Omega-3-Fettsäuren - Nutzen und Gesundheitswert

Omega-3-Fettsäuren genießen seit Mitte der 80er Jahre einen guten Ruf. Und das mit gutem Grund, denn zahlreiche von der Wissenschaft anerkannte Studien konnten belegen, dass dieser Vertreter der ungesättigten Fette das Risiko an Gefäss- und Herzleiden zu erkranken, deutlich senken kann. Dazu hat es auch positive Auswirkungen auf unsere Psyche. Lesen Sie alles Wissenswerte über Nutzen und Gesundheitswert von Omega-3-Fettsäuren.

Wissenswertes über Omega-3-Fettsäuren

Was sind Omega-3-Fettsäuren? - Merkmale und Unterschiede

Omega-3-Fettsäuren gehören mit den Omega-6-Fettsäuren zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Sie müssen über die Nahrung zugeführt werden, da der Körper sie nicht selbst herstellen kann.

Omega-3-Fettsäuren bezeichnet man auch als essentielle Fettsäuren. Sie sind für den Organismus lebensnotwendig.

Je nach Quelle und chemischer Struktur unterscheidet man verschiedene Arten. Zu den wichtigsten Omega-3-Fettsäuren zählen

  • die Alpha-Linolensäure (ALA)
  • die Docosahexaensäure (DHA) und
  • die Eicosapentaensäure (EPA)

ALA kann vom Körper in EPA und DHA umgewandelt werden. Die Umwandlungsrate liegt im Durchschnitt bei nur 5 bis 10 Prozent; sie ist stark abhängig von Alter, Gewicht, Geschlecht und Stoffwechsel eines Menschen.

Pflanzliche und marine Omega-3-Fettsäuren

Man unterscheidet pflanzliche (ALA) und marine (EPA, DHA) Omega-3-Fettsäuren. Letztere finden sich besonders in Meeresprodukten, wie etwa fettreichem Fisch. Pflanzliche Omega-3-Fettsäuren sind zum Beispiel in Leinöl oder auch bestimmten Nusssorten enthalten.

Omega-3-Fettsäuren und Omega-6-Fettsäuren im richtigen Verhältnis

Neben den Omega-3-Fettsäuren benötigt der Körper auch Omega-6-Fettsäuren in einem ausgeglichenen Verhältnis. Stimmt dieses nicht, kann es zu Entzündungen im Körper kommen, da Omega-6-Fettsäuren deren Entstehung begünstigen, während Omega-3-Fettsäuren entzündungshemmend wirken. Als neutrales Verhältnis gilt eines unter 3:1 (Omega-6 zu Omega-3).

Heutzutage liegt oftmals ein Überschuss an Omega-6-Fettsäuren vor. Experten gehen davon aus, dass zahlreiche Zivilisationskrankheiten, die aufgrund stiller Entzündungen entstehen, durch einen solchen Überschuss begünstigt werden.

Wirkung: Gesundheitliche Vorzüge von Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren werden zahlreiche gesundheitliche Wirkungen zugeschrieben, jedoch sind viele davon umstritten.

Omega-3 für die Herzgesundheit

Die Fettsäuren sollen die Herzgesundheit unterstützen. DHA und EPA tragen dazu bei, dass das Herz optimal funktioniert. Werden täglich 250 mg davon eingenommen, zeigt sich diese positive Wirkung.

Omega-3 für die Sehkraft

Auch die Sehkraft soll von der Zufuhr von Omega-3 profitieren. Die Zellen im Auge enthalten eine große Menge davon. Mindestens 250 mg sollten es auch in diesem Fall sein.

Omega-3 für das Gehirn

Des Weiteren soll die Gehirnfunktion durch die ausreichende Zufuhr von Omega-3 verbessert werden. DHA ist hierbei ausschlaggebend.

Omega-3-Fettsäuren in der Schwangerschaft

Vor allen Dingen in der Schwangerschaft und Stillzeit misst man Omega-3-Fettsäuren eine große Bedeutung zu. Sie sollen sich besonders auf die Entwicklung des kindlichen Gehirns auswirken. Es besteht aber noch Forschungsbedarf und den Omega-3-Fettsäuren wird große Aufmerksamkeit entgegengebracht.

Anwendungsgebiete - Bei welchen Erkrankungen können Omega-3-Fettsäuren die Heilung unterstützen?

Aufgrund der vielfältigen Wirkweise können Omega3-Fettsäuren auch bei einigen Erkrankungen unterstützend wirken.

Omega-3-Fettsäuren als natürliches Antidepressivum, z.B. bei Depressionen oder Psychosen

Hinsichtlich der Psyche scheint es viele Anhaltspunkte zu geben, dass Omega-3 unsere Stimmung aufhellt und deshalb auch als natürliches Antidepressivum bezeichnet wird.

Omega-3-Fettsäuren spielen eine Schlüsselrolle in einer Reihe von Gehirnfunktionen. So sind sie zum Beispiel an der Bildung von Dopamin und Serotonin, zwei wichtige Botenstoffe des Gehirns, beteiligt.

Zudem scheinen laut einer Studie, die im Mai 2008 vorgestellt wurde, insbesondere schwangere Frauen von der antidepressiven Wirkung der Omega-3-Fettsäuren profitieren. Zu einer ähnlichen Aussage kam auch eine Studie, die im Januar 2009 durchgeführt wurde. Hierbei wurde Frauen, die sich in der Menopause befanden, ein Omega-3-Präparat verabreicht, wodurch sich beim überwiegenden Anteil der Probandinnen nachweislich das psychische Wohlbefinden steigerte.

Heilung und Vorbeugung

Zusätzlich zu der Tatsache, dass Omega-3-Fettsäuren unsere Gehirnfunktionen unterstützen, mehren sich die Anzeichen, dass sie auch eine heilende und präventive Wirkung haben können. In einer neuen Studie, die im Februar diesen Jahres der Fachwelt vorgestellt wurde, haben Forscher aus Australien, Österreich und der Schweiz in einer gemeinsamen Arbeit festgestellt, dass Omega-3 offenbar das Risiko an einer Psychose zu erkranken, mindern kann.

Die Studie und das Ergebnis

Die Wissenschaftler verabreichten so genannten Risikopatienten, die alle im Alter von 13 bis 25 Jahren waren, täglich ein Omega-3-Präparat (1,2 Gramm) über einen Zeitraum von 12 Wochen. Um einen Vergleich zu haben, stellten die Autoren der Studie eine Kontrollgruppe auf, die ein Placebo erhielt.

Wie sich zeigte, führte die Verabreichung von Omega-3-Fettsäuren zu einer statistisch deutlichen Senkung des Ausbruchs der Psychose.

  • Bei der Omega-3-Gruppe prägte sich die Psychose bei nur 4,9 Prozent der Patienten aus.
  • Bei der Placebo-Gruppe lag der Anteil bei 27,5 Prozent.

Symptome, die im Zusammenhang mit einer Psychose stehen, wurden durch die Gabe von Omega-3-Fetten ebenfalls erfolgreich gemildert. Die Autoren der Studie kamen zu dem Schluss, dass die Supplementierung von Omega-3-Fettsäuren ein sicherer Behandlungsweg und zuverlässige Präventionsmaßnahme bei Psychosen sein kann.

Definition einer Pychose

Man spricht von einer Psychose, wenn eine schwere psychische Störung vorliegt, die mitunter zum Verlust der Realitätswahrnehmung einhergeht. Menschen, die an einer Psychose erkrankt sind, zeigen unter anderem auffällige Änderungen ihrer Persönlichkeit und leiden in vielen Fällen auch an Wahnvorstellungen. Psychosen können durch unterschiedliche Erkrankungen des zentralen Nervensystems ausgelöst werden.

In vielen anderen Bereichen scheinen Omega-3-Fettsäuren jedoch nicht so bedeutend zu sein, wie angenommen. Sind sie vielleicht doch nicht so gut, wie ihr Ruf?

Kritik an der Wirkung von Omega-3-Fettsäuren

Mittlerweile ist ihre Wirkung umstritten. Neueste Studien wollen zeigen, dass sie doch nicht so wichtig sind wie angenommen.

Es gibt zahlreiche natürliche Omega-3-Fettsäure-Quellen. Hier gehen wir gesondert auf diese ein.

Manche Lebensmittel werden sogar mit den Omega-3-Fettsäuren angereichert oder man findet sie in Nahrungsergänzungsmitteln. Aber gerade in hoher Dosierung können sie schädlich sein. Viele Fachleute räumen einen Irrtum ein und gehen davon aus, dass die mehrfach ungesättigten Fette wie Omega-3-Fettsäuren ihren guten Ruf nicht verdienen.

Man war lange überzeugt, dass die Omega-3-Fettsäuren eine präventive Wirkung bei Arteriosklerose und koronaren Herzerkrankungen hätten. Man ging davon aus, dass sie den Cholesterinspiegel und auch den Blutdruck senken.

Weiterhin sollen Entzündungsreaktionen im Körper gehemmt werden. Man schreibt ihnen wie bereits erwähnt noch eine Vielzahl an anderen wichtigen Effekten zu. Auch in der Schwangerschaft und Stillzeit schienen sie eine wichtige Funktion zu erfüllen. Ja sogar bei psychischen Erkrankungen, wie oben erwähnt, schreibt man ihnen eine positive Wirkung zu.

Eindeutige Belege für die Wirkung von Omega-3 fehlen

Gerade in Ländern, in denen viel Fisch gegessen wird, treten bestimmte Erkrankungen seltener auf. Dies ließ darauf schließen, dass die Omega-3-Fettsäuren eine positive Wirkung haben. Mittlerweile gehen viele Fachleute davon aus, dass es auch andere Stoffe im Fisch sein könnten und dass auch ausschlaggebend ist, was für eine Nahrungsquelle die Fische hatten.

Weiterhin fehlen ausreichende Daten, um die Wirksamkeit der Omega-3-Fettsäuren eindeutig zu belegen. Ebenso gibt es keine einheitlichen Empfehlungen, welche Mengen verzehrt oder in welcher Dosierung sie eingenommen werden sollen. Ausreichend belegt scheint nur ihre Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System.

Fazit

Ein- bis zweimal wöchentlich eine Portion Fisch zu essen, ist bestimmt kein Fehler. Auch die Ernährung mit Omega-3-Fettsäurenhaltigen Lebensmitteln zu ergänzen, ist bestimmt sinnvoll. Wie zweckmäßig Omega-3-Fettsäuren als Nahrungsergänzungsmittel sind, ist und bleibt aber fraglich. Ja mehr noch, in hoher Dosierung könnten sie sogar schaden.

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  • schädel mit gehirn © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

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