Tantramassage - Wirkung und Anwendungsgebiete

Nahaufnahme männliche Hand auf weiblichem nackten Po

Die Tantramassage zur Erweiterung der Sinne

  • ,
  • von Paradisi-Redaktion

Unter einer Tantramassage versteht man eine erotische Massage mit spirituellem Hintergrund. Dabei kommen auch verschiedene Yoga-Elemente und Atemtechniken zur Anwendung. Die Anwendungsgebiete der Tantramassage liegen vor allen Dingen in der Entspannung des gesamten Körpers; zudem sollen die Sinne erweitert werden. Lesen Sie über die Wirkung und Anwendungsgebiete der Tantramassage.

Tantramassage - Generelle Merkmale und Wirkung

Zweck einer Tantramassage ist die Entspannung des gesamten Körpers sowie die Erweiterung der Sinne. Darüber hinaus sollen aber auch der eigene Körper sowie der des Partners besser kennengelernt und akzeptiert werden. Dabei wird auch die Sexualität mit einbezogen.

So finden Tantramassagen entweder leicht bekleidet oder völlig unbekleidet statt. Die Erotik spielt also eine große Rolle bei dieser unkonventionellen Massageform.

Bei dieser erotischen Massage kommt es darauf an, dass der Mensch in Sachen Berührung ganz neue Erfahrungen machen kann. Die Reaktionen auf die Berührungen sind dabei von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich.

Zu einem Orgasmus kann, muss es aber nicht kommen. So wird der sexuelle Höhepunkt nicht unterdrückt, jedoch ebenso wenig provoziert.

Entwicklung

Tantra ist ein Begriff aus dem indischen Sanskrit und bedeutet soviel wie "Ausdehnen" oder "Weben". So sollen sich bei einer Tantramassage Körper und Geist ausdehnen und miteinander verweben, sodass es keine Trennung mehr zwischen ihnen gibt.

Die Lehre des Tantra entstand vor Jahrhunderten in Südostasien als Gegenbewegung zu den asketischen Lehren des Buddhismus und des Yoga, die eher Abstinenz und Entsagung predigten. Tantra bevorzugt hingegen Sinnlichkeit und Ausgeglichenheit. Im Zuge des Neotantra entstanden in den 70er Jahren zahlreiche kommerzielle Tantraschulen.

1977 gründete Andro Andreas Rothe in Deutschland das erste Tantra-Institut und entwickelte dort die Tantramassage, die eine Mischung aus verschiedenen Massagen Südostasiens war. Zu den Tantramassagen gehören vor allem Massagen der Geschlechtsorgane wie:

Sinnliche Tantramassage auf einem Bett, Masseur streichelt mit rotem Puschel über den Rücken einer F
Sinnliche Tantramassage auf einem Bett, Masseur streichelt mit rotem Puschel über den Rücken einer Frau

Anwendungsgebiete

Nach Ansicht der Befürworter der Tantramassage benötigt der menschliche Körper Berührungen. Bleiben diese aus, wird der Mensch unglücklich und krank. Durch die Tantramassage soll der gesamte Körper der zu behandelnden Person massiert, berührt und gestreichelt werden, wodurch es auch zur Anregung des Energieflusses kommt.

Das Öffnen der Sinne führt zu einer tiefen Entspannung von Körper und Geist. Da der Mensch als sexuelles Wesen angesehen wird, gilt die sexuelle Energie als besonders wichtig bei einer Tantramassage. Darüber hinaus eignet sich eine Tantramassage ausgezeichnet zum Abbau von Stress und zum Erreichen von Ausgeglichenheit.

Viele Menschen beschreiben den Gefühlszustand während der Tantramassage als Ekstase. Man kann sich gänzlich fallen lassen und sich auf das Gefühl der Lust konzentrieren; durch nichts lässt man sich ablenken.

Ziel ist es, nicht an Erwartungen durch andere, Leistungsdruck oder Sorgen aus dem Alltag zu denken. Stattdessen gibt man sich völlig den Berührungen hin, bis die Lust so groß ist, dass es zum Orgasmus kommen kann. Es handelt sich um ein sehr starkes Glücksgefühl.

Auswirkungen

Sexualtherapeuten zufolge kann die Tantramassage das Sexleben von Paaren immens verbessern. Man bricht aus der Routine aus und nimmt den eigenen sowie den Körper des Partners auf eine neue Art und Weise wahr.

Als Paar lernt man, sich auf den anderen einzulassen und ebenso, was dem anderen besonders gefällt. Die Vorfreude auf das nächste Mal wird immer wieder gesteigert.

Auch in anderen Bereichen der Beziehung kann es zu Verbesserungen kommen. So sorgt das Erlebnis einer Tantramassage für besonders starkes Vertrauen zueinander. Neuer Schwung wird zudem dadurch in die Partnerschaft mit eingebracht, dass man zusammen neue Erfahrungen sammelt.

Ein weiterer Vorteil: man wird selbstbewusster. Seine Wünsche zu äußern und den Partner auf eine ganz neue Art und Weise kennen zu lernen und zu verwöhnen, kann auch das Selbstvertrauen stärken.

Tantra-Massage ist sexuelle Dienstleistung – darum wird Vergnügungssteuer fällig

Sinnliche Ganzkörpermassagen in einem Tantra-Studio fallen unter das Vergnügungssteuergesetz – ebenso wie sexuelle Dienstleistungen im Rotlichtmilieu. Das hat der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg entschieden. Tantramassagen seien zwar keine Prostitution, so die Richter, aber sie hätten einen erotischen Bezug und entsprächen so der Stuttgarter Gebührensatzung für sexuelle Vergnügen.

Die Klägerin argumentierte dagegen, Tantramassagen hätten eine kulturelle und gesundheitliche Bedeutung. Als Masseurin sei erotisches Vergnügen nicht ihr Hauptanliegen. Bei tantrischen Ritualen gehe es um eine ganzheitliche Erfahrung, in die auch der Intimbereich einbezogen werden. Ein Orgasmus sei möglich, aber nicht Hauptziel der Massage.

Mit ihrer Klage gegen die Finanzbehörde war die Inhaberin einer Massagepraxis bereits vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart gescheitert. Nun verlor sie auch die Berufung. Eine Revision ist nicht zugelassen, die Klägerin hat aber vier Wochen Zeit, beim Bundesgerichtshof Beschwerde einzulegen.

Grundinformationen zur Tantramassage

  • Tantramassage - Wirkung und Anwendungsgebiete

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Quellenangaben

  • Bildnachweis: hand am hintern © foto.fritz - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Woman enjoying massage in tantra studio © Couperfield - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

Weitere Artikel zum Thema