Fremdsprachen - Nutzen und Möglichkeiten des Spracherwerbs

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Wichtige Fremdsprachen mit Zukunft und Tipps zum Erlernen einer Fremdsprache

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  • von Paradisi-Redaktion

Wer eine oder mehrere Fremdsprachen beherrscht, hat viele Vorteile: Im Urlaub hebt man sich von anderen Touristen ab und kann Kontakte mit Einheimischen knüpfen, im Beruf ergeben sich internationale Perspektiven und im Lebenslauf signalisieren Sprachkenntnisse dem potentiellen Arbeitgeber, dass der Bewerber kulturell gebildet und offen für die Welt ist. Welche Fremdsprachen sind zukunftsweisend? Und wie geht man das Lernen einer Fremdsprache am besten an? Wir zeigen es Ihnen.

Fremdsprachen: Nutzen und Voraussetzungen

Bei einer Fremdsprache handelt es sich um eine Sprache, welche nicht die Muttersprache eines Menschen ist. Um sich diese anzueignen, muss sie bewusst gelernt werden; dies kann in der Schule geschehen oder später in Form des Selbststudiums oder durch einen speziellen Kurs etc..

Mindestens eine Fremdsprache zu beherrschen, ist besonders in der heutigen Berufsweld sehr wichtig, sei es im Handel, im Hotelwesen oder in der Forschung. Doch auch in der Freizeit kann es sinnvoll sein, eine weitere Sprache sprechen zu können, zum Beispiel, um sich während des Urlaubs in dem jeweiligen Land verständigen zu können.

Um die Sprache zu lernen, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Egal, für welche man sich entscheidet: es gibt einige Voraussetzungen, die man erfüllen sollte, damit man dabei auch Erfolg hat. Zum einen wäre da die Kontinuität - nur wer regelmäßig übt und das Gelernte immer wieder anwendet, den Sprachkontakt hält, wird weiterkommen.

Damit einher geht die Wiederholung: Es gilt, das Sprachwissen in das Langzeitgedächtnis zu befördern. In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig, das bereits Gelernte immer wieder abzurufen.

In Sachen Intensität ist von Entscheidung, sich ein angemessenes Lernpensum zu schaffen. Wer wenig Zeit hat und dies auch als stetigen Grund nennt, warum er gerade nicht lernen kann, sollte es erst gar nicht probieren.

Sich einen Plan aufzustellen und sich an diesen halten, ist sehr wichtig; dafür muss man diesen an den Alltag anpassen, sei er noch so stressig - es sollte möglich sein, sich jeden Tag ein bisschen mit der Sprache zu beschäftigen. Und diese Beschäftigung schließt nicht nur das Lesen mit ein - auch das Schreiben, Hören und natürlich auch Sprechen gehört dazu.

So motiviert man auch sein mag - am Anfang sollte man darauf achten, sich realistische Ziele zu stecken. Setzt man sich zu sehr unter Druck, wird dies den Lernerfolg und vor allem auch den Fortschritt negativ beeinflussen.

Unterschiedliche Lerntypen

Wie lange es dauert, bis man sich eine Fremdsprache angeeignet ist, hängt neben der vorhandenen Zeit auch von dem individuellen Lerntyp ab, welchem man entspricht. Während man in der Schule lernen musste, wie alle anderen Schüler auch, hat man als Erwachsener diverse Möglichkeiten.

Der auditive Lerntyp bevorzugt das Hören der Sprache, etwa durch Hörspiele, Lieder oder Gedichte. Der kognitive Lerntyp hingegen orientiert sich vor allem an grammatischen Regeln.

Des Weiteren gibt es den visuellen Lerntypen, der eine bildliche Darstellung, zumindest aber das aufgeschriebene Wort benötigt. Und schließlich wäre da noch der motorische Lerntyp. Dieser lernt die Sprache kombiniert mit Bewegung, beispielsweise beim Sport.

Viele Menschen lernen dabei mit einer Mischung aus diesen Lerntypen. Doch natürlich spielt es auch eine Rolle, ob gewisse Vorkenntnisse vorhanden sind oder zumindest eine Sprache aus der gleichen Sprachfamilie als Muttersprache bezeichnet wird.

Menschen mit Fremdsprachenkenntnissen sind intelligenter

Junge Frau zieht sich unglücklich an beiden Seiten an den Haaren
woman tear one's hair © fotandy - www.fotolia.de

Personen älteren Semesters, die neben ihrer Muttersprache noch andere Sprachen beherrschen, sind geistig oftmals überdurchschnittlich fit. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die von Wissenschaftlern der Universität Tel Aviv durchgeführt wurde.

Zielgruppe der Befragung seien Personen im Alter zwischen 75 und 95 Jahre gewesen, so Forschungsleiterin Gitit Kavé. Allerdings sei es auch so, dass Personen, die ohnehin einen hohen IQ aufweisen, eher eine Fremdsprache erlernen würden.

Dennoch empfehlen die Forscher, sich bis ins hohe Alter nicht vor dem Erlernen neuer Sprachen zu fürchten, da es eine gute Möglichkeit darstellt, sein Gehirn zu trainieren.

Heutige Sprachenvielfalt eine Ursache von Krankheiten?

Vermutlich steht die Sprachenvielfalt auf unserer Erde im Zusammenhang mit Krankheiten und Parasiten. Dieser Meinung sind zumindest US-amerikanische Wissenschaftler, die zuvor auf allen Kontinenten geforscht haben und entdeckt haben, dass in Regionen, die häufiger von Krankheiten heimgesucht wurden, heute eine größere Sprachenvielfalt herrscht.

Laut Randy Thornhill und Corey Fincher von der Universität von New Mexico habe sich bei Kontakt zu anderen Volksgruppen das Erkrankungsrisiko erhöht. Somit bildeten sich kleine Gruppierungen, die mit der Zeit ihre eigene Sprache entwickelten.

Alzheimer-Risiko könnte durch ausgeprägte Sprachkenntnisse verringert werden

Alter Mann bekommt etwas in sein Ohr gesagt
kommunikation © Phoenixpix - www.fotolia.de

Wer bis zum Alter von zwanzig Jahren sich ausgeprägte Sprachkenntnisse aneignet, könnte laut den neuesten Ergebnissen einer Studie der John Hopkins Universität Baltimore, dass Risiko einer späteren Alzheimer-Erkrankung verringern.

Um diese Theorie bestätigen zu können, analysierten die Wissenschaftler die Untersuchungsergebnisse von insgesamt 38 verstorbenen Nonnen.

Je mehr diese über Sprachkenntnisse verfügt hatten, desto weniger waren sie von Alzheimer betroffen. Die Forscher gehen nun davon aus, dass, wenn ein Mensch in jungen Jahren derartige Kenntnisse von Sprachen vertieft, dieser dann im Alter eher von einer Erkrankung mit Alzheimer verschont bleiben könnte.

Meister der Problemlösungen - wer mehrere Sprachen spricht, ist auch sonst schneller im Kopf

Grafik Gehirn Neurologie in blau
the brain © ktsdesign - www.fotolia.de

150 Studenten hatten sich für eine Studie zur Verfügung gestellt. An einer amerikanischen Universität wollte man herausfinden, ob Menschen, die mehrere Sprachen beherrschen auch im Lösen allgemeiner Probleme besser sind, als Personen, die nur ihre Muttersprache sprechen. Das Ergebnis der Studie fiel eindeutig zu Gunsten der ersten Gruppe aus.

Die Forscher gehen davon aus, dass das Gehirn von Menschen mit der Fähigkeit mehrere Sprachen zu sprechen, aktiver ist und die verschiedenen Aspekte eines Problems besser erfasst. Diese Menschen betrachten ein Problem von mehreren Blickwinkeln und suchen auch mehrere Lösungsansätze. Wer dagegen nur eine Sprache spricht, verrennt sich eher in einem Lösungsansatz und gibt beim Scheitern dieses Ansatzes dann auch auf. Mehrere Sprachen zu beherrschen kann demnach im Job von großen Vorteil sein, selbst dann, wenn man gar nichts direkt in einer Branche arbeitet, die Fremdsprachen verlangt.

Wer mehrere Sprachen spricht, kann den Beginn von Alzheimer hinauszögern

Alzeimer: bei mehrsprachigen Patienten treten Symptome im Durchschnitt fünf Jahre später auf

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Mehrsprachigkeit stellt zwar keine Möglichkeit dar, vollkommen von einer Altersdemenz verschont zu bleiben, sie kann den Beginn von Alzheimer jedoch um mehrere Jahre hinauszögern, wie kanadische Forscher am Baycrest Rotman Research Institute in einer Studie feststellten.

Sie untersuchten insgesamt 211 Patienten, die mit einer Alzheimerdiagnose ins Krankenhaus eingeliefert wurden und verglichen deren Lebensumstände, darunter auch deren Sprachfähigkeit. Sie teilten die Patienten in zwei Gruppen ein. Die eine waren nur einer Sprache mächtig, die anderen konnten mindestens zwei Sprachen sprechen.

Alzheimersymptome durchschnittlich fünf Jahre später

Die Forscher stellten fest, dass bei den mehrsprachigen Patienten die typischen Alzheimersymptome wie Verwirrtheit oder Gedächtnisverlust im Durchschnitt fünf Jahre später auftraten als bei den Patienten der einsprachigen Gruppe. Zudem stellten sie fest, dass auch die Diagnose Alzheimer bei den mehrsprachigen Patienten im Durchschnitt 4,3 Jahre später gestellt wird.

Mit Hilfe dieser umfangreichen Studie konnte nun endgültig bewiesen werden, dass es zwar keine Heilungsmöglichkeit für Demenz gibt, dass man dieser Krankheit jedoch vorbeugen kann, indem man sein Gehirn trainiert.

Schüler zogen erfolgreich gegen die Verlosung der zweiten Fremdsprache vor Gericht

Da es mehr Interessenten für Französisch als Plätze an diversen Gymnasien Sachsens gibt, wurden die Plätze an manchen Schulen verlost. Dadurch konnte es passieren, dass Schüler stattdessen Russisch lernen mussten.

Zwei Schüler aus Dresden, die nun dagegen klagten, bekamen Recht und dürfen nun am Französisch-Unterricht teilnehmen. Auch wenn gegen das Urteil noch Beschwerde eingereicht werden kann, haben die Schüler einen Anspruch darauf, unter den Fremdsprachen auszuwählen, die an ihrer Schule angeboten werden.

Anglizismen halten Einzug in unseren Alltag - nervt das?

Nach einer Umfrage fühlen sich ungefähr die Hälfte der Menschen durch englische Begriffe im Alltag genervt. Während gängige Formulierungen wie "all you can eat" oder "to go" durchaus akzeptiert werden, ist es zudem auch vom Alter und Geschlecht der Befragten abhängig, inwieweit sie sich nervlich beansprucht fühlen.

Junge Menschen beschweren sich weniger über die englischen Worte, während sich Menschen über 60 Jahre oder solche aus dem Osten des Landes eher gestört fühlen.

Fällt die Deutsche Sprache langsam der Anglisierung zum Opfer?

Kind mit Schulranzen steht vor einer Tafel
Einschulung © Barbara Schniebel - www.fotolia.de

Die Sprache gehört zu den wichtigsten Schätzen einer Kultur. Kein Wunder also, dass dieses Gut geschützt und erhalten werden muss. Frankreich geht mit beispielhafter Konsequenz voran, denn im Französischen sucht man vergeblich nach Wörtern und Begriffen, die aus der Englischen Sprache kommen.

Der „Verein Deutscher Sprache“ sieht das deutsche Sprachgut arg gefährdet, denn die Zunahme der Anglisierung im Deutschen ist schon erschreckend. Die älterer Generation fühlt sich oft übergangen und ausgeschlossen, wenn es überwiegend Englische Begriffe sind, die den Alltag prägen.

Doch der komplette Verlust der Deutschen Sprache sei nicht zu befürchten. Vielmehr sollte man die Vorteile darin suchen, dass eine Sprache von Einflüssen belebt und erfrischt wird. Hätte es bis heute keine sprachlichen Einflüsse gegeben, so würde man noch heute das Althochdeutsch aus dem 8. Jahrhundert sprechen und ob das im Sinne des Vereins ist, bleibt anzuzweifeln.

Wer heute mit einer Vielzahl Englischer Begriffe um sich wirft, gilt als modern und intelligent. Aber ein Facility Manager ist und bleibt unter dem Strich auch nur ein Hausmeister! Im Neudeutschen klingen nun mal alltägliche Sachen einfach besser. Das muss aber noch lange nicht heißen, dass das deutsche Sprachgut dem Untergang geweiht ist, sondern viel eher einer neuen Bereicherung entgegensieht.

Wegen des Akzents wird man im Ausland oft erkannt, obwohl man die Landessprache spricht

Amerikanische Forscher haben bei verschiedenen Tests festgestellt, warum die Menschen, die eine Fremdsprache erlernen, diese dann mit einem Akzent der Muttersprache sprechen. Dies ist besonders der Fall, wenn man erst später eine Fremdsprache erlernt, denn bei Kindern, die zweisprachig aufwachsen, ist dies nicht der Fall. Wir Deutsche haben oftmals das kleine Problem mit dem englischen "th", dagegen können die Franzosen den deutschen Buchstaben "h" nicht aussprechen. Aber warum erkennt man beispielsweise einen Deutschen, der in Spanien im Urlaub ist oder ständig dort wohnt, trotz seiner Spanischkenntnisse als Deutscher?

Wie die Forscher herausfanden, liegt dies an dem sogenannten Klangsystem, das jede Sprache besitzt. Wer somit schon im Kindesalter zwischen zwei Sprachen hin- und herwechselt, der benutzt dann automatisch das jeweilige Klangsystem. Wer dagegen beispielsweise erst als Erwachsener eine Fremdsprache erlernt, der fällt automatisch immer wieder in das Klangsystem seiner Muttersprache zurück und wird dementsprechend an seinem Akzent erkannt.

Bei einem Test haben die Forscher Personen, die zweisprachig aufwuchsen, in dem Fall Spanisch und Englisch, frei erfundene Wörter vorgespielt, die mit "ba" oder "pa" begannen, denn es gibt in beiden Sprachen viele Wörter, die so beginnen. So hatten die einzelnen Testpersonen einen unterschiedlichen Klang im Ohr, je nachdem welcher Sprache sie die Wörter zuordneten. Wenn man aber uns diese Wörter vorspielen würde, die wir vielleicht erst später die Fremdsprache erlernt haben, so klingen diese Wörter ähnlich und wir sprechen dann diese im Klang unserer Muttersprache.

Möglichkeiten zum Erlernen einer neuen Sprache

Ob im Job, im Urlaub oder während eines Auslandssemesters - die Basis einer guten Kommunikation und einer problemlosen Alltagsbewältigung ist immer die jeweilige Landessprache. Diese zu erlernen ist mit viel Ehrgeiz, Geduld und Fleiß verbunden und kann zudem sehr zeitaufwändig sein.

Auf welchem Weg man eine Sprache erlernt, muss an die individuellen Lebensumstände angepasst werden. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten.

In der Schule

Schon in der Schule werden Kinder und Jugendliche in Fremdsprachen unterrichtet. Die vorherrschende Sprache ist hier Englisch, aber auch Spanisch wird immer beliebter. Das Angebot an Schulen umfasst zudem

  • Französisch
  • Russisch oder
  • alte Sprachen wie Latein oder Altgriechisch.

Als Schüler hat man meistens eine Wahl zwischen verschiedenen Sprachen. Wer sprachbegabt ist und viel Ehrgeiz besitzt, kann die Schule dafür nutzen, in wenigen Jahren mehrere Sprachen zu erlernen.

In der Universität

Aber auch Erwachsenen stehen viele Möglichkeiten offen, Fremdsprachen zu lernen. Für Studenten bieten sich Kurse an Universitäten an.

Diese können meist kostenlos besucht werden, sind aber schnell ausgebucht oder für Studiengänge reserviert, deren Studienordnung das Erlernen bestimmter Sprachen voraussetzt. Wer sich frühzeitig anmeldet, hat an Universitäten dann aber die einmalige Möglichkeit, gängige Weltsprachen sowie exotische Sprachen in Wort und Schrift zu erlernen.

In Volkshochschule

Interessierte ohne Studentenstatus können sich an Volkshochschulen in ihrer Wunschsprache unterrichten lassen. Der Unterricht findet hier in der Regel abends statt und wird oft von Muttersprachlern geleitet.

In Kleingruppen treffen die Volkshochschüler sich meistens einmal pro Woche und arbeiten sich mit Hilfe eines Lehrbuches in die Fremdsprache ein. Es werden Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene angeboten, auch Zertifikate können erworben werden.

Jeder kann Fremdsprachen lernen - Wichtig ist die Bereitschaft und effizientes Lernen

Das besondereTalent, eine Fremdsprache zu lernen, ist im Prinzip bei jedem Menschen vorhanden

Junge und Mädchen haben keine Lust auf Hausaufgaben oder Lernen
genervte kinder beim lernen © Picture-Factory - www.fotolia.de

Es gibt heutzutage kaum noch jemanden, der neben seiner Muttersprache keine zweite Sprache beherrscht. Bei der Zweitsprache handelt es sich meist um Englisch, eine der meist gesprochenen Sprachen auf der Welt.

Doch wie lernt man eine Fremdsprache am effektivsten und ist es sinnvoll vorher Latein zu lernen? Welche Methode zum Erlernen einer neuen Sprache die beste ist, darüber diskutieren Lehrer, Lernpsychologen und Sprachforscher schon lange.

Die Methode schlechthin gibt es einfach nicht. Jeder muss seinen eigenen Lernrhythmus und seine eigene Lernstrategie entwickeln. Allerdings kann es sinnvoll sein, beim Lernen möglichst viele Sinneskanäle einzubinden und den Unterricht vielfältig zu gestalten, um sich das Gelernte besser einzuprägen und vor allem auch Spaß am Lernen zu haben.

Latein wird nicht benötigt, um eine Fremdsprache zu lernen

Dass es Menschen gibt, die ein Talent zum Erwerb von Fremdsprachen besitzen, ist nicht bewiesen. Forscher gehen vielmehr davon aus, dass das "bessere Können" und der "leichte" Erwerb einer Sprache ebenfalls mit der persönlichen Lernstrategie einhergehen. Wichtig dabei ist zunächst vor allem die Bereitschaft eine neue Sprache zu erlernen.

Zudem ist es falsch zu glauben, dass der Erwerb der lateinischen Sprache dem Kind später beim Lernen weiterer Fremdsprachen nützt. Zwar stammen viele Sprachen von dieser Ursprache ab, doch ein Zusammenhang einzelner Wörter zwischen dem Lateinischen und anderen Sprachen ist meist kaum noch zu erkennen.

Wer später beispielsweise Spanisch lernen möchte, dem würde es eher helfen, wenn er zuvor in der Schule Französisch gelernt hat, da es zwischen diesen beiden Sprachen einen wesentlich deutlicheren Zusammenhang gibt.

Erwachsene stehen Kindern beim Erlernen einer Sprache in nichts nach

Erwachsene erlernen Fremdsprachen genau so schnell wie Kinder

Gruppe von Schülern, zwei Jungen, zwei Mädchen, Freunde, lächelnd, mit Ringbuch und Schulbüchern unter Arm
Portrait of a study group © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

Bisher glaubte man, dass die Kindheit der ideale Zeitpunkt zum Lernen einer Fremdsprache ist. Man ging davon aus, dass dies – je jünger man ist – leichter fällt, als im Erwachsenenalter. Von dieser Vorstellung muss man sich nun verabschieden. Experten der Universität von Tel Aviv haben herausgefunden, dass Erwachsene zwar mit anderen Mechanismen lernen, dadurch aber genauso effektiv sind wie Kinder. Erwachsene können bei einer neuen Sprache Gesetzmäßigkeiten schneller erkennen und sich diese zu Nutze machen.

Erwachsene lernen mit anderen Mechanismen, aber genau so Effektiv wie Kinder

Bei den Untersuchungen erfanden die Forscher eine neue Regel, die es so nicht gibt. Verben, deren Bezug ein lebendes Objekt war, sollten anders ausgesprochen werden als Verben, die sich auf einen unbelebten Gegenstand bezogen. Eine Gruppe von Teilnehmern bestand aus acht bis zwölf Jahre alten Kindern, die andere aus Erwachsenen. Die Regel wurde nicht bekannt gemacht. Die erwachsenen Probanden durchschauten die Gesetzmäßigkeit und erzielten die besseren Erfolge. Nach zwei Monaten blieb das Ergebnis gleich. Die Erwachsenen lagen vor den Zwölfjährigen und denen, die acht Jahre alt waren.

Dennoch können Kinder im täglichen Leben eine Sprache einfacher lernen. Sie gehen mit weniger Überlegung und mehr Intuition an die Sache heran. Erwachsene hingegen, analysieren und verbinden. Da sie zudem seltener als Kinder auf Fehler aufmerksam gemacht werden, können die Kids an dieser Stelle wieder aufholen.

Sprachreise

Eine sehr effektive, aber auch teure Alternative zu klassischen Kursen ist die Sprachreise. Über Reiseveranstalter können Pauschalreisen in die ganze Welt gebucht werden. Teilnehmer haben so die Möglichkeit, eine Sprache direkt im Gastland und im Kontakt mit Einheimischen zu lernen oder zu verbessern.

Oft sind Sprachreisen wie folgt organisiert: Morgens findet in Kleingruppen Unterricht statt, der sich an den Vorkenntnissen der Teilnehmer orientiert. Der Nachmittag steht dann zur freien Verfügung, um Land, Sprache und Kultur hautnah zu erleben.

Tandem-Partnerschaft

Auch über eine Tandem-Partnerschaft kann eine Fremdsprache günstig und mit Spaß erlernt werden. Als Tandem-Partner wird jemand bezeichnet, der einer anderen Person seine Muttersprache vermittelt und im Gegenzug deren Sprache lernt. Wer einen Tandem-Partner sucht, kann an schwarzen Brettern in Universitäten, Volkshochschulen oder Sprachzentren fündig werden.

Selbststudium

Letztlich ist das Erlernen einer Sprache auch im Selbststudium am eigenen Schreibtisch möglich. Verschiedene Verlage haben sich auf Sprachlehrbücher spezialisiert und bieten Kompakt- oder Intensivkurse mit Buch und CD für Anfänger und Fortgeschrittene an.

Im Rahmen des Selbststudiums ist auch die so genannte Immersion möglich, eine Methode, die auch an einigen Schulen angewandt wird. Dabei umgibt man sich in möglichst vielen Alltagssituationen mit der Sprache, ohne dabei trockenes Vokabellernen zu benötigen. Informieren Sie sich hier detaillierter über diese Lernmethode.

CD oder Kursbesuch? Die Vor- und Nachteile

Das Erlernen einer Fremdsprache ist ein aufwendiges und zeitintensives Unterfangen. Aus diesem Grund sollte sich vor dem Lernbeginn ausgiebig mit der Frage beschäftigt werden, wie die neue Sprache gelernt werden soll. Doch welche Möglichkeiten gibt es, eine Fremdsprache zu lernen und welche Vor- und Nachteile bieten diese?

Der Besuch eines Kurses

Zunächst einmal kann eine Fremdsprache durch einen Kursbesuch gelernt werden. Hierbei kann es sich beispielsweise um einen Kurs bei der Volkshochschule oder einem Seminar an der Universität handeln. Solche Kurse dauern in der Regel 3 bis 16 Wochen an und belaufen sich auf 2 bis 15 Wochenstunden.

Kursbesuche bieten dabei den Vorteil, dass nicht allein gelernt werden muss. Dies hat den Vorteil, dass die Sprache gemeinsam in der Gruppe angewandt wird, was für Abwechslung sorgt und die Motivation steigert. Zudem werden im Rahmen eines Kursbesuchs viele verschiedene Medien und Übungsmethoden angewandt, was wiederum ein tiefes Eintauchen in die Zielsprache ermöglicht.

Daneben ist noch positiv anzumerken, dass ein Fremdsprachenkurs in der Regel durch eine kompetente Fachkraft angeführt wird, bei welcher es sich vielleicht sogar um einen Muttersprachler handelt. Hierdurch erhält der Lernende nicht nur konstruktives Feedback, sondern wird auch in Interaktionen mit einer Person treten, welche diese Sprache beherrscht.

Nachteilig am Kursbesuch fallen wiederum zum einen die hohen Kosten auf, welche bei vielen Angeboten fällig werden. Zudem ist der Teilnehmer zeitlich sehr gebunden und muss die Veranstaltungen regelmäßig besuchen. Dies macht es schwerer, die Sprache nebenbei zu lernen und andere Verpflichtungen drohen unter dem Spracherwerb zu leiden.

Daneben ersetzt ein Kursbesuch auch nicht den eigentlichen Lernprozess, sondern unterstützt diesen lediglich. Vokabeln und Grammatikregeln muss der Teilnehmer somit weiterhin privat verinnerlichen und üben.

Lernen mithilfe von CDs und Arbeitsbüchern

Alternativ kann eine Fremdsprache auch in Eigenregie und mit der Hilfe von Lehrmaterial gelernt werden. In diesem Zusammenhang erfreuen sich vor allem Arbeitsbücher und CDs einer großen Beliebtheit.

Der Lernstoff wird dann selbstständig durchgearbeitet. Zudem helfen CDs dabei,

  • das Hörverstehen zu schulen
  • neue Vokabeln zu lernen und
  • ein Sprachgefühl zu entwickeln.

Der zentrale Vorteil eines solchen Vorgehens ist das hohe Maß an Flexibilität, welche der Lernende genießt. So können beispielsweise jederzeit intensive Lernphasen eingelegt werden, wohingegen in einer anderen Woche überhaupt nicht weitergearbeitet wird.

Das selbstständige Lernen birgt allerdings auch gravierende Risiken. Zum einen ist dieser Lernstil kaum motivierend, weshalb viele den Fremdsprachenerwerb frühzeitig abbrechen. Daneben kann eine Fremdsprache so auch nur bedingt gelernt werden, da die Lernmöglichkeiten in Eigenregie doch von einer sehr theoretischen Natur sind.

Insgesamt kann eine Fremdsprache sowohl per Kursbesuch als auch mit Hilfe von CDs gelernt werden. Welcher Methode der Vorzug gegeben wird, sollte jeder von den eigenen finanziellen und zeitlichen Möglichkeiten sowie der eigenen Lernveranlagung abhängig machen.

Die Möglichkeiten, eine neue Sprache zu lernen, sind also sehr vielfältig - doch welche Fremdsprachen sind dabei besonders sinnvoll?

Wichtige Fremdsprachen mit Zukunft

Es gibt einige Sprachen, deren Beherrschung man besonders im beruflichen Bereich besonders gut nutzen kann, und die eine immer wichtigere Stellung einnehmen. Unabhängig davon, ob eine Sprache Weltsprache ist, kann für den Einzelnen jede Sprache zukunftsweisend sein, die ihn im Beruf weiterbringt. Da immer mehr Unternehmen ins Ausland expandieren, werden Fremdsprachenkenntnisse - sei es Englisch, Chinesisch oder Arabisch - für den eigenen Lebenslauf immer wichtiger.

Englisch

Nach wie vor ist Englisch die Weltsprache. Global gibt es keine Sprache, die von mehr Menschen beherrscht wird.

Zwar liegt die Anzahl der englischen Muttersprachler weit unter der Anzahl der chinesischen, aber als Zweit- oder Drittsprache steht Englisch unangefochten an erster Stelle. In vielen Bereichen hat sich die westgermanische Sprache als Verkehrssprache durchgesetzt. So wird sowohl in internationalen Großunternehmen als auch im Luftverkehr oder an der Börse englisch gesprochen.

In vielen Ländern ist es zudem selbstverständlich, dass Englisch in der Schule als erste Fremdsprache gelehrt wird. Während des Schulenglisch für den Urlaub oder auch für längere Auslandsaufenthalte meist ausreicht, muss man in internationalen Unternehmen - vor allem in der Wirtschaft - auch Businessenglisch in Wort und Schrift beherrschen.

Spanisch

Als Zweitsprache auf dem Vormarsch ist die spanische Sprache. Während sie europaweit nur in Spanien als Muttersprache gesprochen wird, ist sie in Mittel- und Südamerika weit verbreitet. Spanisch-Sprecher sind also nicht nur in Spanien selbst, sondern u.a. auch in den USA, in Mexico oder Kolumbien zu Hause.

In Deutschland ist Spanisch eine der beliebtesten Fremdsprachen überhaupt; viele Schulen bieten mittlerweile die Fremdsprache Spanisch als Wahlfach an. Das liegt nicht nur daran, dass Spanien das beliebteste Urlaubsland der Deutschen ist, sondern auch an den vielfältigen Berufsaussichten im spanischsprechenden Ausland. Die in amerikanischen Schulen als erste Fremdsprache unterrichtete indogermanische Sprache steht nach Englisch an zweiter Stelle der Weltsprachen.

Französisch

Auch Französisch ist eine Sprache mit Zukunft. Die EU-Arbeitssprache ist nicht nur in Frankreich selbst, sondern auch in

offizielle Amtssprache. In vielen Schulen wird Schülern der Sekundarstufe Französisch als Wahlpflichtfach angeboten. Der Unterricht umfasst oft auch einen längeren Aufenthalt oder Austausch im Nachbarland Frankreich, wo die Schüler in direkten Kontakt mit der "Sprache der Liebe" kommen.

In Englisch bitte - Die schleichende Verdrängung der deutschen Sprache

Flagge von England
Flagge von England © Jürgen Priewe - www.fotolia.de

Im Zuge der Globalisierung wird auch in Deutschland immer mehr Englisch gesprochen. Die Verwendung der deutschen Muttersprache reicht selbst vor Einheimischen längst nicht mehr aus. Wer Englisch redet, wirkt gleich multikulturell und das macht Eindruck. Daher schicken Eltern ihre Kinder in private Schulen, in denen sie lernen, als Sechsjährige Impulse Speeches über "Social Behaviour of Dinosaurs" zu verfassen.

Standortpolitik heißt nun "Creative Industries" und Guido Westerwelle wird Schirmherr der Kölner "Gay Games". Alles eine Sache der Vermarktung, eine Sache des Gewinns.

"Deutsch wird – vom Kindergarten bis zum Kongress – zur Sprache der Loser." Dabei wird vor allem in Nordrhein-Westfalen sehr viel Engagement aufgebracht, Migrantenkindern Deutsch zu vermitteln. Es gibt Sprachtests für Vierjährige und ein eigenes Integrationsministerium. Dennoch gehen immer mehr Kinder in private Kindergärten, um dort möglichst früh Englisch zu lernen.

Die deutsche Sprache ist vor allem in Osteuropa beliebt

Wie Klaus Reichert, Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, berichtet gehört zwar die deutsche Sprache nicht zu den großen Weltsprachen, ist aber trotzdem, besonders in den östlichen europäischen Staaten sehr beliebt.

So berichten auch Autoren wie Günter Grass, der auch unter anderem ein Buch über die deutsche Sprache schrieb mit dem Titel "Grimms Wörter" und dem Untertitel "Eine Liebeserklärung", was eine Liebeserklärung an die deutsche Sprache sein soll. Auch Thomas Steinfeld, der Feuilletonchef der Süddeutschen Zeitung, hat ein Buch zu diesem Thema geschrieben "Der Sprachverführer" mit dem Untertitel "Die deutsche Sprache – was sie ist, was sie kann".

So beklagen beide Autoren, dass oftmals die deutsche Sprache nicht mehr richtig beherrscht wird und durch die englische Sprache verfälscht wird. Aber trotz allem wird die deutsche Sprache, vor allem in den europäischen östlichen Staaten, gerne gelernt und auch gelesen.

Chinesisch als Sprache immer attraktiver

China ist Export-Weltmeister und die zweitgrößte Wirtschaftsmacht in der Welt. Dadurch wächst auch die Attraktivität dieser asiatischen Sprache. Im späteren Berufsleben kann es nur von Vorteil sein, chinesisch zu sprechen oder wenigstens über ein Basiswissen dieser Sprache zu verfügen. Deswegen bieten immer mehr Schulen Chinesisch als Sprache an.

Chinesisch gilt wegen der für Europäer völlig ungewohnten Schriftzeichen als schwer. Wenn es nur um die gesprochene Sprache geht, "ist diese viel leichter zu erlernen als unsere europäischen Sprachen", sagt Anja Warnecke-Bi vom Konfuzius-Institut Frankfurt.

Schwedens Bildungsminister fordert Chinesisch-Unterricht

Schwedens Bildungsminister plädiert für die Einführung von Chinesisch-Unterricht in den Schulen

Flagge von Schweden
Schwedische Flagge © Jürgen Priewe - www.fotolia.de

Englisch ist die Fremdsprache, die Kinder in der Schule in erster Linie lernen. Französisch und Spanisch sind ebenfalls sehr beliebt, an Gymnasien auch Latein. Deutsch ist eine Sprache, die in ausländischen Schulen ebenfalls zu den populären Fremdsprachen zählt. Doch nun gibt es eine neue Alternative. Zumindest nach Ansicht des schwedischen Bildungsministers Jan Björklund.

Wirtschaftliche Gründe

Der 49-jährige Vorsitzende der Liberalen Volkspartei möchte Chinesisch als Unterrichtsfach an allen Grund- und weiterführenden Schulen einrichten. Diese Sprache, so Björklund, sei mittlerweile wichtiger als Französisch oder Spanisch. So sprechen weltweit rund 1,3 Milliarden Menschen die chinesische Sprache, vor allem in der Volksrepublik China und in Taiwan.

Da China eine immer wichtigere Position im Welthandel einnehme, sei es aus wirtschaftlicher Sicht geboten, auch die Sprache dieses Landes zu erlernen, erklärte der Minister. Zudem würden sich immer mehr Unternehmen im Reich der Mitte engagieren. Nicht immer helfe einem vor Ort die englische Sprache weiter.

Fehlendes Personal für das Unterrichten der asiatischen Sprache

Ein großes Problem gibt es allerdings: In Schweden fehlen Lehrer, die Chinesisch unterrichten können. Innerhalb von zehn Jahren, glaubt Björklund, seien jedoch alle Grundschulen des Landes in der Lage, das Fach anzubieten. Die weiterführenden Schulen des Landes haben noch fünf Jahre länger Zeit, die Forderung des Ministers umzusetzen.

Spanisch ist hip - Schüler wollen kein Französisch mehr lernen

Das einst mit der französischen Sprache verbundene "Savoir Vivre" wird vom Spanischen verdrängt

Schüler sitzen konzentriert am Tisch und schreiben
pretty female college student sitting in a classroom full of stu © lightpoet - www.fotolia.de

"Ne me quitte pas" (Jaques Brel) versus "Hips don't lie" (Shakira) - dieser Kampf ist ganz offensichtlich ausgetragen. Denn deutsche Schüler wollen kein Französisch mehr lernen.

Zu viel Grammatik, zu weiche Aussprache, zu gering der Nutzen. Stattdessen wählen sie Spanisch als Zweitsprache nach Englisch. Wenn sie denn dürfen.

Savoir Vivre verschwunden

Auch gibt es in der Bundesrepublik immer weniger Lehrer für das Fach Französisch. Frankreich und die französische Sprache habe man mal mit Savoir Vivre verbunden, doch für die junge Generation gebe es dieses Bild von Romantik und Lebensart nicht mehr, so die Verlagsleiterin für Fremdsprachen beim Schulbuchverlag Cornelesen, Yvonne Petter-Zimmer.

Spanisch hingegen gelte als rassig, aufregend und ferner als Schlüsselsprache zu Ländern wie Spanien, aber eben auch Südamerika.

Lehrpläne anpassen

Doch an den Schulen und in den Lehrplänen ist Spanisch vielerorts immer noch dem Französischen, das häufig früher angeboten wird, unterlegen. Ursula Vences vom Spanischlehrerverband erklärte, es sei ziemlich traurig, dass sich die Ministerien nicht am Bedarf und den Wünschen der Schüler orientierten, sondern an politischen Gewohnheiten.

Die Welt ist vernetzt - gute Übersetzer werden immer wichtiger

Neben Fachwissen und Sprachkenntnissen sollten Übersetzer auch über Kulturelle Informationen verfügen

Konzentriert wirkende Callcenter-Mitarbeiterin mit Brille und Headset
call centre agent © Dash - www.fotolia.de

Der ganze Globus ist vernetzt. Wir alle stehen irgendwie in Kontakt

und so weiter. Wer einen Beipackzettel ließt, reist oft nach Amerika, wer eine Montageanleitung betrachtet, ist quasi meist in China. Anbieter von Waren und Dienstleistungen kommen schon lange nicht mehr gezwungenermaßen aus dem selbem Land wie ihre Kunden.

Mensch gegen Maschine

Daher ist eine Kommunikation mittels Übersetzungen in die jeweilige Sprache so wichtig. Sonst kommt es schnell zu falschen und abstrusen Anleitungen. Der Markt sucht beständig nach professionellen Übersetzern.

Boten 2003 circa 20.000 Übersetzer ihre Dienste an, sind es jetzt laut Angabe des "Bundesverbandes der Dolmetscher und Übersetzer" schon 40.000. Zwar gibt es schon diverse Programme, die Übersetzungsarbeit leisten können, doch viele Kniffe einer Sprache, die Metaphern und Idiome kann das Programm oft nicht verstehen und umwandeln.

Fachwissen und Kulturelle Kenntnisse

Auch Erhebungen zeigen, wie gefragt die Fachkräfte sind. Gut 80 Prozent der deutschen Unternehmen beschäftigen mindestens einen Übersetzer, der sich um Produktbeschreibung und Co. für ausländische Kunden kümmert. Dabei ist nicht nur Sachwissen zum Thema gefragt, sondern auch Wissen über die Kultur der Menschen, die die Übersetzung später lesen werden.

Eine Montageanleitung in Japan darf zum Beispiel viele Bilder enthalten, da dort die Manga-Kultur blüht. In Deutschland ist Text lieber gesehen. Und es gibt auch Warnhinweise, die beispielsweise in Amerika Pflicht sind, in Deutschland jedoch nicht.

Englisch oder Mandarin: Moderne Kids lernen früh Fremdsprachen - doch was bringt das?

Auch, wenn der Trend noch nicht flächendeckend auftritt, so zeigt sich doch eine deutliche Tendenz: Fremdsprachenunterricht für Kleinkinder und sogar Babys ist gerade in Großstädten absolut en vogue. Schon früh sollen die Kleinen so lernen, sich später einmal auf Englisch im Leben zurechtzufinden - bessere Berufsperspektiven, aber auch die Fähigkeit zum vernetzten Denken möchten Eltern somit fördern.

Und was lehrt man Kids in Ländern, wo Englisch ohnehin als Erstsprache gilt? Dort machen aktuell zum Beispiel Nannys aus China die Runde - die ihren Schützlingen ausschließlich auf Mandarin oder Kantonesisch gegenüber treten. Wie sinnvoll dies ist, sei einmal dahingestellt: Denn grundsätzlich gehen Experten davon aus, dass nur regelmäßige und in den Alltag integrierte Lerneinheiten den gewünschten Effekt bringen. Eine Art Kurs oder Workshop, der nicht täglich stattfindet oder in den Alltag integriert ist, bringt Kleinkindern und insbesondere Babys kaum einen sprachlichen Mehrwert.

Das muss jedoch längst kein Drama sein, schließlich gilt der Spruch "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr" so keineswegs, wie Sprachwissenschaftler heute wissen. Zeit zum Sprachen lernen besteht später auch noch - dann ist das Gehirn auch so weit entwickelt, dass es den Mehrwert tatsächlich verarbeiten und speichern kann. Wer trotzdem nicht auf die mehrsprachige Erziehung verzichten möchte, der sollte konsequent auf Deutsch plus Fremdsprache setzen. Auch hier gilt: einzelne Sprachbrocken bringen nichts! Hier könnte das Beispiel mit der chinesischen Nanny übrigens wieder fruchten: Denn tatsächlich lernen Kindern am besten von jenen, die ausschließlich in einer Sprache mit ihnen sprechen. Ob der Kontakt eng und langfristig genug ist, damit die Kleinen später fließend Business-Mandarin sprechen können, ist jedoch fragwürdig. Voraussetzung hierfür wäre in jedem Fall eine konsequente Förderung auch über den Nanny-Aufenthalt hinaus.

Türkische Sprache ist bei Deutschen immer mehr gefragt

Als vor gut 60 Jahren die ersten türkischen Gastarbeiter nach Deutschland kamen, dachte keiner daran deren Sprache zu lernen. Heutzutage ist das anders. Türkische Sprachkurse an deutschen Hochschulen und Universitäten werden immer gefragter.

Seit 2009 hat sich die Zahl der Türkisch-Sprachschüler an großen, deutschen Universitäten verdoppelt und teilweise sogar verdreifacht. Einige Unis mussten daher sogar mit weiteren Sprachkursen aufrüsten. Während es an der Berliner Humboldt-Universität im Jahr 2008 beispielsweise nur zwei Türkisch-Kurse im Jahr gab, sind es mittlerweile sechs.

Doch woher kommt der neue Trend, Türkisch zu lernen? Experten zufolge liegt der Trend vor allem in der Wirtschaft begründet. Zwischen Deutschland und der Türkei gibt es immer mehr wirtschaftliche Verbindungen, sodass Türkisch hierzulande mittlerweile als Geschäftssprache dient. Viele Studenten lernen Türkisch, um sich schon jetzt auf ihre spätere berufliche oder wissenschaftliche Tätigkeit vorzubereiten.

Das zeigen auch die Zahlen des Erasmus-Studenten-Austauschs, den es seit 2004 auch zwischen Deutschland und der Türkei gibt. Während zu Beginn des Programms gerade einmal 100 Austauschstudenten im Jahr in die Türkei reisten, um dort ein oder mehrere Semester zu studieren, sind es mittlerweile rund 700 Studenten jährlich, die es an die türkischen Unis zieht.

Aber auch Personen, die schon Jahre im Beruf sind, scheinen nicht abgeneigt zu sein, die neue Sprache zu lernen. In den vergangenen zwei Jahren haben Deutschlands Sprachschulen auch immer mehr Ärzte, Juristen und Lehrer in ihren Türkisch-Kursen sitzen, die Türkisch lernen wollen, weil sie einfach nicht auf ihr großes türkischsprachiges Klientel verzichten wollen.

Die meisten deutschen Arbeitnehmer sprechen nur schlecht Englisch

Für die berufliche Karriere wird verhandlungssicheres Business-Englisch immer wichtiger, da immer mehr Unternehmen an internationalen Projekten beteiligt sind. Doch wie eine Studie der Gesellschaft für Konsumforschung und des Sprachkursanbieters "Wall Street English" unter deutschen Arbeitnehmern zeigt, die Englischkenntnisse für ihren Job benötigen, scheinen die meisten nicht wirklich gut Englisch sprechen zu können.

Demnach gaben lediglich 2,1% aller Befragten an ein verhandlungssicheres Business-Englisch zu beherrschen. Vor allem in der Altersgruppe der 30- bis 49-Jährigen sieht es mit den Englischkenntnissen eher mau aus. In dieser Altersgruppe gab rund ein Drittel der Arbeitnehmer an nur schlecht Englisch sprechen zu können.

Besser sieht es dagegen bei den jüngeren Angestellten zwischen 20 und 29 Jahren aus. In dieser Altersgruppe schätzten immerhin 54% ihre Englischkenntnisse als sehr gut oder gar exzellent ein. Das Problem ist: viele Arbeitnehmer, die sich im Englischen nicht sicher fühlen, schämen sich für ihre mangelnden Sprachkenntnisse und schicken daher Kollegen vor, die besser Englisch sprechen. Dabei könnten sie die Übung und die Routine sehr gut gebrauchen, um ihre eigenen Sprachkenntnisse aufzubessern.

Die Unternehmen scheinen das Problem aber bereits erkannt zu haben, denn immer mehr Firmen investieren bei ihren Weiterbildungsmaßnahmen vor allem in Sprachkurse. Das sind auch die Weiterbildungen, die von den Arbeitnehmern derzeit am häufigsten in Anspruch genommen werden.

Die eigenartigsten Sprachen der Welt

Eine ungewöhnliche Rangliste erstellten jetzt Sprachwissenschaftler: Sie verglichen 239 Sprachen der Welt in Bezug auf verschiedene Merkmale wie Satzstellung oder Betonung und bewerteten diese dann anschließend nach ihrer Besonderheit.

Als merkwürdigste Sprache der Welt rangiert laut den Linguisten der mexikanische Dialekt "Chalcatongo Mixtec" auf Platz eins. Die Sprache wird nur von rund 6.000 Menschen gesprochen und entspricht am wenigsten den Mustern von anderen Sprachen.

Gefolgt wird diese Sprache von "Nenzisch" und "Choctaw". Erstere wird in Russland von 22.000 Menschen, letztere von ungefähr 10.000 Indianern in in der Nähe von Tennessee gesprochen.

Die deutsche Sprache belegte auf der Rangliste den zehnten Platz. Man wundere sich, aber die am wenigsten verrückte Sprache der Welt ist Hindi, das von den Indern gesprochen wird.

Schüler wollen immer häufiger Polnisch oder Tschechisch lernen

Unter rein strategischen Gesichtspunkten lohnt es sich eher, Sprachen wie Spanisch oder Englisch zu lernen, weil diese auf der ganzen Welt am weitesten verbreitet sind. Doch in Sachsen kalkulieren viele Schüler offenbar ein wenig anders. Wie jetzt das Kultusministerium mitteilte, steigen hier die Zahlen jener, die Polnisch oder Tschechisch lernen, massiv an.

Waren es im Schuljahr 2001/02 noch 442, die Polnisch lernten, waren es 2012/13 bereits rund 2000. Ähnlich sieht es mit dem Tschechischen aus, hier stiegen die Zahlen von 1007 auf 2611. Die Tendenz ist steigend, obwohl es ich bei beiden Sprachen nicht unbedingt um besonders leicht zu lernende Sprachen handelt.

Die parteilose Kultusministerin Brunhild Kurth findet das dennoch wenig verwunderlich. Polen und Tschechien seien nicht nur Grenzländer, sondern sie verbesserten auch stetig ihren Ruf als Lebensraum und Wirtschaftsstandort. Wer eine der beiden Sprachen spreche, habe bei der Jobsuche die Nase später mitunter weit vorne.

Türkisch für Anfänger: Warum es so viele Ü gibt und gar keine X

Flagge der Türkei
Flagge von Türkei © Jürgen Priewe - www.fotolia.de

Immer mehr Deutsche zieht es in die Türkei, um ihren Lebensabend unter der warmen Sonne des Mittelmeers zu verbringen. Türkisch lernen jedoch nur die wenigsten von ihnen. Dabei lohnt es sich, diese faszinierende Sprache zumindest in den Grundzügen zu lernen, denn die Einheimischen freuen sich über alle, die sich mit ihrer Landessprache beschäftigen.

Tatsächlich enthält das moderne Türkisch sogar etliche aus dem Deutschen übernommene Wörter: Das Şinitsel zum Beispiel oder der Aysberg - wobei mit diesem an der türkischen Riviera wohl kaum gerechnet werden muss.

Fehlende Vokale aus arabischer Schrift durch Ü's und Ö' ersetzt

Dass die türkische Sprache so reich an Ü und Ö ist, geht darauf zurück, dass Mustafa Kemal Atatürk 1928 die bisher verwendete arabische Schrift - die ohne Vokale geschrieben wird - gegen die lateinische Schrift eintauschte. Damit wollte er sich von der Vergangenheit des untergegangenen osmanischen Reiches lösen und dem modernen Europa nacheifern. Für die nicht-geschriebenen Vokale des Arabischen musste also Ersatz her.

Einige Buchstaben waren verboten wegen des Kurdischen

Was kaum jemand merkt: Im Türkischen gibt es derzeit kein Q, W und X. Diese Buchstaben wurden vor allem von den Kurden benutzt, deren Sprache 1982 nach einem Militärputsch verboten wurde. Die Benutzung von Q, W und X stand offiziell unter Strafe. Doch damit soll nun Schluss sein: Premier Erdogan kündigte an, dass im Rahmen eines Demokratiepaketes für die Kurden bald auch wieder Q, W und X in der türkischen Sprache auftauchen dürfen.

Die Englisch-Kenntnisse der Deutschen reichen nur für einen 14. Platz in der weltweiten Rangliste

Seite im Atlas mit Europa Abbildung
european languages © Graça Victoria - www.fotolia.de

Zum dritten Mal hat man die Kenntnisse der einzelnen Länder bezüglich der englischen Sprache untersucht und eine Bestenliste erstellt. Bei den Untersuchungen, die von der internationalen Sprachschule EF durchgeführt wurden, hatte man 750.000 erwachsene Menschen aus 60 Ländern getestet. Obwohl sich die Kenntnisse der meisten Deutschen in den letzten Jahren merklich verbessert haben, konnte Deutschland nicht unter die Top Ten kommen, weil besonders andere europäische Länder sich noch mehr verbessert haben.

Auf den ersten Platz kam Schweden, gefolgt von Norwegen und den Niederlanden sowie Estland. Unsere Nachbarn aus Österreich und Polen landeten auf dem 6. und 8. Rang. Vor einem Jahr konnte Deutschland noch den 9. Platz erobern, doch diesmal reichte es nur zum 14. Platz. Aber wesentlich schlechter schnitt noch Frankreich ab, denn die Franzosen landeten als letztes europäisches Land auf dem 35. Rang.

Noch schlechter sind vor allem die Länder in Lateinamerika sowie auch in Nordafrika und dem mittleren Osten, so dass Algerien, Saudi Arabien und der Irak die Schlusslichter sind. Vor den nächsten Tests sollten wir also nochmals kräftig unsere Kenntnisse im Englischen auffrischen, am besten gleich, wie seinerzeit unser Bundespräsident Heinrich Lübke meinte, als er sagte "equal goes it loose", also "gleich geht's los".

Das Gewissen in Verbindung mit einer Fremdsprache

Die Moralpsychologie ist ein recht interessantes Gebiet, auf dem nun Wissenschaftler herausgefunden haben, das die Entscheidungsfreude der Menschen stark davon abhängt, wie sie vor die Wahl gestellt werden. In ihrer Muttersprache oder in einer Fremdsprache.

In einem wissenschaftlichen Versuch wurde Probanden folgende Frage gestellt: Würden Sie jemanden von einer Brücke vor einen fahrenden Zug stoßen, wenn Sie dadurch andere Menschenleben retten könnten?

Das Ergebnis ist verblüffend: Stellte man die Frage in der Muttersprache des Probanden, so entschied sich nur jeder Fünfte zu dieser Maßnahme. Stellte man die Frage hingegen in einer Fremdsprache, konnte sich jeder Zweite zu diesem Schritt entschließen.

Als Grund dafür gaben die Wissenschaftler an, dass man generell eine feste Bindung zur eigenen Muttersprache hat und emotionaler reagiert, wenn eine solche Frage in der Muttersprache und nicht in einer Fremdsprache gestellt wird.

Immer mehr Schulen stellen ihren Fremdsprachenunterricht um und bieten statt Deutsch, Französisch oder Spanisch die offizielle Sprache Chinas an...

Großbritannien spricht chinesisch

Mandarin wird von ca. 880 Millionen Menschen gesprochen und ist somit weltweit die meistgesprochene Muttersprache. Zusätzlich wird sie von ca. 350 Millionen Zweitsprachlern gesprochen. Der Trend, chinesisch zu sprechen, macht sich auch in Europa bemerkbar, und das nicht zuletzt an den Schulen.

Mandarin, eine wirtschaftlich relevante Sprache

In Großbritannien legte das Bildungsministerium für das Jahr 2008 einen neuen Lehrplan fest, nach welchem Schulen ihr Sprachangebot um "wirtschaftlich relevante" Sprachen erweitern dürfen. Die Begründung ist einfach: "Junge Menschen müssen sich bewusst sein, dass Sprachen einen Vorteil auf dem Arbeitsmarkt bedeuten." Das meint Bildungsminister Alan Johnson in der "Times", einer britische Tageszeitung.

Der Markt bestimmt das Schulprogramm

Die Zeiten der Globalisierung erfordern innovative Schulreformen. Zudem prognostiziert die Weltbank, dass China im Jahr 2020 die stärkste Wirtschaftsmacht auf dem Globus sein wird.

Das bevorstehende 21. Jahrhundert wird maßgeblich von der Entwicklung im asiatisch-pazifischen Raum beeinflusst werden. Diese Fakten erfordern die notwendige Anpassung an den modernen Arbeitsmarkt und die heutigen Lebensbedingungen.

Linguistische Merkmale des Mandarin

"Ni hao, wo xuexi hanyu." Diesen Satz hört man vermehrt von britischen Schülern, die damit "Guten Tag. Ich lerne Chinesisch." sagen. Chinesisch gehört zu der sinotibetischen Sprachfamilie und wird geprägt durch Monosyllabismus, also der Einsilbigkeit der Wortwurzeln, sowie dem Fehlen jeglicher Flexionen.

Es ist eine Tonsprache. Die Bedeutungsunterschiede von Wörtern, die nach der Lautstruktur gleich sind, werden mit verschiedenen Tönen versehen, die

  • fallend
  • steigend
  • hoch oder
  • fallend-steigend

klingen können.

China erobert Deutschland

Aufgrund der wachsenden Bedeutung der chinesischen Sprache wird der Deutschunterricht mehr und mehr aus den Schulen in Großbritannien verdrängt. Auch in Deutschland lernen derzeit 10.000 Menschen die Sprache der Zukunft, um sich dem Arbeitsmarkt anzupassen und in der Qualifizierung aufzusteigen.

Grundinformationen und Hinweise zu Fremdsprachen

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: european languages © Graça Victoria - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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