Geschichte und Disziplinen des Rudersports und verschiedene Ruderboote

Wald am See, Sonnenlicht, weißes Paddelboot o. Ruderboot an Land, romantische Situation

Früher diente das Rudern dem Transport von Gütern und der Fortbewegung - heutzutage gilt es als Sport und findet in unterschiedlichen Disziplinen statt

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  • von Paradisi-Redaktion

Die Historie des Rudersports reicht weit in die Antike zurück. Im 18. Jahrhundert erreichte der Rudersport einen regelrechten Boom. Noch heute ist er olympische Disziplin. Kaum eine andere Sportart regt den Körper derart an. Mediziner empfehlen den Einstieg in jedem Alter.

Rudern - eine Wassersportart mit Geschichte

Das Rudern zählt zu den ältesten und traditionsreichsten Disziplinen im Wassersport. Wird es heute hauptsächlich als sportliche Betätigung betrieben und als Freizeitbeschäftigung erachtet, so diente es früher tatsächlich der Fortbewegung und dem Transport von Gütern. Schon vor vielen hunderten von Jahren bewegten sich die Menschen über das Wasser, in dem sie ruderten.

Rudern während der Antike

Schon in der Antike finden sich Abbildungen von Ruderern. Die alten Griechen waren in ihrem Umgang mit dem Meer fast immer auf Wind angewiesen, und so bot das Rudern eine Alternative zur Fortbewegung in windstillen Zeiten.

Auch wurden Besatzungen an Bord eines Schiffes gerudert, wenn dies nicht in den Hafen einlaufen oder in Strandnähe anlegen konnte. Für kürzere Strecken bot das Rudern eine gute Möglichkeit der Fortbewegung - die jedoch nur selten selbst ausgeführt wurde.

Galeeren und Rudern

Lange dauerte es von da ab noch bis zur Erfindung der Dampfmaschine oder gar des Motors mit Dieselantrieb. Bis dahin blieb das Rudern die einzige Möglichkeit, sich ohne Wind über das Wasser zu bewegen und auch größere Distanzen zu überwinden.

So wurden Galeeren mit mehreren Reihen von Rudern ausgestattet, die übereinander lagen. In den meisten Fällen wurden diese Galeeren von Sklaven gerudert, denn kaum ein Freiwilliger war für diese Arbeit zu gewinnen.

Rudersport in England

Doch bereits zu Zeiten der Galeeren gab es das Rudern auch schon als sportliche Betätigung, bei der harte Männer ihre Kräfte maßen. Erst im 18. Jahrhundert wurde der Sport jedoch von den Engländern diversifiziert. So fand eine erste Regatta auf der Themse statt, im Jahr 1775.

Dieses "Doggett's Coat and Badge Race" ging in die Geschichte ein und prägte den Rudersport nachhaltig. Bis heute messen sich jährlich die Ruder-Achter von Cambridge und Oxford im wohl berühmtesten Ruder-Rennen weltweit, dem Boat Race.

Rudersport in Deutschland

8-ter Ruderboot auf See
Im Rudersport gibt es zahlreiche unterschiedliche Disziplinen

Auch in Deutschland hat der Rudersport Geschichte. Ein besonderes Ansehen erlangte er während der Zeit des Dritten Reiches, in der er geradezu prädestiniert dazu schien, die vermeintlichen Tugenden und wünschenswerten Eigenschaften der männlichen Jugend herauszustellen. Erst zu Mitte des 19. Jahrhunderts (um 1846) wurde der erste deutsche Ruderclub, der Hamburger Ruder-Club gegründet.

Mittlerweile ist es dem modernen Rudersport jedoch wieder gelungen, sich von diesem negativ belegten Image frei zu machen, die Sportart in ihrer Ursprünglichkeit zu sehen und zu bewerten, und den Blick nach vorne zu richten.

Disziplinen

Bereits im Jahre 1900 wurde die Einerdisziplin zur olympischen Disziplin. Weitere olympische Disziplinen und damit Mannschaftsdisziplinen sind

  • der Doppelzweier
  • der Doppelvierer und
  • der Achter.

Die Begriffe "Doppelzweier" und "Doppelvierer" kann man leicht falsch verstehen. Damit sind nicht die Bootsinsassen gemeint, sondern die Ruder. Doppelzweier bedeutet also vier Ruder, also zwei Ruder pro Person.

Eine äußerst interessante Disziplin ist der Achter. Dieses Boot ist mit acht Ruderern (bzw. Ruderinnen) sowie mit einem Steuermann besetzt. Die Aufgabe des Steuermannes ist,

  • das jeweilige Boot auf Kurs zu halten
  • das Team zu führen und
  • zu kommandieren.

Die Position des Steuermannes befindet sich, je nach Bauweise des Bootes, im Heck oder im Bug. Jede dieser Positionen hat sowohl Vor- als auch Nachteile.

Distanzen

Ruderwettkämpfe finden über gewissen Distanzen statt.

  • Die kürzeste Wettkampfstrecke beträgt 350 Meter und wird daher auch als Sprintstrecke bezeichnet.
  • Die olympische Distanz beträgt dagegen in der Regel 2.000 Meter.
  • Es gibt jedoch auch Langstreckenrennen zwischen 3.000 und 160.000 Metern.

Das bekannteste und längste Langstreckenrennen ist die "Tour du lac" auf dem Genfer See. Die Strecke beträgt dabei 160 Kilometer und ist für Vierer Boote ausgelegt. Im Rudersport gibt es außerdem unterschiedliche Altersklassen vom Kind über den Senior (bereits ab dem 19. Lebensjahr) bis hin zum Master H (ab dem 70. Lebensjahr). Die jeweiligen Altersklassen sind dabei noch in Gewichtsklassen unterteilt.

Rudern ist als Sportart aus medizinischer Sicht sehr zu empfehlen, da es sowohl viele Muskelpartien anspricht als auch kreislauffördernd ist. Wie bei jeder Sportart können zu hohe Belastungen jedoch auch die Gesundheit schädigen.

Verschiedene Ruderboote und die passende Ausrüstung

Auf den ersten Blick stellt sich das Rudern als eine recht einfach zu überblickende Sportart dar. Bei näherer Betrachtung offenbart sich jedoch schnell, dass es ganz verschiedene Ruderboote und Bootstypen gibt, die mit unterschiedlicher Ausrüstung ausgestattet sind und auf verschiedene Weise gerudert werden.

Es ist also häufig nicht ganz so einfach, das richtige Ruderboot für die eigenen Ansprüche und die eigene Leistungfähigkeit zu finden. Zur besseren Übersichtlichkeit stellen wir Ihnen einige der klassischen Bootstypen und ihre Ausstattung hier vor.

Die geläufigsten Boote im Rudersport sind

  • der Einer
  • der Dreier
  • der Doppelzweier
  • der Doppelvierer und
  • der Achter.

Der Einer wird in der Fachsprache auch als Skiff bezeichnet. Er wird, wie der Name bereits aussagt, nur von einer einzigen Person gerudert.

Gigs und Rennruderboote

Die Sportruderboote werden im Wesentlichen in Gigs und Rennruderboote unterteilt.

Unterschiede zwischen Gigs und Rennruderbooten finden sich vor allem in der Form der Boote und in den Materialien, die zu ihrem Bau verwendet werden. Von den verwendeten Materialien wiederum hängt sehr stark das Gewicht der Boote ab.

Die Einteilung der Bootsklassen erfolgt bei den Gigs alphabetisch von A bis E und anhand von Bauweise und Breite. Die häufigsten Bauweisen sind Klinger- und Schalenbauweise.

Skullboote und Riemenboote

Weitere bekannte und viel verbreitete Boote sind die Skullboote und die Riemenboote. Bei der Marine sind so genannte Kutterpullenboote im Einsatz. Aus Finnland stammen die Kirchbootruderboote, in denen wie bei einer Barke zwei nebeneinander sitzende Ruderer Platz finden.

Herkömmliche Ruderboote und Rollauslegerboote

In den herkömmlichen Ruderbooten ist der Bootsrumpf fest mit den Dollen verschraubt. Der Rudersitz bewegt sich in Längsrichtung des Bootes auf Rollen. Dadurch kann der Ruderer die Kraft seiner Beine dazu nutzen, den erwünschten Vortrieb zu erzielen.

In den Rollauslegerbooten dagegen sind die Sitze unbeweglich mit dem Bootskörper fixiert. Stattdessen sind hier die Ausleger der Dollen mit einem Schienensystem ausgestattet und in der Längsrichtung bewegbar. Bei dieser Bauweise bleibt der Schwerpunkt des Bootes während der Fahrt unverändert.

Grundinformationen und Hinweise zum Rudern

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: rowboat stranded ashore © Luminis - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: teamwork © Steven Pepple - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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