6. Mai 2010
Von Andreas Hadel
Omega-3-Fettsäuren geniessen seit Mitte der 80er Jahre einen guten Ruf. Und das mit gutem Grund, denn zahlreiche von der Wissenschaft anerkannte Studien konnten belegen, dass dieser Vertreter der ungesättigten Fette das Risiko an Gefäss- und Herzleiden zu erkranken, deutlich senken kann. Dazu hat es auch positive Auswirkungen auf unsere Psyche.
Hinsichtlich der Psyche scheint es viele Anhaltspunkte zu geben, dass Omega-3 unsere Stimmung aufhellt und deshalb auch als natürliches Antidepressivum bezeichnet wird. Omega-3-Fettsäuren spielen eine Schlüsselrolle in einer Reihe von Gehirnfunktionen. So sind sie zum Beispiel an der Bildung von Dopamin und Serotonin, zwei wichtige Botenstoffe des Gehirns, beteiligt. Zudem scheinen laut einer Studie, die im Mai 2008 vorgestellt wurde, insbesondere schwangere Frauen von der antidepressiven Wirkung der Omega-3-Fettsäuren profitieren. Zu einer ähnlichen Aussage kam auch eine Studie, die im Januar 2009 durchgeführt wurde. Hierbei wurde Frauen, die sich in der Menopause befanden, ein Omega-3-Präparat verabreicht, wodurch sich beim überwiegenden Anteil der Probandinnen nachweislich das psychische Wohlbefinden steigerte.
Zusätzlich zu der Tatsache, dass Omega-3-Fettsäuren unsere Gehirnfunktionen unterstützen, mehren sich die Anzeichen, dass sie auch eine heilende und präventive Wirkung haben können. In einer neuen Studie, die im Februar diesen Jahres der Fachwelt vorgestellt wurde, haben Forscher aus Australien, Österreich und der Schweiz in einer gemeinsamen Arbeit festgestellt, dass Omega-3 offenbar das Risiko an einer Psychose zu erkranken, mindern kann. Die Wissenschaftler verabreichten sogenannten Risikopatienten, die alle im Alter von 13 bis 25 Jahren waren, täglich ein Omega-3-Präparat (1,2 Gramm) über einen Zeitraum von 12 Wochen. Um einen Vergleich zu haben, stellten die Autoren der Studie eine Kontrollgruppe auf, die ein Placebo erhielt.
Wie sich zeigte, führte die Verabreichung von Omega-3-Fettsäuren zu einer statistisch deutlichen Senkung des Ausbruchs der Psychose. Bei der Omega-3-Gruppe prägte sich die Psychose bei nur 4,9 Prozent der Patienten aus. Bei der Placebo-Gruppe lag der Anteil bei 27,5 Prozent. Symptome, die im Zusammenhang mit einer Psychose stehen, wurden durch die Gabe von Omega-3-Fetten ebenfalls erfolgreich gemildert.
Die Autoren der Studie kamen zu dem Schluss, dass die Supplementierung von Omega-3-Fettsäuren ein sicherer Behandlungsweg und zuverlässige Präventionsmaßnahme bei Psychosen sein kann.
Man spricht von einer Psychose, wenn eine schwere psychische Störung vorliegt, die mitunter zum Verlust der Realitätswahrnehmung einhergeht. Menschen, die an einer Psychose erkrankt sind, zeigen u.a. auffällige Änderungen ihrer Persönlichkeit und leiden in vielen Fällen auch an Wahnvorstellungen. Psychosen können durch unterschiedliche Erkrankungen des zentralen Nervensystems ausgelöst werden.
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01.02.12 | |
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