Schlaflabor Artikel

Ablauf einer Untersuchung in einem Schlaflabor

Um die Ursache von bestimmten Schlafstörungen zu ermitteln, erfolgt eine Untersuchung in einem Schlaflabor. Dort werden verschiedene Messungen vorgenommen.

Vorbereitungen

Im Vorfeld einer Untersuchung in einem Schlaflabor sollte der Patient darauf achten, dass seine Haare frisch gewaschen und trocken sind. Auf Haarsprays oder -gels sollte besser verzichtet werden, damit die Elektroden für die Untersuchung leichter angebracht werden können.

Nach 14 Uhr sollte die zu untersuchende Person außerdem keine koffeinhaltigen Getränke wie Kaffee, Cola oder Tee zu sich nehmen und auf einen Mittagsschlaf verzichten.

Ablauf einer Untersuchung in einem Schlaflabor

Ein Schlaflabor bildet eine separate Abteilung in einem Krankenhaus. Dort befinden sich Schlafkabinen, die mit zahlreichen technischen Apparaturen ausgestattet sind. In einem Vorgespräch mit dem untersuchenden Arzt werden die Krankenvorgeschichte und die akuten Beschwerden erörtert.

Hilfreich ist dabei auch das Erstellen eines Schlafprotokolls, in dem die Schlafgewohnheiten des Betroffenen aufgezeichnet werden.

Im Schlaflabor selbst kann die gewohnte Schlafkleidung getragen werden. Der Patient soll sich so wohl wie möglich fühlen. So kann ein Schlaflabor auch als "High-Tech-Schlafzimmer" bezeichnet werden.

Dort schließt man den zu Untersuchenden an diverse Aufzeichnungsmöglichkeiten an. Diese dokumentieren die ganze Nacht über das Schlafverhalten des Patienten. Für die Prozedur, die auch Polysomnographie genannt wird, werden mehrere Messverfahren miteinander verbunden. So wird ein Schlaf-EKG vorgenommen, um die Herzfrequenz zu messen und mögliche Herzrhythmusstörungen zu erkennen, ein Schlaf-EEG für die Aufzeichnung der Gehirnströme, ein Schlaf-EOG (Elektro-Okulographie), das die Bewegungen der Augen während des Schlafes registriert sowie ein Schlaf-EMG (Elektromyographie) für Messungen der Muskelaktivitäten.

Darüber hinaus werden zur Überprüfung von ungewöhnlichen Beinbewegungen Elektroden an den Beinen angebracht. Weiterhin werden Impedanzbänder über dem Brustkorb und dem Bauch sowie ein Atemflussfühler vor der Nase angebracht, um die Atembewegungen zu kontrollieren.

Ebenso wird der Sauerstoffgehalt des Blutes gemessen, indem man einen Infrarotsensor an den Fingern oder an den Ohrläppchen befestigt. Außerdem werden mögliche Schnarchgeräusche durch ein Mikrophon erfasst.

In der Regel erfolgen die Untersuchungen nachts. Sie können aber auch tagsüber vorgenommen werden, wenn zum Beispiel Verdacht auf Narkolepsie besteht. Zudem kann ein zusätzlicher Schlaflatenz-Test am Tage durchgeführt werden, wenn die Beobachtungen bei Nacht nicht ausreichen. Dabei wird der Schläfrigkeitsgrad des Patienten festgestellt.

Dazu muss die zu untersuchende Person den ganzen Tag lang, etwa alle zwei Stunden, ein Schläfchen machen, was von den technischen Apparaturen registriert wird. Auf diese Weise kann eine bessere Einschätzung der Schlafstörungen vorgenommen und eine Therapie ausgewählt werden.

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