11. Mai 2009
(pgk) Erneut bekräftigt eine Studie die Ansicht, dass eine Vitamin-D-Supplementierung bei Kleinkindern das Diabetesrisiko vermindern könnte.

In der britischen Metaanalyse (veröffentlicht 2008) (1) wurden vier Fall-Kontrollstudien und eine Kohortenstudie ausgewertet. Ergebnis: Das Risiko, an Diabetes Typ 1 zu erkranken, war bei Kindern, die hohe Dosen Vitamin D erhielten, deutlich kleiner im Vergleich zu denen, die keine Supplementierung erhielten. Diabetes-Experten raten daher Eltern zu Vitamin-D-Ergänzung bereits bei Kleinkindern, da dies das Kind vor der möglichen Entwicklung eines Diabetes Typ 1 schützen könnte und zudem einer Rachitis vorbeuge.
In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Zahl von Typ-1-Diabetes-Fällen in Industrieländern nahezu verdoppelt. Bei Kindern ist Diabetes eine der häufigsten chronischen Krankheiten und oft die Ursache für Erblinden und Nierenversagen. Eine entscheidende Rolle spielt dabei auch die Sonne. Denn es fällt auf, dass besonders Länder mit niedriger UVB-Sonnenstrahlung eine hohe Rate von Neuerkrankungen haben.
Eine ebenfalls im vorigen Jahr publizierte Studie (2) belegt den deutlichen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit von Typ-1-Diabetes in einem Land und seiner Lage auf der Erdkugel: Ein Forscherteam um Prof. Cedric Garland von der University of California (San Diego) hatte Daten aus den Jahren 1990 bis 1994 von Kindern unter 14 Jahren aus 51 Regionen der Welt untersucht. Dabei kam heraus, dass Kinder, die in Ländern in der Nähe des Äquators lebten, wesentlich seltener an Diabetes litten als die "Kinder des Nordens". Das heißt: Je weiter entfernt ein Land vom Äquator liegt, und zwar nach Norden oder Süden, desto höher ist dort die Diabeteshäufigkeit.
Eine Erklärung ist nach Ansicht von Experten die Sonne, mit deren Hilfe der Körper teilweise Vitamin D selbst produzieren kann, das wiederum offenbar einen gewissen Schutz gegen Diabetes Typ 1 bietet. So erscheint es nicht erstaunlich, dass Spitzenreiter mit jährlich 40 Typ-1-Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner das nördliche Finnland ist. Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Rate bei 14 Neuerkrankungen pro 100.000.
In der Vergangenheit wurde bereits mehrfach auf einen Zusammenhang des Typ-1-Diabetes als Autoimmunprozess mit Vitamin D hingewiesen. So stellte man fest, dass Vitamin-D-Rezeptoren auch bei Immunzellen nachweisbar sind, und entdeckte, dass diese Vitamin-D-Rezeptoren beim Menschen verschiedene Ausprägungen besitzen, die offenbar das Risiko der Entstehung eines Typ-1-Diabetes maßgeblich beeinflussen. Eine 2001 veröffentlichte finnische Studie bei über 12.000 Kindern (3) beispielsweise legte bereits nahe, dass eine gezielte Vitamin-D-Gabe eine schützende Wirkung im Hinblick auf das Typ-1-Diabetes-Risiko von Kindern hat.
Quellen:
(1) C S Zipitis, A K Akobeng, Vitamin D supplementation in early childhood and risk of type 1 diabetes: a systematic review and meta-analysis, http://adc.bmj.com/cgi/content/full/93/6/512
(2) S. B. Mohr, C. F. Garland, E. D. Gorham, F. C. Garland, The association between ultraviolet B irradiance, vitamin D status and incidence rates of type 1 diabetes in 51 regions worldwide http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18548227
(3) Hyppönen E, Läära E, Reunanen A, Järvelin MR, Virtanen SM: Intake of Vitamin D and risk of type 1 diabetes: a birth-cohort study. Lancet 358 (2001) 1500-1503), 3 November 2001 http://www.thelancet.com/
Matteo Tino, B. Kin, PTS, CSCS, Vitamin D and the prevention of Child-onset Type I Diabetes, http://the-healthreport.blogspot.com/
Deutsche Diabetes-Stiftung, Sonne schützt Kinder vor Diabetes 1, http://www.diabetes-risiko.de/
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