28. Oktober 2009
Als Ohrakupunktur oder Auricolotherapie bezeichnet man eine spezielle Verfahrensweise der Akupunktur. Dabei werden bestimmte Punkte auf der Ohrmuschel gereizt.
Ziel und Zweck der Ohrakupunktur, die auch als Auricolotherapie bezeichnet wird, ist die Behandlung von Krankheiten und gesundheitlichen Störungen durch die Reizung von bestimmten Punkten auf der Ohrmuschel. Die Behandlungsmethode basiert auf der Traditionellen Chinesischen Medizin und macht sich die Empfindlichkeit der Ohren für eine gezielte Behandlung zunutze, denn auf der Ohrmuschel befinden sich mehr als 108 verschiedene Akupunkturpunkte. Die Anwender der Ohrakupunktur gehen davon aus, dass die Reflexzonen von sämtlichen Organen sowie von einigen Abschnitten des Körpers von der Ohrmuschel widergespiegelt werden.
Entwickelt wurde das Konzept der Ohrakupunktur in den 50er Jahren von dem französischen Mediziner Paul Nogier (1908-1996). 1961 wurde die Auricolotherapie erstmals auf dem Akupunkturkongress vorgestellt. Zwar war die Behandlung über das Ohr auch der Traditionellen Chinesischen Medizin bekannt, kam jedoch dort nur selten zur Anwendung. Heute wird die Ohrakupunktur von Ärzten mit entsprechender zusätzlicher Ausbildung und Heilpraktikern durchgeführt. Dafür sind spezielle Kenntnisse der Meridiane, der so genannten Körperleitbahnen, erforderlich. Die verschiedenen Organe und Teile des Körpers ordnet der Therapeut bei der Behandlung entsprechenden Zonen auf der Ohrmuschel zu. Wie bei der herkömmlichen Akupunktur erfolgt die Behandlung durch die Stimulierung der zu behandelnden Körperregionen.
Zur Anwendung kommt die Ohrakupunktur bei fast allen Krankheiten. Vor allem chronische Erkrankungen, Allergien, Kopfschmerzen, Migräne, Rückenschmerzen, Rheuma, gynäkologische Krankheiten oder Hautkrankheiten werden auf diese Weise behandelt. Auch zur Raucherentwöhnung kann eine Ohrakupunktur verwendet werden, um die Entzugserscheinungen zu bekämpfen. Ebenso dient die Auricolotherapie zur Linderung von schweren Krankheiten wie Tumoren.
Nicht durchgeführt werden sollte eine Ohrakupunktur bei Entzündungen der Ohren, schweren Infektionen oder Empfindlichkeit der Ohrmuscheln.
Für den Fall, dass man bei einer Krankenkasse eine Komplimentärversicherung besitzt, übernimmt diese bis zu 80 Prozent der Therapiekosten. Ansonsten muss der Patient die Kosten vollständig selbst tragen.
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