27. Januar 2011
Von Andreas Hadel
Eine neue Studie im "American Journal of Clinical Nutrition" legt nahe, dass eine hohe Zufuhr von Folsäure und anderen ein-kohlenstoffartigen Nährstoffen das Risiko für postmenopausalem Brustkrebs erhöhen kann. Folsäure ist ein allgemein zugegebenes Vitamin, das zu Mehl und Backwaren hinzugefügt wird, um Geburtsfehler präventiv zu verhindern. Die aktuelle Studie von Victoria L. Stevens und ihren Kollegen aus der Epidemiologie-Forschung, der "American Cancer Society" in Atlanta, Georgia, zeigt, dass eine hohe Zufuhr von Folsäure jedoch mit einem signifikant erhöhtem Risiko für Brustkrebs assoziiert wurde.
Für die Studie im Jahr 1992 untersuchte Stevens den Zusammenhang der Ernährung in Bezug auf Folsäure, Vitamin B-6, Vitamin B-12, Methionin und Alkohol mit dem Brustkrebsrisiko für insgesamt 70.656 postmenopausale Frauen. Während des Follow-Ups zwischen 1992 und Juni 2005 bekamen 3.898 Frauen Brustkrebs. Bei den postmenopausalen Frauen mit der höchsten Quintile in der folsäurehaltigen Ernährung traf die Vermutung mit einer Wahrscheinlichkeit von 12 Prozent zu. Das Risiko wurde nicht durch andere ebenfalls getestete Nährstoffe, wie zum Beispiel Alkohol, verändert. Des Weiteren waren keine Wirkungstrends in der Dosis zu verzeichnen.
Während Vitamin B-6 und Vitamin B-12 nicht mit dem Brustkrebsrisiko in Verbindung gebracht werden konnten, verhielt sich Methionin invers mit dem Brustkrebsrisiko.
Dies ist nicht die erste Studie, die den Zusammenhang zwischen einer hohen Zufuhr von Folsäure und einem erhöhten Risiko an einer Krebserkrankung feststellt.
Zu Nahrungsmitteln mit hohem Wert an Methionin gehören Eier, Käse, Algen, Samen, Nüsse, Fisch, Muscheln, Sojaprotein und Butter.
Nahrungsmittel, in denen hohe Anteile an Folsäure enthalten sind, sind Bierhefe, Linsen, Römersalat, Pinto Bohnen, schwarze Bohnen, Brokkoli, Rosenkohl, Grünkohl, Kichererbsen, Spargel und Rüben.
Die Forscher konnten sich nicht erklären, warum ein hoher Folsäurewert bei postmenopausalen Frauen mit einem hohen Brustkrebsrisiko verbunden war. Alle Folsäure-reichen Lebensmittel schienen unter die Rubrik "gesunde Lebensmittel" oder "Nahrungsmittelergänzung" zu fallen. Die Forscher erkannten, dass es notwendig ist mehr zu forschen. Die Studie beruht auf Beobachtungswerten. Es konnte nicht gezeigt werden, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen einem hohen Anteil an Folsäure und einem erhöhten Brustkrebsrisiko besteht. Brustkrebs wurde bei mehr als 175.000 Menschen diagnostiziert. Mehr als 50.000 Menschen sterben laut der "American Cancer Society" allein in den Vereinigten Staaten an der Erkrankung.
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