Jugendkriminalität - Soziales Umfeld oft labil

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  • von Tanja Tasci

Jugendkriminalität ist ein Spiegel unserer Gesellschaft, denn auch die Straftaten die von Jugendlichen begangen werden, veränderten sich im Laufe der Zeit. Doch warum werden Jugendliche überhaupt straffällig?

Jugendkriminalität nimmt zu

Jugendkriminalität nimmt zu und die Taten die zu Verurteilungen führen haben sich in ihrer Gewichtigkeit schon lange nach oben verschoben. Ging es früher hauptsächlich um Prügeleien und Ladendiebstahl, sind heute die Vergehen viel schwerer. Immer mehr Jugendliche finden keinen Halt mehr und werden strafauffällig. Erste Anzeichen werden häufig von Eltern und Lehrern übersehen und so fällt es den Jugendlichen leicht Grenzen zu überschreiten. Was auffällig ist, dass häufig das Bewusstsein für Recht und Unrecht vollkommen fehlt. Selbst vor Gericht sehen junge Straftäter häufig noch nicht das Unrecht welches sie begangen haben. Jugendkriminalität stellt sich deshalb als ein gesellschaftliches Problem dar. Jugendliche sind in unserer Gesellschaft viel zu oft auf sich alleine gestellt, der Halt aus dem Elternhaus fehlt häufig und auch sonst werden die Probleme der Jugendlichen häufig nur belächelt. Sich nicht ernst genommen fühlen und zusätzlich der Leistungsdruck der häufig auf Jugendlichen lastet, dazu gehören zu wollen und mit den Mitschülern mithalten zu wollen, häufig verzweifeln Jugendliche an ihrer Situation und reagieren mit erhöhter Aggressivität und auch die Hemmschwellen sinken.

Gruppenzwang als Initiator

Jugendliche lernen von ihrem Umfeld und merken sehr schnell, dass sich nur der Stärkste durchsetzen kann. Dies fängt schon auf dem Schulhof an, wenn Waffen und Drogen zum Schulalltag gehören und selbst Lehrkräfte resignieren und zum Teil sogar Angst vor den Schülern haben, dann stellt sich für viele Jugendlichen die Frage, wo sie dazu gehören wollen. Immer mehr Jugendliche versuchen sich der stärksten Gruppe anzuschließen, denn besser Angst verbreiten, als Angst vor den Anderen haben zu müssen. Doch genau dieser Schritt ist oft der erste Schritt in eine kriminelle Laufbahn. Häufig können Jugendliche nur zu einer Gang gehören, wenn sie bereit sind für die Aufnahme sogenannte "Mutproben" zu bestehen. Diese Mutproben gehen vom Bahnsurfen bis hin zu Ladendiebstählen. Gerade in sozialen Brennpunkten sehen Jugendliche häufig keine Zukunftsperspektiven und schließen sich aus Perspektivlosigkeit einer Gang an.

Armut

Oft werden soziale Brennpunkte an einem hohen Ausländeranteil in der Bevölkerung fest gemacht, doch da liegt nicht das Hauptproblem. Die sozialen Brennpunkte die sich deutlich zeigen und in denen Jugendkriminalität zum Alltag gehört, sind häufig die Gegenden mit einem sehr hohen Arbeitslosenanteil und vor allem daran, dass Jugendliche auf vieles aus Geldmangel verzichten müssen. Wer sieht, dass seine Eltern seit Jahren am Existenzminimum leben und keine Chance auf Arbeit haben und dies zum Teil trotz einer guten Ausbildung, der verliert sehr schnell die Perspektive auf ein besseres Leben. Wer sich darauf einstellen muss, sein Leben hier zu fristen und keine Chance sieht sich selbst etwas aufzubauen, ist anfällig dafür in die Kriminalität abzurutschen. Sozialarbeiter versuchen in der Jugendarbeit einiges abzufangen, doch durch mangelndes Budget können nicht überall Sozialarbeiter den Jugendlichen Perspektiven aufzeigen und so bleiben immer wieder Jugendliche alleine auf sich gestellt und schaffen es nicht Perspektiven zu ihrem Leben im sozialen Brennpunkt zu sehen.

Quellenangaben

  • Bildnachweis: teen in handcuffs, young teen against wall, slight added grain © Sascha Burkard - www.fotolia.de

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