Zeckenbefall bei Hunden und Katzen - Zeitraum, Schutz, Entfernung und Gesundheitsrisiken

Laufender Golden Retriever auf grüner Wiese

Katzen und Hunde kommen des Öfteren mit Gebüschen oder hohem Gras in Berührung und genau dort lauern die Zecken

Zecken sind eine unangenehme Plage. Die garstigen Biester können nicht nur Menschen heimsuchen, sondern auch Haustiere wie Hunde und Katzen.

Beginnt wie jedes Jahr wieder die Zeckenzeit, heißt es, auf Haustiere wie Hunde und Katzen gut Acht zu geben, da sie bevorzugte Opfer der lästigen Parasiten sind. Zudem besteht durch die Zecken die Gefahr, dass gefährliche Krankheiten übertragen werden. Daher sind die Bekämpfung der Parasiten und Maßnahmen zum Schutz der Haustiere überaus wichtig.

Zeitraum der Zeckensaison

Als Zeckensaison gelten die Monate März bis Oktober. In diesem Zeitraum finden die Spinnentiere die besten Bedingungen vor, da sie eine gewisse Wärme und Luftfeuchtigkeit benötigen. Allerdings kann es durch die aktuelle Wetterlage durchaus zu Verschiebungen kommen.

  • Aktiv werden die Zecken ab Temperaturen von 8 bis 10 Grad Celsius.
  • Besonders gut gedeihen sie bei Temperaturen von 17 bis 20 Grad Celsius.

Am liebsten lauern die Zecken in Gebüschen oder im hohen Gras, wo sie auf passende Wirtstiere oder Menschen warten, die sie befallen können. Haben sie ein Opfer gefunden, suchen sie nach einer dünnen Hautstelle, in die sie sich einbohren, um Blut abzusaugen.

Eine solche Blutmahlzeit kann bis zu einer Woche in Anspruch nehmen. In dieser Zeit kommt es zum Anschwellen der Zecken.

Haustiere vor Zecken schützen

Um Haustiere wie Hunde und Katzen vor Zecken zu schützen, gibt es einige Möglichkeiten.

Impfschutz

Zecken können auch Tiere wie Hunde und Katzen mit gefährlichen Krankheiten wie zum Beispiel Borreliose infizieren, was mitunter sogar den Tod des Tieres zur Folge haben kann. Im Unterschied zu Menschen besteht bei Hunden die Möglichkeit, sie gegen Borreliose zu impfen.

Durch das Impfen bilden sich im Organismus des Hundes Abwehrstoffe, die man als Antikörper bezeichnet. Kommt es zu einem Biss durch eine Zecke, die mit Borrelien infiziert ist, bekämpfen diese Antikörper die schädlichen Erreger bereits während des Saugvorgangs der Zecke, in dessen Körper sie eindringen. Auf diese Weise können die Borrelien nicht in den Organismus des Hundes gelangen, da sie vorher schon abgetötet werden.

Hunde, die nicht geimpft sind und schon einmal von einer infizierten Zecke gebissen wurden, sind nicht in der Lage, schützende Antikörper zu entwickeln, sodass die Gefahr einer erneuten Infektion besteht.

Grundsätzlich zu empfehlen ist eine Zeckenschutzimpfung für Hunde, bei denen ein hohes Infektionsrisiko besteht. Dazu gehören zum Beispiel Jagdhunde oder Hunde, die in zeckenbelasteten Regionen leben.

Die Impfung kann bereits im Alter von 12 Wochen erfolgen. Drei bis fünf Wochen später folgt eine weitere Impfung, um die Grundimmunisierung abzuschließen. Lässt man eine Zeckenschutzimpfung im Frühjahr vornehmen, sollte vier bis sechs Monate später eine Auffrischung erfolgen.

Eine zweite Auffrischung wird dann etwa ein halbes Jahr später durchgeführt. Damit der Impfschutz wirksam bleibt, ist es ratsam, den Hund jährlich vor der Zeckensaison einer Auffrischungsimpfung zu unterziehen.

Repellents

Eine weitere Schutzmöglichkeit vor Zecken sind so genannte Repellents. Dabei handelt es sich um chemische Stoffe, die zur Vertreibung der Parasiten dienen. Die Wahrnehmung der Repellents erfolgt durch den Geruchssinn.

Menschen verwenden meist spezielle Lotions oder Sprays, um sich die Zecken vom Leib zu halten. Bei Haustieren greift man dagegen auf spezielle Halsbänder und so genannte Spot-on-Präparate zurück.

Spot-on-Präparate

Bei Spot-on-Mitteln handelt es sich um hochkonzentrierte Wirkstoffe, die man auch als Antiparasitika bezeichnet. Aufgetragen werden die Stoffe mithilfe einer Pipette zwischen den Schulterblättern, damit die Tiere sie nicht ablecken können. Von dort aus verteilen sie sich über den gesamten Körper und werden von ihm aufgenommen.

Die Antiparasitika verfügen über die Eigenschaft, die Zecke binnen 24 Stunden abzutöten. Außerdem lassen die Parasiten rascher von ihrem Opfer ab. Auf diese Weise wird die Blutmahlzeit schneller beendet, wodurch sich das Infektionsrisiko deutlich vermindert, da die schädlichen Erreger normalerweise erst nach ein bis zwei Tagen übertragen werden.

Zeckenschutz-Halsbänder

Hunden und Katzen können aber auch spezielle Halsbänder gegen Zecken angelegt werden. Diese sind mit Akariziden, die gegen die Parasiten wirken, ausgestattet. Ein Zeckenschutz-Halsband lässt sich zusätzlich neben einem normalen Halsband anlegen.

Hunde benötigen in südlichen Ländern Vorsorge gegen die "braune Hundezecke"

Hund in den Dünen am Meer
Puppy jumping on the beach © Martin Valigursky - www.fotolia.de

Wer seinen Hund in den Süden mitnimmt, sollte ihn mit einem pyrethroidhaltigen Insektizid oder einem imprägnierten Halsband vor der braunen Hundezecke schützen. Das berichtet die "Apotheken Umschau" unter Berufung auf den Berufsverband Deutscher Internisten.

Dieser Parasit überträgt das Mittelmeer-Zeckenstichfieber, an dem auch Menschen erkranken können. Es gibt sogar Todesfälle, wenn die Infektion nicht behandelt wird. Ansonsten helfen Antibiotika.

Eine Impfung gibt es nicht.

Braune Hundezecken kommen in Südeuropa sowie am Schwarzen und Kaspischen Meer vor. Der Hund sollte nach der Rückreise sorgfältig abgesucht werden.

In dieser Zeit sollte man bei Katzen besonders auf Zecken achten

Kleine graue Katze im Gras
little kitten playing on the grass close up © Dušan Zidar - www.fotolia.de

Die warmen Tage des Frühlings ziehen nicht nur die Menschen nach draußen, auch kleine Stubentiger haben Spaß daran, die Umgebung zu erkunden und durch Gärten und Höfe zu schlendern. Katzenbesitzer, die einen Freigänger haben, sollten in dieser Zeit besonders auf mögliche Zecken im Fell des Tieres achten, denn diese saugen sich jetzt besonders gerne an den Wirten fest.

Vor allem Körperstellen, die warm sind und eine dünne Haut haben, eignen sich gut für eine Einstichstelle. Wer eine Zecke an seiner Katze entdeckt, sollte diese schnellstmöglich mit einer speziellen Pinzette entfernen und das Tier in den nächsten Wochen genau beobachten. Denn durch die kleine Wunde, die die Parasiten verursachen, können Krankheiten wie FSME oder Borreliose übertragen werden.

Generell sind die Katzen für solche Erreger nicht besonders anfällig, jedoch kann es zu Entzündungen der Wunde kommen. Stellt man ein verändertes Verhalten bei seiner Katze fest, sollte diese vom Tierarzt untersucht werden.

Entfernen von Zecken

Kommt es bei einem Haustier doch einmal zu einem Zeckenbefall, muss die Zecke rasch wieder entfernt werden. Dabei sollte man jedoch sehr behutsam vorgehen.

Im Zweifelsfall ist es besser, einen Tierarzt zu konsultieren. Die Entfernung erfolgt auf die gleiche Weise wie beim Menschen.

Zunächst wird die Haut im Zeckenbereich etwas gedehnt, dann fasst man den Kopf der Zecke mithilfe einer schmalen Pinzette so dicht wie es geht über der Haut und zieht den Parasiten senkrecht langsam aus dem Körper - ohne dabei Drehungen auszuführen. Außerdem ist es wichtig, den Körper des Parasiten nicht zu drücken oder zu quetschen, da sonst die Gefahr besteht, dass schädliche Erreger in die Wunde gelangen.

Wurde die Zecke erfolgreich entfernt, sollte die Einstichstelle gereinigt und desinfiziert werden. Für den Fall, dass ein Teil des Kopfes in der Haut stecken bleibt, ist es besser, einen Tierarzt zu Rate zu ziehen, da das Risiko einer Entzündung besteht.

Nicht sinnvoll ist der Einsatz von Hausmitteln wie Öl oder Nagellack, die auf die Bissstelle geschmiert werden. Tierärzte raten davon ab. So können diese Mittel die Übertragung der schädlichen Erreger begünstigen.

Mögliche Gesundheitsrisiken durch Zeckenbisse

Dass Zeckenbisse beim Menschen verschiedene Krankheiten hervorrufen können, ist bekannt. Doch auch bei Haustieren wie Hunden, Katzen und Pferden besteht die Gefahr, dass schädliche Erreger übertragen werden.

Anaplasmose

Anaplasmose wird von Anaplasma-Bakterien verursacht. Übertragen werden die Erreger durch den so genannten gemeinen Holzbock. Dabei handelt es sich um die hierzulande am häufigsten vorkommende Zeckenart. Die Erkrankung tritt in verschiedenen europäischen Ländern auf.

Symptome der Anaplasmose

Bemerkbar macht sich eine Anaplasmose durch

Mitunter sind auch Gelenkentzündungen und Blutungen möglich.

Zu einem chronischen Krankheitsverlauf kommt es jedoch nicht. Die Behandlung erfolgt in der Regel mit Antibiotika.

Zecken auch in den Großstädten auf dem Vormarsch: Katzen helfen bei der Verbreitung

Nahaufnahme Zecke auf Haut
Zecke auf der Suche © Twilight_Art_Pictures - www.fotolia.de

Mussten Wanderer früher vor allem beim Waldspaziergang mit Zecken rechnen, droht mittlerweile auch immer häufiger in den Parks, Gärten und auf Spielplätzen der Großstädte Ungemach. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass sich Wirtstiere wie Ratten und Mäuse in den letzten Jahrzehnten erfolgreich an das Leben in der Stadt angepasst haben und dort bei zunehmender Begrünung immer üppigere Lebensräume vorfinden.

Und wo sich Nager im Grün tummeln, sind auch die Zecken nicht weit.

Auf körperbedeckende Kleidung achten

Natürlich soll niemand von erholsamen Stunden im eigenen Garten abgehalten werden oder die Kinder vom Besuch des Spielplatzes, versichern Experten. Allerdings sollte besser auf körperbedeckende Kleidung geachtet werden und der Körper nach einem Tag im Grünen auf mögliche Zeckenbisse untersucht werden.

Schließlich sind die Plagegeister nicht nur lästig, sondern können auch gefährliche Krankheiten wie FSME und Lyme-Borreliose übertragen.

Katzen mit Freigang täglich auf Zecken kontrollieren

Ganz wichtig für Katzenbesitzer: Auch die Vierbeiner sollten täglich auf Zecken kontrolliert werden, denn Katzen sind beliebte Wirtstiere, die sich beim Herumstromern sehr leicht eine Zecke einfangen.

Da Katzen sich dann zuhause gerne an ihre Besitzer kuscheln oder sogar in deren Betten schlafen, ist die Chance groß, dass sich der Mensch auf diesem Weg Zecken einfängt.

Borreliose beim Hund

Verantwortlich für Borreliose beim Hund ist das Bakterium Borrelia burgdorferi. Seine Übertragung erfolgt ebenso wie bei der Anaplasmose durch den gemeinen Holzbock.

Symptome der Borreliose

Zu den ersten Symptomen gehören

Meist treten die Beschwerden erst Wochen nach dem Zeckenbiss auf. Im weiteren Krankheitsverlauf kommt es zu Gelenkentzündungen und Lähmungen.

Außerdem drohen Spätfolgen wie Herz- und Nierenschädigungen. Zur Behandlung kommt der Einsatz von Antibiotika infrage.

Allerdings verläuft eine solche Therapie nicht immer erfolgreich. Vorbeugen lässt sich einer Borreliose bei Hunden durch eine Impfung.

Wiederkäuer befreien Zecken vom Borreliose-Erreger

Mit dem richtigen Wissen über Ansteckungsgefahren erfolgreich vor Borreliose schützen

Mann wirft Müllbeutel in große Mülltonne im Garten oder Hof
trash man © Rob Byron - www.fotolia.de

Mit den Temperaturen steigt auch die Gefahr durch Zeckenbisse und damit auch das Risiko sich eine Borreliose einzufangen. Wie eine Untersuchung von mehreren tausend Zecken durch die Charité Berlin zeigt, besitzen Wiederkäuer wie Kühe, Schafe oder Ziegen aber die besondere Eigenschaft, die lästigen Plagegeister sogar von den Borreliose-Erregern zu befreien, wenn sie von ihnen befallen werden.

Der Grund: Wiederkäuer sind keine geeigneten Wirte für Borrelien. Damit geht von ihnen auch keine Gefahr aus Menschen mit den Erregern anzustecken.

Borreliose durch richtige Müllentsorgung vermeiden

Anders hingegen sieht es bei Füchsen, Krähen oder Mäusen aus. Da sie sich als Borrelien-Wirte besonders gut eignen, können die Erreger über die Zecken auch in den menschlichen Körper gelangen.

Damit Füchse, Mäuse und Co garnicht erst in die Nähe der Menschen kommen, ist das richtige Abfall-Management wichtig, da sie durch den Geruch von Essensresten im Müll angelockt werden. Schon allein ein geschlossener Mülltonnendeckel kann die Borreliose-Träger vom Haus fernhalten und so die Zahl der infizierten Zecken in den Gräsern vor seinem Haus minimieren.

Babesiose

Babesiose wird auch Hundemalaria genannt. Auslöser der Krankheit sind Babesien, einzellige Sporentierchen, die unter anderem durch Auwald-Zecken übertragen werden.

Neben Hunden kann es auch bei Rindern und Schafen zu Babesiose kommen. Verbreitet ist Babesiose vor allem im Mittelmeerraum, vereinzelt tritt sie jedoch auch in Deutschland auf.

Symptome einer Babesiose

Ein typisches Symptom für eine Babesiose ist das Einsetzen von hohem Fieber, etwa ein bis drei Wochen nach dem Zeckenbiss. Weitere Beschwerden können

  • Gewichtsverlust
  • Appetitlosigkeit
  • Mattigkeit und
  • Gelbsucht

sein. Auch epileptische Anfälle und Bewegungsstörungen sind im Bereich des Möglichen. Die Erkrankung führt zum Abbau der roten Blutkörperchen und kann einen tödlichen Verlauf nehmen.

Ehrlichiose

Verursacher der Ehrlichiose sind Bakterien der Gattung Ehrlichia canis. Die Übertragung erfolgt meist durch die braune Hundezecke, die vor allem in den Mittelmeerländern beheimatet ist.

Obwohl diese Zeckenart in Deutschland nicht vorkommt, kann sie von heimreisenden oder importierten Hunden mitgebracht werden. In warmen Verstecken schafft es die braune Hundezecke einige Monate lang zu überleben.

Symptome einer Ehrlichiose

Der Krankheitsverlauf der Ehrlichiose geht eher schleppend voran. Dabei kommt es zu unspezifischen Symptomen wie

Unbehandelt kann die Erkrankung chronisch werden und tödlich verlaufen. Eine Therapie erfolgt zumeist mit Antibiotika.

FSME

FSME ist die Abkürzung für Frühsommer-Meningoenzephalitis. Bei dem Krankheitserreger handelt es sich um ein Virus, das sowohl den Menschen als auch Tiere wie Hunde und Pferde befällt. Bei Hunden kommt es allerdings nur selten zu dieser Erkrankung, die dann jedoch meist schwer verläuft und ohne Behandlung tödlich enden kann.

Symptome einer FSME

Zu den typischen Symptomen gehören

Nicht betroffen von FSME sind Hauskatzen.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: golden retriever © Otmar Smit - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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