2. September 2009
Als Blutbild bezeichnet man eine medizinische Untersuchung, bei der eine Bestimmung der Menge der zellulären Anteile des Blutes vorgenommen wird. Mit Hilfe eines solchen Blutbildes können Rückschlüsse auf bestimmte Krankheiten gezogen werden.
Die Erstellung eines Blutbildes gehört zu den bedeutendsten Untersuchungsmethoden in der Medizin. Ziel und Zweck eines Blutbildes ist es, wichtige Erkenntnisse bei der Diagnose von bestimmten Krankheiten zu erhalten. Dabei wird dem Patienten eine Blutprobe aus seinem Körper entnommen und zu einer weiteren Untersuchung in ein Laboratorium geschickt. Dort wird das Blutbild mikroskopisch und photometrisch untersucht und analysiert, wobei es in der Hauptsache um die Anzahl der einzelnen Blutzellen geht.
In der Regel besteht das Blut eines Menschen zu ca. 37–45 Prozent bei Frauen sowie aus 43–50 Prozent bei Männern aus Blutzellen. Den Anteil an zellulären Bestandteilen an dem gesamten Volumen einer Probe nennt man Hämatokrit. Wenn es zu einer Abtrennung der zellulären Bestandteile kommt, was beispielsweise mit einer Zentrifuge ermöglicht wird, bleibt Blutplasma übrig. Dieses Blutplasma enthält verschiedene Plasmaproteine, Gerinnungsfaktoren und Elektrolyte. Wird das Blut eine Zeit lang stehen gelassen, kommt es zu einer Gerinnungsreaktion. Dabei werden die Gerinnungsfaktoren aktiviert. Gemeinsam mit den zellulären Bestandteilen wie den Thrombozyten, bilden die Gerinnungsfaktoren ein Thrombus (Gerinnsel). Der aus Plasma ohne Gerinnungsfaktoren bestehende Überstand wird dann als Blutserum bezeichnet.
Zur Gewinnung eines Blutbildes werden heutzutage vor allem automatische Zählgeräte verwendet. Die meisten Krankenhäuser verfügen über eigene Labore, in denen ein Blutbild vor Ort erstellt werden kann.
Bei einem Blutbild unterscheidet man zwischen einem kleinen und einem großen Blutbild. Bei dem kleinen Blutbild kann nur die Anzahl der einzelnen Blutzellen festgestellt werden. Bei dem großen Blutbild, das auch Differentialblutbild genannt wird, wird eine genaue Analyse der Blutbestandteile vorgenommen, was man auch als Differentialdiagnostik bezeichnet. Vor größeren Operationen werden stets Blutuntersuchungen vorgenommen, um den Blutgerinnungsfaktor des jeweiligen Patienten festzustellen. Durch die Erstellung eines Blutbildes kann der behandelnde Arzt erkennen, ob eventuelle entzündliche Reaktionen im Körper vorkommen, was einen Aufschub des Eingriffes notwendig machen würde.
Des Weiteren werden Blutbilder benutzt, um Mangelerkrankungen, Blutarmut (Anämie) oder Störungen des Blutbildes zu erkennen.
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