Wetterstationen - Funktionsprinzip, Datenauswertung und Tipps zum richtigen Standort

Eine Wetterstation ist eine feine Sache und hilft, das Wetter sehr viel genauer zu bestimmen als ein herkömmliches Thermometer. Warum? Mit einem Blick aus dem Fenster kann man doch ebenso gut erkennen, was für ein Wetter gerade ist? Das stimmt nur bedingt, denn mit Hilfe der Wetterstation lassen sich auch bereits Erkenntnisse für die kommenden Tage gewinnen. Informieren Sie sich über das Funktionsprinzip einer Wetterstation und was es in Sachen Standort zu beachten gibt.

Gerade für Naturfreunde kann eine präzise Einschätzung der Wetterlage sehr wichtig sein - Hilfreich dafür ist eine kleine Wetterstation

Über lange Zeiten war es üblich, das Wetter anhand natürlicher Ereignisse abzulesen. So verrieten die niedrig fliegenden Schwalben den nahenden Regen.

Ebenso konnten die Nadelbäume ein guter Indikator sein: Öffneten die daran hängenden Zapfen ihre einzelnen Schuppen, so wurde das Wetter gut. Am bekanntesten dürfte hierbei der Wetterfrosch sein. Genau genommen handelte es sich dabei um einen Laubfrosch, der im Gegensatz zu anderen Gattungen klettern kann.

Sobald es wärmer wird und die Insekten sehr hoch fliegen, steigt er zuweilen die Bäume hinauf und sucht sich seine Nahrung eben dort. Wird er in einem Glas gehalten, so besagt der Glaube, dass der Frosch bei gutem Wetter die beigestellte Leiter erklimmen wird.

Funktion und Bestandteile einer Wetterstation

Jedoch sind solche Vorhersagen recht ungenau und zeitlich nicht immer zu präzisieren. Wer zutreffende Daten haben möchte, befragt entweder den Wetterdienst oder stellt sich eine Wetterstation in das Zimmer.

Diese können Aussagen über

  • die Regengenauigkeit
  • die Windstärke
  • die aktuellen und teilweise auch künftigen Temperaturen oder
  • die Luftfeuchtigkeit

treffen. Da sie ihre Messergebnisse nicht selbst erfassen, sondern per Funk von einem angeschlossenen Wetterdienst erhalten, sind Abweichungen oder eine falsche Handhabung dabei in der Regel ausgeschlossen.

Auswahlkriterien

Für viele Anwender liegt der Reiz zudem darin, die Intensität des Pollenfluges erkennen zu können. Denn auch dazu sind spezielle Wetterstationen mittlerweile fähig.

Worauf die Wahl am Ende tatsächlich fällt, hängt also mit den eigenen Bedürfnissen zusammen. Ein weiterer Aspekt dürfte in den Kosten liegen. Denn solche Stationen mögen sehr genaue Daten liefern können, allerdings sind sie meist auch erschreckend teuer.

Preiswerter ist es dagegen, wenn das Gerät nicht mit einem Wetterdienst verbunden ist und tatsächlich nur die Werte zuhause misst. Jedoch besteht hier das Risiko, einen falschen Ort der Messung auszuwählen oder die Station gänzlich falsch einzustellen.

In einem solchen Fall können die gewonnenen Ergebnisse sehr schnell von den tatsächlichen Gegebenheiten abweichen und somit unbrauchbar werden. Vor dem Kauf einer Wetterstation sollte daher gut abgewogen werden, wozu diese benötigt wird.

Besondere Modelle

Im Laufe der Zeit hat sich die Auswahl an Wetterstationen deutlich vergrößert, sodass auch Modelle mit besonderer Ausstattung hinzugekommen sind. Zu diesen zählen beispielsweise Wetterstationten mit Mondphasenanzeige. Sie übernehmen dabei die Funktion der beliebten Mondkalender.

So wird hier zusätzlich angezeigt, welcher Tag sich für welche Aufgaben und Angelegenheiten besonders gut eignen. Zusätzlich wird der Verbraucher mit weiteren Daten, wie etwa dem Sonnenstand versorgt.

Erhältlich sind zudem Wetterstationen mit digitalem Bilderrahmen. So kann man, möchte man nicht immer die jeweiligen Wetterdaten angezeigt bekommen, auf die Fotofunktion umstellen und hat somit gleichzeitig ein praktisches, als auch dekoratives Gerät.

Digitale Wetterstationen liegen im Trend
Digitale Wetterstationen liegen im Trend

Umweltbewusste Menschen werden sich für Wetterstationen mit Solar-Betrieb entscheiden. Sie können auf Batterien verzichten und benötigen für eine reibungslose Funktion lediglich das Tageslicht.

Und natürlich findet man heutzutage auch Modelle mit WLAN-Funktion. Mit diesen Geräten ist man also gleichzeitig mit dem Internet verbunden und kann darüber beispielsweise eine spezielle Software nutzen, mit denen die abgelesenen Daten anschaulich dargestellt werden können.

Damit man möglichst genaue Werte erhlät, gilt es, den richtigen Standort für die Wetterstation zu finden...

Tipps zum richtigen Standort

Ganz klar: Die Wetterstation muss auf jedem Fall im Freien aufgestellt werden, nicht in einem Innenraum. Sonst würde sie ja die klimatischen Bedingungen im Zimmer messen.

Eine Ausnahme bilden dagegen solche Wetterstationen, die mit Sender und Empfänger ausgestattet sind. Bei ihnen wird ein Wetterfühler, der als Sender fungiert, an einem Ort außerhalb des Hauses deponiert, während die Basisstation, auf der der Benutzer die Daten ablesen kann, durchaus im Inneren des Hauses deponiert werden kann.

Das ist eine sehr bequeme Lösung, besonders an kalten oder regnerischen Tagen, da man zum Ablesen nicht einmal ein Fenster öffnen muss. Natürlich ist diese Variante der Wetterstation kostspieliger; jedoch werden einige Nutzer diesen Luxus zu schätzen wissen.

Süd-, West- und Sonnenseite des Hauses

Die Wetterstation benötigt einen Platz, an dem sie die klimatischen Bedingungen besonders gut empfangen oder aufnehmen kann. Die Außenumgebung muss möglichst gut eingefangen werden.

Wenn Sie die Wetterstation zum Beispiel auf einem sehr stark von der Sonne beschienenen Balkon aufhängen, so können die Messwerte verfälscht werden. Ebenso verhält es sich auf der Südseite des Hauses: die Werte, die hier um die Mittagszeit gemessen werden, spiegeln beileibe nicht das tatsächliche Wetter wider.

Gleiches gilt für einen Platz auf der Westseite des Hauses. Diese ist als so genannte "Wetterseite" bekannt. Wenn es regnet, ist die Wetterseite am wenigsten geschützt. Die Witterung kann also ungestört auf der Wetterstation auftreffen.

Ost- und Nordseite

Die Ost- und die Nordseite der meisten Häuser liegen wesentlich geschützter und sind einer eher gleichbleibenden Witterung ausgesetzt. Doch auch die Nordseite hat ihre Nachteile: hier trifft wenig Sonneneinstrahlung auf, so dass die Temperaturen meist etwas niedriger liegen.

Idealerweise kann man also einen Platz für die Wetterstation wählen, der auf der Ostseite des Hauses liegt. Ein Regenschutz ist von Vorteil; ansonsten jedoch kann die Wetterstation auch frei aufgestellt werden und benötigt keine Hauswand, um optimale Messergebnisse zu liefern.

Der Standort stimmt und die Messergebnisse sind da - wie wertet man diese denn jetzt richtig aus?

Die Daten der Wetterstation auswerten

Sie haben sich eine neue Wetterstation zugelegt, und jetzt merken Sie plötzlich, dass es gar nicht so einfach ist, aus den vielen Messwerten logische Schlüsse über das Wetter abzuleiten? Bislang haben Sie sich nur mit Temperaturangaben und dem Thermometer beschäftigt, doch was "Hochdruck" und "Tiefdruck" eigentlich genau bedeuten, das wissen Sie nicht so richtig?

Kein Problem. Hier können Sie die wichtigsten Funktionen einer Wetterstation nachlesen und erhalten Hinweise zur richtigen Auswertung der Messwerte.

Kontrollieren Sie zuerst, ob es sich bei Ihrer Wetterstation um ein analoges oder ein digitales Modell handelt. Analoge Wetterstationen liefern immer direkte Messergebnisse, während digitale Modelle diese bereits für den Nutzer aufbereiten und in einen Zusammenhang bringen.

So kann es bei einer digitalen Wetterstation gar nicht nötig sein, die Zusammenhänge und Komponenten zu verstehen, da sie Ihnen auf einer Skala direkt anzeigt, ob das Wetter sich bessert oder verschlechtert.

Digitale Wetterstationen sind deshalb ideale Geräte für den Laien. Für den Wetterbeobachter mit Fachwissen sind sie jedoch manchmal ungeeignet, da er seine Schlüsse selber ziehen möchte.

Thermometer- und Barometerfunktionen

Aus der Ableitung der Messwerte der analogen Wetterstation kann jedoch ein geübter Benutzer zum Beispiel ersehen, ob er seine Pflanzen gießen muss, oder ob die Natur dies alsbald für ihn übernehmen wird. Doch auch weitere Messgeräte sind in der Wetterstation erhalten, die dabei helfen, nicht nur das Wetter, sondern auch das Klima zu überwachen.

Temperaturmessung als wichtige Funktion der Wetterstation
Temperaturmessung als wichtige Funktion der Wetterstation

Die meisten Wetterstationen enthalten in erster Linie ein Thermometer, mit dem die jeweilige Außentemperatur zum momentanen Zeitpunkt gemessen wird. Es ist in Einheiten von Grad Celsius unterteilt und lässt sich einfach ablesen.

Das Barometer dagegen misst den Feuchtigkeitsgehalt der Luft. Dies ist besonders im Sommer interessant.

Nicht nur Gartenfreunde, sondern auch Kreislaufpatienten können am Barometer interessante Messwerte ablesen, da sich nicht nur die tatsächliche Temperatur auf das Wohlbefinden auswirkt, sondern auch die Höhe der Luftfeuchtigkeit. Die Schwellenwerte sind dabei individuell, so dass jeder Nutzer eine Weile benötigt, um aus den jeweiligen Messwerten die Auswirkungen auf sein Wohlbefinden abzuleiten.

Windfahne

Die Windfahne an der Wetterstation zeigt an, aus welcher Himmelsrichtung der Wind kommt. Bei analogen Wetterstationen besteht die Windfahne meist tatsächlich aus einem sichtbaren Fähnchen, so dass der geübte Benutzer auch ohne Ablesen der Messwerte die Windrichtung selbst bestimmen kann. Bei digitalen Wetterstationen ist die Windfahne meist unsichtbar, so dass man der Anzeige auf dem Display Glauben schenken muss.

Windmesser

Der Windmesser misst im Unterschied zur Windfahne nicht nur die Windrichtung, sondern zusätzlich auch noch die Windgeschwindigkeit. Dies lässt ebenfalls Rückschlüsse auf die bevorstehende Wetterlage zu. Beispielsweise erhöhen sich Windgeschwindigkeiten meist kurz vor einem Gewitter oder Unwetter.

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Quellenangaben
  • Meteorological station © Alfonso de Tomás - www.fotolia.de
  • digital weather station © Kostyantyn Malinovskyy - www.fotolia.de
  • Thermometer 42 © K.-U. Häßler - www.fotolia.de

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