21. Oktober 2009
Zur Behandlung von Rücken- oder Gelenkbeschwerden kann eine Chirotherapie sehr hilfreich sein. Dabei löst ein Chiropraktiker Blockaden durch spezielle Handgriffe.
Vor der Durchführung der Chirotherapie macht sich der Chiropraktiker ein Bild über die Beschwerden des Patienten, indem er das Ausmaß, die Art und die Dauer der Gelenk- oder Wirbelprobleme feststellt. Ebenso können mögliche Vorerkrankungen, Operationen, verwendete Medikamente oder die Lebensumstände von Wichtigkeit sein. Falls nötig, kann auch eine Röntgenaufnahme der betroffenen Stelle gemacht werden. Für die Durchführung der Chirotherapie gibt es verschiedene Techniken, die zur Anwendung kommen können.
1. Traktion
Bei einer Traktion entfernt man die Gelenkpartner durch Zug voneinander. Auf diese Weise lässt sich der Druck vermindern, was eine Entlastung und Linderung von Schmerzen bewirkt. Durch die Dehnung von Gelenkkapseln und Bändern kann zudem die Beweglichkeit verbessert werden.
2. Adjustierung
Bei einer Adjustierung werden spezielle Handgriffe angewandt, um Subluxationen der Wirbelsäule wieder zu beheben. Dadurch kann der Druck auf das Rückenmark oder die Spinalnerven beseitigt werden, wodurch der Schmerz schon nach kurzer Zeit verschwindet.
3. Mobilisation/ Translatorisches Gleiten
Bei der Mobilisation bewegt der Chiropraktiker die Gelenkanteile parallel gegeneinander. Auf diese Weise können das verlorene Gelenkspiel und die Beweglichkeit des Patienten wiederhergestellt werden.
4. Weichteilbehandlung
Dabei wird die Muskulatur durch bestimmte Entspannungs- und Dehntechniken verlängert, sodass sie sich dem neugewonnenen Gelenkspiel anpassen kann.
5. Reflextechniken
Bei der Anwendung von Reflextechniken nutzt der Chiropraktiker Nervenreflexe aus, um die Schmerzwahrnehmung und die Spannung der Muskulatur zu beeinflussen. Mit Hilfe von Reflexbehandlungen lässt sich auch eine Einwirkung auf das zentrale Nervensystem erzielen. Die neurologischen Reflextechniken werden in der Chiropraktik zunehmend verwendet.
Bei der Behandlung kann durch das Lösen einer Blockade ein lautes Knacken zu hören sein, dass aber kein Grund zur Beunruhigung ist. Eine fachgerecht durchgeführte Chirotherapie verursacht in der Regel keine Schmerzen. Eine Chiropraktik umfasst zumeist zehn Behandlungen. Manchmal können auch unterstützende Maßnahmen wie Krankengymnastik erforderlich sein.
Zu Nebenwirkungen wie Verletzungen der Blutgefäße oder Nerven durch unsachgemäße Behandlung, kommt es nur sehr selten. Nicht durchgeführt werden darf eine Chirotherapie bei einem akuten Bandscheibenvorfall, bei Osteoporose (Knochenschwund) oder bei der Bluterkrankheit.
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