28. Oktober 2009
Kommt es zu einer Verstauchung, ist eine Behandlung notwendig. Diese kann konservativ oder operativ erfolgen.
Bei einer akuten Verstauchung ist es wichtig, die Schwellung des Gewebes zurückzudrängen. Empfohlen wird bei einer Behandlung die so genannte PECH-Regel. Dabei steht P für Pause, E für Eis, C für Compression bzw. Kompression und H für Hochlagern. Eine Pause sollte eingelegt werden, damit weitere Schäden am betroffenen Gelenk verhindert werden. Dafür wird der verstauchte Körperteil ruhig gestellt. Eis wird angewendet, um ein Anschwellen des Gelenks durch ein Hämatom (Bluterguss) zu vermeiden. Bereits unmittelbar nach der Verstauchung ist es wichtig, das Gelenk mit Eisbeuteln, einem Kältespray, kalten Kompressen oder Umschlägen zu kühlen. Aufgrund der Kühlung wird die verstauchte Stelle weniger durchblutet. Weiterhin kommt es zu einer Linderung der Schmerzen. Zusätzlich zur Kühlung kann ein dehnbarer Kompressionsverband angelegt werden. Durch den dosierten Druck des Verbandes auf die geschädigte Stelle wird eine weitere Schwellung unterbunden. Darüber hinaus schont und stabilisiert der Kompressionsverband das in Mitleidenschaft gezogene Gelenk. Hilfreich ist auch die Hochlagerung des verstauchten Gelenks, denn dadurch fließt weniger Blut in die Weichteile des verletzten Körperteils. In den ersten 24 Stunden einer Distorsion darf kein Alkohol auf die betroffene Stelle aufgetragen werden. Auch Wärmebehandlung hat zu unterbleiben.
Bei einer schweren Verstauchung sollte ein Arzt aufgesucht werden, um mögliche Begleitverletzungen abzuklären. In der Regel werden Distorsionen konservativ behandelt. Dabei wird das verstauchte Gelenk zunächst gekühlt und anschließend zwei Wochen lang ruhig gestellt. Dabei werden meist Tape-Verbände oder Verbände mit elastischen Binden verwendet. Hilfreich ist auch der Einsatz von Sportsalben, die eine kühlende und abschwellende Wirkung haben. Operationen werden im Normalfall nur dann durchgeführt, wenn die Verstauchung über ein normales Maß hinausgeht. So kann es nötig sein, den Kapsel-Band-Apparat durch einen operativen Eingriff wiederherzustellen. Dies geschieht vor allem bei Leistungssportlern. Nach einer Operation erfolgt eine Ruhigstellung des Gelenks von ca. 4 – 6 Wochen.
In den ersten 4 – 6 Monaten nach einer Verstauchung sollte bei sportlichen Aktivitäten ein Tape-Verband als Gelenkschutz angelegt werden. Nach Abheilung der Distorsion ist es wichtig vor dem ersten sportlichen Einsatz die Muskulatur wiederaufzubauen, damit das Gelenk eine ausreichende Stabilität erhält.
Um Verstauchungen vorzubeugen, können verschiedene Vorsorgemaßnahmen angewendet werden. So sind ein guter Trainingszustand sowie ein ausführliches Aufwärmen mit Dehn- und Stretchübungen im Vorfeld einer sportlichen Betätigung von großer Wichtigkeit. Ebenso kann eine optimale Sportausrüstung Verstauchungen entgegenwirken. Das Sprunggelenk kann beispielsweise durch Schuhe, die über den Knöchel reichen, vor Distorsionen bewahrt werden. Gefährdete Gelenke können bei verschiedenen Sportarten durch einen Tape-Verband oder durch Bandagen geschützt werden.
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