29. Oktober 2009
Kommt es zu auffälligen Ultraschallbefunden oder Blutwerten einer Schwangeren, kann eine Nabelschnurpunktion durchgeführt werden. Dadurch lassen sich weitere Erkenntnisse gewinnen.
Ist eine Nabelschnurpunktion erforderlich, wird zunächst vom untersuchenden Arzt eine Sonographie (Ultraschall-Untersuchung) durchgeführt, um die Lage des Kindes zu bestimmen und eine Stelle in der Fruchthöhle zu finden, an der die Punktion durchgeführt wird. Diese Stelle sollte sich in der Nähe des Ansatzes zum Mutterkuchen befinden. Ist eine geeignete Stelle gefunden worden, wird unter Ultraschallkontrolle eine feine Nadel durch die Bauchdecke der Schwangeren in die Nabelvene eingebracht. Mit dieser Nadel wird dann eine Blutprobe entnommen. Falls es nötig ist, können über die Nabelschnur auch Medikamente für das ungeborene Kind verabreicht werden. Die entnommene Probe wird anschließend im Labor untersucht, was je nach der Art der Untersuchung einige Stunden oder auch einige Tage in Anspruch nehmen kann.
Eine Nabelschnurpunktion ist nicht frei von Risiken. Es besteht zu 1,12 Prozent die Gefahr einer Fehlgeburt, was vor allem von der Erfahrung des behandelnden Arztes abhängt. Weitere Komplikationen können leichte Blutungen in der Gebärmutter, Fruchtwasserabgang, Infektionen, Kontraktionen der Gebärmutter sowie eine Verletzung des Kindes durch die Einstichnadel sein. Im Falle einer Bluttransfusion besteht die geringe Möglichkeit einer Fehltransfusion, was einen Kaiserschnitt erforderlich machen würde.
Als Alternativen zu einer Nabelschnurpunktion kommen eine Plazenta-Untersuchung oder eine Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung) in Frage.
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