Merkmale und Ausstattung unterschiedlicher Zeltformen und Tipps zum Kauf

Die Lust zum Wandern und Camping ist ungebrochen und der Handel bietet immer neuere, leichtere Zeltformen in unterschiedlichen Ausstattungen und Größen an. So ist für jeden Geschmack und Geldbeutel sowie für jede Jahreszeit ein Zelt zu haben. Aus dieser breiten Produktpalette kann jeder Kunde das passende Modell wählen. Werfen Sie einen Blick auf die Merkmale und Ausstattung unterschiedlicher Zeltformen.

Igluzelt, Wurfzelt, Biwakzelt und Co - eine Übersicht unterschiedlicher Zeltarten

Unterschiedliche Einsatzarten

Viele Zeltformen sind heute für bestimmte Einsatzarten optimiert. Es gibt Zelte für

Um das passende Zelt zu finden, sollten Kunden nicht nur auf den Preis oder die Größe achten, sondern vor allem die Art des Einsatzes bedenken.

Wanderungen und Trekking

Für Wanderungen und Trekkingtouren sind kleine, sehr leichte Zelte als Übernachtungsort gut geeignet. Diese sollten leicht aufzubauen und wetterstabil sein. Besonders praktisch sind frei stehende Zeltarten, die sich klein zusammenfalten und sich leicht transportieren lassen.

Familienurlaub

Für den Campingurlaub mit Familie spielt die Größe und Ausstattung der Zelte eine wichtige Rolle. Diese Zelte müssen groß und wetterstabil sein. Sie werden meist mit dem Auto transportiert und stehen länger an einem Ort.

Bei den Zelten ist auf ausreichend Platz im Innenraum zu achten. Klassische Familienzelte werden auch mit Vorzelten und Raumteilern angeboten. Sie sind nicht frei stehend.

Für den Strand

Strandbesucher oder Angler benötigen oft nur einen sehr leichten Sonnen- und Windschutz. Empfehlenswert sind faltbare Strandmuscheln, Einbogenzelte oder Biwys.

Unterschiedliche Zeltformen

Im Folgenden stellen wir Ihnen die unterschiedlichen Zeltarten im Überblick vor.

Kuppelzelt (Igluzelt)

Das Kuppelzelt - auch: Igluzelt - ist ein frei stehendes Leichtzelt, das sich vor allem für schwierige Untergründe eignet. Das Kuppelzelt ist windstabil und hat ein gutes Platzangebot. Deshalb eignet es sich auch für längere Outdoor-Aufenthalte.

Der Aufbau des Kuppelzeltes ist relativ einfach, da keine Heringe verwendet werden. In das Innenzelt wird ein spezielles Gestänge diagonal zur Grundfläche eingezogen. Ein Außenzelt schützt vor dem Wetter.

Das Kuppelzelt ist sehr leicht und kann auch in aufgebautem Zustand bewegt werden. Der Innenraum bietet ausreichend Kopffreiheit.

Wurfzelt

Das Wurfzelt ist eine neuere Form eines Leichtzeltes. Es ist frei stehend ohne Schnüre oder Heringe. Ein besonderer Vorteil vom Wurfzelt ist der einfache Aufbau, der nur durch das Ausbreiten des Außenzeltes in wenigen Minuten erledigt ist.

In der Außenhaut befindet sich ein integriertes Fiberglasgestänge, das sich beim "Wurf" aufstellt. Ein Innenzelt wird nur in das Gestänge eingehängt und der Aufbau ist abgeschlossen. Zum Transport kann das Wurfzelt flach zusammengelegt werden.

Das Wurfzelt hat nur ein kleines Platzangebot mit ausreichend Kopffreiheit. Aufgrund der bedingten Windstabilität und der eher kleinen Maße eignet es sich eher für kurze Aufenthalte und Übernachtungen, die wenig Komfort erfordern.

Tunnelzelt

Das Tunnelzelt erhält seine typische Form durch den Einsatz von zwei gebogenen Gestängen, die parallel angeordnet werden. Das Tunnelzelt ist nicht frei stehend, benötigt jedoch nur zwei Heringe zur Befestigung. Da die Gestänge nicht stören, ist das Tunnelzelt besonders für große Menschen geeignet.

Das positive Verhältnis zwischen Volumen und Gewicht ist ideal für Trekkingreisen. Das Tunnelzelt ist schnell und problemlos aufgebaut und bietet zusätzlichen Platz für Gepäck. Es wird für Längs- und Querschläfer angeboten. Bei richtiger Positionierung ist das Tunnelzelt sehr windstabil.

Geodät

Der Geodät ist ein relativ hohes, frei stehendes Kuppelzelt. Die Kopffreiheit entsteht durch das Einziehen von nur zwei Gestängen. Die besondere Anordnung der leichten Fieberglasstangen macht das Zelt besonders windsicher.

Der Geodät ist hochpreisiger als andere Zelte, wird aber aufgrund der positiven Eigenschaften und hochwertigen Materialien oft auf Expeditionen verwendet. Der Aufbau dieses Zeltes ist etwas komplizierter als bei anderen Kuppelzelten.

Firstzelt

Das rechteckige Firstzelt hat die klassische Zeltform. Es ist leicht aufzubauen aber nicht frei stehend, sonder muss mit Heringen und Schnüren stabilisiert werden.

Das Firstzelt ist nur einwandig und deshalb kann sich im Innenbereich Kondenswasser bilden. Durch die schrägen Wände bieten diese Zelte weniger Raum und Kopffreiheit als andere Zeltformen. Auch die Windstabilität ist eher gering.

Firstzelte werden heute meist in Zelt- und Feldlagern zur Unterbringung von vielen Menschen genutzt. Für Wanderungen oder Expeditionen sind sie nur bedingt geeignet.

Prahmzelt

Das Prahmzelt ist ein kleines "Anglerzelt", das vorwiegend von Nachtanglern genutzt wird. Es hat eine halbrunde Form, die durch das Einziehen von drei Gestängen entsteht. Das frei stehende Prahmzelt wird unter dem Handelsnamen Biwy im Anglerbedarf verkauft.

Es ist schnell aufgebaut und bietet Schutz gegen Regen und Wind. Das Material für Boden und Wände ist stabil und reißfest. Da das Prahmzelt relativ schwer ist, eignet es sich nicht für Wander- oder Trekkingtouren.

Strandmuschel

Strandmuscheln bestehen aus einem sehr leichten Gewebe. Diese Zelte sind halb offen und werden durch ein halbrundes Gestänge plus Schnur und Hering stabilisiert.

Sie dienen vorwiegend am Wasser als Sicht- und Sonnenschutz. Strandmuscheln sind sehr leicht und bieten deshalb nur bedingten Schutz gegen Wind und Wetter. Die Planen können flach zusammengelegt und gut transportiert werden.

Einbogenzelt

Einbogenzelte entsprechen in Form und Material den Strandmuscheln. Sie werden durch ein halbrundes Gestänge aufgerichtet und mit Schnur und Hering gehalten.

Einbogenzelte bieten nur mäßigen Schutz gegen Wind und Regen. Im Gegensatz zu den halb offenen Strandmuscheln kann die Front geschlossen werden und bietet dadurch einen besseren Schutz sowie mehr Privatsphäre.

Tarp

Als "Tarp" wird eine Wetterschutzplane bezeichnet, die vor allem Ultraleichtwanderern als vielseitiger Schutz dient. Die Planen wiegen - je nach Größe - nur zwischen 300 und 500 Gramm. An den Rändern sind Ösen eingearbeitet. Mit Schnüren und Stöcken kann ein Tarp sehr schnell zu einem zeltartigen Wetterschutz aufgebaut werden.

Die Plane schützt sehr gut vor Regen und Wind, kann aber auch als Unterlage auf dem Boden genutzt werden. Mit einem Tarp können viel Zeltformen nachgebaut werden. Die Plane bietet kaum Schutz gegen Insekten.

Biwakzelt

Das Biwakzelt ist eine Weiterentwicklung des Biwaksacks. Es besteht aus dem Biwaksack und einem kleinen Zelt, das den Oberkörper vor der Witterung und Insekten schützt.

Der Biwaksack wird als Hülle über den Schlafsack gezogen. Diese Sonderform eines Leichtzeltes ist vor allem bei Extremwanderern beliebt, da es sehr leicht ist.

Günstige Biwakzelte werden meist aus Kunststoff hergestellt. Die PU-Beschichtung schützt vor Wind aber es kann sich im Innenraum Kondenswasser bilden, das den Schlafsack durchnässt. Hochpreisige Biwakzelte werden aus atmungsaktivem Symptom oder Goretex gefertigt.

Aufblasbares Zelt

Aufblasbare Zelte werden häufig als Großzelte für Events verwendet. Sie werden in unterschiedlichen Formen, wie zum Beispiel als Iglu, angeboten.

Diese Zelte richten sich durch das Füllen der Luftkammern auf und sind dann frei stehend. Um die Stabilität zu gewährleisten, muss ständig Luft mit einem Kompressor nachgepumpt werden.

Kleine aufblasbare Zelte für Wanderer oder den Garten haben meist eine Geodät-Form. Sie sind frei stehend und haben kein Gestänge.

Ein fester Stand wird durch das Einfüllen von Luft erreicht. Diese Zelte sind meist nur bedingt wetterfest, aber sehr leicht.

Generelle Tipps zum Kauf eines Zeltes

Generell sollten beim Zeltkauf einige Punkte beachtet werden. Zum einen ist es wichtig, das Wetter zuberücksichtigen.

Möchte man beispielsweise in Regionen übernachten, in denen es vorwiegend heiß und wo die Wetterlage stabil ist, sollte man sich für ein Zelt entscheiden, welches auch ohne Außenzelt stehen kann; auf diese Weise ist beim Schlaf Frischluft garantiert, ohne dabei von lästigen Insekten geplagt zu werden. Empfehlenswerte Zeltform: das Kuppelzelt.

Ist mit viel Regen zu rechnen, bieten sich Zelte mit einem größeren Innenraum an, um auch einen etwas längeren Aufenthalt komfortabler zu gestalten und die Menge an Kondenswasser zu minimieren. Zudem wichtig: eine große Apsis. Tunnelzelte sind am besten geeignet.

Für das Campen im Winter sollten Zelte gewählt werden, deren Außenzelte bis auf den Boden gelangen. Wichtig ist etwas mehr Stauraum, da man mit mehr und dickeren Klamotten unterwegs ist, sowie Stabilität, um auch schwerere Schneelasten stand zu halten.

Ebenfalls zu berücksichtigen: das Gewicht. Bei Wandertouren sind natürlich Leicht- oder Ultraleichtgewichte (sie wiegen für zwei Personen unter 3 bzw. unter 2 Kilogramm) gefragt. In diesem Fall muss aber damit gerechnet werden, dass die Zelte empfindlicher sind.

Was viele Menschen nicht bedenken: auch die Farbe spielt eine Rolle. In gemäßigten Zonen ist man mit gedeckten Grün-, Beige- oder Grautönen gut beraten. Wer allerdings abgelegen, auf Expeditionen oder im Gebirge zeltet, sollte unbedingt auf Signalfarben setzen, um im Notfall gesehen zu werden. Helle Farben machen sich zudem in heißen Regionen besser, da sie nicht so schnell aufheizen.

Natürlich möchte man auch im Regen möglichst trocken bleiben. Zu diesem Zweck sollte man einen Blick auf die Wassersäule werfen, um zu überprüfen, ob das Zelt tatsächlich dicht ist. Die DIN-Norm besagt, dass einer 1.500 mm Wassersäule standgehalten werden muss, um als wasserdicht zu gelten.

Ist das Zelt jedoch optimal gespannt, reicht eine 800 mm Wassersäule aus. Diese Zellte sollten dann aber sicherheitshalber Proficampern überlassen werden.

Andere Werte gelten für den Zeltboden, der einen ganz anderen Druck ertragen muss. Eine Wassersäule sollte 10.000 mm aufweisen - anderenfalls ist ein so genannter Footprint, eine spezielle Zeltunterlage, erforderlich.

Zu guter Letzt gilt es noch, das Material zu überprüfen. Die meisten Vorteile sind dabei Polyester zuzuschreiben: es ist leicht, reiß- und scheuerfest, dehnt sich bei Nässe nicht aus, trocknet schnell und verrottet nicht. Das Gestänge besteht im Idealfall aus Aluminium.

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  • Couple camping in a tent © Taylor Hutchens - www.fotolia.de

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