12. Juni 2010
Von Andreas Hadel
Werbung ist dafür da, um die guten Seiten eines Produktes herauszustellen und neigt mitunter dazu, die Dinge überhöht dazustellen. Zumindest in einem Maße, das rechtlich noch zugelassen ist. Gerade wir Fitness-Enthusiasten hinterfragen mit regelmäßiger Häufigkeit, den tatsächlichen Nutzen eines hoch angepriesenen Produktes. Sei es ein neues Trainingsgerät, dass uns angeblich mühelos ein Waschbrettbauch beschert oder der neueste Proteinriegel, der so lecker ist, wie Caramel-Honig-Torte, aber ungefährlich für unsere Hüftgoldreserven sein soll.
Probiotische Joghurt-Drinks gehören auch zu den Produkten, bei denen man nach Sichtung des Werbespots ein wahres Wundermittel vermutet. Nur in diesem Fall, scheint tatsächlich alles zutreffend zu sein. So lautet zumindest die Erkenntnis eines amerikanischen Wissenschaftlerteams, das den gesundheitlichen Nutzen probiotischer Joghurt-Drinks näher untersucht hat. Ihren Ergebnissen nach, haben Kinder, die zum Frühstück einen Joghurt-Drink trinken, ein um 20 Prozent geringeres Risiko an Infektionen wie Mittelohr- oder Sinusentzündungen zu erkranken.
Obwohl bei der Studie, die an der Georgetown-Universität in Washington durchgeführt wurde, nur eine einzige Marke berücksichtigt wurde, ist sie jedoch ein deutlicher Hinweis auf den vorhandenen positiven Effekt von probiotischen Joghurts.
Probiotische Drinks sind in den letzten Jahren zunehmend populärer geworden und finden in immer mehr Haushalten einen Stammplatz im Kühlschrank. Offenbar vollkommen zu Recht. Denn die Ergebnisse der Studie deuten außerdem an, dass probiotischer Joghurt auch die Wahrscheinlichkeit an Grippe oder Durchfall zu erkranken, reduzieren kann. Krankheiten also, die im Kindesalter relativ häufig auftreten.
Im Rahmen der Studie erhielten 600 Kinder, die im Alter zwischen drei bis sechs Jahren waren, entweder einen probiotischen Joghurt-Drink oder ein Placebo-Getränk.
Interessanterweise erlitten die Kinder, die den probiotischen Drink erhielten zwar weniger Infektionen, hatten aber am Ende eines Schuljahres im Durchschnitt genauso viele Fehltage wie ihre Klassenkameraden, die morgens keinen Joghurt-Drink getrunken hatten.
Bisher gilt als die erste, die probiotische Drinks mit einer so großen Testgruppe untersucht hat und wird im "European Journal of Clinical Nutrition" veröffentlicht.
Die Autoren der Studie weisen daraufhin, dass sie ein normales Nahrungsmittel untersucht haben und nicht etwa ein medizinisches Produkt. Eltern müssten daher im Regelfall keine Rücksprache mit ihrem Kinderarzt halten, wenn sie probiotische Joghurts zum regelmäßigen Bestandteil des Frühstücks machen möchten.
Man spricht von probiotischen Joghurts, wenn diese lebende aktive Kulturen enthalten. Folgt man dieser Definition, kann man im Prinzip jeden Naturjoghurt als probiotisch bezeichnen. Die im Handel erwerblichen probiotischen Joghurts sind meist mit speziellen Bakterien angereichert, die nach Herstellerangaben im Verdauungstrakt länger überleben und so ihre Wirkung besser entfalten können.
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