Forschungsgebiete, wichtige Schritte zum Forschungsprozess und Finanzierungsmöglichkeiten

Forschung dient dazu, neue Erkenntnisse zu gewinnen und diese systematisch zu analysieren und dokumentieren. Es gibt unterschiedliche Forschungsgebiete, wie zum Beispiel die Grundlagenforschung oder die Angewandte Forschung. Der Forschungsprozess erfolgt in einzelnen Schritten: von der Zielsetzung bis zur Interpretation. Lesen Sie, in welche Gebiete sich die Forschung einteilen lässt und informieren Sie sich über die unterschiedlichen Forschungsschritte.

Von der Grundlagenforschung bis zur Industrieforschung - das Spektrum der Forschung ist vielseitig und um ans Ziel zu gelangen, bedarf es einiger wichtiger Schritte

Forschungsgebiete - von Grundlagenforschung bis Industrieforschung

Forschung bedeutet, nach neuen Erkenntnissen zu suchen und diese wissenschaftlich und systematisch zu dokumentieren. Man betreibt Forschung sowohl zu wissenschaftlichen als auch zu industriellen Zwecken.

Wissenschaftliche Forschung findet auf verschiedenen Gebieten statt. Dazu gehören vor allem die Naturwissenschaften, Medizin, Mathematik, Psychologie und Sprachwissenschaften. Die Forschung wird in mehrere Teilgebiete aufgeteilt, die sich mit unterschiedlichen Problemlösungen befassen.

Grundlagenforschung

Bei der Grundlagenforschung handelt es sich um die Erforschung und Erweiterung von wissenschaftlichen Kenntnissen. Zu diesem Teilgebiet der Forschung gehören vor allem

  • die exakten Naturwissenschaften
  • die Mathematik
  • die Medizin
  • die Psychologie und
  • die Sprachwissenschaften.

Die Grundlagenforschung dient dazu, die Basis für weitere Forschungen zu legen, wodurch sie sich von der angewandten Forschung und der Industrieforschung unterscheidet. Diese bearbeiten zwar mitunter ähnliche Forschungsobjekte, haben jedoch eine andere Zielsetzung.

In der Grundlagenforschung werden Mechanismen und Funktionen, die bislang unbekannt waren, erforscht und aufgeklärt. So bildet sie das Fundament für alle anderen Forschungsgebiete. Betrieben wird Grundlagenforschung zumeist nur an Universitäten und Forschungszentren.

Translationale Forschung

Unter der Translationalen Forschung versteht man eine weiterführende oder orientierte Grundlagenforschung. Sie gilt als Schnittstelle zur angewandten Forschung und baut auf selbst erlangten wissenschaftlichen Erkenntnissen auf. Ausgerichtet ist die Translationale Forschung auf konkrete Anwendungsziele sowie auf den Nutzen für Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur.

Angewandte Forschung

Die angewandte Forschung bezeichnet man auch als Zweckforschung. Sie dient dazu, ein spezielles technisches Problem zu lösen und verfolgt dabei wirtschaftliche Zwecke. Durchgeführt wird angewandte Forschung in der freien Wirtschaft und an Hochschulen.

Die Erkenntnisse, die die angewandte Forschung gewinnt, dienen zur Umsetzung von technischen Entwicklungen. Darüber hinaus fungiert dieses Forschungsgebiet mitunter als Ideengeber für die Grundlagenforschung, die wiederum das Wissen für die angewandte Forschung liefert. Zur Zweckforschung gehören auch Forschungstätigkeiten, die eine bestimmte wissenschaftliche These bestätigen oder widerlegen sollen, wobei auch politische und wirtschaftliche Vorgaben eine Rolle spielen können.

Industrieforschung

Im Rahmen der Industrieforschung, die auch industrielle Forschung genannt wird, setzt man sich wissenschaftlich und ingenieurmäßig mit praktischen Fragestellungen auseinander. Diese ergeben sich zumeist aus den wirtschaftlichen Zielen der jeweiligen Forschungseinrichtung. Betrieben wird Industrieforschung von Großunternehmen, die sich für technologischen Fortschritt interessieren und von den praktisch umsetzbaren Erkenntnissen profitieren wollen.

Die einzelnen Schritte des Forschungsprozesses

Der Forschungsprozess besteht aus einzelnen Schritten, die höchst unterschiedlich sein können, da es sich auch um verschiedene Forschungsgebiete handelt. Zudem finden die Schritte oftmals in unterschiedlicher Reihenfolge statt.

Schritt 1: Zielsetzung

Der erste Schritt des Forschungsprozesses ist die Zielsetzung. Dabei klärt man ab, wie es zur Entstehung der Forschungsfrage kam und welchen Zielen die Erkenntnisse, die man beim Forschen gewinnt, dienen.

Nachdem das Forschungsobjekt definiert wurde, formuliert man das Forschungsprojekt schriftlich und präzise. Zu den Fragen, die bei der Zielsetzung zu klären sind, gehört auch die Frage nach der Ethik des Forschungsansatzes.

Schritt 2: Bestimmung des derzeitigen Wissensstandes

Im zweiten Schritt fasst man die Kenntnisse über das Themengebiet, die bereits vorhanden sind oder in der Forschungsliteratur vorliegen, zusammen und analysiert diese.

Dabei kann vor allem die Suche in der Literatur unterschiedlich viel Zeit in Anspruch nehmen. Mitunter kommt es durch das Zusammenfassen des aktuellen Wissensstandes auch zu einer Korrektur der Zielsetzung.

Schritt 3: Versuchsplanung

Unter Versuchsplanung versteht man einen Versuchsaufbau mithilfe von Mess- und Reaktionsinstrumenten. Zu diesem Zweck kommen beispielsweise in der Chemie, Biologie und Physik analytische Messsysteme und Maschinen zum Einsatz. In der Psychologie greift man dagegen auf mathematisch-statistische Auswertungen und definierte Situationen zurück. Geklärt wird bei der Versuchsplanung vor allem, ob der Versuchsaufbau Relevanz in Bezug zur Fragestellung besitzt und ob die Versuchselemente in geeigneter Form vorhanden sind.

Schritt 4: Versuchsdurchführung

Mit Schritt 4 beginnt die eigentliche Durchführung des Forschungsversuchs. Im Bereich der Naturwissenschaften führt man häufig Vorversuche durch, die man als Korrektur- oder Entscheidungshilfe im Falle von teuren Hauptversuchen heranzieht. Bei der Versuchsdurchführung werden die Versuche unter gleichen Bedingungen mehrfach wiederholt.

Schritt 5: Dokumentation und Interpretation

Der letzte Schritt ist die Dokumentation der Forschungsversuche. Zum Dokumentieren fertigt man

an. Dabei werden die Daten zusammengestellt und ausgewertet. Schließlich folgen die Interpretation und der Endbericht des Forschungsversuches.

Forschungsvereinigungen deutschlandweit

In Deutschland gibt es einige Forschungsvereinigungen, die Bereiche wie

  • Optik und Medizintechnik
  • Feinmechanik
  • Automobiltechnik
  • Elektrische Anlagen
  • Ernährungsindustrie
  • Heizung, Lüftung und Klimatechnik
  • Holztechnologie
  • Kältetechnik
  • Leder und Kunststoffbahnen
  • Mikroelektronik
  • Umwelttechnik
  • Wärmebehandlung und Werkstofftechnik
  • Antriebstechnik oder
  • Arzneimitteltechnik

behandeln. Bei den Forschungsvereinigungen ist jeder dieser Bereiche vertreten. Zu deren Zielen zählen beispielsweise die Bildung von Interessengemeinschaften oder die Förderung, Entwicklung und Anwendung unterschiedlicher Forschungsbereiche.

Alles, was in den Vereinigungen an neuen Kenntnissen erworben wird, gelangt auf unterschiedlichen Wegen zu einem breiteren Publikum, zum Beispiel durch das Internet, über Vorträge oder über Printmedien. Es kommt zur Zusammenarbeit zwischen Herstellern, Entwicklern und Verbreitern in diversen Sparten. Oftmals wenden sich Unternehmen an die entsprechenden Forschungsstellen; dabei handelt es sich um

  • Hochschulen
  • Ingenieurbüros oder
  • Forschungsinstitute.

Forschung kostet - wie sehen die Finanzierungsmöglichkeiten aus?

Wie Forschungen finanziert werden

Durch die Forschung werden zahlreiche neue wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen oder ältere Erkenntnisse bestätigt. Für viele Gebiete wie Medizin, Wissenschaft und Technik ist sie unverzichtbar. Da die Forschung jedoch auch sehr kostspielig ist, muss sie entsprechend finanziert werden.

Wer finanziert die Forschungsaufwendungen?

In Deutschland liegen die finanziellen Aufwendungen für die Forschung nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes jährlich bei mehr als 60 Milliarden Euro. Ungefähr 70 Prozent der Forschungsaufwendungen werden von der Industrie finanziert, wobei mehr als 10 Prozent auf die forschenden Pharmaunternehmen entfallen.

Die Forschungsaufwendungen hängen auch von der Art der Forschung ab. So finanziert die Industrie vor allem die Zweck- und Industrieforschung, da sie von deren Resultaten profitieren will, während die Finanzierung der Grundlagenforschung in Deutschland und anderen europäischen Staaten vor allem aus öffentlichen Mitteln erfolgt.

Ein Teil der Forschungsfinanzierung kommt durch unmittelbare Zuweisungen aus Bundes- und Landesmitteln an das jeweilige Forschungsinstitut zustande. Darüber hinaus finanziert man die Forschungsgruppen auch über die so genannte Drittmittelförderung.

Bereitgestellt werden diese Gelder durch Förderprogramme aus dem BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung), der DFG (Deutsche Förderungsgemeinschaft), der EU (Europäische Union) sowie weiteren Institutionen. In der Regel erfolgt die Vergabe der forschungsorientierten Drittmittel nach strengen wissenschaftlichen Begutachtungskriterien sowie internationalen Qualitätsstandards.

Schwerpunkt Krebsforschung

Besonders im Blickpunkt der Forschungsfinanzierung steht in Deutschland die Krebsforschung. Da Krebserkrankungen jeden Menschen betreffen können, ist das Interesse an der Krebsforschung sehr groß. Größter Geldgeber von Drittmitteln ist die Deutsche Krebshilfe e.V.

Dabei handelt es sich um einen gemeinnützigen Verein, zu dessen Aufgaben die Bekämpfung der Krebskrankheit in all ihren Erscheinungsformen gehört. In den letzten Jahren investierte die Deutsche Krebshilfe jährlich mehr als 30 Millionen Euro in die Krebsforschung, wobei die Mittel ausschließlich von privaten Spendengeldern stammen.

So ist die Deutsche Krebshilfe der wichtigste private Geldgeber für die Krebsforschung. Finanziert werden von den Geldern Projekte der kliniknahen Grundlagenforschung und der klinischen Forschung.

Finanzierung der Forschungsvereinigungen

Die Forschungsvereinigungen in Deutschland werden über die Beiträge der Mitgliedswerke sowie über eigene Mitgliedermittel oder auch durch Spenden von industriellen Forschungspartnern finanziert. Mitunter werden jedoch auch Fördermittel aus Forschungsfonds, Stiftungen sowie Ministerien des Bundes und der Länder bereitgestellt.

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