3. März 2011
Musik ist gesund und macht glücklich. Nicht nur das Hören von Liedern, die wir mögen, sondern vor allem das gemeinsame Singen schüttet eine Menge Glückshormone aus. Gerade an Karneval hat das Schunkeln und Mitsingen wieder Hochkultur.
Trotz Alkohol und fettem Essen hat die fünfte Jahreszeit also auch durchaus ihre gesunden Seiten. Das gemeinschaftliche Singen und Klatschen senkt den Pegel an Stresshormonen wie Kortisol und Adrenalin, vertreibt jede Müdigkeit und wirkt sich positiv auf Herz und Kreislauf aus. Auch die Konzentration an Immunglobulin A steigt, was eine Aufrüstung der körpereigenen Abwehrkräfte bedeutet. Welcher Effekt jedoch genau eintritt, hängt davon ab, wie die Musik beschaffen ist.
Entscheidend darüber, ob ein Lied eher anregend oder beruhigend wirkt, ist sein Tempo und die Taktfrequenz. Gemessen wird diese in beats per minutes (bpm). Diese Frequenz steht in einem Zusammenhang mit dem Takt des menschlichen Herzens, das durchschnittlich 72 Mal in der Minute schlägt.
Liegt die Freqenz eines Liedes unter der des menschlichen Herzens, wirkt der Song beruhigend und vermittelt ein eher unaufgeregtes Wohlgefühl. "Am Rosenmontag bin ich geboren" von Margit Sponheimer ist einer der bekanntesten Karnevalshits in Mainz. Mit ungefähr 60 bpm, was der Herzfrequenz im Schlaf entspricht, lädt es zum Schunkeln und Entspannen ein und beruhigt die Atmung. Eine ähnliche Frequenz hat das berühmte "Altbierlied" aus Düsseldorf - das lässt die Gläser zwar klirren, senkt aber den Blutdruck.
Deutlich ausgelassener geht es dagegen in Köln zu. Fetenhits wie "Hände zum Himmel" von den Kolibris regen mit 120 bpm die Gemüter an und spätestens bei "Viva Colonia" mit 120-130 bpm tanzen die Jecken aus der Domstadt auf den Tischen. Die schnelle Frequenz hebt die Stimmung und lädt zum Tanzen ein. Aber auch Variationen im Takt, wie etwa bei "Superjeilezick" (Brings) mit 85-150 bpm, regen den Kreislauf an und vertreiben die zwischendurch aufkommende Melancholie. Doch auch die Kölner können ruhig: Der Klassiker "Mer losse d´r Dom en Kölle" von den Bläck Fööss liegt bei 50 bpm.
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