16. Juni 2011
Pflegebedürftige ältere Menschen werden oftmals in einem Pflegeheim betreut. Es gibt aber auch Alternativen.
Bei einem Pflegeheim handelt es sich um eine Einrichtung, in der pflegebedürftige Menschen stationär untergebracht werden. Dort erhalten sie Betreuung und Versorgung rund um die Uhr. Doch nicht immer ist eine Unterbringung in einem Pflegeheim wirklich notwendig.
In Deutschland leben rund 700.000 ältere Menschen in einer Pflegeeinrichtung. Bei einem Großteil davon wäre eine Unterbringung jedoch gar nicht erforderlich, da in diesen Fällen auch alternative Betreuungsformen infrage kämen. So werden viele Pflegebedürftige von ihren Angehörigen dazu gedrängt, ihre eigenen vier Wände zu verlassen, um in einer Pflegeeinrichtung zu leben. Oftmals fühlen sich die Verwandten mit der Pflege überfordert und sehen in einem Pflegeheim die einzige Möglichkeit. Doch nicht immer ist ein Heim auch wirklich die richtige Lösung, denn nicht alle Einrichtungen sind in der Lage den Insassen ein menschenwürdiges Dasein zu bieten. So häuften sich in den letzten Jahren Berichte über Missstände in Pflegeheimen. Dabei stellte sich heraus, dass die Pflegebedürftigen schlecht und unwürdig behandelt wurden. Mitunter kam es auch zu Misshandlungen und sogar Todesfällen, was teilweise am individuellen Fehlverhalten der Pflegekräfte lag. Aber auch Organisationsversagen und fehlende finanzielle Mittel werden beklagt. So muss sich eine Pflegekraft oft um mehrere Pflegebedürftige auf einmal kümmern, wodurch eine optimale Versorgung fraglich ist.
Je nach Umfang der Pflegebedürftigkeit gibt es jedoch Alternativen zum Pflegeheim. Eine beliebte Variante ist die häusliche Pflege, bei der der Pflegebedürftige in seinen eigenen vier Wänden versorgt wird. Sind die Angehörigen dazu nicht in der Lage, kann auch ein professioneller Pflegedienst in Anspruch genommen werden. Auf diese Weise erhalten Pflegebedürftige die notwendige Pflege, ohne deswegen ihre vertraute Umgebung verlassen zu müssen. Ambulante Pflegedienste schicken einmal oder mehrmals am Tag eine Pflegekraft, die die Versorgung des Patienten übernimmt. Benötigt der Pflegebedürftige jedoch Pflege rund um die Uhr, ist auch eine 24-Stunden-Pflege möglich. Das bedeutet, dass die Pflegekraft bei dem Patienten lebt und sich dabei auch um seinen Haushalt kümmert. Allerdings ist eine 24-Stunde-Pflege deutlich kostspieliger.
Eine andere Variante ist das betreute Wohnen. In diesem Fall ist jedoch ein gewisses Maß an Individualität und Selbstständigkeit nötig. Als weitere Alternativen kommen das Wohnen in einem Seniorenstift oder in einer Pflegewohngemeinschaft infrage.
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