßen Vermutung abzulehnen. Da gerade immer weniger Menschen zur Blutspende gehen, ist es eine Verschwendung, gesundes Blut abzulehnen.

Statistisch gesehen haben gerade einmal ein Prozent aller Schwulen HIV. Viele leben dauerhaft in einer Beziehung, in der beide getestet und gesund sind. Zudem nutzen mehr als 70 Prozent derer, die häufiger den Partner wechseln, stets Kondome und sind daher ebenfalls in 99 Prozent der Fälle gesund.

Bitte zur Blutspende – Wer darf und wer nicht?

Fragebögen und Blutkontrollen schließen aus, dass unpassende Spenden weitergeleitet werden

Grafik Blutzellen in Herzform in Ader
heart shaped blood cells © Brent Walker - www.fotolia.de

An sich ist es immer sehr löblich, wenn sich ein Mensch dazu entscheidet, zur Blutspende zu gehen. Allerdings gibt es einige Kriterien, die einen trotzt guter Intention von der Blutspende ausschließen. Es reicht nicht, dass man mindestens 18 Jahre alt ist und 50 Kilo wiegt.

Träger des HI-Virus'

Den meisten als Ausschlußgrund bekannt ist die Infektion mit HIV. Wer den HI-Virus in sich trägt, darf nicht spenden gehen, da die Viren sonst auf den Empfänger übertragen werden. Ähnlich bekannt ist das Ausschlußkriterium Hepatitis.

Menschen mit chronischen Leiden

Doch auch Menschen mit anderen chronischen Leiden dürfen aus Sicherheitsgründen nicht Blutspenden. Dies trifft auf alle zu, die an einer Autoimmunerkrankung leiden. Die Begründung: bisher ist in vielen Fällen noch nicht ausreichend erforscht, ob die Antikörper im Blut auch auf den Empfänger der Spende übergehen können und dann die gleiche Krankheit bei ihm auslösen.

Tattoos, Piercings und Zahnbehandlungen

Zumindest vorübergehend vom Blutspenden ausgeschlossen sind all jene, die sich gerade ein Piercing haben stechen lassen oder ein frisches Tattoo tragen. Grund ist, dass schon winzige Keime, die für den Träger harmlos sind, bei einem geschwächten Empfänger durchaus zur Katastrophe führen können.

Ebenfalls kürzlich durchgeführte Zahnbehandlungen können ein Kriterium sein, dass man um einige Wochen Wartezeit gebeten wird. Auch wer Antibiotika oder Eisenpräparate nimmt, wird für mindestens einen Monat als Spender abgelehnt.

Fragebogen und Blutkontrolle

Jede abgegebene Blutprobe wird unabhängig vom zuvor ausgefüllten Fragebogen aber intensiv kontrolliert. Viele Parameter spielen dabei eine Rolle, sodass unpassende Spenden nicht weitergeleitet werden. Stellt sich bei einem ansonsten gesunden Menschen zum Beispiel heraus, dass sein Hämoglobin-Wert nicht hoch genug ist, scheidet sein Blut auch aus.

Homosexuelle Männer dürfen immernoch kein Blut spenden

Glückliches Schwulenpaar umklammert auf einer Straße
Happy gay couple outdoors © mangostock - www.fotolia.de

In Deutschland ist es den sogenannten Risikogruppen immer noch nicht erlaubt ihr Blut zu spenden. Jeder Blutspender muss einen Fragebogen ausfüllen und die Frage beantworten, ob er je schon einmal sexuellen Kontakt mit einem Geschlechtsgenossen hatte. Ist dies der Fall, so darf er nicht zum Blut spenden gehen.

Schwulen- und Lesbenverbände sehen dies als Diskriminierung an und auch die Grünen in Thüringen und Nordrhein-Westfalen setzen sich für ein Umdenken ein. Die Befürworter, dass auch Homosexuelle spenden dürfen, haben zweierlei Vorteile im Sinn: Zum einen wollen sie den diskriminierenden Umgang mit Schwulen beenden, zum anderen soll dadurch die Zahl der Blutkonserven erhöht werden.

Das Deutsche Rote Kreuz gibt jedoch weiterhin zu verstehen, dass es sich bei dem Ausschluss von Schwulen nicht um Diskriminierung handle, sondern um eine Vorsichtsmaßnahme.

Es ist nachgewiesen, dass sich immer noch viel mehr homosexuelle Männer mit dem HIV-Virus anstecken als Heterosexuelle. Es wäre ein zu großes Risiko die Zulassung zu erwirken.

An der Uniklinik in Essen werden Gehörlose nicht zur Blutspende zugelassen

Taube Frau beim Nachahmen und Erlernen der Gebärdensprache
Deaf woman learning sign language © Monika Wisniewska - www.fotolia.de

Derzeit hagelt es heftige Kritik an der Uniklinik in Essen, weil dort unter anderem gehörlose Menschen auf Grund ihrer Beeinträchtigung nicht zur Blutspende zugelassen werden. Gehörlose Menschen werden dort ebenso wie Blinde oder Menschen, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, von der Blutspende ausgeschlossen.

Begründet wird dies von der Uniklinik Essen damit, dass derartige Beeinträchtigungen keine reibungslose Kommunikation mit den Spendern erlauben, was für die Sicherheit der Spender und der Empfänger jedoch enorm wichtig ist. Die Spender müssen vor der Blutspende einen detaillierten Fragenkatalog beantworten, in dem auch einige sehr intime Fragen gestellt werden, so die Uniklinik Essen.

Werden diese Fragen auf Grund von Verständigungsproblemen nicht wahrheitsgemäß beantwortet, stellt das ein großes Risiko für Spender und Empfänger dar, heißt es. Gleiches gilt beim Blutspendedienst Haema.

Die Uniklinik Düsseldorf und das Deutsche Rote Kreuz in Nordrhein-Westfalen dagegen lassen jeden gesunden Menschen zur Blutspende zu, egal ob eine derartige körperliche Beeinträchtigung vorliegt oder nicht. Dort werden lediglich Spender abgelehnt, die gegen die gesetzlichen Ausschlusskriterien verstoßen und diese beinhalten keine Beeinträchtigungen wie Blindheit und Gehörlosigkeit.

Blinde und gehörlose Spender fühlen sich von dem willkürlichen Ausschließen bei den Blutspenden diskriminiert und fordern klare und vor allem einheitliche Vorgaben. Die Uniklinik Essen arbeitet mittlerweile daran auch gehörlosen Menschen die Blutspende zu ermöglichen und hat dazu ein Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit der Hochschule Amberg-Weiden gestartet, mit dem Ziel in Zukunft eine sichere Kommunikation mit gehörlosen Menschen durch Gebärdensprache zu ermöglichen.

Ablauf

Bevor man Blut spendet, muss zunächst eine Anmeldung erfolgen. Dazu wird ein amtliches Personaldokument wie ein Blutspender-Pass, Personalausweis, Reisepass oder Führerschein benötigt. Außerdem muss ein Fragebogen über den Gesundheitszustand ausgefüllt werden.

Anschließend erfolgt eine ärztliche Untersuchung, zu der auch ein persönliches Gespräch mit dem Arzt gehört. Außerdem werden der Puls und der Blutdruck gemessen.

Um Aufschluss über die Spendefähigkeit des Spenders zu erhalten, wird eine Hämoglobin-Kontrolle durchgeführt, bei dem man den Blutfarbstoffgehalt sowie die Körpertemperatur feststellt. Dazu wird etwas Blut aus einer Fingerkuppe oder dem Ohrläppchen abgenommen. Wird dabei ein zu geringer Eisenwert festgestellt, muss der Spender zu seiner eigenen Sicherheit auf die Blutspende verzichten.

Ist jedoch alles in Ordnung, erfolgt die Blutentnahme. Diese dauert etwa zehn Minuten. Vor dem Spenden sollte der Spender darauf achten, genügend Flüssigkeit (mindestens 1,5 Liter) zu sich zu nehmen. Zudem ist es ratsam, mindestens zwei bis drei Stunden vor der Entnahme etwas zu essen.

Für die Blutentnahme legt sich der Spender auf eine Liege. Danach wird eine Nadel in die Ellenbeuge eines Arms eingeführt. Zunächst füllt man einige separate Blutproben ab, die für Untersuchungen benötigt werden. Danach sammelt man das Vollblut in einem speziellen Entnahmebeutel.

Ablauf der Blutplasmaspende

Im Rahmen der Blutplasmaspende wird dem Spender zunächst Vollblut abgezapft, das anschließend in einen Plasmaseperator fließt. Durch diesen werden das Blutplasma, das den flüssigen Anteil des Bluts bildet und die Blutzellen, die roten Blutkörperchen, voneinander getrennt, was man als Plasmapherese bezeichnet.

Danach führt man die roten Blutkörperchen wieder in den Körper des Spenders zurück, sodass nur das Plasma behalten wird. Eine solche Blutplasmaspende kann wesentlich häufiger als eine Vollblutspende durchgeführt werden und ist 38 Mal im Jahr möglich.

Die Dauer einer Blutplasmaspende liegt bei ca. dreißig bis vierzig Minuten, was auch vom Hämoglobinwert abhängt, denn je höher der Wert ist, desto länger die Dauer der Prozedur. In der Regel entnimmt man ca. 760 Milliliter Blutplasma.

Nach der Entnahme bewahrt man es für ca. sechs Monate auf. Außerdem untersucht man den Spender des Plasmas weiterhin auf mögliche Erkrankungen. Sollten keine gefährlichen Erkrankungen wie zum Beispiel

  • HIV (AIDS)
  • Syphilis
  • Hepatitis B oder
  • C

auftreten, kann die Plasmaspende verwendet werden. Im gegenteiligen Fall wird die Spende vernichtet.

Thrombozyten spenden - gemischte Spenden sind sicherer als bisher angenommen

Eine neue Studie revidiert die vorherrschende Ansicht und stuft das Risiko als deutlich geringer ein

Blutkonserven in Kühlschrank
Untersuchung im Blutlabor © bilderbox - www.fotolia.de

Wer Thrombozyten von einem Blutspender erhält, der kann dabei verschieden aufbereitete Spenden bekommen. Wer das Konzentrat von nur einem einzelnen Menschen haben möchte, der benötigt eine sogenannte Apherese. Dabei wird mit der entnommenen Spende dank moderner Technik eine Zellauftrennung durchgeführt. Dies ist allerdings deutlich kostenintensiv.

Risiken durch gepoolte Spende?

Eine in der Herstellung besonders preisgünstige Variante ist die sogenannte gepoolte oder auch gemischte Thrombozyten-Spende. Hierbei erhalten die Empfänger nicht nur Thrombozyten von einem Spender, sondern von mehreren. Die verschiedenen Blutspenden werden dabei so bearbeitet, dass ein einzelner Empfänger damit versorgt werden kann.

Allerdings besteht dabei durchaus ein gewisses Risiko. Ältere Studien haben ergeben, dass durch diese gemischten Spenden das Risiko für Infektionen um das 5-Fache erhöht ist. Jeder Spender, der zur Blutspende erscheint, bringt eine neue Gefahrenquelle mit sich.

Erkenntnisse neuster Forschungen

Eine neue Studie revidiert allerdings diese Ansicht und stuft das Risiko als deutlich geringer ein. Demnach liegt das Risiko für den Empfänger der Thrombozyten nur um das 1,4-Fache höher. Zu diesem Schluss waren kanadische und deutsche Forscher gekommen, nachdem sie die Daten von Probanden aus den Städten Greifswald und Hamilton ausgewertet hatten.

Das Risiko steigt demnach gegenüber einer Apherese nur geringfügig an. Die Forscher wollen nun durch Veröffentlichungen und Vorträge dafür sorgen, dass dieses neue Wissen sich schnell unter den Krankenhäusern und auch Empfängern verbreitet.

Was ist nach der Blutspende zu beachten?

Kann die Blutspende erfolgen, dauert diese zumeist zwischen fünf und zehn Minuten. Danach ist es ratsam für den Spender, sich mindestens zehn Minuten lang auszuruhen, da sich der Körper erst einmal auf den Blutverlust einstellen muss.

Auch die Zufuhr von Flüssigkeit nach der Spende ist sehr wichtig, denn durch die Flüssigkeit kann das Volumendefizit nach ein paar Stunden wieder ausgeglichen werden.

Wer sein Blut zum ersten Mal spendet, erhält einen Blutspender- und Unfallhilfepass, in dem seine Blutgruppe sowie die Blutgruppenmerkmale eingetragen werden. Das Ausstellen dieses Passes dauert ca. drei Wochen.

Ein gesundheitliches Risiko besteht für den Spender nicht. In manchen Fällen kann es jedoch nach der Spende durch den Blutverlust vorübergehend zu Kreislaufproblemen kommen.

Grundinformationen zur Blutspende

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Quellenangaben

  • Bildnachweis: Blutspende © bilderbox - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Blood for transfusion on a background of hardware in the intensi © sudok1 - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Taetowierer bei der Arbeit © bilderbox - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

Weitere Artikel zum Thema