Quetschungen - Ursachen, Symptome und Behandlung

Die Entstehung von Quetschungen und wie man sie erkennen und behandeln kann

Als Quetschungen oder auch Quetschwunden bezeichnet man Verletzungen des Gewebes und der Blutgefäße. Verursacht werden Quetschungen durch stumpfe Gewalteinwirkungen.

Nahaufnahme Zeigefinger mit Bluterguss unter Fingernagel

Definition

Quetschungen oder Quetschwunden werden durch eine stumpfe Einwirkung von Gewalt auf die inneren Organe oder Weichteile des Körpers verursacht. In den meisten Fällen kommt es dabei auch zu Begleitschäden wie Weichteilschäden oder Blutergüssen (Hämatomen). Zudem besteht bei offenen Quetschwunden das Risiko einer Infektion.

Eine Quetschung entsteht dann, wenn ein Weichteilgewebe zwischen zwei kräftigen Gegenständen fest zusammengedrückt wird und es dadurch zu einem Platzen und Zerreißen der Blutgefäße kommt. Dies verursacht einen Austritt von Blut in das umliegende Gewebe, was zu schmerzvollen Hämatomen (Blutergüssen) führt.

Außerdem können bei einer Quetschung auch Schädigungen der Nerven, der Muskulatur, der Sehnen oder der Bänder eintreten.

Bei sehr starker Einwirkung von Gewalt kann es auch zu einer Öffnung der Haut kommen. Die dadurch entstehenden Wundränder sind unregelmäßig und in vielen Fällen auch zerfetzt und blutunterlaufen, was die spätere Behandlung oftmals schwierig macht und zu Wundinfektionen führen kann. Kommen zusätzlich auch noch zerstörte Gewebeteile hinzu, die von der Blutversorgung abgeschnitten werden, steigt das Risiko einer solchen Infektion nochmals beträchtlich.

Ursachen

Kleinere Quetschungen oder Quetschwunden entstehen oftmals durch Unachtsamkeit. So kann ein Finger oder eine Hand von einer Tür eingequetscht werden, wenn man nicht aufpasst. Besonders Kinder sind von solcherlei Quetschungen betroffen.

Größere Quetschungen passieren häufig durch schwere Autounfälle, bei denen die Betroffenen von Trümmerteilen eingequetscht werden. Weitere Ursache von Quetschwunden können sein:

Verlauf

Kleinere Quetschungen und ihre begleitenden Hämatome verlaufen im Normalfall positiv. Nach etwa ein bis zwei Wochen sind sie ohne Bildung von Narben wieder verheilt.

Offene Quetschwunde

Bei einer offenen Quetschwunde besteht jedoch das Risiko einer Wundinfektion, da ein Bluterguss ein perfekter Nährboden für Bakterien ist. Kommt es zu einer Entzündung des Hämatoms, muss eine Operation erfolgen, um es chirurgisch zu entfernen.

Kompartmentsyndrom

Eine weitere Komplikation bei starken Quetschungen, vor allem im Unterschenkelbereich, ist das Entstehen eines Kompartmentsyndroms. Wenn durch entstandene Schädigungen der Weichteile Blut in die Kompartments, die Bindegewebeschläuche, gelangt, kommt es zu einem langsamen Druckanstieg, der die Blutzufuhr unterbrechen und die Nerven schädigen kann.

In einem solchen Fall ist eine operative Druckentlastung des Kompartments unbedingt erforderlich, um den Verlust eines Unterschenkels zu vermeiden.

Beschädigte Nerven heilen durch Hepatozyten-Faktor schneller

Durch Quetschungen beschädigte Nerven können mit einer neu entdeckten Therapie veilleicht geheilt werden

Grafik Nervenzellen
Nervenzellen © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Bei einer Quetschung werden Nerven oft zwar verletzt, allerdings nicht so stark, dass es zu einer Durchtrennung kommt. Die Nerven sind also noch zu retten, allerdings bedarf ihre Regeneration einer langen Zeit.

Diese Zeitspanne kann verkürzt werden, indem die Nerven mit dem Hepatozyten-Faktor behandelt werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie.

Eingeschleuster Hepatozyten-Faktor sorgt für schnellere Erholung der Nerven

Was sind Hepatozyten? Hepatozyten ist der medizinische Fachausdruck für die Leberzellen. Diese winzigen Zellen machen gut 80 Prozent der gesamten Leber aus. In ihnen ist der Faktor angelegt, der den verletzten Nervenzellen helfen kann.

Tierversuche zeigten, dass durch Quetschungen verletzte Nerven sich schneller erholten, wenn die Tiere mit einem Virus infiziert wurden, dem man vorher den Hepatozyten-Faktor eingeschleust hatte. In ihrem Erbgut verschlüsselt brachten die Erreger den Faktor mit in den Körper des Tieres.

Mögliche Therapie zur Nervenheilung

Auf den Umweg über Viren muss man zurückgreifen, da der Faktor bei einer normalen Injektion eine so geringe Halbwertszeit hat, dass er inaktiv ist, bevor er im Körper wirken kann. Sollten Studien mit Menschen ebenso erfolgreich sein, könnte hiermit eine Therapie zur Nervenheilung gefunden sein.

Symptome

Zu den typischen Symptomen bei Quetschungen gehören schmerzhafte Schwellungen des betroffenen Körperteils. Zudem kommt es zu starken Blutergüssen, die eine rote oder blaue Färbung annehmen.

Des Weiteren kann es zu Einschränkungen der Mobilität kommen. Auch Gefühlsstörungen oder Blutungen können eintreten. Die Ränder einer Quetschwunde können dabei eingerissen und blutunterlaufen sein.

Schwere Quetschungen

In einigen Fällen kann es aufgrund schwerer Quetschungen auch zu einem Absterben von Gewebeteilen kommen, was als Nekrose bezeichnet wird. Gefährlich wird eine Quetschung auch dann, wenn es zu einem hohen Blutverlust kommt, der im schlimmsten Fall zum Tode führen kann.

Auch ein Schock ist im Bereich des Möglichen. In jedem Fall muss eine ärztliche Behandlung erfolgen.

Quetschungen nicht unterschätzen

Hand mit drei bandagierten Fingern
bandage up on fingers of a hand. © Max Tactic - www.fotolia.de

Quetschungen, die durch Stöße, Schläge oder Stürze entstehen, betreffen viele Gewebeschichten. Sollten die Schmerzen auch nach mehreren Stunden noch nicht abgeklungen sein, sollte man dringend einen Arzt aufsuchen, denn es könnte sogar zu einer Entzündung an der gequetschten Stelle gekommen sein.

Auch ein zusätzlicher Knochenbruch könnte den Schmerz verursachen. Bei einer offenen Wunde auf der Quetschung sollte man sowieso sofort zum Arzt gehen. Menschen mit Blutgerinnungsstörungen sollte bei Quetschungen besonders aufpassen. Es kann schnell zu Blutgerinseln und somit zur Thrombose kommen.

Bei Quetschungen aller Art ist die erste durchzuführende Maßnahme allerdings die hohe Lagerung der betroffenen Körperstelle. Zusätzlich empfiehlt sich die Kühlung durch einen nassen Waschlappen oder entsprechende Kühlakkus. Die Kühlung sollte mindestens 15 Minuten erfolgen, damit weniger Blut aus den verletzten Gefäßen tritt und somit der Bluterguss nicht allzu groß wird.

Diagnose

Eine Diagnose kann bei einer Quetschung bereits durch die auftretenden Symptome und die Befragung des Verletzten erfolgen. Bei dem Verdacht, dass auch Knochen in Mitleidenschaft gezogen wurden, werden Röntgenaufnahmen angefertigt, um weitere Aufschlüsse zu erhalten. Zudem werden Ultraschalluntersuchungen vorgenommen, um eventuelle Verletzungen von inneren Organen abzuklären.

Behandlung

Bei einer Quetschwunde hängt es vom Ausmaß des erlittenen Weichteilschadens ab, wie die Behandlung durchgeführt wird.

Kühlung und Salbenverband

Bei kleineren Quetschungen werden vor allem Kühlung und das Anlegen eines Salbenverbandes empfohlen. Durch das Kühlen wird die durch das Hämatom entstandene Schwellung, die sich meist als blauer Fleck bemerkbar macht, zurückgedrängt und die Schmerzen werden gelindert. Auch die Schonung der in Mitleidenschaft gezogenen Körperstelle sowie deren Hochlagerung gelten als hilfreich.

Erste Hilfe wenn Kinder sich die Finger einklemmen

Erste Hilfe bei eingeklemmten Kinderfingern

Kleinkind macht Schublade in Küche auf Kindersicherheit Gefahr Risiko
les dangers de la maisons © Naty Strawberry - www.fotolia.de

Es passiert so schnell, ein Kind hat sich an einer Schublade oder auch Tür den Finger eingeklemmt, was natürlich sehr schmerzhaft ist.

Erste Hilfe bei eingeklemmten Fingern

Hier ist erste Hilfe angesagt und zwar am besten Kühlung, wobei man den Finger gute fünf Minuten unter kaltes Wasser hält, was einmal die Schmerzen lindert und zum zweiten wird eine größere Schwellung verhindert. Danach macht man am besten noch kalte Umschläge.

Wenn aber die Schmerzen zunehmen, der Fingernagel sich auch blau verfärbt, so ist der Besuch beim Arzt nötig. Bei tiefen Wunden oder wenn auch der Finger unnatürlich gekrümmt, beziehungsweise absteht, muss man sofort zu einem Arzt, denn der Finger könnte auch gebrochen sein und sich aus der Wunde eine Infektion entwickeln, was dann in den nächsten Tagen zu Fieber führen kann.

Verhindern von Fehlbildungen und Quetschungen des Fingernagels

Bei Kleinkindern sollte man immer zum Arzt gehen, damit eventuelle Folgeschäden und Fehlbildungen vermieden werden.

Wenn bei Quetschungen des Fingernagels ein Pochen zu spüren ist, so muss wahrscheinlich der Arzt ein kleines Loch durch den Nagel bohren, damit der Blutstau darunter abfließen kann. Aber dies kann grundsätzlich nur ein Arzt machen.

Ärztliche Behandlung

Größere Quetschwunden werden in der Regel genauso behandelt, müssen jedoch wegen ihres höheren Infektionsrisikos ärztlich kontrolliert werden. Falls es zu einer Infektion kommt, wird diese entsprechend behandelt. Handelt es sich um offene Quetschwunden, ist bei diesen vor der Kühlung eine sterile Abdeckung erforderlich.

Vorbeugung

Spezielle Vorbeugungsmaßnahmen gegen Quetschungen gibt es nicht. Nur durch die Vermeidung von Sport- oder Haushaltsunfällen lässt sich ihnen wirkungsvoll vorbeugen.

Bei sportlichen Aktivitäten kann das Tragen einer passenden Schutzausrüstung hilfreich sein. Häufig kann schon durch umsichtiges Verhalten das Unfallrisiko vermindert werden.

Grundinformationen zu Quetschungen

  • Quetschungen - Ursachen, Symptome und Behandlung

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )