27. März 2009
Von Viola Reinhardt
Auch wenn es unglaublich klingt: Der Mensch kommt aus der Pubertät sofort in den Alterungsprozess. Spätestens ab dem 25. Lebensjahr beginnt die Haut zu altern. Sie verliert an Spannkraft und Falten bilden sich. Zwar haben wir es durch unseren Lebenswandel selbst in der Hand, wann die Haut wirklich altert, doch verhindern können wir es auf Dauer nicht. Mimik, Sonne, Alkohol und Nikotin finden sich im Gesicht an zahlreichen Stellen wieder.
Es gibt verschiedene Falten. Die einen empfinden wir als weniger schlimm, die anderen würden wir am liebsten im wahrsten Sinne des Wortes ausbügeln. Mimikfältchen, die durch Bewegungen der Gesichtsmuskulatur beim Sprechen, Lachen oder Grübeln entstehen, sind die ersten sichtbaren Spuren der Zeit. Dabei gelten Lachfältchen um die Augen, nicht sehr liebevoll als "Krähenfüße" bezeichnet, oft als sympathisch, zeigen sie doch, dass man es mit einem fröhlichen Menschen zu tun hat. Die berühmte Zornesfalte, meist V-förmig zwischen den Augen, hingegen lässt einen Menschen düster und böse wirken. Die Denkerstirn zeigt dem Gegenüber, dass ein Mensch sich viel mit der Welt beschäftigt hat. Mimikfältchen sind unvermeidbar, es sein denn, man lacht nie oder bewegt sein Gesicht auch sonst so wenig wie möglich.
Dann aber bekommt man früher oder später so genannte "Schwerkraftsfalten". Sie sind die Folge der Schwerkraft und daher ebenfalls unvermeidbar. Wer zuviel in der Sonne oder im Solarium liegt, muss damit rechnen, dass seine Haut sich das merkt wie der Elefant mit seinem sprichwörtlichen Gedächtnis. Ein oft gehörtes Wort hierzu ist: "Die Haut vergisst nie." Sommerliche Jugendsünden zeigen sich oft erst Jahre später in einer vermehrten Faltenbildung.
Zahlreiche Cremes und Gels versprechen Besserung, letztlich jedoch haben sie bestenfalls einen aufpolsternden Effekt mit relativ kurzer Dauer. Wasser trinken soll helfen, doch auch das beste Wasser hält die Falten nicht auf. Bleiben noch Eingriffe wie Facelifts, Säurepeelings, Goldfäden oder Botox. Doch auch sie stoppen den Alterungsprozess nicht auf Dauer und bis an das Lebensende.
Viel gesünder ist es hingegen, sich mit seinen Falten anzufreunden. Immerhin berichten sie vom Leben, das man geführt hat, erinnern an gute und schlechte Zeiten und machen einen Menschen äußerlich zu dem was er eigentlich ist. Zum Glück erkennt dies langsam auch die Industrie und bringt statt Antifalten-Cremes vermehrt Produkte auf den Markt, die auf die Ansprüche reifer Haut abgestimmt sind. Auch die Medien präsentieren inzwischen immer mehr Menschen, hier natürlich besonders Frauen, die mit einem mal mehr, mal weniger knautschigen Gesicht strahlend vom Plakat oder aus dem TV lächeln.
Eine Entwicklung, die zudem einen ergänzenden und sehr positiven Aspekt beinhaltet, denn es nimmt Männer wie Frauen den Stress ständig jung sein zu müssen und bietet dadurch eine viel intensivere Lebenszeit. Eine Lebenszeit, die sinnvoll angefüllt werden und damit einen Menschen schon fast wieder jünger erscheinen lässt. Und zu guter Letzt: Ein Gesicht ohne Falten ist ein Gesicht ohne persönliche Geschichte.
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