Botulismus - Vergiftung durch verdorbene Nahrungsmittel wie Fleisch

Als Botulismus bezeichnet man eine schwere Lebensmittelvergiftung, die lebensgefährliche Ausmaße annehmen kann. Hervorgerufen wird die Vergiftung in den meisten Fällen durch verdorbenes Fleisch.

Als Hauptursache gelten undichte Verpackungen oder unzureichende Sterilisierung von Lebensmitteln

Botulismus zählt zu den schwersten Formen von Lebensmittelvergiftung. Verursacht wird diese durch schlecht konservierte Nahrungsmittel, in denen sich das Gift Botulinumtoxin befindet. Da es sich bei Botulismus um eine reine Vergiftung handelt, besteht keine Ansteckungsgefahr.

Ursachen und Übertragung

Botulismus tritt in Mitteleuropa und Nordamerika nur selten auf. In Deutschland werden jedes Jahr höchstens zehn Fälle verzeichnet. Da allerdings nicht jeder Botulismusfall erkannt wird, ist es möglich, dass die tatsächliche Anzahl an Krankheitsfällen höher liegt.

Die Hauptursache für die schwere Lebensmittelvergiftung bilden in der Regel Nahrungsmittel, die nicht luftdicht verpackt oder nur unzureichend sterilisiert wurden. Dabei kann es sich um

handeln.

Eine sehr seltene Form stellt der Wundbotulismus dar, bei dem sich Bakterien in Wunden vermehren.

Verantwortlich für die Vergiftung ist das Gift Botulinumtoxin. Dieses wird von dem Bakterium Clostridium botulinum aus der Familie der Bacillaceae hergestellt. Insgesamt gibt es von diesem Bakterium 15 unterschiedliche Typen. Die Giftstoffe der Typen A, B, E und F gelten als besonders gefährlich für den Menschen.

Einen guten Nährboden finden die Bakterien in Fleisch- und Fischkonserven, deren Herstellung unter mangelhaften hygienischen Bedingungen erfolgt. Zudem sind die Erreger gegen Austrocknung, Kälte und Hitze sehr widerstandsfähig.

Das Botulismus-Gift kann durch eine Garzeit von 15 Minuten bei einer Temperatur von 100 Grad Celsius inaktiviert werden. Da die Sporen jedoch in der Lage sind, großer Hitze zu widerstehen, können sie sich nach dem Öffnen einer Konserve vermehren und später Toxine herstellen.

Symptome

Zu den typischen Symptomen von Botulismus gehören zunächst Übelkeit und Erbrechen, denn der Organismus versucht das Gift aus dem Körper zu befördern. Da jedoch die Nervenzellen von den Toxinen geschädigt werden, treten im weiteren Verlauf Lähmungserscheinungen auf, die sich als Sprach- und Schluckstörungen bemerkbar machen. Es besteht die Gefahr, dass es zum Übergreifen der Lähmungserscheinungen auf den gesamten Körper und schließlich auch auf die Atemmuskulatur kommt.

Weitere Symptome sind

Der Zeitraum zwischen der Aufnahme des Giftes und dem Ausbruch der Symptome liegt zwischen 12 und 36 Stunden. Eine kurze Inkubationszeit ist ein Anzeichen für eine besonders schwere Vergiftung. Lebensgefahr besteht vor allem dann, wenn die Atemmuskulatur gelähmt wird, was zum Tod durch Ersticken führen kann.

Diagnose und Behandlung

Diagnostiziert wird Botulismus aufgrund der typischen Symptome. Wichtig ist auch, dass der Arzt erfährt, ob Konserven oder ähnliche Produkte verzehrt wurden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Blut, Stuhl, Erbrochenes oder Nahrungsreste auf Botulinumtoxin zu untersuchen.

Da jedoch erst nach zwei Tagen ein Testresultat vorliegt, wird in den meisten Fällen schon vor dessen Eintreffen mit der Behandlung begonnen, um keine wertvolle Zeit zu verlieren, denn eine intensivmedizinische Betreuung muss so rasch wie möglich erfolgen. Kern der Therapie ist die Gabe eines Antitoxins.

Dieses Gegengift neutralisiert frei im Blut zirkulierendes Botulinumtoxin. Allerdings wirkt das Gegengift nur, wenn es rasch verabreicht wird, denn schon nach 24 Stunden kommt es zur Bindung des Giftes an die Nervenstrukturen.

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Quellenangaben
  • Ladentheke in deutscher Metzgerei mit Leberkäse, Blutwurst, ... © anweber - www.fotolia.de

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