2. September 2009
Um bestimmte Krebserkrankungen bei Frauen frühzeitig erkennen zu können, empfiehlt sich eine gynäkologische Untersuchung. Diese wird in mehreren Einzeluntersuchungen durchgeführt.
Zu Beginn der gynäkologischen Untersuchung wird zunächst stets ein ausführliches Gespräch mit der Patientin geführt, bevor es zur eigentlichen Untersuchung kommt. Dabei werden Informationen über die allgemeine Krankheitsgeschichte der Patientin gesammelt, was auch Anamnese genannt wird. So befragt der Frauenarzt die Patientin über mögliche Vorerkrankungen, über den Ablauf der Regelblutungen wie Zeitpunkt, Zeitabstand oder mögliches Ausbleiben der Regel, über bisherige Schwangerschaften oder mögliche Fehlgeburten, über das Auftreten bestimmter Krankheiten wie Krebs innerhalb der Familie oder mögliche akute Beschwerden wie Unterleibsschmerzen oder Zwischenblutungen. Weiterhin wird nach der aktuellen Verhütung, über mögliche sexuelle Probleme in der Partnerschaft, nach eventuellen Missbrauchserfahrungen sowie nach der Einnahme von Medikamenten gefragt.
Nach der ausführlichen Besprechung wird die eigentliche Untersuchung vorgenommen. Diese erfolgt auf einem so genannten gynäkologischen Stuhl, der eine perfekte Untersuchung der Geschlechtsorgane ermöglicht. Für die Untersuchung benutzt der Frauenarzt ein Spektulum, ein röhrenförmiges Instrument, mit dem die Scheidenwände der Frau aufgefaltet werden können. Dieses Vorgehen verursacht normalerweise keinerlei Schmerzen. Der Frauenarzt betrachtet dabei zuerst die großen und kleinen Schamlippen der Vagina, dann den Scheideneingang, die Scheide sowie den Muttermund, um mögliche auffällige Veränderungen festzustellen.
Eine weitere Untersuchungsmethode ist die Kolposkopie. Mit einem Kolposkop, einem Untersuchungsmikroskop, mit dem eine sechs bis vierzigfache Vergrößerung möglich ist, werden die Scheidenwände und der äußere Muttermund gründlich untersucht. Mit Hilfe eines Kolposkops können bereits kleinste Veränderungen auf der Schleimhaut erkannt werden.
Für die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs wird ein zytologischer Abstrich vorgenommen. Dies ist für die Patientin völlig schmerzlos und erfolgt mit Hilfe eines Wattestäbchens, mit dem zwei Abstriche des Zervix (Gebärmutterhals) sowie des äußeren Gebärmuttermundes gemacht werden. Anschließend werden die Abstriche in einem Labor auf mögliche Zellveränderungen oder Viren untersucht.
Auch die weiblichen Brüste werden bei der gynäkologischen Untersuchung ausführlich, durch Abtastung des Drüsengewebes, untersucht um mögliche Veränderungen festzustellen. Ebenso werden die Achselhöhlen auf mögliche Vergrößerungen der Lymphknoten überprüft.
Weitere Untersuchungsformen sind die rektovaginale Untersuchung über den Enddarm sowie eine Ultraschalluntersuchung, die zumeist als Vaginal-Ultraschalluntersuchung durchgeführt wird, um Eierstöcke und Gebärmutter zu betrachten.
Nach Abschluss der frauenärztlichen Untersuchung erfolgt eine Besprechung der Untersuchungsergebnisse sowie über mögliche Therapiemaßnahmen.
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